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Interner Zinsfuß (IRR) Rechner

Berechnen Sie den Diskontierungszinssatz, bei dem der Kapitalwert (NPV) Ihrer Investition gleich null ist.

IRR-Konzept

IRR-Definition
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Kapitalwert beim IRR
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Entscheidungsregel
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%
Cashflow Jahr

Was ist der interne Zinsfuß?

Der interne Zinsfuß (IRR) ist der Diskontierungszinssatz, bei dem der Nettobarwert (NPV) aller Cashflows einer Investition gleich null ist. Einfacher ausgedrückt: Es ist die erwartete jährliche Zinseszinsrendite, die eine Investition erzielen wird. Der IRR wird im Rahmen der Investitionsrechnung häufig eingesetzt, um Investitionsmöglichkeiten zu vergleichen und zu bewerten.

Bei der Beurteilung eines Projekts vergleichen Sie den IRR mit Ihrer geforderten Mindestrendite (Hurdle Rate). Übersteigt der IRR Ihre Mindestrendite, gilt die Investition als akzeptabel. Je höher der IRR über der Mindestrendite liegt, desto attraktiver wird die Investition.

Der IRR ist besonders nützlich, weil er einen einzelnen Prozentsatz liefert, der einfach über verschiedene Investitionen hinweg verglichen werden kann, unabhängig von deren Größe. Er hat jedoch Grenzen, die Anleger kennen sollten – insbesondere in Bezug auf Wiederanlagenannahmen und das Problem mehrerer IRRs.

IRR im Vergleich zu anderen Renditekennzahlen

📈

IRR

Der Zinssatz, bei dem NPV = 0. Zeigt die effektive Jahresrendite unter Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes.

💵

NPV (Kapitalwert)

Geschaffener Geldwert. Besser geeignet für den Vergleich sich gegenseitig ausschließender Projekte unterschiedlicher Größe.

📊

ROI

Einfache prozentuale Rendite ohne Berücksichtigung des Zeitpunkts. (Gewinn − Kosten) / Kosten. Schnell, aber weniger präzise.

⏱️

Amortisationsdauer

Zeit bis zur Rückgewinnung der Investition. Ignoriert den Zeitwert des Geldes und Cashflows nach der Amortisation.

IRR-Richtwerte nach Investitionsart

Akzeptable IRRs variieren je nach Investitionsart, Risikoniveau und Marktbedingungen erheblich.

InvestitionsartTypische IRR-SpanneRisikoniveauAnmerkungen
Staatsanleihen 3–5 % Sehr niedrig Risikofreie Benchmark
Unternehmensanleihen 5–8 % Niedrig Kreditrisikoaufschlag
Aktienmarkt (Index) 8–12 % Mittel Langfristiger Durchschnitt
Immobilien 10–20 % Mittel-Hoch Lageabhängig
Private Equity 15–25 % Hoch Illiquiditätsprämie
Risikokapital 25–40 % Sehr hoch Die meisten Investitionen scheitern
Start-up-Investition 30–50 %+ Extrem Power-Law-Renditen

Grenzen des IRR

🔄

Wiederanlagennahme

Der IRR geht davon aus, dass Zwischencashflows zum IRR selbst wieder angelegt werden können. Bei sehr hohen IRRs ist das oft unrealistisch. Der modifizierte interne Zinsfuß (MIRR) behebt dieses Problem.

📉

Mehrere IRRs

Projekte mit abwechselnd positiven und negativen Cashflows können mehrere IRRs oder gar keinen realen IRR aufweisen. Verwenden Sie für solche Projekte stattdessen die Kapitalwertmethode.

⚖️

Größe wird ignoriert

Der IRR berücksichtigt die Projektgröße nicht. 50 % Rendite auf 1.000 € schafft weniger Wert als 20 % auf 1 Million €. Berücksichtigen Sie stets den Kapitalwert (NPV) zusammen mit dem IRR.

Zeitpunkt-Verzerrung

Der IRR bevorzugt Projekte mit schnellen Erträgen, auch wenn langsamere Projekte insgesamt mehr Wert schaffen. Berücksichtigen Sie in Ihrer Analyse sowohl IRR als auch NPV.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein guter IRR für eine Investition?

Das hängt vom Risiko der Investition ab. Mindestens sollte der IRR Ihre Kapitalkosten übersteigen. Für Aktieninvestitionen wird in der Regel mindestens 10–15 % angestrebt. Risikoreichere Investitionen wie Start-ups erfordern typischerweise 25 %+ als Ausgleich für das Ausfallrisiko.

Kann der IRR negativ sein?

Ja. Ein negativer IRR bedeutet, dass die Investition Geld verliert. Um den Kapitalwert auf null zu bringen, müssten Sie Geld einschießen statt Erträge zu erhalten. Dies zeigt eindeutig eine unvorteilhafte Investition an.

Sollte ich das Projekt mit dem höchsten IRR wählen?

Nicht unbedingt. Bei sich gegenseitig ausschließenden Projekten ist der Kapitalwert (NPV) das bessere Kriterium. Ein größeres Projekt mit niedrigerem IRR kann insgesamt mehr Wert schaffen. Der IRR eignet sich am besten für Ja/Nein-Entscheidungen bei unabhängigen Projekten.

Was ist der Unterschied zwischen IRR und CAGR?

Die CAGR (Compound Annual Growth Rate – kumulierte jährliche Wachstumsrate) ist eine einfachere Berechnung, die nur Anfangs- und Endwerte berücksichtigt. Der IRR berücksichtigt alle Zwischencashflows und deren Zeitpunkt, was ihn für komplexe Investitionsanalysen umfassender macht.

So nutzen Sie diesen IRR-Rechner

  1. Geben Sie die Anfangsinvestition ein – den anfänglichen Mittelabfluss in Euro, der für den Projektstart erforderlich ist (z. B. Anschaffung einer Photovoltaikanlage oder Maschinenanlage). Tragen Sie den Betrag positiv ein; der Rechner verbucht ihn intern als Auszahlung in Periode 0.
  2. Tragen Sie eine Mindestrendite (%) ein – Ihre Kapitalkosten (WACC) oder den geforderten internen Zinsfuß. Das Tool vergleicht den IRR mit dieser Hürde und liefert die Entscheidung Annehmen, Ablehnen oder Grenzwertig. Lassen Sie den Standard von 10 % stehen, wenn Sie noch keine eigene Benchmark haben.
  3. Füllen Sie die Cashflows der Jahre 1 bis 5 mit den erwarteten Nettoeinnahmen in Euro (Einspeisevergütung, Deckungsbeitrag, Mietüberschuss). Positive Zahlen für Einzahlungen, negative Zahlen für Jahre mit weiterem Mittelbedarf (z. B. Wartung, Repowering).
  4. Klicken Sie auf + Jahr hinzufügen, um den Planungshorizont über fünf Jahre hinaus zu verlängern – sinnvoll für langlebige Anlagen wie PV-Module (20–25 Jahre), Industriemaschinen oder Immobilieninvestitionen. Mit dem ×-Knopf entfernen Sie überflüssige Zeilen.
  5. Klicken Sie auf IRR berechnen. Der Rechner iteriert auf den Diskontierungszinssatz, der den Kapitalwert auf null zwingt, und liefert IRR, Gesamtinvestition, Gesamterträge, Nettogewinn sowie eine Entscheidung gegenüber Ihrer Mindestrendite. Klicken Sie auf Zurücksetzen, um ein neues Szenario zu starten.

Beispiele

Photovoltaikanlage Investition: 30.000 € für 20 Jahre Eigenverbrauch

Ein Hauseigentümer in Bayern investiert 30.000 € (inklusive Speicher) in eine 12-kWp-Photovoltaikanlage. Aus Einspeisevergütung, vermiedenem Strombezug und Direktverbrauch erwartet er rund 3.600 € Netto-Cashflow pro Jahr über 20 Jahre. Die Anlage wird teilweise mit einem KfW-Förderkredit (Programm 270 Erneuerbare Energien) finanziert; als Mindestrendite setzt er 4 % an – etwas über dem aktuellen Festgeldzins.

ErgebnisFür die in der Maske darstellbaren ersten fünf Jahre liefert der Rechner einen IRR von rund −20 %, weil die hohen Anfangskosten in fünf Jahren nicht eingespielt werden. Erweitert man die Reihe auf 20 Jahre mit jeweils 3.600 € pro Jahr (Schaltfläche 'Jahr hinzufügen'), ergibt sich ein IRR von rund 10,3 %. Gesamtinvestition 30.000 €, Gesamterträge 72.000 €, Nettogewinn 42.000 €. Entscheidung: Annehmen, weil der IRR die 4-%-Mindestrendite deutlich übersteigt.

Der Rechner löst implizit −30.000 + Σ 3.600 / (1+r)^t für t = 1..20. Bei 4 % ist der Kapitalwert noch positiv (rund +18.926 €), bei 12 % bereits negativ. Die Bisektion konvergiert auf rund 10,3 %. Wichtig: Reale PV-Cashflows sinken nach 10 Jahren leicht (Moduldegradation rund 0,5 % p. a., Wartungs- und Wechselrichterkosten), und die Einspeisevergütung nach EEG ist nur in den ersten 20 Jahren garantiert. Mit konservativeren Cashflows ab Jahr 11 (z. B. 3.000 €) sinkt der IRR auf rund 8,5 % – immer noch klar über der Mindestrendite.

Maschinenanlage Industrie: 500.000 € CNC-Fertigungszelle, 7 Jahre Nutzungsdauer

Ein mittelständischer Maschinenbauer in Baden-Württemberg evaluiert die Anschaffung einer CNC-Fertigungszelle für 500.000 €. Aus zusätzlichem Deckungsbeitrag, weniger Ausschuss und Personalumschichtung erwartet die Geschäftsführung einen Netto-Cashflow von 110.000 € pro Jahr über sieben Jahre Nutzungsdauer; im Jahr 7 kommt ein Restwert von 50.000 € hinzu. Der WACC des Unternehmens liegt nach IDW S 1 bei 8 %; auf riskante Investitionen wendet die Geschäftsführung einen Zuschlag von 2 Punkten an, also Mindestrendite 10 %.

ErgebnisDie Maske bildet zunächst nur fünf Jahre ab; mit 'Jahr hinzufügen' ergänzen Sie Jahr 6 (110.000 €) und Jahr 7 (110.000 + 50.000 = 160.000 € einschließlich Restwert). Der IRR liegt dann bei rund 13,6 %. Gesamtinvestition 500.000 €, Gesamterträge 710.000 €, Nettogewinn 210.000 €. Entscheidung: Annehmen, weil der IRR die Mindestrendite von 10 % um 3,6 Prozentpunkte übersteigt – ein typischer Puffer für Annahmenungenauigkeit.

−500.000 + 6 × 110.000 / (1+r)^t + 160.000 / (1+r)^7 = 0. Bei 10 % beträgt der Kapitalwert noch rund +50.500 €, bei 15 % bereits negativ; die Bisektion landet bei rund 13,6 %. Eine Sensitivitätsanalyse nach Schmalenbach-Tradition zeigt: Sinkt der Jahres-Cashflow auf 90.000 €, fällt der IRR auf rund 9,0 % – knapp unter der Hürde. Genau dafür empfiehlt das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW S 1) ein Bandbreitenszenario statt eines Punktwerts.

ETF-Investment-Vergleich: 50.000 € Einmalanlage, 10 Jahre

Eine Anlegerin vergleicht zwei Sparpläne über 10 Jahre. Variante A: ein weltweit streuender Aktien-ETF (z. B. MSCI World), Einmalanlage 50.000 €, Entnahme am Ende von Jahr 10 mit erwartetem Endbestand 110.000 € (entspricht rund 8,2 % CAGR, langfristiger Durchschnitt vor Inflation). Variante B: dieselben 50.000 €, aber mit jährlicher Ausschüttung von 1.500 € (≈ 3 % Dividende) plus Endwert 85.000 €. Mindestrendite: Realzins der Bundesanleihen plus Aktienrisikoprämie nach DAI/Schmalenbach – aktuell rund 7 %.

ErgebnisVariante B (Dividenden-ETF) mit 10 Jahren und Endwert 85.000 € im Jahr 10 (also Cashflow Jahr 10 = 1.500 + 85.000 = 86.500 €) ergibt einen IRR von rund 7,1 %. Variante A als reiner Thesaurierer ohne Zwischenflüsse hat als CAGR (50.000 → 110.000 in 10 Jahren) einen IRR von genau (110.000/50.000)^(1/10) − 1 ≈ 8,2 %. Entscheidung: Beide Varianten übersteigen die Hürde, Variante A liefert jedoch einen höheren IRR und damit eine etwas attraktivere Rendite, sofern die Anlegerin keine laufende Liquidität benötigt.

Bei Variante A reduziert sich der IRR auf die CAGR-Formel, weil es nur zwei Cashflows gibt: r = (FV/PV)^(1/n) − 1. Variante B hat dagegen elf Cashflows und der Rechner muss numerisch lösen: −50.000 + Σ 1.500/(1+r)^t (t = 1..9) + 86.500/(1+r)^10 = 0. Die Bisektion konvergiert auf rund 7,1 %. Achtung: Die Steuerwirkung in Deutschland ist unterschiedlich – Thesaurierer profitieren von der Vorabpauschale und Stundungseffekten, während Dividenden sofort der Abgeltungsteuer (25 % plus Soli, ggf. Kirchensteuer) unterliegen. Eine seriöse Entscheidung berücksichtigt also auch die Nettowirkung nach Steuer.

So funktioniert es

Der interne Zinsfuß ist implizit definiert als jener Diskontierungszinssatz, der 0=t=0nCFt(1+IRR)t0 = \sum_{t=0}^{n} \frac{CF_t}{(1+IRR)^t} erfüllt, wobei CF0CF_0 der negative Anfangsinvestitionsbetrag und CFtCF_t für t1t \geq 1 der Netto-Cashflow im Jahr tt ist. Für n>4n > 4 existiert keine geschlossene Lösung, weshalb der Rechner den IRR numerisch sucht – also den Zinssatz iterativ bestimmt, bei dem der Kapitalwert (NPV) gleich null wird.

Intern prüft der Rechner zunächst, ob die Cashflow-Reihe mindestens einen Vorzeichenwechsel enthält – eine notwendige Bedingung für einen realen IRR. Anschließend wird der Zinssatz per Bisektion zwischen −99 % und +1000 % eingegrenzt: In jedem Iterationsschritt wird der NPV in der Mitte des Intervalls ausgewertet und die Suche auf jene Hälfte beschränkt, in der das Vorzeichen wechselt. Die Iteration läuft, bis der NPV innerhalb einer Toleranz von 0,0001 liegt oder die Intervallgrenzen konvergieren. Newton-Raphson und das Sekantenverfahren in Tabellenkalkulationen sind schneller, die Bisektion ist jedoch robust gegen Unstetigkeiten und Divergenz.

Sobald der IRR gefunden ist, ist die Entscheidungsregel mechanisch: Annehmen bei IRR > Mindestrendite, Ablehnen bei IRR < Mindestrendite, Grenzwertig wenn beide innerhalb von 0,01 % liegen. Die Mindestrendite sollte Ihrem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) zuzüglich eines projektspezifischen Risikozuschlags entsprechen – eine zu niedrige Hürde gibt wertvernichtenden Projekten grünes Licht, eine zu hohe Hürde lehnt akzeptable Projekte ab. Der IDW-Standard S 1 (Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen) empfiehlt, den Kapitalkostensatz konsistent zu Risiko, Steuerstatus und Wachstumsannahmen abzuleiten.

Wann Sie diesen Rechner verwenden sollten

  • Investitionsentscheidungen mit konventionellen Cashflows. Wenn das Projekt eine einmalige Anfangsinvestition gefolgt von einem Strom positiver Einzahlungen aufweist (klassisch bei PV-Anlagen, KfW-geförderten Energieeffizienzmaßnahmen oder Maschineninvestitionen), ist der IRR eindeutig definiert und intuitiv: ein Prozentsatz, den Sie direkt mit Ihren Kapitalkosten vergleichen können. Ideal für eine schnelle Ja/Nein-Entscheidung vor dem detaillierten Business Case.
  • Vergleich mit branchenüblicher Hurdle Rate. Investitionsausschüsse arbeiten gemäß DIHK-Befragungen häufig in IRR statt in absoluten Kapitalwerten, weil Prozentwerte über unterschiedlich große Vorhaben und Vintage-Jahre hinweg vergleichbar sind. Nutzen Sie den Rechner, um eine prognostizierte Cashflow-Reihe in den IRR zu übersetzen, den Aufsichtsrat, Kreditkomitee oder Hausbank erwarten.
  • Bewertung von Private-Equity-, Immobilien- und Infrastrukturprojekten. PE-, Immobilien- und Infrastrukturdeals werden in der Regel auf einen Ziel-IRR underwritten (Buyouts 15–25 %, Core-Immobilien 6–10 %, Infrastruktur 8–12 %). Geben Sie mehrjährige Cashflows einschließlich des prognostizierten Exit-Wertes (Verkauf) im letzten Jahr ein, um zu prüfen, ob der Deal das Fondsziel erreicht.
  • Kommunikation an nicht-finanzielle Entscheider. Eine Aussage wie 'der IRR liegt bei 22 %' ist für Geschäftsführer, Aufsichtsräte und Familienunternehmer greifbarer als 'der Kapitalwert beträgt 4,7 Mio. € bei 12 % Diskontsatz'. Nutzen Sie den IRR in Präsentationen, ergänzen Sie aber im Begleitmemo immer auch den absoluten Kapitalwert, damit die Größenordnung des Projekts nicht verloren geht.

Häufige Fehler

  • FehlerDie Wiederanlageannahme des IRR als kostenlos behandeln.
    LösungDer Standard-IRR unterstellt, dass Zwischen-Cashflows zum IRR selbst wieder angelegt werden. Bei einem Projekt mit 35 % IRR ist das selten realistisch – Sie finden in Deutschland keine zweite Anlage zu diesem Zinssatz. Berechnen Sie den modifizierten IRR (MIRR) mit einem expliziten Finanzierungs- und einem separaten Wiederanlagezinssatz in Höhe Ihrer Kapitalkosten, um eine verteidigbare Kennzahl zu erhalten.
  • FehlerBei sich gegenseitig ausschließenden Projekten das Projekt mit dem höchsten IRR wählen.
    LösungDer IRR ignoriert die Größe. 40 % IRR auf 50.000 € schaffen weniger Wert als 20 % IRR auf 5 Mio. €. Bei einander ausschließenden Alternativen rangieren Sie nach Kapitalwert bei Ihren Kapitalkosten, nicht nach IRR – das entspricht der herrschenden Lehre seit Schmalenbach und ist im IDW S 1 verankert.
  • FehlerEinen einzigen IRR für unkonventionelle Cashflow-Verläufe ausweisen.
    LösungJeder Vorzeichenwechsel in der Cashflow-Reihe kann einen weiteren realen IRR erzeugen. Hat Ihr Projekt Re-Investitionen in der Lebensmitte (z. B. Wechselrichtertausch bei PV, Repowering bei Wind, Rückbauverpflichtung im Bergbau), prüfen Sie den NPV bei mehreren Diskontsätzen oder berechnen Sie MIRR – verlassen Sie sich nicht auf die erste Lösung der Bisektion.
  • FehlerProjekt-IRRs ohne Horizontnormalisierung vergleichen.
    LösungEin 5-jähriges Projekt mit 25 % IRR und ein 10-jähriges Projekt mit 18 % IRR sind nicht direkt vergleichbar. Modellieren Sie beide über denselben Horizont (mit realistischer Wiederanlage des Erlöses aus dem kürzeren Projekt) oder rangieren Sie nach Kapitalwert, der die Horizontunterschiede bereits eingepreist hat.
  • FehlerNominale Cashflows mit realer Mindestrendite mischen (oder umgekehrt).
    LösungWählen Sie eine Konvention und bleiben Sie dabei. Enthalten die Cashflows erwartete Inflation, muss die Mindestrendite ebenfalls nominal sein – einschließlich des Inflationsaufschlags, den Bundesbank und EZB im langfristigen Korridor von rund 2 % HVPI implizit modellieren. Eine Vermischung von nominalen und realen Größen verzerrt die Annahme/Ablehnen-Entscheidung systematisch über lange Horizonte.
  • FehlerVergessen, dass der IRR kein Risikomaß ist.
    LösungZwei Projekte mit identischem 18-%-IRR können völlig unterschiedliche Risikoprofile haben. Behandeln Sie den IRR nicht als risikoadjustierte Rendite – legen Sie Mindestrenditen je Risikoklasse fest, führen Sie eine Sensitivitätsanalyse über die Cashflows durch und betrachten Sie die Bandbreite der Ergebnisse, nicht nur den Punktwert. Diese Bandbreitenbetrachtung ist auch im IDW S 1 als Best Practice verankert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen IRR und Kapitalwert (NPV)?

Der Kapitalwert (NPV) ist der in heutigen Euro ausgedrückte Wertzuwachs eines Projekts bei einem von Ihnen festgelegten Diskontsatz; der IRR ist genau jener Diskontsatz, bei dem der Kapitalwert null wird. Der NPV erfordert eine Annahme über die Kapitalkosten und liefert einen Euro-Betrag, der mit der Projektgröße skaliert; der IRR ist dimensionslos und über verschiedene Deals leichter vergleichbar, kann jedoch bei sich gegenseitig ausschließenden Projekten, bei unterschiedlich großen Projekten und bei unkonventionellen Cashflow-Verläufen irreführen. Wenn beide Methoden zu unterschiedlichen Rangfolgen kommen, folgen Sie dem Kapitalwert.

Ist ein höherer IRR immer besser?

Nicht für die Rangfolge von Projekten. Der IRR ignoriert die Größe – 60 % Rendite auf 20.000 € erzeugen weniger absoluten Wert als 22 % Rendite auf 5 Mio. €. Außerdem unterstellt der IRR implizit, dass Sie Zwischen-Cashflows zum IRR selbst wieder anlegen können, was bei zweistelligen Sätzen in Deutschland selten realistisch ist. Für unabhängige Projekte ist 'IRR > Mindestrendite' ein sauberes Annahme-Signal; für konkurrierende Projekte verwenden Sie den Kapitalwert (oder MIRR mit realistischem Wiederanlagezinssatz).

Was ist MIRR und wann sollte ich ihn stattdessen verwenden?

Der modifizierte interne Zinsfuß (MIRR) berechnet die Rendite, indem positive Cashflows mit einem expliziten Wiederanlagezinssatz (üblicherweise Ihre Kapitalkosten) in die Zukunft aufgezinst und negative Cashflows mit einem Finanzierungszinssatz auf heute diskontiert werden. Das Ergebnis ist eine einzige, gutmütige Rendite – auch wenn der Standard-IRR mehrere Lösungen hat oder unrealistische Wiederanlagen unterstellt. Nutzen Sie MIRR bei unkonventionellen Cashflows, bei sehr hohen IRRs, die offensichtlich nicht als Wiederanlage verfügbar sind, oder wenn Sie einen sauberen Apfel-mit-Apfel-Vergleich über lange Horizonte brauchen.

Warum erscheint mir mein IRR zu hoch, um realistisch zu sein?

Zwei häufige Gründe. Erstens unterstellt der IRR die Wiederanlage zum IRR selbst; modellieren Sie 45 %, leistet diese Wiederanlage einen großen Teil der Rechenarbeit, der in der Realität kaum eintreten wird. Zweitens erzeugen sehr kurze Projekte mit schneller Amortisation oft überhöhte annualisierte Renditen, die verschwinden, sobald Sie die echten Wiederanlagealternativen modellieren. Rechnen Sie MIRR mit Ihren tatsächlichen Kapitalkosten, bevor Sie einem IRR über 30 % vertrauen.

Kann der IRR negativ sein?

Ja. Ein negativer IRR bedeutet, dass die Einzahlungen die Anfangsinvestition selbst bei einem Diskontsatz von null nicht decken – das Projekt verliert nominal Geld. Der Rechner kann Werte bis rund −99 % zurückgeben. Bei negativem IRR zerstört das Projekt bei jedem positiven Kapitalkostensatz Wert und sollte direkt abgelehnt werden, sofern nicht eine nicht-finanzielle strategische Begründung quantifizierbar ist.

Wann hat ein Projekt mehrere IRRs?

Die Vorzeichenregel von Descartes besagt, dass eine Cashflow-Reihe mit k Vorzeichenwechseln bis zu k positive reale IRR-Lösungen haben kann. Projekte mit einer einzigen Anfangsinvestition und nur positiven Folgeperioden haben höchstens einen IRR. Projekte mit zwischenzeitlichen Re-Investitionen, Rückbauverpflichtungen oder Earn-out-Strukturen haben oft zwei Vorzeichenwechsel und können zwei gültige IRR-Lösungen produzieren. In solchen Fällen erzählt kein einzelner IRR die ganze Geschichte – wechseln Sie zum Kapitalwert bei Ihren Kapitalkosten oder nutzen Sie MIRR.

Wie wähle ich die Mindestrendite (Hurdle Rate) in Deutschland?

Beginnen Sie mit dem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) – der gewichtete Nach-Steuer-Kostensatz aus Fremd- und Eigenkapital. Für deutsche Unternehmen liegt der WACC laut DIHK- und Beratungserhebungen je nach Branche zwischen rund 6 % und 10 %. Schlagen Sie 2–5 Prozentpunkte auf für Projekte mit überdurchschnittlichem Risiko (neue Märkte, unerprobte Produkte) und ziehen Sie ab bei risikoarmen Vorhaben wie Energieeffizienz-Capex im Kerngeschäft. Die Ableitung sollte gemäß IDW S 1 konsistent zu Risiko, Steuerstatus und Wachstumsannahmen erfolgen.

Ist der IRR dasselbe wie die CAGR?

Nur im Sonderfall genau zweier Cashflows: eine Auszahlung in t = 0 und eine Einzahlung in t = n. Dann gilt IRR = CAGR = (Endwert/Anfangswert)^(1/n) − 1. Sobald Sie Zwischen-Cashflows hinzufügen, weicht der IRR von der CAGR ab, weil er jeden Cashflow mit seinem Diskontfaktor gewichtet. CAGR ist die richtige Kennzahl für eine Buy-and-Hold-Position mit einem einzelnen Verkauf; der IRR ist die richtige Kennzahl für jede dazwischenliegende Cashflow-Reihe.

Verarbeitet dieser Rechner ungleichmäßige Cashflows?

Ja. Jedes Eingabefeld entspricht einem separaten Jahr, und Sie können in jede Zelle unterschiedliche positive oder negative Beträge eintragen. Mit + Jahr hinzufügen erweitern Sie die Projektion über die voreingestellten fünf Jahre hinaus – sinnvoll bei langlebigen Anlagen wie PV-Modulen (20–25 Jahre EEG-Vergütungszeitraum) oder Immobilien. Der ausgegebene IRR spiegelt genau das eingegebene Cashflow-Muster wider, nicht eine gemittelte Rentenformel.

Wie löst der Rechner den IRR numerisch?

Per Bisektion. Ausgehend von einem Intervall zwischen −99 % und +1000 % wird der Kapitalwert in der Mitte des Intervalls ausgewertet und die Suche auf die Hälfte beschränkt, in der das NPV-Vorzeichen wechselt. Die Iteration läuft bis zu 1000-mal, bis der NPV innerhalb einer Toleranz von 0,0001 liegt. Die Bisektion ist langsamer als Newton-Raphson, aber robust – sie konvergiert immer, sobald ein realer IRR im Intervall existiert, unabhängig von der Form der NPV-Kurve.

Was sind typische IRR-Bandbreiten je Anlageklasse in Deutschland?

Grobe langfristige Benchmarks vor Steuern und Gebühren: Bundesanleihen 2–4 %, Investment-Grade-Unternehmensanleihen 4–6 %, Aktien-ETFs (MSCI World, DAX) 7–9 % langfristiger Durchschnitt, Core-Immobilien in deutschen A-Städten 4–6 %, Value-Add-Immobilien 8–14 %, Private-Equity-Buyouts 15–25 %, Venture Capital 20–30 % brutto (mit hohem Ausfallanteil), KfW-geförderte Energieeffizienz oder PV-Eigenheime 5–12 %. Ziehen Sie für die persönliche Hurdle Ihre tatsächliche Steuerlast (Abgeltungsteuer 25 % plus Soli) und Verwaltungskosten ab.

Wie behandle ich KfW-Förderkredite im IRR-Modell?

KfW-Förderkredite (z. B. 270 Erneuerbare Energien, 261 Wohngebäude oder 295 Klimafreundlicher Neubau) senken die effektive Anfangsinvestition durch zinsgünstige Konditionen und Tilgungszuschüsse. Modellieren Sie konsistent: Entweder Sie reduzieren die Anfangsinvestition um den Tilgungszuschuss und nutzen den ungeförderten WACC als Mindestrendite, oder Sie behalten die volle Investition und verbuchen die jährliche Zinsersparnis als zusätzlichen Cashflow. Beide Ansätze sind methodisch sauber, mischen Sie sie aber nicht – das ist eine klassische Doppelzählungsfalle, vor der DIHK-Investitionsleitfäden warnen.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner löst die implizite IRR-Gleichung 0 = Σ CF_t / (1+IRR)^t (t = 0..n) nach dem Diskontierungszinssatz auf, bei dem der Kapitalwert (NPV) gleich null ist. CF_0 ist der negative Wert der vom Nutzer eingegebenen Anfangsinvestition; CF_t für t ≥ 1 ist der vom Nutzer eingegebene jährliche Cashflow in Euro (positiv für Einzahlungen, negativ für zusätzliche Auszahlungen). Der Löser prüft zunächst mindestens einen Vorzeichenwechsel in der Cashflow-Reihe – notwendige Bedingung für einen realen IRR – und bisiziert anschließend den Zinssatz zwischen −99 % und +1000 %, bis der NPV innerhalb einer Toleranz von 0,0001 liegt oder das Intervall konvergiert, mit einer Obergrenze von 1000 Iterationen. Das Entscheidungsfeld vergleicht den resultierenden IRR mit der vom Nutzer eingegebenen Mindestrendite (Hurdle Rate, in der Regel der WACC zuzüglich Risikozuschlag gemäß IDW S 1): Annehmen, wenn IRR die Hürde übersteigt, Ablehnen, wenn IRR darunter liegt, und Grenzwertig bei einer Differenz unter 0,01 %. Bei Projekten mit mehreren Vorzeichenwechseln (etwa PV-Anlagen mit Wechselrichtertausch oder Rückbauverpflichtungen) ist der ausgegebene IRR nur eine Lösung einer Gleichung, die mehrere haben kann; ergänzen Sie das Ergebnis um eine Kapitalwertprüfung bei Ihren tatsächlichen Kapitalkosten oder berechnen Sie MIRR, um eine eindeutige, verteidigbare Rendite zu erhalten.

Profi-Tipps

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