Gewerbeimmobilien-Finanzierung mit Schuldendienstdeckungsgrad 1,35
Ein mittelständischer Investor refinanziert eine vermietete Gewerbeimmobilie in Frankfurt. Das Objekt erwirtschaftet ein Nettobetriebseinkommen (NOI) von 540.000 € pro Jahr – also Nettokaltmieten abzüglich nicht umlagefähiger Betriebskosten, Verwaltung, Instandhaltungsrücklage und kalkulatorischem Mietausfallwagnis, jedoch vor Kapitaldienst. Die finanzierende Geschäftsbank schlägt ein Annuitätendarlehen mit einem jährlichen Kapitaldienst (Tilgung plus Zinsen) von 400.000 € vor.
ErgebnisDSCR = 540.000 € / 400.000 € = 1,35
Ein DSCR von 1,35 bedeutet, dass das NOI den Kapitaldienst um 35 % übersteigt – ein Wert, der den Mindestanforderungen der meisten deutschen Banken für stabilisierte Gewerbeimmobilien (häufig 1,20–1,30) klar genügt und in der KfW-Förderung (z. B. ERP-Förderkredit, KfW-Programme 037/047) als solide Kapitaldienstfähigkeit eingestuft wird. Der Puffer von 140.000 € pro Jahr kann eine Anschlussvermietungslücke, eine Erhöhung der Grundsteuer B oder einen Zinsanstieg bei der nächsten Zinsbindung auffangen, ohne dass Bankcovenants (etwa eine DSCR-Untergrenze von 1,20 im Darlehensvertrag) verletzt werden.