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Gemeinkostensatz-Rechner

Gemeinkostensätze für die Kostenzuordnung berechnen

Gemeinkostenformeln

Gemeinkostensatz
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Lohnbasierter Satz
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Verrechnete Gemeinkosten
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Gemeinkostensätze verstehen

Der Gemeinkostensatz verteilt indirekte Kosten auf Produkte, Aufträge oder Kostenstellen. Indirekte Kosten wie Miete, Energie, Aufsicht und Abschreibungen lassen sich nicht direkt einzelnen Produkten zuordnen, weshalb sie über einen Gemeinkostensatz auf Basis einer Bezugsgröße verrechnet werden.

Übliche Bezugsgrößen sind Fertigungslohnstunden, Fertigungslohnkosten, Maschinenstunden oder produzierte Einheiten. Die Wahl hängt davon ab, welche Größe am besten mit dem Gemeinkostenverbrauch korreliert. In der Fertigung werden häufig Maschinenstunden, in Dienstleistungsunternehmen Lohnstunden verwendet.

Eine genaue Gemeinkostenzuordnung ist für Preisgestaltung, Rentabilitätsanalyse und Bestandsbewertung unerlässlich. Zu geringe Zuordnung führt zu Unterpreisbildung; zu hohe Zuordnung kann Produkte wettbewerbsunfähig machen. Viele Unternehmen setzen die Prozesskostenrechnung (Activity-Based Costing) für eine präzisere Zuordnung ein.

Arten von Gemeinkosten

🏭

Fertigungsgemeinkosten

Fabrikmiete, Energie, Maschinenabschreibungen, Hilfslöhne, Betriebsstoffe.

🏢

Verwaltungsgemeinkosten

Büromiete, Managementgehälter, Buchhaltung, Personalwesen, Rechtsberatung.

📢

Vertriebsgemeinkosten

Marketing, Werbung, Vertriebsgehälter (manchmal separat von Gemeinkosten ausgewiesen).

📊

Fix- vs. variable Kosten

Fixe Gemeinkosten bleiben konstant; variable Gemeinkosten ändern sich mit der Beschäftigung.

Gemeinkostensätze nach Branche

BrancheÜbliche BezugsgrößeTypischer SatzAnmerkungen
FertigungMaschinenstunden150–300 %Kapitalintensiv
BauwesenLohnkosten50–80 %Lohnintensiv
Freiberufliche DienstleistungenArbeitsstunden30–100 €/Std.Personenbasiert
SoftwareentwicklungLohnkosten40–60 %Geringere Gemeinkosten
GesundheitswesenPatientenkontakteVariabelAktivitätsbasiert

Empfehlungen für die Gemeinkostenrechnung

🎯

Richtige Bezugsgröße wählen

Passen Sie die Bezugsgröße an den Kostentreiber an. Wenn die Gemeinkosten mit dem Maschinennutzungsgrad steigen, verwenden Sie Maschinenstunden.

📅

Plangemeinkosten verwenden

Berechnen Sie Sätze jährlich auf Basis von Planwerten. Passen Sie am Jahresende die Abweichungen zwischen verrechneten und tatsächlichen Gemeinkosten an.

🔍

Prozesskostenrechnung erwägen

Die Prozesskostenrechnung (ABC) verwendet mehrere Kostenpools und Kostentreiber für eine genauere Zuordnung.

📊

Abweichungen verfolgen

Vergleichen Sie verrechnete mit tatsächlichen Gemeinkosten. Große Abweichungen zeigen an, dass der Satz angepasst werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Plangemeinkostensatz?

Ein Satz, der zu Beginn einer Periode auf Basis geschätzter Gemeinkosten und geschätzter Beschäftigung berechnet wird. Er ermöglicht eine gleichmäßige Kostenzuordnung über das Jahr, ohne auf Istzahlen warten zu müssen. Abweichungen werden am Periodenende ausgeglichen.

Wie gehe ich mit unter- oder überverrechneten Gemeinkosten um?

Weichen verrechnete von tatsächlichen Gemeinkosten ab, wird die Differenz bei kleinen Beträgen typischerweise dem Umsatzkostenaufwand zugerechnet oder bei wesentlichen Beträgen auf unfertige Erzeugnisse, Fertigerzeugnisse und Umsatzkostenaufwand aufgeteilt.

Sollten Verwaltungskosten in die Gemeinkosten einfließen?

Bei der handelsrechtlichen Bestandsbewertung werden nur Fertigungsgemeinkosten in die Produktkosten einbezogen. Verwaltungsgemeinkosten sind Periodenkosten. Für Preisgestaltung und interne Analysen kann jedoch eine vollständige Gemeinkostenzuordnung sinnvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gesamt- und einem Kostenstellensatz?

Ein Gesamtkostensatz verwendet einen einzigen Satz für den gesamten Betrieb – einfacher, aber weniger genau. Kostenstellensätze berechnen separate Sätze für jede Kostenstelle – genauer, wenn Kostenstellen unterschiedliche Kostenstrukturen aufweisen.

Beispiele

Gemeinkostenzuschlag Fertigung im Maschinenbau

Ein mittelständischer Maschinenbaubetrieb plant für das Geschäftsjahr Fertigungsgemeinkosten von 480.000 € (Hallenmiete, Energie, Hilfslöhne, Abschreibungen auf Maschinen). Die geplanten Fertigungslohnkosten als Bezugsgröße betragen 600.000 €. Der Controller soll im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) den Gemeinkostenzuschlagssatz für die Kostenstelle Fertigung ermitteln.

ErgebnisGemeinkostenzuschlagssatz = 480.000 € / 600.000 € = 80 %. Auf Stundenbasis: 480.000 € / 12.000 Std. = 40 €/Std. verrechnete Gemeinkosten. In der Zuschlagskalkulation werden auf jeden Euro Fertigungslohn 0,80 € Fertigungsgemeinkosten aufgeschlagen.

Ein Zuschlag von 80 % bedeutet, dass auf 1 € Fertigungslohn 0,80 € Fertigungsgemeinkosten entfallen. In der Angebotskalkulation wird der Fertigungslohn mit Faktor 1,80 multipliziert, bevor Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sowie Gewinnzuschlag hinzukommen. Liegt der Ist-Beschäftigungsgrad unter Plan, entstehen unterverrechnete Gemeinkosten, die im BAB als Abweichung zu erfassen sind. Der Zuschlagssatz sollte jährlich überprüft werden, damit die Kostenstellenrechnung mit der tatsächlichen Beschäftigung übereinstimmt.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man den Gemeinkostenzuschlagssatz im BAB?

Der Gemeinkostenzuschlagssatz ergibt sich aus dem Verhältnis von Gemeinkosten einer Kostenstelle zu ihrer Bezugsgröße. Im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) werden die primären Gemeinkosten zunächst auf Hilfs- und Hauptkostenstellen verteilt, anschließend die Hilfskostenstellen umgelegt. Pro Hauptkostenstelle (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) wird dann ein Zuschlagssatz gebildet, der in der Zuschlagskalkulation auf die Einzelkosten aufgeschlagen wird.

Welche Rolle spielt der HGB-§ 255 bei der Bestandsbewertung?

Nach § 255 Abs. 2 HGB müssen in die Herstellungskosten der Vorräte mindestens die Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens einbezogen werden. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten dürfen einbezogen werden, müssen aber gesondert ausgewiesen werden. Forschungskosten sind ausgeschlossen.

Was ist der Unterschied zwischen Ist- und Plangemeinkostenzuschlag?

Der Ist-Zuschlag verwendet die tatsächlichen Gemeinkosten und Istbezugsgröße einer abgelaufenen Periode, was zu Schwankungen bei Beschäftigungsänderungen führt. Der Plan-Zuschlag basiert auf budgetierten Werten und sorgt für eine gleichmäßige Kalkulation. Die Differenz zwischen verrechneten und tatsächlichen Gemeinkosten – die Über- oder Unterdeckung – wird im BAB als Kostenabweichung ausgewiesen und am Periodenende geklärt.

Wann ist eine Maschinenstundensatzrechnung sinnvoll?

Die Maschinenstundensatzrechnung empfiehlt sich in kapitalintensiven Fertigungen, bei denen die Gemeinkosten überwiegend von der Maschinenlaufzeit abhängen (Abschreibungen, Instandhaltung, Energie). Sie löst die maschinenabhängigen Gemeinkosten aus dem Lohnzuschlag heraus und verrechnet sie über einen Maschinenstundensatz. Das verbessert die Kalkulationsgenauigkeit, wenn Lohnstunden und Maschinenstunden stark voneinander abweichen.

Wie unterscheidet sich die Prozesskostenrechnung vom klassischen Zuschlagsverfahren?

Die Prozesskostenrechnung verrechnet Gemeinkosten – insbesondere indirekte Bereiche wie Einkauf, Logistik oder Qualitätssicherung – über Prozesse und deren Kostentreiber statt über pauschale Zuschlagssätze. Sie ist nach Schmalenbach-Tradition eine Erweiterung der Vollkostenrechnung und liefert in komplexen Mehrproduktbetrieben präzisere Stückkosten als das Zuschlagsverfahren, das Komplexität meist nur näherungsweise abbildet.

Welche Bezugsgröße eignet sich am besten?

Die Bezugsgröße muss die Kostenverursachung möglichst gut abbilden. In lohnintensiven Kostenstellen sind Fertigungslohnkosten oder -stunden sinnvoll, in maschinenintensiven Bereichen die Maschinenstunden. Das IDW empfiehlt, die Bezugsgröße so zu wählen, dass sie eine kausale Beziehung zum Gemeinkostenanfall aufweist. Eine schwache Korrelation verzerrt Produktkosten und führt zu Quersubventionierung zwischen Aufträgen.

Quellen

Profi-Tipps

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