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Graham-Zahl-Rechner

Berechnen Sie den maximalen fairen Wertpreis mit Grahams Formel

Graham-Formeln

Graham-Zahl
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Impliziertes KGV × KBV
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Sicherheitsmarge
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Die Graham-Zahl verstehen

Die Graham-Zahl, benannt nach Benjamin Graham (dem Vater des Value Investing und Mentor von Warren Buffett), berechnet den maximalen Preis, den ein konservativer Anleger für eine Aktie zahlen sollte. Sie verbindet Gewinn und Buchwert zu einer einzigen Schätzung des fairen Werts.

Die Formel lautet: √(22,5 × EPS × BVPS). Der Wert 22,5 ergibt sich aus Grahams Kriterien: maximales KGV von 15 und maximales KBV von 1,5 (15 × 1,5 = 22,5). Eine Aktie, die unter ihrer Graham-Zahl gehandelt wird, könnte unterbewertet sein.

Graham entwickelte diese Formel für seinen "defensiven Anleger" – jemanden, der solide Renditen bei minimalem Risiko anstrebt. Sie ist bewusst konservativ gehalten und filtert nach Unternehmen mit vernünftigen Bewertungen gemessen an Gewinn und Vermögen.

Grahams Anlagekritierien

📊

KGV ≤ 15

Die Aktie sollte im Verhältnis zum Gewinn nicht zu teuer sein.

📚

KBV ≤ 1,5

Die Aktie sollte im Verhältnis zum Buchwert nicht zu teuer sein.

✖️

KGV × KBV ≤ 22,5

Kombiniertes Kriterium, das in der Graham-Zahl-Formel erfasst wird.

🛡️

Sicherheitsmarge

Kaufen Sie deutlich unter dem berechneten Wert, um sich gegen Fehler abzusichern.

Graham-Zahl Beispiele

AktieEPSBVPSGraham-ZahlWenn Kurs
Beispiel A$5$40$67,08
Beispiel B$3$25$41,08
Beispiel C$8$60$103,92
Beispiel D$2$15$25,98
Bankaktie$4$35$56,12

Die Graham-Zahl anwenden

🎯

Sicherheitsmarge anstreben

Kaufen Sie nicht einfach zum Graham-Zahl-Preis. Streben Sie 20–30 % darunter an, um eine echte Sicherheitsmarge zu haben.

📉

Positiver Gewinn erforderlich

Die Graham-Zahl funktioniert nur bei positiven Gewinnen. Für verlustbringende Unternehmen kann sie nicht berechnet werden.

🏦

Geeignet für bestimmte Branchen

Funktioniert gut für Finanz-, Versorgungs- und Industrieunternehmen. Weniger geeignet für Wachstums- und Technologieaktien.

📊

Ein Werkzeug unter vielen

Die Graham-Zahl ist ein Screening-Instrument. Führen Sie stets eine tiefergehende Analyse durch, bevor Sie investieren.

Häufig gestellte Fragen

Wer war Benjamin Graham?

Benjamin Graham (1894–1976) war Ökonom und Investor, der das Value Investing als Disziplin begründete. Seine Bücher "Security Analysis" und "The Intelligent Investor" gelten als grundlegende Werke. Warren Buffett war sein Schüler und Schützling.

Warum funktioniert die Graham-Zahl nicht bei Technologieaktien?

Technologieunternehmen haben häufig ein hohes KGV (Wachstumserwartungen) und ein hohes KBV (immaterielle Vermögenswerte). Sie würden Grahams Kriterien fast nie erfüllen. Die Formel eignet sich besser für reife, anlagenintensive Unternehmen.

Was ist eine gute Sicherheitsmarge?

Graham empfahl eine Sicherheitsmarge von mindestens 33 %. Buffett empfiehlt den Kauf mit einem erheblichen Abschlag zum inneren Wert. 20–50 % unter der Graham-Zahl bietet Schutz gegen Fehler.

Soll ich den TTM- oder Forward-EPS verwenden?

Verwenden Sie den EPS der letzten zwölf Monate (TTM) für mehr Sicherheit. Zukunftsprognosen sind unsicher. Graham war vorsichtig – er wollte bewiesene Gewinne, keine Projektionen.

Beispiele

DAX-Aktie mit 4,50 EUR EpA und 28,00 EUR BWpA

Ein Anleger prüft eine etablierte DAX-Aktie aus dem Industriesektor mit einem Gewinn je Aktie (EpA) der letzten zwölf Monate von 4,50 EUR und einem Buchwert je Aktie (BWpA) von 28,00 EUR. Der aktuelle Börsenkurs liegt bei 48,00 EUR.

ErgebnisGraham-Zahl = 53,29 EUR; Sicherheitsmarge ca. 9,9 %

Multiplizieren Sie 22,5 mit dem EpA (4,50 EUR) und dem BWpA (28,00 EUR), das ergibt 2.835. Die Quadratwurzel daraus beträgt rund 53,29 EUR. Da die Aktie zu 48,00 EUR notiert, liegt sie etwa 9,9 % unter der Graham-Zahl, was auf der defensiven Skala eine moderate Unterbewertung andeutet. Graham selbst forderte eine Sicherheitsmarge von rund einem Drittel; ein konservativer Anleger würde daher erst bei einem Kurs von etwa 35,50 EUR (33 % unter der Graham-Zahl) einsteigen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Graham-Zahl und wofür wird sie verwendet?

Die Graham-Zahl ist ein von Benjamin Graham entwickelter konservativer Preisdeckel für defensive Value-Anleger. Sie verbindet den Gewinn je Aktie (EpA) und den Buchwert je Aktie (BWpA) zu einem fairen Höchstpreis nach der Formel Wurzel aus (22,5 × EpA × BWpA). Die Zahl ist keine vollständige Schätzung des inneren Werts, sondern dient als Screening-Filter, um offensichtlich überbewertete Aktien aus der Auswahl herauszufiltern.

Wie groß sollte die Sicherheitsmarge beim Value Investing sein?

Graham empfahl in "Intelligent Investieren" eine Sicherheitsmarge von mindestens einem Drittel, also etwa 33 % unter dem berechneten fairen Wert. Diese Spanne deckt Schätzfehler bei EpA und BWpA sowie unerwartete Marktrückschläge ab. Für deutsche Privatanleger, die meist langfristig und steuerlich gebunden investieren, ist ein Puffer von 25 bis 50 % unter der Graham-Zahl praxistauglich.

Wie unterscheidet sich das KGV vom KBV in Grahams Modell?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) misst, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum Jahresgewinn ist; das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) setzt den Börsenkurs ins Verhältnis zum bilanzierten Eigenkapital je Aktie. Graham deckelte beide Kennzahlen: KGV höchstens 15 und KBV höchstens 1,5. Das Produkt 15 × 1,5 = 22,5 ist die Konstante in der Graham-Formel. Eine Aktie genau auf der Graham-Zahl liegt damit gleichzeitig an der Obergrenze beider Kriterien.

Lässt sich die Graham-Zahl auf DAX- oder MDAX-Aktien anwenden?

Ja, sie eignet sich besonders gut für klassische DAX- und MDAX-Werte aus den Sektoren Industrie, Chemie, Versicherungen, Banken und Versorger – also für anlagenintensive Geschäftsmodelle mit stabilen Gewinnen. Bei Technologiewerten und Unternehmen mit hohem Anteil an immateriellen Vermögensgegenständen (Marken, Software, Patenten) unterschätzt der Buchwert das wirtschaftliche Eigenkapital, sodass die Graham-Zahl viele dieser Titel zu Unrecht als überbewertet ausweist.

Warum versagt die Formel bei negativen oder null Gewinnen?

Die Quadratwurzel liefert nur dann einen reellen Wert, wenn EpA und BWpA beide positiv sind. Ein Unternehmen mit Jahresfehlbetrag hat aus Grahams Sicht keinen defensiven Gewinnboden mehr und gehört nicht in das Portfolio des defensiven Anlegers. In solchen Fällen ist ein Screening über den materiellen Buchwert oder eine erst nach nachhaltiger Rückkehr in die Gewinnzone sinnvolle Bewertung zu bevorzugen.

Reicht die Graham-Zahl allein für eine Kaufentscheidung aus?

Nein. Die Graham-Zahl ist ein Filter, keine vollständige Bewertung. Sie sollte mit qualitativen Kriterien (Geschäftsmodell, Wettbewerbsposition, Verschuldungsgrad), einer Prüfung der Bilanzqualität nach HGB oder IFRS sowie einer Einschätzung der Dividendenhistorie kombiniert werden. Erst die Gesamtschau ergibt eine fundierte Anlageentscheidung; die Graham-Zahl beantwortet allein die Frage "zu welchem Preis maximal".

Quellen

Profi-Tipps

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