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Buchwert je Aktie Rechner

Berechnen Sie den Buchwert je Aktie eines Unternehmens

BVPS-Formeln

Einfacher BVPS
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Materieller BVPS
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BVPS-Wachstum
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Den Buchwert je Aktie verstehen

Der Buchwert je Aktie (BVPS) stellt das den Stammaktionären zustehende Eigenkapital dividiert durch die umlaufenden Aktien dar. Er ist der buchhalterische Wert jeder Aktie, wenn das Unternehmen alle Vermögenswerte liquidieren und alle Verbindlichkeiten begleichen würde. Denken Sie daran als dem "Bodenwert" je Aktie.

Der BVPS stammt direkt aus der Bilanz: Gesamteigenkapital abzüglich Vorzugskapital, geteilt durch Stammaktien. Hat ein Unternehmen 100 Millionen € Eigenkapital und 10 Millionen Aktien, beträgt der BVPS 10 €. Vergleichen Sie ihn mit dem Aktienkurs für das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Ein über die Zeit wachsender BVPS zeigt an, dass das Unternehmen durch einbehaltene Gewinne Aktionärswert aufbaut. Warren Buffett verfolgt das BVPS-Wachstum als wichtiges Maß für die Schaffung intrinsischen Werts. Konsistentes BVPS-Wachstum ist ein positives Zeichen.

BVPS-Bestandteile

💼

Stammkapital

Den Stammaktionären zustehendes Eigenkapital.

📊

Gewinnrücklagen

Kumulierte Gewinne, die nicht als Dividenden ausgeschüttet wurden. Wesentlicher Treiber des BVPS-Wachstums.

📉

Eigene Aktien

Zurückgekaufte Aktien. Reduzieren das Eigenkapital, aber auch die Aktienanzahl.

🏷️

Immaterielle Werte

Geschäftswert, Patente, Markenrechte. Beim materiellen BVPS ausgeschlossen.

BVPS-Analyse

SzenarioAktienkurs vs. BVPSInterpretationMaßnahme
Tiefer WertKurs < 0,5× BVPSErheblicher AbschlagUrsache prüfen
WertKurs < BVPSUnter BuchwertPotenzielle Gelegenheit
FairKurs ≈ BVPSZum BuchwertBranchenabhängig
AufschlagKurs > 2× BVPSHoher AufschlagWachstum erwartet
Hohes WachstumKurs > 5× BVPSErheblicher AufschlagImmaterielle Werte

Tipps zur BVPS-Analyse

📈

BVPS-Wachstum verfolgen

Konsistentes jährliches BVPS-Wachstum von 8–15 % weist auf eine starke Wertschöpfung hin. Vergleichen Sie mit Wettbewerbern.

🔍

Materiellen BVPS verwenden

Bei akquisitionsfreudigen Unternehmen schließt der materielle BVPS potenziell überbewerteten Geschäftswert aus.

📊

Mit Eigenkapitalrendite vergleichen

BVPS-Wachstum ≈ EKR × (1 – Ausschüttungsquote). Hohe Eigenkapitalrendite sollte hohes BVPS-Wachstum antreiben.

⚠️

Verwässerung beachten

Die Ausgabe neuer Aktien erhöht die Aktienanzahl und kann den BVPS verwässern, selbst wenn das Eigenkapital wächst.

Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich BVPS-Daten?

Berechnen Sie aus der Bilanz: Gesamteigenkapital ÷ umlaufende Aktien. Viele Finanzwebsites berichten den BVPS auch direkt. Verwenden Sie verwässerte Aktien für eine konservative Berechnung.

Warum weicht der BVPS vom Aktienkurs ab?

Der Aktienkurs spiegelt künftige Erwartungen und immaterielle Werte wider. Der BVPS ist ein historischer Buchwert. Wachstumsstarke Unternehmen werden über dem BVPS gehandelt; angeschlagene Unternehmen möglicherweise darunter.

Was ist eine gute BVPS-Wachstumsrate?

Jährliches Wachstum von 10–15 % ist hervorragend. BVPS-Wachstum = EKR × Einbehaltungsquote. Ein Unternehmen mit 15 % EKR und 70 % Einbehaltung steigert den BVPS um etwa 10,5 % jährlich.

Wie wirken sich Aktienrückkäufe auf den BVPS aus?

Rückkäufe reduzieren sowohl das Eigenkapital (ausgegebenes Bargeld) als auch die Aktienanzahl. Werden Aktien unter dem BVPS zurückgekauft, steigt der BVPS der verbleibenden Aktien. Werden sie über dem BVPS gekauft, sinkt der verbleibende BVPS.

So nutzen Sie diesen BVPS-Rechner

  1. Geben Sie das gesamte Eigenkapital (€) ein – der Saldo der Eigenkapitalposition aus der Konzernbilanz nach HGB (§ 266 Abs. 3 A HGB) oder IFRS, jeweils aus dem aktuellsten Geschäfts- oder Halbjahresfinanzbericht.
  2. Geben Sie das Vorzugskapital (€) ein – den Buchwert ausstehender Vorzugsaktien, in deutschen Bilanzen meist als gesonderter Posten unterhalb des Stammkapitals ausgewiesen. Belassen Sie den Wert bei 0, wenn das Unternehmen keine Vorzugsaktien begeben hat.
  3. Geben Sie die immateriellen Vermögenswerte (€) ein – Geschäfts- oder Firmenwerte plus sonstige immaterielle Vermögensgegenstände aus der Aktivseite. Wird nur für den materiellen BVPS verwendet; bei 0 belassen, wenn nur der einfache BVPS benötigt wird.
  4. Geben Sie die umlaufenden Stammaktien ein – Stichtagsbestand zum Bilanzstichtag aus dem Anhang oder Geschäftsbericht (nicht den gewogenen Durchschnitt, der für den Gewinn je Aktie nach IAS 33 verwendet wird).
  5. Klicken Sie auf BVPS berechnen, um Buchwert je Aktie (BWpA), materiellen BVPS, gesamten Buchwert und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gegenüber dem aktuellen Aktienkurs zu sehen.

Beispiele

DAX-Konzern: Buchwert je Aktie (BWpA) einer Großbank

Eine im DAX gelistete Universalbank weist im IFRS-Konzernabschluss 60.000.000.000 € Gesamteigenkapital aus, davon 2.000.000.000 € Vorzugskapital. Geschäfts- oder Firmenwerte aus früheren Übernahmen belaufen sich auf 4.500.000.000 €. Zum Bilanzstichtag sind 1.200.000.000 Stammaktien im Umlauf, der Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse liegt bei 58,00 €.

ErgebnisStammkapital = 60 Mrd. € − 2 Mrd. € = 58 Mrd. €. BWpA = 58.000.000.000 / 1.200.000.000 = 48,33 € je Aktie. Materieller BVPS = (58 Mrd. € − 4,5 Mrd. €) / 1,2 Mrd. = 44,58 € je Aktie. KBV = 58,00 € / 48,33 € ≈ 1,20.

Banken und Versicherungen sind der Lehrbuchfall für den BVPS: Aktiva und Passiva werden nach IFRS überwiegend zu Werten geführt, die dem beizulegenden Zeitwert nahekommen. Ein KBV nahe 1,0 deutet darauf hin, dass der Markt die Bank ungefähr zu ihrem bilanziellen Eigenkapital bewertet – typisch für eine reife DAX-Bank mit moderater Eigenkapitalrendite. Der materielle BVPS wird von der EZB-Bankenaufsicht und der BaFin bevorzugt herangezogen, da Geschäfts- oder Firmenwerte vom aufsichtsrechtlichen harten Kernkapital (CET1) abgezogen werden.

So funktioniert es

Der Rechner wendet die Standardformel BVPS=(EigenkapitalVorzugskapital)/Stammaktien\text{BVPS} = (\text{Eigenkapital} - \text{Vorzugskapital}) / \text{Stammaktien} an. Das Gesamteigenkapital ist der Residualanspruch auf das Vermögen nach Abzug aller Verbindlichkeiten – derselbe Saldo, den deutsche Geschäftsberichte als "Eigenkapital" auf der Passivseite ausweisen (§ 266 Abs. 3 A HGB für HGB-Bilanzen, entsprechend nach IAS 1 für IFRS). Das Abziehen des Vorzugskapitals isoliert den Anteil, der den Stammaktionären zusteht.

Der materielle BVPS zieht zusätzlich Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände ab: TBVPS=(EigenkapitalVorzugskapitalImmaterielle Werte)/Aktien\text{TBVPS} = (\text{Eigenkapital} - \text{Vorzugskapital} - \text{Immaterielle Werte}) / \text{Aktien}. Immaterielle Werte können wirtschaftlich werthaltig sein (Marken, Softwareplattformen, Patente), erscheinen jedoch nach HGB und IFRS bilanziell nur dann, wenn sie entgeltlich erworben wurden – selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens unterliegen nach § 248 Abs. 2 HGB einem Wahlrecht und werden in der Konzernpraxis häufig ausgeschlossen.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist anschließend KBV=Aktienkurs/BVPS\text{KBV} = \text{Aktienkurs} / \text{BVPS}. Der Nenner steht auf Aktienbasis, weil Kurs und bilanzielles Eigenkapital je Aktie dieselbe Einheit teilen – das vermeidet eine Quelle für Stichtagsfehler. Der Rechner führt nur statische Bilanzarithmetik aus; er prognostiziert weder Gewinne noch Eigenkapitalrendite noch zukünftiges BVPS-Wachstum.

Eigenkapital, Vorzugskapital und immaterielle Vermögenswerte sind im deutschen Rechnungslegungsrecht durch HGB (§§ 246 ff., 266, 272) und die zugehörigen Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) definiert; kapitalmarktorientierte Konzerne folgen nach § 315e HGB den IFRS-Vorgaben (insbesondere IAS 1, IAS 32, IAS 38, IFRS 3). Die fachliche Kommentierung erfolgt durch das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) und das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC). Geschäftsberichte sind über das Unternehmensregister, den Bundesanzeiger und die Datenangebote der Deutschen Börse verfügbar.

Wann Sie diesen Rechner einsetzen

  • Banken, Versicherer und andere Finanzinstitute analysieren. Der BVPS ist am aussagekräftigsten, wenn Aktiva und Passiva nahe am beizulegenden Zeitwert bilanziert werden – das gilt für die meisten Finanzunternehmen. Das KBV ist seit Jahrzehnten Standardmaß für DAX- und MDAX-Banken sowie für europäische Versicherer.
  • Tiefe Value-Ideen identifizieren. Benjamin Grahams "Net-Net"-Ansatz sucht nach Aktien unter dem materiellen Buchwert oder sogar unter dem Nettoumlaufvermögen. Der BVPS ist der erste Rechenschritt in diesen klassischen Value-Screens, auch für deutsche Nebenwerte aus dem SDAX und dem Scale-Segment.
  • REITs und sachanlagenintensive Immobiliengesellschaften bewerten. Bei deutschen Wohnimmobilien-AGs, die nach IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert bewerten, kommt der BVPS dem Net Asset Value (NAV) sehr nahe; bei HGB-bilanzierenden Gesellschaften nach Anschaffungskostenprinzip dient er als konservative Untergrenze.
  • Wertschöpfung über die Zeit verfolgen. Warren Buffett hat das BVPS-Wachstum von Berkshire über Jahrzehnte als Proxy für die Schaffung intrinsischen Werts verwendet. Ein stetig steigender BVPS je Aktie – insbesondere nach Aktienrückkäufen – ist ein hochwertiges Qualitätssignal.
  • Zwei Akquisitionsunternehmen mit unterschiedlichem Goodwill vergleichen. Zwei Unternehmen können denselben einfachen BVPS aufweisen, aber sehr unterschiedlichen materiellen BVPS – je nachdem, wie aggressiv sie zugekauft haben. Beide Werte gemeinsam aufzubereiten deckt diesen Unterschied auf, etwa beim Vergleich konsolidierungsfreudiger MDAX-Werte.

Häufige Fehler

  • FehlerDen gewogenen Durchschnitt der Aktien aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung verwenden.
    LösungDer BVPS ist eine Stichtagskennzahl – verwenden Sie den Bestand der ausstehenden Stammaktien zum Bilanzstichtag aus dem Anhang oder dem Konzernlagebericht, nicht den verwässerten gewogenen Durchschnitt, der nach IAS 33 für den Gewinn je Aktie genutzt wird.
  • FehlerDas Vorzugskapital nicht abziehen.
    LösungVorzugsaktien sind Teil des Eigenkapitals, gehören aber nicht den Stammaktionären. Ziehen Sie sie (samt rückständiger Vorzugsdividenden gemäß § 139 AktG) ab, bevor Sie durch die Stammaktien teilen.
  • FehlerBVPS-Werte unkritisch zwischen HGB- und IFRS-Abschlüssen vergleichen.
    LösungHGB folgt dem Vorsichtsprinzip mit Anschaffungskostenobergrenze, während IFRS bei vielen Posten Zeitwerte zulässt – Sachanlagen, Investment Properties, Finanzinstrumente. Vergleichen Sie nur Abschlüsse desselben Standards oder rechnen Sie auf die einheitliche Basis um, etwa mithilfe der Konzern-Eröffnungsbilanz nach IFRS 1.
  • FehlerGeschäfts- oder Firmenwerte beim Lesen des KBV ignorieren.
    LösungEin Unternehmen, dessen Eigenkapital zum Großteil aus Geschäfts- oder Firmenwerten besteht, weist einen schmeichelhaften einfachen BVPS, aber einen sehr niedrigen materiellen BVPS aus. Beide Versionen sollten parallel berechnet werden – insbesondere für serielle Käufer, Banken nach Fusionen und Konsumgüter-Konzerne im MDAX.
  • FehlerDen BVPS mit dem inneren Wert gleichsetzen.
    LösungDer BVPS ist historisches Buchwert-Eigenkapital, kein Marktwert. Selbst entwickelte Marken, Kundenbeziehungen, Software und Humankapital sind nach § 248 Abs. 2 HGB bzw. IAS 38 weitgehend nicht bilanzierbar – der BVPS unterzeichnet daher den ökonomischen Wert insbesondere bei "asset light"-Geschäftsmodellen systematisch.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich der Buchwert je Aktie vom Marktwert?

Der Buchwert je Aktie (BWpA bzw. BVPS) ist eine historische Bilanzgröße – das auf Stammaktionäre entfallende Eigenkapital, dividiert durch die umlaufenden Stammaktien. Der Marktwert (Marktkapitalisierung je Aktie, also der Aktienkurs) ist zukunftsgerichtet und spiegelt erwartete Cashflows, Wachstum, Markenstärke und Marktstimmung wider. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zeigt, wie hoch der Aufschlag (oder Abschlag) ist, den der Markt über das bilanzielle Eigenkapital hinaus zu zahlen bereit ist. Wachstumsunternehmen werden regelmäßig über dem Buchwert gehandelt, kapitalgeschwächte oder krisengeplagte Gesellschaften häufig darunter.

Wie interpretiere ich das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) im DAX-Umfeld?

Das KBV (englisch P/B) vergleicht den Aktienkurs mit dem BVPS. Ein KBV unter 1,0 signalisiert, dass der Markt das Unternehmen unter seinem bilanziellen Eigenkapital bewertet – manchmal Value-Chance, manchmal Warnsignal für Wertberichtigungsbedarf. KBV-Werte zwischen 1,0 und 3,0 sind typisch für reife DAX-Konzerne, während Werte über 5,0 in der Regel immaterielle Werte widerspiegeln, die die Bilanz nicht erfasst. Die Deutsche Börse publiziert über ihre Faktbücher Sektordurchschnitte für DAX, MDAX, SDAX und TecDAX, die als Benchmark dienen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen HGB- und IFRS-Bilanzierung für den BVPS?

Das HGB folgt dem Vorsichts-, Realisations- und Anschaffungskostenprinzip: Stille Reserven bleiben in der Bilanz unsichtbar, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind nach § 248 Abs. 2 HGB nur eingeschränkt aktivierbar, und Sachanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten geführt. IFRS lässt nach IAS 16 (Neubewertungsmodell), IAS 40 (Investment Properties zum beizulegenden Zeitwert) und IFRS 9 (Finanzinstrumente FVTPL/FVOCI) Zeitwertbewertungen zu. Folge: Der IFRS-BVPS liegt bei sachanlagen- oder immobilienintensiven Unternehmen oft deutlich über dem HGB-BVPS. Kapitalmarktorientierte Konzerne sind nach § 315e HGB zur IFRS-Konzernrechnungslegung verpflichtet; Einzelabschlüsse erfolgen weiterhin nach HGB.

Wie werden immaterielle Vermögenswerte behandelt – und was bedeutet das für den materiellen BVPS?

Der materielle BVPS zieht Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände vom Eigenkapital ab, bevor durch die Aktienzahl geteilt wird: TBVPS=(EigenkapitalVorzugskapitalImmaterielle Werte)/Aktien\text{TBVPS} = (\text{Eigenkapital} - \text{Vorzugskapital} - \text{Immaterielle Werte}) / \text{Aktien}. Damit wird derjenige Teil des Buchwerts herausgerechnet, der ausschließlich aus Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung nach IFRS 3 stammt – er entspricht ungefähr dem, was im Falle einer Einzelveräußerung der Vermögensgegenstände erzielbar wäre. Insbesondere Bankenanalysten und die BaFin konzentrieren sich auf den materiellen Buchwert, weil aufsichtsrechtliches hartes Kernkapital (CET1) gemäß CRR ebenfalls um Geschäfts- oder Firmenwerte gekürzt wird.

Wie wirken sich Aktienrückkäufe nach § 71 AktG auf den BVPS aus?

Rückkäufe nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG reduzieren sowohl das Gesamteigenkapital (Mittel verlassen die Bilanz) als auch die ausstehende Aktienzahl. Werden Aktien unter dem BVPS zurückgekauft, steigt der BVPS der verbleibenden Aktien; werden sie über dem BVPS zurückgekauft, sinkt er. Das ist ein zentraler Hebel der Kapitalallokation: Ein Vorstand, der teuer notierte Aktien zurückkauft, vernichtet materiellen BVPS, selbst wenn die Aktienzahl sinkt. Die HV-Ermächtigung ist auf maximal 10 % des Grundkapitals begrenzt; vollzogene Rückkäufe sind ad-hoc-pflichtig und werden im Geschäftsbericht offengelegt.

Berücksichtigt der BVPS außerbilanzielle Posten?

Nein. Operative Leasingverhältnisse (seit IFRS 16 bzw. § 285 Nr. 3 HGB überwiegend bilanziell erfasst), Pensionsverpflichtungen außerhalb der Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und die meisten selbst geschaffenen immateriellen Werte erscheinen entweder im Anhang oder gar nicht. Geschäftsbericht-Anhangangaben (insbesondere zu Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 bzw. § 246 Abs. 1 HGB und Eventualverbindlichkeiten nach § 251 HGB) sind die richtigen Stellen, um einen konservativen BVPS zu rekonstruieren – ziehen Sie die Netto-Verpflichtungen vom Eigenkapital ab, bevor Sie das KBV berechnen.

Wo finde ich die Eingaben im deutschen Geschäftsbericht?

Gesamteigenkapital, Vorzugskapital und Geschäfts- oder Firmenwerte stehen in der Konzernbilanz (Passivseite Eigenkapital bzw. Aktivseite immaterielle Vermögensgegenstände) des aktuellsten Geschäfts- oder Halbjahresfinanzberichts, der im Unternehmensregister bzw. Bundesanzeiger nach §§ 325 ff. HGB veröffentlicht ist. Die ausstehenden Stammaktien finden Sie zum Bilanzstichtag im Anhang (Angaben zum Grundkapital nach § 160 Abs. 1 Nr. 3 AktG) – nicht im GuV-orientierten Earnings-per-Share-Abschnitt, der den gewogenen Durchschnitt nach IAS 33 ausweist.

Quellen

Methodik

Der Buchwert je Aktie (BWpA bzw. BVPS) wird berechnet als (Gesamteigenkapital − Vorzugskapital) / umlaufende Stammaktien; die Eingaben stammen direkt aus der Konzernbilanz des aktuellsten im Unternehmensregister bzw. Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäfts- oder Halbjahresfinanzberichts. Der materielle BVPS (TBVPS) zieht zusätzlich Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände vom Stammaktionärs-Eigenkapital ab und liefert damit eine konservative Größe ohne Akquisitionsaufschläge – die gleiche Bereinigung, die die CRR-Bankenaufsicht (BaFin/EZB) für das harte Kernkapital (CET1) vornimmt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist der aktuelle Aktienkurs geteilt durch den BVPS. Der Rechner führt ausschließlich statische Bilanzarithmetik aus; er normiert nicht für außerbilanzielle Verpflichtungen, Zeitwertanpassungen oder Unterschiede zwischen HGB- und IFRS-Bilanzierung. Definitionen und Terminologie folgen den maßgeblichen Vorschriften nach HGB (§§ 246 ff., 266, 272), den Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) und – für kapitalmarktorientierte Konzerne nach § 315e HGB – den IFRS (IAS 1, IAS 32, IAS 38, IFRS 3). Fachliche Kommentierung stützt sich auf Verlautbarungen des IDW sowie auf Branchenkennzahlen der Deutschen Börse.

Profi-Tipps

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