DAX-Konzern: Buchwert je Aktie (BWpA) einer Großbank
Eine im DAX gelistete Universalbank weist im IFRS-Konzernabschluss 60.000.000.000 € Gesamteigenkapital aus, davon 2.000.000.000 € Vorzugskapital. Geschäfts- oder Firmenwerte aus früheren Übernahmen belaufen sich auf 4.500.000.000 €. Zum Bilanzstichtag sind 1.200.000.000 Stammaktien im Umlauf, der Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse liegt bei 58,00 €.
ErgebnisStammkapital = 60 Mrd. € − 2 Mrd. € = 58 Mrd. €. BWpA = 58.000.000.000 / 1.200.000.000 = 48,33 € je Aktie. Materieller BVPS = (58 Mrd. € − 4,5 Mrd. €) / 1,2 Mrd. = 44,58 € je Aktie. KBV = 58,00 € / 48,33 € ≈ 1,20.
Banken und Versicherungen sind der Lehrbuchfall für den BVPS: Aktiva und Passiva werden nach IFRS überwiegend zu Werten geführt, die dem beizulegenden Zeitwert nahekommen. Ein KBV nahe 1,0 deutet darauf hin, dass der Markt die Bank ungefähr zu ihrem bilanziellen Eigenkapital bewertet – typisch für eine reife DAX-Bank mit moderater Eigenkapitalrendite. Der materielle BVPS wird von der EZB-Bankenaufsicht und der BaFin bevorzugt herangezogen, da Geschäfts- oder Firmenwerte vom aufsichtsrechtlichen harten Kernkapital (CET1) abgezogen werden.