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Current Ratio Rechner (Liquidität 3. Grades)

Berechnen Sie die kurzfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens

Current-Ratio-Formeln

Current Ratio (Liquidität 3. Grades)
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Quick Ratio (Liquidität 2. Grades)
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Working Capital (Nettoumlaufvermögen)
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Die Liquiditätsquote verstehen

Die Liquiditätsquote ist eine Kennzahl, die misst, ob ein Unternehmen seine innerhalb eines Jahres fälligen kurzfristigen Verbindlichkeiten begleichen kann. Sie setzt das Umlaufvermögen (Kassenbestand, Forderungen, Vorräte) ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen, kurzfristige Kredite, abgegrenzte Aufwendungen).

Eine Liquiditätsquote über 1,0 zeigt an, dass das Unternehmen mehr Umlaufvermögen als Verbindlichkeiten hat und seine kurzfristigen Schulden decken kann. Der "ideale" Wert variiert jedoch je nach Branche – im Handel kann ein Wert von 1,2 ausreichend sein, während die Fertigung 2,0 oder mehr benötigen könnte.

Diese Kennzahl wird von Gläubigern, Investoren und Analysten häufig zur Beurteilung der finanziellen Gesundheit eingesetzt. Sie liefert einen schnellen Überblick über die Liquidität, sollte aber zusammen mit anderen Kennzahlen für ein vollständiges Bild analysiert werden.

Interpretation der Liquiditätsquote

🟢

Quote > 2,0

Hohe Liquidität. Kann auf ungenutzte Vermögenswerte oder überschüssige Vorräte hinweisen.

🟡

Quote 1,5 – 2,0

Gesunde Liquidität. Gutes Gleichgewicht zwischen Vermögen und Verbindlichkeiten.

🟠

Quote 1,0 – 1,5

Ausreichend, aber angespannt. Cashflow sorgfältig beobachten.

🔴

Quote < 1,0

Liquiditätsproblem. Das Unternehmen könnte Schwierigkeiten haben, kurzfristige Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Branchenbenchmarks

BrancheTypische SpanneHinweiseBesonderheiten
Einzelhandel1,0 – 1,5Schneller LagerumschlagNiedriger Wert akzeptabel
Fertigung1,5 – 2,5Längerer KassenkreislaufHöherer Wert erforderlich
Technologie2,0 – 3,0+Geringe VorräteHohe Kassenreserven
Versorgungsunternehmen0,8 – 1,2Stabile EinnahmenReguliert
Gesundheitswesen1,5 – 2,0ForderungsintensivEinzug entscheidend

Tipps zur Anwendung der Liquiditätsquote

📊

Branchenvergleich

Vergleichen Sie stets mit Branchenvergleichswerten. Ein Wert von 1,5 kann im Einzelhandel hervorragend, in der Technologiebranche jedoch schwach sein.

📈

Entwicklung verfolgen

Beobachten Sie die Quote über die Zeit. Ein sinkender Trend kann auf Probleme hinweisen, bevor kritische Werte erreicht werden.

🔍

Genauer hinschauen

Hohe Quoten aufgrund veralteter Vorräte oder uneinbringlicher Forderungen sind trügerisch – diese Positionen sind nicht wirklich liquide.

⚖️

Auch Schnellquote verwenden

Die Schnellquote schließt Vorräte aus und liefert damit ein konservativeres Maß für die Liquidität.

So nutzen Sie diesen Current-Ratio-Rechner

  1. Öffnen Sie die HGB-Bilanz für den zu analysierenden Stichtag und identifizieren Sie auf der Aktivseite das Umlaufvermögen (B. Umlaufvermögen nach § 266 Abs. 2 HGB) sowie auf der Passivseite die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit bis 1 Jahr nach § 268 Abs. 5 HGB).
  2. Geben Sie das Umlaufvermögen (€) ein – die Summe aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen, Wertpapieren des Umlaufvermögens sowie Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks.
  3. Geben Sie die kurzfristigen Verbindlichkeiten (€) ein – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Bankverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen, sonstige Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit bis 1 Jahr sowie der innerhalb eines Jahres fällige Anteil langfristiger Darlehen.
  4. Optional: Geben Sie die Vorräte (€) ein, um zusätzlich die Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) zu erhalten – eine konservativere Sicht, die Vorräte herausrechnet, da diese in der Krise oft nur mit Abschlag verwertbar sind.
  5. Klicken Sie auf „Ratio berechnen“. Der Rechner liefert Current Ratio, Quick Ratio, Working Capital sowie eine Beurteilung der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit in Klartext – nützlich für Bonitätsgespräche mit Hausbank oder Creditreform-Auskünfte.

Beispiele

DAX-Konzern Liquiditätsanalyse: solider Industriekonzern

Ein im DAX notierter Maschinenbaukonzern weist im IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember ein Umlaufvermögen von 5.000.000 € und kurzfristige Verbindlichkeiten von 2.000.000 € aus (Beispielzahlen in Tsd. zur Veranschaulichung). Die Treasury-Abteilung führt vor dem Anleihen-Roadshow eine Liquiditätsprüfung durch.

ErgebnisCurrent Ratio 2,50, Quick Ratio 1,75, Working Capital 3.000.000 €. Beurteilung: stark – das Unternehmen kann seine kurzfristigen Verpflichtungen 2,5-fach decken, selbst ohne Vorratsverwertung.

Direkt in die Formel eingesetzt: Current Ratio=5.000.0002.000.000=2,50\text{Current Ratio} = \frac{5.000.000}{2.000.000} = 2{,}50. Für das Quick Ratio werden die Vorräte zuvor abgezogen: (5.000.0001.500.000)/2.000.000=1,75(5.000.000 - 1.500.000) / 2.000.000 = 1{,}75. Beide Werte liegen komfortabel im für deutsche Industrieunternehmen typischen gesunden Bereich von 1,5–3,0. Eine eventuelle Mindest-Liquiditätskennzahl (Covenant) der Konsortialbanken von 1,25 ist klar erfüllt; auch im Branchenvergleich der Bundesbank-Unternehmensstatistik bewegt sich der Konzern im oberen Quartil.

Mittelstand-GmbH unter Druck: Liquiditätsengpass vor der Nebensaison

Eine inhabergeführte Mittelstand-GmbH mit rund 80 Mitarbeitenden weist im HGB-Jahresabschluss ein Umlaufvermögen von 300.000 € auf, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten 400.000 € betragen. Die Geschäftsführung muss entscheiden, ob Lieferantenzahlungen gestreckt werden oder die Kontokorrentlinie der Hausbank in Anspruch genommen wird. Eine Creditreform-Auskunft steht in zwei Wochen an.

ErgebnisCurrent Ratio 0,75, Quick Ratio 0,30, Working Capital −100.000 €. Beurteilung: kritisch – die kurzfristigen Verbindlichkeiten übersteigen das Umlaufvermögen um 100.000 €.

300.000/400.000=0,75300.000 / 400.000 = 0{,}75 – ein Wert unter 1,0 bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Verpflichtungen nicht allein aus dem Umlaufvermögen decken kann. Nach Abzug der Vorräte fällt das Quick Ratio sogar auf 0,30: liquide Mittel, Forderungen und Wertpapiere decken nur 30 Cent jedes Euros kurzfristiger Schulden. Das ist der klassische Auslöser für einen Liquiditätsplan, Zahlungszielverlängerung beim Lieferanten und ein Gespräch mit der Hausbank über die Verlängerung der Kontokorrentlinie. Die Creditreform-Bonitätsbewertung (Bonitätsindex) wird sich bei dieser Konstellation verschlechtern, was wiederum die Konditionen verteuert.

Einzelhandel mit Saisonlager: Frühjahrsbestand verzerrt die Kennzahl

Ein Filialeinzelhändler für Gartenbedarf weist Ende März ein Umlaufvermögen von 600.000 € aus, davon entfallen jedoch 420.000 € auf Saisonware (Pflanzen, Dünger, Gartengeräte), die erst im Frühjahr verkauft wird. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen 250.000 €. Der Steuerberater bereitet die Kennzahlen für die Bilanzpressekonferenz vor.

ErgebnisCurrent Ratio 2,40 (scheinbar gesund), Quick Ratio 0,72 (deutlich schwächer). Working Capital 350.000 €.

Die plakative Current Ratio von 2,40 verschleiert das tatsächliche Bild. Werden die 420.000 € noch nicht verkaufter Saisonware abgezogen, sinkt das Quick Ratio auf (600.000420.000)/250.000=0,72(600.000 - 420.000) / 250.000 = 0{,}72. Für einen saisonalen Einzelhändler, der erst durch den Abverkauf Liquidität generiert, ist gerade diese Differenz zwischen Current Ratio und Quick Ratio die eigentlich relevante Information – die Hausbank und Creditreform werten das Quick Ratio höher als die plakative Headline-Kennzahl. Im Saisongeschäft empfiehlt die Schmalenbach-Gesellschaft den Stichtagsvergleich (Q1 vs. Q3) statt der reinen Jahresendbetrachtung.

Funktionsweise

Die Current Ratio – im deutschen Rechnungswesen als Liquidität 3. Grades bekannt – ist definiert als Current Ratio=Umlaufvermo¨genKurzfristige Verbindlichkeiten\text{Current Ratio} = \frac{\text{Umlaufvermögen}}{\text{Kurzfristige Verbindlichkeiten}}. Zum Umlaufvermögen nach § 266 Abs. 2 HGB zählen alle Vermögenswerte, die voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten in liquide Mittel umgewandelt werden: Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, Wertpapiere des Umlaufvermögens und Kassenbestand. Kurzfristige Verbindlichkeiten umfassen alle Verpflichtungen mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr (§ 268 Abs. 5 HGB), einschließlich des innerhalb von 12 Monaten fälligen Anteils langfristiger Darlehen.

Ein Wert über 1,0 bedeutet, dass das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten übersteigt. Die häufig zitierte „gesunde“ Spanne von 1,5–3,0 ist eine Faustregel, kein Standard. Was als gesund gilt, hängt von der Branche, der Cashflow-Stetigkeit und der tatsächlichen Liquidierbarkeit der Aktiva ab. Versorgungsunternehmen mit regulierten Tarifen kommen mit 0,8–1,2 aus; deutsche Technologieunternehmen liegen aufgrund hoher Kassenbestände oft bei 2,0–3,0. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht in der Central-Balance-Sheet-Statistik (CBSO) branchenspezifische Verteilungen, die als objektiver Vergleichsmaßstab dienen.

Das Quick Ratio (Liquidität 2. Grades, auch Acid-Test) ist (Umlaufvermo¨genVorra¨te)/Kurzfristige Verbindlichkeiten(\text{Umlaufvermögen} - \text{Vorräte}) / \text{Kurzfristige Verbindlichkeiten}. Es beantwortet die strengere Frage: Wenn morgen keine Vorräte verkauft werden könnten, ließen sich die Rechnungen dennoch bezahlen? Für Unternehmen mit langsam drehenden oder veralterungsanfälligen Vorräten ist das Quick Ratio aussagekräftiger – Creditreform und Hausbanken legen darauf in der Bonitätsbeurteilung besonderes Gewicht.

Das Working Capital (Nettoumlaufvermögen) drückt den Liquiditätspuffer in Euro aus: Working Capital=Umlaufvermo¨genKurzfristige Verbindlichkeiten\text{Working Capital} = \text{Umlaufvermögen} - \text{Kurzfristige Verbindlichkeiten}. Eine Ratio von 1,5 bei einer kleinen Bilanz (150 T€ vs. 100 T€) bedeutet 50 T€ Puffer; dieselbe Ratio im Konzern (15 Mio. € vs. 10 Mio. €) bedeutet 5 Mio. €. Zwei Unternehmen mit identischer Kennzahl können also sehr unterschiedlich resilient sein. Im deutschen Mittelstand wird das Working Capital zusätzlich um die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer (Cash Conversion Cycle) ergänzt, um die tatsächliche Liquiditätssituation einzuordnen.

Wann Sie diesen Rechner verwenden sollten

  • Vor Bankgesprächen und Covenant-Prüfungen. Die meisten Konsortialkredite und Schuldscheindarlehen enthalten Mindest-Liquiditätskennzahlen (typischerweise Current Ratio 1,2–1,5). Berechnen Sie die Kennzahl quartalsweise vor der Abgabe der Reportingunterlagen, damit ein Covenant-Bruch nie überraschend kommt.
  • Lieferanten- und Kundenbonität prüfen. Bevor Sie einem neuen Kunden Zahlungsziele gewähren oder von einem Schlüssellieferanten abhängig werden, prüfen Sie dessen Current Ratio – idealerweise ergänzt um eine Creditreform-Auskunft. Ein Wert unter 1,0 ist ein Warnsignal für mögliche Zahlungsausfälle.
  • Investment-Screening. Nutzen Sie die Current Ratio als ersten Filter beim Vergleich börsennotierter Unternehmen derselben Branche. Kombinieren Sie sie mit Quick Ratio und Cash Ratio für eine mehrstufige Sicht auf die kurzfristige Solvenz – Standard im DVFA-konformen Aktienresearch.
  • Jahresend-Liquiditätscheck für GmbH-Geschäftsführer. Berechnen Sie die Ratio zum Bilanzstichtag (typischerweise 31.12.), um Working-Capital-Probleme vor dem neuen Geschäftsjahr zu erkennen. Verschlechtert sich der Trend, ist es Zeit, Zahlungsziele, Lagerbestände oder die kurzfristige Finanzierungsstruktur zu überarbeiten – das ist auch im Hinblick auf § 15a InsO (Insolvenzantragspflicht) relevant.
  • Periodenvergleich desselben Unternehmens. Ein einzelner Wert ist nur eine Momentaufnahme. Die Beobachtung quartalsweiser Veränderungen zeigt, ob sich die Liquidität verbessert oder verschlechtert – häufig ein Frühindikator, Monate bevor das Ergebnis es widerspiegelt.

Häufige Fehler

  • FehlerEine hohe Current Ratio automatisch positiv bewerten.
    LösungEin Wert über 3,0 deutet oft auf untätig liegende Kassenbestände, veraltete Vorräte oder nicht eingezogene Forderungen hin. Hohe Liquidität ohne Verzinsung belastet die Eigenkapitalrendite. Vor der Bewertung sollte stets die Ursache geprüft werden – idealerweise im Vergleich zu Bundesbank-Branchendaten.
  • FehlerDie Qualität des Umlaufvermögens ignorieren.
    LösungEin Euro Kasse ist nicht dasselbe wie ein Euro 120-Tage-Forderung oder langsam drehender Lagerbestand. Prüfen Sie immer das Forderungs-Aging und den Lagerumschlag parallel zur Current Ratio – im HGB-Anhang sind nach § 285 Nr. 1a HGB die Restlaufzeiten anzugeben.
  • FehlerJahresend-Zahlen für ein saisonales Unternehmen verwenden.
    LösungEinzelhandel und Landwirtschaft zeigen zwischen Hoch- und Tiefsaison völlig unterschiedliche Bilanzen. Berechnen Sie die Ratio jeweils am gleichen Punkt im Zyklus, wenn Sie Perioden oder Wettbewerber vergleichen. Die Schmalenbach-Gesellschaft empfiehlt rollierende Quartalsdaten.
  • FehlerCurrent Ratio mit Quick Ratio oder Cash Ratio verwechseln.
    LösungDie Current Ratio (Liquidität 3. Grades) umfasst alles binnen 12 Monaten Fällige. Das Quick Ratio (Liquidität 2. Grades) schließt Vorräte aus. Die Cash Ratio (Liquidität 1. Grades) berücksichtigt nur Kassenbestand und Bankguthaben. Jede Kennzahl beantwortet eine andere Frage – kommunizieren Sie eindeutig, welche gemeint ist.
  • FehlerWerte aus der Gewinn- und Verlustrechnung statt aus der Bilanz verwenden.
    LösungUmlaufvermögen und kurzfristige Verbindlichkeiten finden sich ausschließlich in der HGB-Bilanz (Aktiv- und Passivseite). Umsatz und Aufwendungen liegen in der GuV. Verwenden Sie stets die Bilanz-Stichtagswerte des zu analysierenden Zeitpunkts.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Current Ratio?

Allgemein gelten 1,5 bis 2,0 für die meisten Branchen als gesund. Der „ideale“ Wert variiert jedoch erheblich nach Sektor. Vergleichen Sie mit Branchen-Durchschnitten aus der Bundesbank-Unternehmensstatistik (Central Balance Sheet) und mit der historischen Entwicklung des Unternehmens, nicht mit einem universellen Benchmark.

Kann die Current Ratio zu hoch sein?

Ja. Eine sehr hohe Ratio (>3,0) kann darauf hinweisen, dass das Unternehmen seine Aktiva nicht effizient einsetzt – ungenutzte Kassenbestände, langsam drehende Vorräte oder schlechtes Forderungsmanagement. Sie kann verpasste Investitionschancen und eine Belastung der Gesamtkapitalrendite signalisieren. Für deutsche Mittelständler mit hohen Kassenpositionen ist auch der Negativzins-Effekt zu beachten.

Was ist der Unterschied zwischen Current Ratio und Quick Ratio?

Das Quick Ratio (Liquidität 2. Grades, Acid-Test) schließt Vorräte aus dem Umlaufvermögen aus. Es ist konservativer, da Vorräte schwer kurzfristig zu liquidieren sind. Hat ein Unternehmen hohe Vorräte, wird das Quick Ratio deutlich niedriger ausfallen als die Current Ratio – und diese Lücke offenbart oft die eigentliche Liquiditätssituation. Hausbanken und Creditreform legen darauf besonderes Gewicht.

Wie verbessere ich meine Current Ratio?

Umlaufvermögen erhöhen (Forderungen schneller einziehen, mehr Liquidität halten, Vorräte über Aktionen reduzieren) oder kurzfristige Verbindlichkeiten senken (kurzfristige Schulden tilgen, längere Zahlungsziele aushandeln, kurzfristige in langfristige Darlehen umfinanzieren). Die Umschuldung kurzfristiger in langfristige Bankverbindlichkeiten – etwa über ein KfW-Investitionsdarlehen oder einen Schuldschein – ist einer der schnellsten mechanischen Hebel.

Wo finde ich die Zahlen in einer HGB-Bilanz?

Beide Werte stehen im oberen Bilanzteil. Das Umlaufvermögen ist die Zwischensumme „B. Umlaufvermögen“ auf der Aktivseite (§ 266 Abs. 2 HGB). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten ergeben sich aus den im Anhang nach § 285 Nr. 1a HGB angegebenen Restlaufzeiten bis 1 Jahr aller Verbindlichkeitspositionen plus den binnen Jahresfrist fälligen Anteilen langfristiger Verbindlichkeiten. Bilanzen kapitalmarktorientierter Unternehmen finden Sie im Unternehmensregister (unternehmensregister.de) und in BaFin-Veröffentlichungen.

Was bedeutet eine Current Ratio unter 1,0?

Sie bedeutet, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen übersteigen – die 12-Monats-Verpflichtungen lassen sich nicht allein aus den kurzfristigen Mitteln decken. Das heißt nicht zwangsläufig Insolvenz (es kann operativer Cashflow oder eine ungenutzte Kreditlinie vorhanden sein), ist aber ein Warnsignal. Banken werten Werte unter 1,0 als Covenant-Risiko, und im Zusammenspiel mit anderen Faktoren kann es nach § 19 InsO sogar die Prüfung der Überschuldung erforderlich machen.

Wie häufig sollte ich die Kennzahl berechnen?

Einmal pro Rechnungsperiode – monatlich für die aktive Liquiditätssteuerung, quartalsweise für die Geschäftsführungssitzung, mindestens jährlich. Der Wert wird erst durch den Vergleich mit Vorperioden und Branchenkollegen aussagekräftig, daher bauen Sie eine mehrperiodige Trendreihe auf, statt sich auf eine einzelne Messung zu verlassen.

Sind langfristige Verbindlichkeiten in der Current Ratio enthalten?

Nein – es zählen nur die innerhalb der nächsten 12 Monate fälligen Anteile langfristiger Verbindlichkeiten (sogenannte kurzfristige Tilgungsanteile). Der verbleibende langfristige Saldo wird unter den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und ist von der Kennzahl ausgeschlossen. Die HGB-Restlaufzeitenangaben nach § 285 Nr. 1a HGB sind die maßgebliche Grundlage.

Ist die Current Ratio für Dienstleister ohne Vorräte sinnvoll?

Ja. Bei einem Dienstleistungsunternehmen liegen Current Ratio und Quick Ratio sehr nah beieinander, da die Vorräte nahezu null sind. Die Kennzahl erfasst weiterhin das Verhältnis zwischen Forderungen, Kasse und kurzfristigen Verbindlichkeiten – also genau das, was für die Liquidität eines Dienstleisters relevant ist. Beratungsgesellschaften, Steuerkanzleien und Softwareunternehmen werden so über die Current Ratio gut abgebildet.

Warum können zwei Unternehmen mit gleicher Current Ratio unterschiedlich liquide sein?

Die Zusammensetzung ist entscheidend. Bei dem einen Unternehmen können 500 T€ Umlaufvermögen zu 80 % aus Kasse bestehen, bei dem anderen zu 60 % aus überfälligen Forderungen. Gleiche Kennzahl, sehr unterschiedliche Zahlungsfähigkeit. Ergänzen Sie die Ratio stets mit einer Analyse der Aktiva-Struktur und des Cash-Conversion-Cycles – die Schmalenbach-Gesellschaft empfiehlt diese mehrdimensionale Betrachtung als Standard.

Welche Rolle spielen Creditreform und Bundesbank für die Current Ratio?

Creditreform – das deutsche Pendant zur Schufa für Unternehmen – bezieht die Liquidität 3. Grades in ihren Bonitätsindex ein, der von Lieferanten, Versicherern und Banken bei der Risikoeinschätzung genutzt wird. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht im Rahmen der Unternehmensstatistik (Central Balance Sheet) anonymisierte Branchen-Quartilswerte, die als verlässlicher Benchmark dienen. Beide Quellen sollten Sie bei jeder substanziellen Liquiditätsanalyse heranziehen.

Welche Bedeutung hat die Kennzahl für die Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO?

Eine Current Ratio unter 1,0 ist allein noch kein Insolvenzgrund, kann aber ein Indikator für drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) sein. Die rechtlich relevanten Tatbestände sind Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) und Überschuldung (§ 19 InsO), die über separate Prüfungen (Finanzplan, Fortbestehensprognose) festgestellt werden. Verschlechtert sich die Current Ratio über mehrere Perioden hinweg, sollte die Geschäftsführung eine Liquiditätsplanung über mindestens 12–24 Monate aufstellen und bei Bedarf eine fachkundige Stelle (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) einbinden.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner teilt das gesamte Umlaufvermögen durch die gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten und liefert die Current Ratio (Liquidität 3. Grades): Current Ratio=Umlaufvermo¨genKurzfristige Verbindlichkeiten\text{Current Ratio} = \frac{\text{Umlaufvermögen}}{\text{Kurzfristige Verbindlichkeiten}}. Bei Eingabe der Vorräte berechnet er zusätzlich das Quick Ratio (Liquidität 2. Grades) als (Umlaufvermo¨genVorra¨te)/Kurzfristige Verbindlichkeiten(\text{Umlaufvermögen} - \text{Vorräte}) / \text{Kurzfristige Verbindlichkeiten} sowie das Working Capital als Eurodifferenz beider Größen. Die Beurteilungsschwellen folgen den im deutschsprachigen Raum etablierten Liquiditätsbändern: unter 1,0 kritisch, 1,0–1,5 angemessen, 1,5–2,0 gesund, über 2,0 stark. Die Kennzahlenermittlung orientiert sich an den HGB-Bilanzierungsvorschriften (§ 266 Abs. 2 HGB für das Umlaufvermögen, § 285 Nr. 1a HGB für die Restlaufzeitenangaben) sowie den Empfehlungen des IDW und der Schmalenbach-Gesellschaft. Die Ratio ist branchenabhängig – interpretieren Sie die Ergebnisse anhand der Bundesbank-Branchenstatistik (Central Balance Sheet) statt anhand universeller Schwellen.

Profi-Tipps

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