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Einfacher Zinsrechner

Berechnen Sie einfache Zinsen für Kredite und Investitionen. Ermitteln Sie erzielte Zinsen, Gesamtbetrag, Kapital, Zinssatz oder Laufzeit.

Formeln für einfache Zinsen

Einfache Zinsen

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Gesamtbetrag

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Kapital

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Zinssatz

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Berechnen

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Einfache Zinsen verstehen

Einfache Zinsen sind die grundlegendste Methode zur Berechnung von Zinsen auf einen Kredit oder eine Investition. Im Gegensatz zu Zinseszinsen werden einfache Zinsen nur auf den ursprünglichen Kapitalbetrag berechnet. Das macht sie einfach zu berechnen und nachzuvollziehen.

Einfache Zinsen werden häufig für kurzfristige Kredite, Autokredite, bestimmte Anleihen und bestimmte Sparinstrumente verwendet. Das Verständnis ihrer Funktionsweise hilft Ihnen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen und verschiedene Finanzprodukte zu vergleichen.

📝

Leicht zu berechnen

Einfache Formel: Zinsen = Kapital × Zinssatz × Zeit

📊

Vorhersehbar

Gleicher Zinsbetrag in jeder Periode, leicht planbar.

💵

Häufige Verwendung

Autokredite, kurzfristige Kredite, bestimmte Anleihen.

⚖️

Fairer Vergleich

Verschiedene Kreditangebote einfach vergleichen.

Die Formel für einfache Zinsen erklärt

Die Formel für einfache Zinsen hat drei Komponenten, die bestimmen, wie viel Zinsen Sie erzielen oder schulden.

💰

Kapital (P)

Der ursprüngliche geliehene oder investierte Geldbetrag. Dies ist der Basisbetrag, auf den Zinsen berechnet werden. Bei einem Kredit von 10.000 € beträgt das Kapital 10.000 €.

📈

Zinssatz (r)

Der jährliche Zinssatz als Dezimalzahl ausgedrückt. Ein Zinssatz von 5 % wird in der Formel zu 0,05. Dieser bestimmt, wie viele Zinsen pro Jahr als Prozentsatz des Kapitals anfallen.

⏱️

Zeit (t)

Der Zeitraum in Jahren. Für Monate durch 12 dividieren (6 Monate = 0,5 Jahre). Für Tage durch 365 dividieren (90 Tage = 90/365 Jahre).

🧮

Zusammenfassung

Ein Kredit von 5.000 € zu 8 % für 3 Jahre: I = 5.000 € × 0,08 × 3 = 1.200 € Gesamtzinsen. Der Gesamtrückzahlungsbetrag wäre 6.200 €.

Beispiele für einfache Zinsen

Arbeiten wir einige gängige Szenarien durch, um einfache Zinsen in der Praxis zu sehen.

Gängige Berechnungen

Autokredit

Autokredit über 25.000 € zu 6 % für 5 Jahre. Zinsen = 25.000 € × 0,06 × 5 = 7.500 €. Gesamtrückzahlung = 32.500 €. Monatliche Rate ≈ 541,67 €.

Kurzfristige Ersparnis

1.000 € Ersparnisse zu 4 % für 6 Monate. Zinsen = 1.000 € × 0,04 × 0,5 = 20 €. Nach 6 Monaten verfügen Sie über 1.020 €.

Festgeld

10.000 € Festgeld zu 5 % für 2 Jahre. Zinsen = 10.000 € × 0,05 × 2 = 1.000 €. Fälligkeitswert = 11.000 €.

Privatkredit

Privatkredit über 3.000 € zu 10 % für 18 Monate. Zinsen = 3.000 € × 0,10 × 1,5 = 450 €. Gesamtrückzahlung = 3.450 €.

Einfache Zinsen vs. Zinseszinsen

Der Unterschied zwischen einfachen Zinsen und Zinseszinsen zu verstehen ist für fundierte Finanzentscheidungen entscheidend.

FaktorEinfache ZinsenZinseszinsenWas ist besser?
Berechnungsgrundlage Nur Kapital Kapital + aufgelaufene Zinsen Kontextabhängig
Wachstumsmuster Linear (gleich pro Periode) Exponentiell (beschleunigt) Zinseszins wächst schneller
Für Kreditnehmer Weniger zahlen über Zeit Mehr zahlen über Zeit Einfache Zinsen besser
Für Sparer Weniger verdienen über Zeit Mehr verdienen über Zeit Zinseszins besser
10.000 € zu 5 % für 10 Jahre 15.000 € gesamt 16.289 € gesamt 1.289 € Unterschied

Wann einfache Zinsen verwendet werden

Einfache Zinsen sind nicht so verbreitet wie Zinseszinsen, werden aber in mehreren wichtigen Finanzkontexten eingesetzt.

🚗

Autokredite

Viele Autokredite verwenden einfache Zinsen. Ihre monatliche Rate geht in Kapital und Zinsen, wobei der Zinsanteil monatlich auf das verbleibende Kapital berechnet wird.

📜

Bestimmte Anleihen

Manche Anleihen, insbesondere staatliche Sparbriefe, zahlen einfache Zinsen. Die Zinszahlungen sind festgelegt und basieren nur auf dem Nennwert der Anleihe.

🏪

Kurzfristige Kredite

Kurzkredite, Pfandhauskredite und manche Privatkredite können einfache Zinsen verwenden, da die Kreditlaufzeit zu kurz ist, als dass das Zinseszinsprinzip wesentlich ins Gewicht fiele.

📱

Konsumentenfinanzierung

Manche Finanzierungsangebote von Händlern verwenden einfache Zinsen, besonders für Aktionszeiträume. Das erleichtert die Berechnung der tatsächlichen Kosten des Kaufs.

🏦

Hypotheken (Tagesberechnung)

Manche Hypotheken berechnen Zinsen täglich nach dem Prinzip der einfachen Zinsen. Die Zinsen entstehen auf Basis des aktuellen Kapitalsaldos, ohne Zinseszinseffekt.

Zeiträume berechnen

Die Umrechnung verschiedener Zeiträume in Jahre ist für genaue Zinsberechnungen unverzichtbar.

📅

Monate in Jahre

Monate durch 12 dividieren. Beispiele: 6 Monate = 0,5 Jahre, 18 Monate = 1,5 Jahre, 30 Monate = 2,5 Jahre.

📆

Tage in Jahre

Tage durch 365 dividieren (oder 360 für manche Finanzberechnungen). Beispiele: 90 Tage = 0,247 Jahre, 180 Tage = 0,493 Jahre.

📐

Ordentliche vs. genaue Zinsen

Banken verwenden manchmal ein 360-Tage-Jahr (ordentliche Zinsen) statt 365 Tagen (genaue Zinsen). Dies ergibt für den Kreditgeber etwas mehr Zinsen.

⚠️

Konditionen prüfen

Vergewissern Sie sich stets, welche Konvention Ihr Kreditgeber verwendet. Der Unterschied zwischen 360 und 365 Tagen kann sich über längere Kreditlaufzeiten summieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich einfache Zinsen für Monate statt für Jahre?

Monate durch 12 dividieren, um auf Jahre umzurechnen. Für 18 Monate beispielsweise t = 18/12 = 1,5 Jahre in der Formel verwenden. Also 2.000 € zu 6 % für 18 Monate: I = 2.000 € × 0,06 × 1,5 = 180 €.

Was ist der Unterschied zwischen effektivem Jahreszins und einfachem Zinssatz?

Der effektive Jahreszins (APR) umfasst Gebühren und Kosten zusätzlich zum Zinssatz und gibt ein vollständigeres Bild der Kreditkosten. Der einfache Zinssatz ist nur der auf das Kapital berechnete Prozentsatz. Der effektive Jahreszins ist in der Regel höher als der angegebene einfache Zinssatz.

Können einfache Zinsen negativ sein?

Der Zinssatz kann bei einfachen Zinsberechnungen nicht negativ sein (obwohl manche Finanzinstrumente negative Renditen aufweisen können). Die Gesamtrendite Ihrer Investition könnte jedoch negativ sein, wenn Sie Gebühren oder Inflation einberechnen, die die erzielten Zinsen übersteigen.

Wie ermittle ich das Kapital, wenn ich die erzielten Zinsen kenne?

Formel umstellen: P = I / (r × t). Wenn Sie beispielsweise 300 € Zinsen zu 5 % über 2 Jahre erzielt haben: P = 300 € / (0,05 × 2) = 300 € / 0,10 = 3.000 € Kapital.

Sind einfache Zinsen für Kreditnehmer oder Kreditgeber besser?

Einfache Zinsen sind im Allgemeinen für Kreditnehmer vorteilhafter, da Sie Zinsen nur auf das ursprüngliche Kapital zahlen, nicht auf aufgelaufene Zinsen. Kreditgeber bevorzugen häufig Zinseszinsen, da sie damit über die Zeit mehr verdienen.

Wie unterscheiden sich einfache Zinsen von Pauschalzinsen?

Pauschalzinsen berechnen alle Zinsen im Voraus und addieren sie zum Kapital zur Ermittlung der Raten. Dies macht den effektiven Zinssatz höher als angegeben. Einfache Zinsen werden auf den sinkenden Restbetrag berechnet, während Sie den Kredit tilgen.

So nutzen Sie diesen Rechner für einfache Zinsen

  1. Wählen Sie den Modus: Zinsen und Gesamtbetrag (Standard), um zu sehen, was Sie verdienen oder schulden, oder Kapital, Zinssatz bzw. Laufzeit, um die fehlende Größe zu ermitteln.
  2. Tragen Sie das Kapital (€) ein – den ursprünglich ausgeliehenen oder angelegten Betrag, bevor Zinsen hinzukommen.
  3. Geben Sie den jährlichen Zinssatz (%) als Prozentzahl an (also 5 für 5 %, nicht 0,05) – der Rechner rechnet intern in die Dezimalform um.
  4. Tragen Sie die Laufzeit (Jahre) ein. Für unterjährige Zeiträume vorher umrechnen: 6 Monate = 0,5, 18 Monate = 1,5, 90 Tage = 90/365 ≈ 0,247 (taggenaue/deutsche Methode) oder 90/360 = 0,25 (kaufmännische Methode 360/360).
  5. Klicken Sie auf Berechnen, um die erzielten Zinsen, den Gesamtbetrag und den rechnerischen Monatszins zu sehen.

Beispiele

Grundfall: kurzfristiger Bankkredit ohne Zinseszins

Eine Selbstständige nimmt bei ihrer Hausbank einen kurzlaufenden Überbrückungskredit über 20.000 € zu einem Sollzins von 6,5 % p. a. und 9 Monaten Laufzeit auf. Die Bank rechnet linear, also ohne Zinseszins, und stellt die Zinsen am Laufzeitende fällig (endfälliges Darlehen).

ErgebnisZinsen insgesamt: 975 €. Rückzahlung am Laufzeitende: 20.975 €. Rechnerischer Monatszins: rund 108,33 €.

Mit der Formel I = P · r · t ergibt sich 20.000 × 0,065 × 0,75 = 975 € einfache Zinsen. Die 9 Monate werden als t = 9/12 = 0,75 Jahre eingesetzt – diese Umrechnung entspricht der in Deutschland geläufigen kaufmännischen Zinsmethode 30/360 bzw. 360/360. Würde die Bank stattdessen die deutsche Methode taggenau (act/360) anwenden, käme bei 273 tatsächlichen Tagen ein leicht abweichender Wert von etwa 273/360 × 0,065 × 20.000 ≈ 985,67 € heraus. Im endfälligen Darlehen wird das Kapital während der Laufzeit nicht getilgt; alle Zinsen werden am Ende mit der Schlussrate gezahlt – ein typisches Muster bei Zwischen- und Vorfinanzierungen in Deutschland.

Mittlere Komplexität: Festgeld mit linearer Verzinsung

Ein Anleger legt 50.000 € auf einem Festgeldkonto einer deutschen Direktbank zu 3,2 % p. a. für 2 Jahre an. Die Bank zahlt die Zinsen nicht jährlich aus, sondern bündelt sie am Laufzeitende – ohne Wiederanlage, also ohne Zinseszinseffekt im klassischen Sinn.

ErgebnisZinsen am Laufzeitende: 3.200 €. Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit: 53.200 € (vor Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag). Rechnerischer Monatszins: rund 133,33 €.

Mit I = P · r · t errechnen sich 50.000 × 0,032 × 2 = 3.200 € einfache Zinsen. Bei klassischen deutschen Festgeldern mit endfälliger Zinszahlung liegt eine streng lineare Verzinsung vor – ideal für die einfache Zinsrechnung. Beachten Sie die deutsche Besteuerung: Auf die 3.200 € Zinsen fallen 25 % Kapitalertragsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (und gegebenenfalls Kirchensteuer) an, sofern der Sparerpauschbetrag (1.000 € für Einzelne, 2.000 € für Verheiratete) bereits ausgeschöpft ist. Wer einen Freistellungsauftrag erteilt hat, bekommt einen Teil oder die gesamten Zinsen brutto gutgeschrieben. Wird dasselbe Festgeld mit jährlicher Zinsgutschrift und Wiederanlage angeboten, greift Zinseszins und das Ergebnis weicht ab – dann ist der Zinseszinsrechner das richtige Werkzeug.

Randfall: Lieferantenkredit und Skonto-Vergleich

Ein Handwerksbetrieb erhält eine Eingangsrechnung über 12.000 € (netto) mit der Konditionen-Zeile „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, Zahlungsziel netto 30 Tage“. Der Inhaber will wissen, welcher einfachen Jahresverzinsung der entgangene Skonto entspricht, wenn er die vollen 30 Tage ausnutzt – ein typischer Vergleichsmaßstab für Lieferantenkredite in Deutschland.

ErgebnisZinsbelastung in 20 Tagen: rund 240 € (= Skontoverlust). Annualisierter einfacher Effektivzins des Lieferantenkredits: etwa 36,7 % p. a. bei kaufmännischer Methode (360/360) bzw. rund 36,5 % p. a. bei taggenauer Rechnung mit 365 Tagen.

Der Skontoabzug beträgt 2 % von 12.000 € = 240 €. Wer also bis Tag 10 zahlt, überweist 11.760 €; wer das volle Zahlungsziel nutzt, zahlt am Tag 30 die vollen 12.000 €. Die zusätzlichen 240 € sind die Kosten für 20 Tage Kredit auf einen Grundbetrag von 11.760 €. Mit I = P · r · t und der kaufmännischen Zinsmethode (360 Zinstage pro Jahr) gilt r = I / (P · t) = 240 / (11.760 × 20/360) ≈ 0,3673 oder rund 36,73 % p. a. Bei der deutschen Methode taggenau (act/365) ergibt sich r ≈ 240 / (11.760 × 20/365) ≈ 0,3724 – also rund 37,2 % p. a. In beiden Konventionen liegt der annualisierte Zinssatz des Lieferantenkredits weit über jedem Kontokorrent- oder Betriebsmittelkredit deutscher Banken. Faustregel der Finanzbuchhaltung: Skonto fast immer ziehen, gegebenenfalls über den Kontokorrent zwischenfinanzieren.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner wendet die Formel der einfachen Zinsrechnung I=PrtI = P \cdot r \cdot t an, wobei PP das Kapital, rr der jährliche Zinssatz als Dezimalzahl und tt die Zeit in Jahren ist. Der Gesamtbetrag am Ende der Laufzeit beträgt A=P+I=P(1+rt)A = P + I = P(1 + rt). Weil die Zinsen ausschließlich auf das ursprüngliche Kapital berechnet werden, ist der Zinsbetrag in jeder Periode identisch – das Wachstum verläuft linear, nicht exponentiell. Genau dieses Muster verlangt § 246 BGB als gesetzlichen Zinssatz für die einfache Verzinsung in Deutschland.

Wenn Sie einen anderen Modus wählen (Kapital, Zinssatz oder Laufzeit), stellt der Rechner dieselbe Formel um. Für das Kapital gilt P=I/(rt)P = I / (r \cdot t), für den Zinssatz r=I/(Pt)r = I / (P \cdot t) und für die Laufzeit t=I/(Pr)t = I / (P \cdot r). Jede Variante setzt voraus, dass Sie die drei anderen Eingaben kennen.

Der jährliche Zinssatz wird als Prozentwert eingetragen (5 bedeutet 5 %) und intern in die Dezimalform umgerechnet. Die Laufzeit erwarten wir in Jahren – unterjährige Zeiträume müssen Sie also als Bruch eintragen: 6 Monate = 0,5, 90 Tage = 90/365 ≈ 0,247. In Deutschland sind drei Zinsmethoden geläufig: die kaufmännische Zinsmethode (30/360 bzw. 360/360), bei der jeder Monat mit 30 Tagen und das Jahr mit 360 Tagen gerechnet wird, die deutsche Methode taggenau (act/360), die die tatsächlichen Tage durch 360 teilt, und die englische Methode (act/365). Welche Konvention gilt, steht im Vertrag oder den AGB Ihrer Bank.

Der angezeigte Monatszins ist der Gesamtzins geteilt durch die Anzahl der Monate in der Laufzeit. Er dient als Orientierungsgröße für die monatliche Kostenplanung – etwa bei einem endfälligen Darlehen oder einem kurzen Überbrückungskredit – ist aber kein monatlicher Zinseszinssatz. Bei einer echten einfachen Verzinsung existiert nur ein Jahreszins; die tatsächliche Zinsabgrenzung erfolgt taggenau auf dem jeweils ausstehenden Kapital, ähnlich wie bei der Verzugszinsregelung gemäß § 247 BGB (Basiszinssatz plus 5 bzw. 9 Prozentpunkte).

Wann dieser Rechner nützlich ist

  • Kurzfristige Bank- und Überbrückungskredite. Endfällige Darlehen, Vorfinanzierungen und Zwischenkredite mit Laufzeiten unter zwölf Monaten werden in Deutschland fast immer linear verzinst, weil der Zinseszinseffekt vernachlässigbar ist und Banken eine transparente, taggenaue Abrechnung wollen.
  • Klassische Festgelder ohne Wiederanlage. Bei deutschen Festgeldkonten mit endfälliger Zinszahlung (typisch 12 bis 24 Monate Laufzeit) liegt eine reine einfache Verzinsung vor. Nutzen Sie den Rechner, um den Bruttoertrag vor Kapitalertragsteuer und Soli abzuschätzen.
  • Lieferantenkredite und Skontorechnung. Wer in Deutschland Skonto ziehen oder verfallen lassen will, kann mit der einfachen Zinsrechnung den annualisierten Zinssatz des Lieferantenkredits berechnen und ihn direkt mit dem Kontokorrentzins der Hausbank vergleichen.
  • Verzugszinsen nach § 288 BGB. Gesetzliche Verzugszinsen werden taggenau und linear berechnet – Basiszinssatz plus 5 Prozentpunkte bei Verbrauchern bzw. 9 Prozentpunkte zwischen Unternehmen. Dieser Rechner schätzt die Zinslast auf eine offene Forderung über einen bekannten Verzugszeitraum.
  • Schneller Plausibilitätscheck von Zinssatz oder Kapital. Wenn jemand zitiert „X € Zinsen auf Y € über Z Monate“, wechseln Sie in den Modus Zinssatz, um den impliziten Jahreszins rückzurechnen und mit Ihrem Vertrag oder den Vergleichswerten von Finanztip bzw. Stiftung Warentest abzugleichen.

Häufige Fehler

  • FehlerDen Zinssatz als Dezimalzahl (0,05) statt als Prozentwert (5) eingeben.
    LösungDas Feld „Jährlicher Zinssatz (%)“ erwartet den Prozentwert. Tippen Sie 5 für 5 %, nicht 0,05 – der Rechner teilt intern durch 100.
  • FehlerMonate ins Feld „Laufzeit“ eintragen statt Jahre.
    LösungDie Laufzeit muss in Jahren angegeben werden. Umrechnen: 6 Monate = 0,5, 18 Monate = 1,5, 9 Monate = 0,75. Für Tage durch 365 teilen (taggenaue/englische Methode) oder durch 360, wenn Ihr Vertrag die kaufmännische Zinsmethode vorgibt.
  • FehlerEinfache Zinsen für langfristige Geldanlagen oder Sparpläne hochrechnen.
    LösungTagesgeld, Sparpläne, ETF-Anlagen und alle Produkte mit jährlicher Zinsgutschrift und Wiederanlage erzeugen Zinseszinsen. Für Laufzeiten ab einem Jahr mit Verzinsung der Zinsen den Zinseszinsrechner nutzen.
  • FehlerSollzins und Effektivzins bei Konsumentenkrediten verwechseln.
    LösungDer Effektivzins enthält gemäß § 6 PAngV zusätzlich Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren sowie verpflichtende Versicherungen, der Sollzins nicht. Vergleichen Sie nach § 491 ff. BGB ausgewiesene Effektivzinsen, nicht nominale Sollzinsen.
  • FehlerAnnehmen, das 360-Tage-Jahr (kaufmännisch) und das 365-Tage-Jahr (taggenau) liefern dasselbe Ergebnis.
    LösungBei größeren Beträgen ist der Unterschied spürbar. Ein Kredit über 1.000.000 € zu 6 % p. a. über ein Jahr erzeugt bei 365 Tagen 60.000 €, bei 360 Tagen rund 60.833 € einfache Zinsen. Prüfen Sie in den AGB, welche Methode (kaufmännisch 360/360, deutsche Methode act/360 oder englisch act/365) Ihr Vertrag verwendet.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einfachen Zinsen und Zinseszinsen?

Einfache Zinsen werden ausschließlich auf das ursprüngliche Kapital berechnet – der Eurobetrag in jeder Periode bleibt gleich: I = P · r · t. Zinseszinsen werden auf das Kapital plus alle bisher aufgelaufenen Zinsen berechnet, sodass der Eurobetrag in jeder Periode wächst und der Gesamtbetrag der Formel A = P(1 + r/n)^(nt) folgt. Über kurze Zeiträume liegen beide nahe beieinander; über Jahrzehnte hängt der Zinseszins die einfache Verzinsung weit ab. Für den zweiten Fall verwenden Sie den Zinseszinsrechner.

Wann wird einfache Zinsrechnung in Deutschland tatsächlich verwendet?

Klassische Anwendungsfälle sind endfällige Darlehen, Überbrückungs- und Zwischenkredite, viele Festgelder ohne Wiederanlage, Lieferantenkredite, Skontorechnungen, gesetzliche Verzugszinsen nach §§ 288, 247 BGB sowie kurzlaufende Schuldscheindarlehen. Auch die Bundesbank verwendet in ihrer Zinsstatistik für kurze Laufzeiten oft die einfache (lineare) Verzinsung. Bei langfristigen Spar- und Anlageprodukten ist dagegen fast immer der Zinseszinseffekt entscheidend.

Sind klassische Sparbücher und Tagesgeldkonten einfach oder mit Zinseszins verzinst?

Praktisch immer mit Zinseszins. Deutsche Banken schreiben Zinsen auf Spar- und Tagesgeldkonten in der Regel jährlich (manchmal quartalsweise) gut, und ab dann erzeugen sie selbst wieder Zinsen. Der ausgewiesene Zinssatz auf der Bankhomepage ist meist der nominale Jahreszins – die tatsächliche Rendite über mehrere Jahre liegt durch den Zinseszinseffekt höher. Für realistische Hochrechnungen verwenden Sie deshalb den Zinseszinsrechner.

Wie werden einfache Zinsen in Deutschland besteuert?

Privatpersonen zahlen auf Zinsen aus Kapitalvermögen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (insgesamt etwa 26,4 bis rund 27,99 %). Der Sparerpauschbetrag beträgt seit 2023 1.000 € für Einzelpersonen und 2.000 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare; bis zu dieser Höhe bleiben Zinsen steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag bei der Bank vorliegt. Maßgeblich sind das Einkommensteuergesetz (§§ 20, 32d EStG) sowie die einschlägigen Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Welche Zinsmethoden gibt es in Deutschland und welche soll ich nutzen?

Drei Methoden sind verbreitet: die kaufmännische Zinsmethode (30/360 bzw. 360/360), bei der jeder Monat mit 30 Tagen und das Jahr mit 360 Tagen gerechnet wird – Standard bei vielen Privatkrediten und Annuitätendarlehen; die deutsche Methode taggenau (act/360), die die tatsächlichen Tage durch 360 teilt – verbreitet bei Geldmarkt- und Kontokorrentkrediten; und die englische Methode (act/365 oder act/act) – verbreitet bei Anleihen und im internationalen Geschäft. Welche Methode gilt, regeln Vertrag, AGB der Bank und im Zweifel § 246 BGB. Verwenden Sie die im Vertrag genannte Methode, um Ergebnisse vergleichbar zu Ihrer Bank zu erhalten.

Was ist die Faustregel zum Verdoppeln des Kapitals bei einfacher Verzinsung?

Die populäre 72er-Regel (Jahre bis Verdopplung ≈ 72 / Zinssatz) gilt für Zinseszinsen. Bei einfachen Zinsen gibt es eine exakte Regel: Das Kapital verdoppelt sich, wenn die Gesamtzinsen dem Kapital entsprechen, also r · t = 1. Daraus folgt: Jahre bis Verdopplung = 100 / Zinssatz in Prozent. Bei 5 % einfacher Verzinsung dauert die Verdopplung 20 Jahre, bei 8 % rund 12,5 Jahre. Zum Vergleich: Mit Zinseszinsen bei 8 % wären es nur rund 9 Jahre – diese Differenz ist genau der Preis dafür, dass Sie langfristige Anlagen mit einfacher Zinsrechnung modellieren.

Wie rechne ich Monate oder Tage korrekt ins Feld „Laufzeit“ um?

Monate: durch 12 teilen, also 6 Monate = 0,5, 9 Monate = 0,75, 18 Monate = 1,5. Tage: durch 365 teilen für taggenaue Rechnung (deutsche Methode act/365 oder englische Methode) oder durch 360 für die kaufmännische Methode bzw. die deutsche Methode act/360. Beispiel: 73 Tage taggenau = 73/365 = 0,2 Jahre; 73 Tage kaufmännisch = 72/360 = 0,2 Jahre (zwei „30er-Monate“ minus die fehlenden Resttage). Bei größeren Beträgen lohnt sich der Blick in die AGB, weil die Methode den Zinsbetrag spürbar ändert.

Wie unterscheiden sich einfache Zinsen von Verzugszinsen nach BGB?

Verzugszinsen gemäß § 288 BGB werden taggenau und linear berechnet – also nach den Regeln der einfachen Zinsrechnung. Der Verzugszinssatz beträgt Basiszinssatz nach § 247 BGB plus 5 Prozentpunkte bei Verbrauchergeschäften und plus 9 Prozentpunkte bei Geschäften zwischen Unternehmen. Der Basiszinssatz wird halbjährlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Beispiel: Eine offene Forderung über 5.000 € im B2B-Geschäft bei 4 % Basiszinssatz erzeugt bei 60 Tagen Verzug einfache Zinsen von 5.000 € × 0,13 × 60/365 ≈ 106,85 €.

Können der Zinssatz oder die Zinsen negativ sein?

Der Rechner verlangt einen nicht-negativen Zinssatz sowie positives Kapital und positive Laufzeit. In der Niedrig- und Negativzinsphase 2014–2022 verlangten manche deutsche Banken Verwahrentgelte auf hohe Tagesgeldsalden – wirtschaftlich also eine negative Verzinsung, juristisch meist als pauschale Gebühr ausgestaltet. Auch die reale (inflationsbereinigte) Verzinsung kann negativ ausfallen, wenn die Inflation den nominalen Zinssatz übersteigt – ein typisches Thema bei Festgeldern und Sparbüchern in Phasen hoher Verbraucherpreissteigerung.

Was bedeutet vorzeitige Rückzahlung bei einem einfach verzinsten Kredit in Deutschland?

Bei kurzlaufenden, linear verzinsten Krediten in Deutschland – etwa endfälligen Zwischenkrediten – werden die Zinsen taggenau bis zum Tilgungstag berechnet. Eine vorzeitige Rückzahlung reduziert die Zinslast in der Regel proportional zur eingesparten Restlaufzeit. Bei Verbraucherdarlehen gilt zusätzlich § 500 ff. BGB: Das Recht auf vorzeitige Rückzahlung besteht, der Darlehensgeber darf jedoch eine angemessene Vorfälligkeitsentschädigung verlangen (bei Konsumentenkrediten gedeckelt). Lassen Sie sich vor einer Sondertilgung von Ihrer Bank eine schriftliche Aufstellung der Zinsabrechnung geben.

Warum weicht die Zinsberechnung meiner Bank leicht von diesem Rechner ab?

Die häufigsten Gründe sind unterschiedliche Zinsmethoden (kaufmännisch 360/360, deutsche Methode act/360 oder englisch act/365), das Aufrunden des Zinssatzes im Bankensystem, der Umgang mit Schaltjahren, in den Kredit eingerechnete Bearbeitungsgebühren und das genaue Zahlungsdatum. Bei einem transparenten, linear verzinsten Vertrag liegt die Abweichung typischerweise unter 1 %. Ist sie größer, fordern Sie bei der Bank einen taggenauen Zinslauf oder die Effektivzinsberechnung nach PAngV an – wahrscheinlich vergleichen Sie gerade Sollzins und Effektivzins.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner verwendet die Formel der einfachen Zinsrechnung I = P · r · t, wobei P das Kapital, r der jährliche Zinssatz (eingegeben als Prozentwert und intern in die Dezimalform umgerechnet) und t die Laufzeit in Jahren ist. Der Gesamtbetrag beträgt A = P + I = P(1 + rt). Weil die Zinsen ausschließlich auf das ursprüngliche Kapital wirken, ist das Wachstum streng linear – ohne Zinseszins. Die Modi Kapital, Zinssatz und Laufzeit verwenden die algebraischen Umstellungen P = I / (r · t), r = I / (P · t) und t = I / (P · r). Die Konvertierung der Laufzeit erfolgt in Jahren; in deutschen Verträgen sind die kaufmännische Zinsmethode (30/360 bzw. 360/360), die deutsche Methode taggenau (act/360) und die englische Methode (act/365) gebräuchlich – die im Vertrag genannte Methode ist maßgeblich. Die angezeigten monatlichen Zinsen sind der Gesamtzins geteilt durch die Monate der Laufzeit und dienen der Budgetplanung, nicht als monatlicher Zinseszinssatz. Rechtsgrundlagen für die einfache Verzinsung in Deutschland sind insbesondere §§ 246, 247, 288 BGB sowie für Verbraucherkredite die Preisangabenverordnung (PAngV).

Profi-Tipps

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