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Beleihungsauslauf-Rechner

Berechnen Sie Ihren LTV-Wert und Ihre Eigenkapitalposition

LTV-Formeln

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Eigenkapital
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Eigenkapitalquote
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Den Beleihungsauslauf verstehen

Der Beleihungsauslauf (LTV) vergleicht Ihren Hypothekenbetrag mit dem Wert Ihrer Immobilie, ausgedrückt als Prozentsatz. Wenn Sie auf ein 300.000-€-Haus noch 240.000 € schulden, beträgt Ihr LTV 80 %. Die verbleibenden 20 % sind Ihr Eigenkapital.

Der LTV ist entscheidend für Hypothekenentscheidungen. Ein niedrigerer LTV bedeutet mehr Eigenkapital und geringeres Risiko für Kreditgeber. Ein LTV über 80 % erfordert in der Regel eine private Hypothekenversicherung (PMI). Der LTV beeinflusst auch Umschuldungsoptionen und Kreditkonditionen.

Der LTV verändert sich mit der Zeit, wenn Sie Tilgung leisten und Immobilienwerte schwanken. Sondertilgungen oder Wertsteigerungen der Immobilie senken den LTV. Marktwertrückgänge können den LTV erhöhen und die Hypothek gegebenenfalls unter den Immobilienwert drücken.

LTV-Schwellenwerte und ihre Bedeutung

🟢

LTV ≤ 80 %

Keine PMI erforderlich. Beste Zinssätze verfügbar. Solide Eigenkapitalposition.

🟡

LTV 80–90 %

PMI erforderlich. Noch gute Konditionen. Eigenkapital wird aufgebaut.

🟠

LTV 90–95 %

Höhere PMI-Kosten. Riskantere Position. Eingeschränkte Umschuldungsoptionen.

🔴

LTV > 100 %

Überschuldete Hypothek. Schulden übersteigen den Immobilienwert. Umschuldung sehr schwierig.

LTV-Anforderungen nach Kredittyp

KredittypMax. LTVMindestanzahlungHinweise
Konventionell97 %3 %PMI bei > 80 %
FHA96,5 %3,5 %MIP erforderlich
VA100 %0 %Nur für Veteranen
USDA100 %0 %Ländliche Gebiete
Jumbo80–90 %10–20 %Strengere Anforderungen

Tipps zur LTV-Verwaltung

💰

Sondertilgungen leisten

Zusätzliche Tilgungszahlungen senken die Restschuld und den LTV. Selbst kleine Beträge helfen langfristig.

🏠

Heimverbesserungen

Strategische Renovierungen können den Immobilienwert steigern und damit den LTV senken. Setzen Sie den Fokus auf Projekte mit hohem ROI.

📝

Neubewertung beantragen

Wenn die Immobilienpreise gestiegen sind, beantragen Sie eine neue Bewertung, um den gesunkenen LTV zu belegen und die PMI zu streichen.

📊

Regelmäßig beobachten

Verfolgen Sie sowohl die Restschuld als auch den geschätzten Immobilienwert, um zu wissen, wann Sie wichtige LTV-Schwellenwerte erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein guter LTV-Wert?

80 % oder weniger ist ideal – keine PMI erforderlich, beste Zinssätze verfügbar und solides Eigenkapitalpolster. Viele Käufer starten mit höheren Werten (90–97 %) und bauen diesen im Laufe der Zeit ab. Für eine Umschuldung bevorzugen Kreditgeber einen LTV von 80 % oder weniger.

Wie kann ich meinen LTV senken?

Es gibt zwei Wege: Tilgung leisten (Schulden reduzieren) oder den Immobilienwert steigern (durch Modernisierungen oder Marktwertsteigerungen). Zusätzliche Hypothekenzahlungen senken den LTV direkt. Auch vierzehntägige Zahlungen helfen.

Wann kann ich die PMI kündigen?

Bei konventionellen Krediten können Sie die Streichung der PMI bei einem LTV von 80 % beantragen. Sie endet automatisch bei 78 % LTV. Möglicherweise ist eine neue Immobilienbewertung erforderlich, um die Wertsteigerung nachzuweisen. Bei FHA-Darlehen ist für die Streichung der MIP eine Umschuldung nötig.

Was passiert, wenn der LTV 100 % übersteigt?

Sie sind "unter Wasser" – Ihre Schulden übersteigen den Immobilienwert. Ein Verkauf erfordert zusätzliche Mittel beim Abschluss. Eine Umschuldung ist ohne spezielle Programme sehr schwierig. Optionen sind das Abwarten einer Werterholung oder beschleunigte Tilgung.

So nutzen Sie diesen LTV-Rechner

  1. Geben Sie den Kreditbetrag (€) ein – die aktuelle Restschuld Ihrer laufenden Baufinanzierung oder die geplante Darlehenssumme bei einem Neukauf.
  2. Geben Sie den Immobilienwert (€) ein – verwenden Sie idealerweise den von der Bank ermittelten Beleihungswert oder, falls nicht vorhanden, eine belastbare Marktwertschätzung aus vergleichbaren Verkäufen (Gutachterausschuss-Daten).
  3. Optional: Tragen Sie eine Anzahlung (€) ein, wenn Sie ein Kaufszenario modellieren. Der Rechner behandelt dann (Immobilienwert − Anzahlung) als implizite Darlehenssumme.
  4. Klicken Sie auf „LTV berechnen“, um den Beleihungsauslauf, das Eigenkapital in Euro, die Eigenkapitalquote und den PMI-Hinweis zu erhalten.
  5. Wiederholen Sie die Berechnung mit anderen Immobilienwerten oder Kreditbeträgen, um zu sehen, wie Wertsteigerungen oder Sondertilgungen Sie über die wichtigen Schwellen 60 % (Realkreditgrenze nach § 14 PfandBG), 80 % und 100 % bewegen.

Beispiele

Eigenheim: Eigentumswohnung in München

Ein Paar kauft eine Eigentumswohnung in München-Schwabing für 720.000 €. Es bringt 180.000 € Eigenkapital ein (25 %) und finanziert die restlichen 540.000 € über ein Annuitätendarlehen mit 10 Jahren Sollzinsbindung.

ErgebnisDer Beleihungsauslauf beträgt 75,0 %. Das Eigenkapital liegt bei Abschluss bei 180.000 € bzw. 25,0 % des Immobilienwerts. Der LTV liegt zwischen der Realkreditgrenze (60 %) und 80 %, was bei deutschen Banken in der Regel zu marktüblichen Zinsaufschlägen führt.

LTV = 540.000 / 720.000 × 100 = 75,0 %. Die ersten 60 % (432.000 €) liegen im realkreditfähigen Bereich nach § 14 PfandBG und können von der Bank über Pfandbriefe günstig refinanziert werden. Die Tranche von 60 % bis 75 % (108.000 €) wird mit einem Zinsaufschlag von typischerweise 0,1–0,3 Prozentpunkten versehen. Zusätzliche Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5 % in Bayern, Notar und Grundbuch ca. 1,5 %, Maklercourtage geteilt) müssen aus weiterem Eigenkapital getragen werden, da sie nicht in den Beleihungswert einfließen.

Reihenhaus in NRW: 90 % LTV mit Zinsaufschlag

Eine Familie erwirbt ein Reihenhaus in Düsseldorf für 450.000 €. Sie bringt nur 45.000 € Eigenkapital für den Kaufpreis auf (zusätzlich 30.000 € für Nebenkosten) und benötigt ein Darlehen über 405.000 €.

ErgebnisDer Beleihungsauslauf beträgt 90,0 %. Das Eigenkapital liegt bei 45.000 € bzw. 10,0 %. Mit einem LTV über 80 % erheben deutsche Banken einen deutlichen Zinsaufschlag (häufig 0,4–0,8 Prozentpunkte gegenüber 60 % LTV). Um den LTV auf 80 % zu drücken, müsste die Restschuld auf 360.000 € sinken oder der Wert auf rund 506.000 € steigen.

LTV = 405.000 / 450.000 × 100 = 90,0 %. Nordrhein-Westfalen hat mit 6,5 % die höchste Grunderwerbsteuer in Deutschland; die Erwerbsnebenkosten liegen daher bei 10–12 % des Kaufpreises und sind über das Darlehen nicht abgedeckt. Bei 90 % LTV verlangen viele Banken zusätzlich eine Risikolebensversicherung oder fordern eine Berufsunfähigkeitsabsicherung. Sondertilgungsrechte von 5 % p. a. (häufig kostenfrei vereinbart) verkürzen den Weg unter 80 % LTV erheblich.

Mehrfamilienhaus in Berlin als Kapitalanlage

Ein Investor finanziert ein Mehrfamilienhaus in Berlin-Pankow als Renditeobjekt. Kaufpreis 1.800.000 €, Eigenkapital 540.000 € (30 %), Darlehen 1.260.000 €. Die Bank arbeitet mit einem Sicherheitsabschlag von 10 % auf den Verkehrswert und legt einen Beleihungswert von 1.620.000 € fest.

ErgebnisBezogen auf den Beleihungswert von 1.620.000 € beträgt der LTV 77,8 %. Bezogen auf den Kaufpreis (1.800.000 €) wären es nur 70,0 %. Beim deutschen Beleihungsauslauf-Konzept ist der Beleihungswert maßgeblich – die Tranche bis 60 % (972.000 €) ist realkreditfähig, der Anteil zwischen 60 % und 77,8 % (288.000 €) wird mit einem Investorenzuschlag versehen.

LTV (Beleihungswert) = 1.260.000 / 1.620.000 × 100 ≈ 77,8 %. Bei vermieteten Objekten ziehen Banken nach BelWertV den Ertragswert (Mietmultiplikator) zur Plausibilisierung heran und setzen häufig 10 % Sicherheitsabschlag zum Verkehrswert an. Die Realkreditgrenze nach § 14 PfandBG (60 %) markiert den Anteil, den die Bank über Hypothekenpfandbriefe günstig refinanzieren kann; darüber hinaus steigen Marge und Eigenkapitalunterlegung. In Berlin beträgt die Grunderwerbsteuer 6,0 %; bei Anlageobjekten sind Erwerbsnebenkosten häufig steuerlich als Anschaffungsnebenkosten abschreibungsfähig.

Wie der Rechner funktioniert

Der Rechner verwendet die Standardformel LTV=KreditbetragImmobilienwert×100%\text{LTV} = \frac{\text{Kreditbetrag}}{\text{Immobilienwert}} \times 100\,\%. Bei einem Darlehen von 540.000 € auf eine Immobilie im Wert von 720.000 € ergibt das 75,0 %. Der Nenner ist in Deutschland streng zu unterscheiden: Banken arbeiten mit dem Beleihungswert nach Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV), nicht mit dem Kaufpreis. Der Beleihungswert ist regelmäßig 10 % niedriger als der Verkehrswert.

Das Eigenkapital wird in zwei Sichtweisen ausgegeben. Der Eigenkapitalbetrag in Euro ist Immobilienwert minus Restschuld – bei 720.000 € Wert und 540.000 € Restschuld also 180.000 €. Die Eigenkapitalquote ist das Komplement zum LTV: 100 % − LTV. Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen – der Eurobetrag zeigt, was beim Verkauf vor Kosten übrigbliebe; die Quote verortet Sie zwischen den Schwellen 60 % (Realkreditgrenze), 80 % und 100 %.

Wird zusätzlich eine Anzahlung erfasst, modelliert der Rechner ein Kaufszenario und behandelt (Immobilienwert − Anzahlung) als implizite Darlehenssumme. Das beantwortet die Frage „Mit welchem LTV schließe ich ab, wenn ich X € Eigenkapital auf eine Immobilie von Y € einbringe?“ ohne manuelle Subtraktion.

Der PMI-Status folgt der US-Konvention (PMI ab LTV > 80 %). Im deutschen Markt gibt es keine private Hypothekenversicherung wie in den USA; stattdessen schlagen Banken einen Risikoaufschlag auf den Zinssatz auf, sobald der LTV oberhalb der Realkreditgrenze (60 %) bzw. oberhalb von 80 % liegt. Die Schwellen sind verankert in § 14 PfandBG (Realkreditgrenze) und in den internen Risikoklassen, die § 16 PfandBG sowie BelWertV vorgeben.

Wann Sie diesen Rechner verwenden sollten

  • Eigenkapitalbedarf vor dem Notartermin abschätzen. Tragen Sie den Kaufpreis und verschiedene Eigenkapitalbeträge ein, um zu sehen, welcher Sie unter 60 % (Realkreditgrenze) oder unter 80 % bringt. Diese Schwellen entscheiden über die Zinsmarge der Bank und die Refinanzierungsmöglichkeit über Pfandbriefe.
  • Anschlussfinanzierung vorbereiten. Wenn Ihre Zinsbindung in 12–36 Monaten endet, hilft die LTV-Schätzung auf Basis aktueller Marktwerte, die Verhandlungsposition gegenüber Banken einzuschätzen. Ein LTV unter 60 % öffnet die günstigsten Forward-Darlehen.
  • Sondertilgung versus Wertpapierdepot bewerten. Liegen Sie knapp über 60 % oder 80 % LTV, kann eine Sondertilgung den Zinsaufschlag der Bank deutlich senken. Vergleichen Sie die ersparte Zinsmarge mit der erwarteten Wertpapierrendite, um die effizientere Verwendung freier Mittel zu finden.
  • KfW-Programme prüfen. KfW-Förderdarlehen (z. B. Wohneigentumsprogramm 124, Effizienzhäuser 261/262) werden im Nachrang zum Bankdarlehen besichert. Der LTV im Gesamtportfolio entscheidet, ob die durchleitende Bank die KfW-Tranche überhaupt einbindet.
  • Prüfen, ob die Immobilie unter Wasser ist. Ist der Marktwert deutlich gefallen und Ihr LTV über 100 %, beeinflusst das Ihre Verkaufs-, Umschuldungs- und Sanierungsoptionen materiell. Ein Verkauf erfordert dann Eigenmittel zum Notartermin, um die Restschuld abzulösen.

Häufige Fehler

  • FehlerDen Kaufpreis statt des Beleihungswerts als Nenner verwenden.
    LösungBanken berechnen den LTV gegen den Beleihungswert nach BelWertV, der typischerweise 10 % unter dem Verkehrswert oder Kaufpreis liegt. Für eine realistische Einschätzung Ihrer Zinsmarge sollten Sie diesen Sicherheitsabschlag mitdenken.
  • FehlerErwerbsnebenkosten als Teil des Beleihungswerts einrechnen.
    LösungGrunderwerbsteuer (3,5 % – 6,5 % je Bundesland), Notar (ca. 1,5 %) und Maklercourtage (geteilt zwischen Käufer und Verkäufer) fließen nicht in den Beleihungswert ein. Diese 10–15 % der Kaufsumme müssen aus zusätzlichem Eigenkapital getragen werden.
  • FehlerAnnehmen, der Zinsaufschlag verschwindet automatisch bei 60 % oder 80 % LTV.
    LösungAnders als bei US-PMI gibt es in Deutschland keine automatische Kündigung. Die Tilgung senkt den LTV planmäßig; um einen besseren Zinssatz zu erhalten, müssen Sie die Anschlussfinanzierung neu verhandeln oder einen Forward-Vertrag abschließen.
  • FehlerSondertilgungsrechte ignorieren.
    LösungDie meisten deutschen Annuitätendarlehen enthalten Sondertilgungsrechte von 5 % p. a. der ursprünglichen Darlehenssumme. Werden diese genutzt, sinkt der LTV schneller als der Tilgungsplan suggeriert – das verkürzt den Weg unter die 60 %- bzw. 80 %-Schwelle erheblich.
  • FehlerDen LTV mit der Anzahlungsquote gleichsetzen.
    LösungBeim Notartermin gilt LTV = 100 % − Eigenkapitalquote. Sobald Tilgung erfolgt und sich Marktwerte ändern, weicht der LTV davon ab. Für Anschlussfinanzierung und Forward-Darlehen zählt der aktuelle LTV, nicht der Wert beim Erstabschluss.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein guter Beleihungsauslauf in Deutschland?

60 % oder weniger gilt als optimal: Bis zu dieser Realkreditgrenze nach § 14 PfandBG kann die Bank das Darlehen über Hypothekenpfandbriefe günstig refinanzieren, was sich in den niedrigsten Zinssätzen niederschlägt. 80 % ist die zweite wichtige Schwelle – darüber steigen Zinsaufschläge spürbar. Viele Erstkäufer starten bei 90–100 % und arbeiten sich über planmäßige Tilgung und Sondertilgungen herunter.

Was unterscheidet den Beleihungswert vom Kaufpreis?

Der Beleihungswert wird von der Bank nach Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) ermittelt und liegt typischerweise 10 % unter dem Verkehrswert oder Kaufpreis. Er ist eine dauerhaft erzielbare Größe ohne spekulative Anteile. Während der Kaufpreis das ist, was Sie bezahlen, ist der Beleihungswert das, was die Bank als Sicherheit anerkennt – und damit die maßgebliche Größe für den LTV in deutschen Finanzierungsangeboten.

Was bedeutet die Realkreditgrenze nach § 14 PfandBG?

§ 14 Pfandbriefgesetz legt fest, dass Hypothekenbanken Darlehen nur bis zu 60 % des Beleihungswerts in Deckungsmassen für Pfandbriefe einbringen dürfen. Diese Tranche kann besonders günstig refinanziert werden, da Pfandbriefe als sehr sichere Anlage gelten. Darlehensteile über 60 % LTV müssen anderweitig refinanziert werden und werden daher mit einem Zinsaufschlag versehen.

Gibt es in Deutschland eine private Hypothekenversicherung wie PMI in den USA?

Nein. Statt einer separaten Versicherung schlagen deutsche Banken einen Risikoaufschlag direkt auf den Zinssatz auf, sobald der LTV oberhalb der Realkreditgrenze (60 %) bzw. oberhalb von 80 % liegt. Der PMI-Hinweis im Rechner orientiert sich an der US-Konvention und dient der internationalen Vergleichbarkeit – die deutsche Praxis arbeitet mit Zinstranchen und Margenklassen.

Wie wirkt sich der LTV auf den Zinssatz aus?

In Deutschland staffeln Banken Zinssätze typischerweise in vier Margenklassen: bis 60 % (Realkreditgrenze, beste Konditionen), 60–80 % (moderater Aufschlag), 80–100 % (deutlicher Aufschlag, häufig 0,4–0,8 Prozentpunkte) und über 100 % (Vollfinanzierung, oft nur bei sehr guter Bonität). Der Unterschied zwischen 60 % und 100 % LTV kann auf 25 Jahre Laufzeit fünf- bis sechsstellige Zinskosten ausmachen.

Wie wird der Beleihungswert ermittelt?

Nach BelWertV nutzen Banken bei selbstgenutzten Immobilien primär das Vergleichswertverfahren (vergleichbare Verkäufe in der Region) und das Sachwertverfahren (Bodenwert plus Bauwert abzüglich Wertminderungen). Bei vermieteten Objekten kommt zusätzlich das Ertragswertverfahren (Mietmultiplikator) zur Plausibilisierung zum Einsatz. Großbanken arbeiten bis 400.000 € Kreditvolumen mit Kleindarlehensverfahren, darüber mit Vollgutachten.

Welche Erwerbsnebenkosten muss ich zusätzlich zum Eigenkapital aufbringen?

Die Grunderwerbsteuer variiert je Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (NRW, Brandenburg, Saarland, Thüringen). Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von ca. 1,5–2 % sowie ggf. Maklercourtage (seit Dezember 2020 in der Regel hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, also 3,57 % statt 7,14 % aus Käufersicht). In Summe 8–15 % des Kaufpreises – diese fließen nicht in den Beleihungswert ein.

Was passiert bei der Anschlussfinanzierung?

Nach Ablauf der Zinsbindung (typisch 10 oder 15 Jahre) verhandeln Sie die Anschlussfinanzierung neu. Ist der LTV zwischenzeitlich deutlich gesunken – durch Tilgung und Wertsteigerung – können Sie eine bessere Margenklasse erreichen. Forward-Darlehen erlauben das Sichern aktueller Zinssätze bis zu 60 Monate vor Ablauf der Bindung. Nach 10 Jahren haben Sie laut § 489 BGB ein Sonderkündigungsrecht mit 6 Monaten Frist.

Was ist der Unterschied zwischen LTV auf Kaufpreis und auf Beleihungswert?

Der LTV auf Kaufpreis ist Darlehen ÷ Kaufpreis. Der LTV auf Beleihungswert ist Darlehen ÷ Beleihungswert, wobei der Beleihungswert nach BelWertV typischerweise 10 % unter dem Kaufpreis liegt. Da Banken auf den Beleihungswert kalkulieren, ist dieser Wert höher und für die Zinsmargenklasse maßgeblich. Bei 80 % LTV auf Kaufpreis entspricht das oft 88–89 % LTV auf Beleihungswert.

Welche Rolle spielt der LTV bei Kapitalanlageimmobilien?

Bei vermieteten Objekten arbeiten Banken nach § 16 Abs. 1 PfandBG mit dem Ertragswert und setzen die Realkreditgrenze ebenfalls bei 60 % des Beleihungswerts an. Investoren erhalten in dieser Tranche die günstigsten Zinsen; darüber hinaus werden deutlich höhere Margen verlangt. Bei reinen Investmentstrategien ist ein LTV von 60–70 % auf den Beleihungswert ein gängiger Zielkorridor zwischen Hebelwirkung und Sicherheitspuffer.

Kann ich die KfW-Förderung in den LTV einrechnen?

Ja – KfW-Darlehen werden als nachrangiges Darlehen besichert und zählen mit zur Gesamtfinanzierung. Bank und KfW betrachten zusammen den effektiven Gesamt-LTV. Programme wie Wohneigentum für Familien (300) oder Effizienzhaus (261/262) reduzieren die Belastung durch Zinsverbilligung und Tilgungszuschüsse, ändern aber die LTV-Berechnung nicht – Sie zahlen die volle Darlehenssumme zurück, jedoch zu vergünstigten Konditionen.

Was passiert, wenn meine Immobilie unter dem Darlehensstand bewertet wird?

Liegt der aktuelle Beleihungswert unter der Restschuld (LTV > 100 %), gilt die Finanzierung als notleidend im Sinne der Risikoklassifizierung der Bank. Ein Verkauf erfordert Eigenmittel zum Notartermin, um die Differenz auszugleichen. Eine Anschlussfinanzierung wird schwierig; mögliche Optionen sind Sondertilgung, Verlängerung der Laufzeit oder bei Härtefällen eine Stundungsvereinbarung. Bei Pflichtversteigerung greift die persönliche Haftung des Darlehensnehmers für die Differenz weiter.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner verwendet die Standardformel Beleihungsauslauf = (Kreditbetrag / Immobilienwert) × 100. Das Eigenkapital in Euro ergibt sich aus Immobilienwert − Restschuld, die Eigenkapitalquote aus 100 − LTV. Der PMI-Status folgt der internationalen Konvention (Aufschlag ab LTV > 80 %); im deutschen Markt gibt es keine separate Hypothekenversicherung, stattdessen wirken Zinsmargenklassen oberhalb der Realkreditgrenze nach § 14 PfandBG (60 %) und oberhalb von 80 %. Banken nutzen als Nenner den Beleihungswert nach BelWertV, der typischerweise 10 % unter dem Verkehrswert oder Kaufpreis liegt – ein realistisches LTV-Bild gegenüber der Bank erfordert daher einen Sicherheitsabschlag auf den hier eingegebenen Immobilienwert. Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Maklercourtage) fließen nicht in den Beleihungswert ein und müssen aus zusätzlichem Eigenkapital getragen werden.

Profi-Tipps

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