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Rohgewinn-Rechner

Rohgewinn, Rohgewinnmarge berechnen und Ihren Wareneinsatz analysieren

Rohgewinnformeln

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Umsatz aus Marge
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Was ist Rohgewinn?

Der Rohgewinn ist der Gewinn, den ein Unternehmen erzielt, nachdem die mit der Herstellung und dem Verkauf seiner Produkte oder der Erbringung seiner Dienstleistungen verbundenen Kosten abgezogen wurden. Er wird berechnet, indem der Wareneinsatz (COGS) vom Gesamtumsatz subtrahiert wird. Der Rohgewinn erscheint in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens und ist ein wichtiger Indikator für die betriebliche Effizienz.

Im Gegensatz zum Nettogewinn umfasst der Rohgewinn keine allgemeinen Betriebskosten wie Miete, Nebenkosten, Marketing oder Verwaltungskosten. Er konzentriert sich ausschließlich auf die direkten Produktions- oder Dienstleistungskosten. Das macht ihn unersetzlich für das Verständnis, wie effizient Sie Ihre Kernleistungen produzieren und verkaufen.

Für Investoren und Analysten sind Rohgewinn und Rohgewinnmarge entscheidende Kennzahlen, die Preissetzungsmacht, Produktionseffizienz und Wettbewerbspositionierung offenbaren. Eine sinkende Rohgewinnmarge signalisiert häufig Probleme, während steigende Margen auf verbesserte betriebliche Effizienz oder Preissetzungsmacht hinweisen.

Rohgewinn im Vergleich zu anderen Gewinnkennzahlen

📦

Rohgewinn

Umsatz minus Wareneinsatz. Zeigt die Effizienz der Produktion/Dienstleistungserbringung.

🏢

Betriebsgewinn

Rohgewinn minus Betriebskosten (Vertriebs- und Verwaltungskosten). Zeigt die gesamte betriebliche Effizienz.

💵

Nettogewinn

Betriebsgewinn minus Zinsen und Steuern. Das Ergebnis nach Steuern.

📊

EBITDA

Betriebsgewinn vor Abschreibungen. Fokussiert auf die Liquiditätsgenerierung.

Rohgewinnmarge nach Branche

Rohgewinnmargen variieren stark nach Branche aufgrund unterschiedlicher Kostenstrukturen, Wettbewerbsintensität und Geschäftsmodelle.

BrancheNiedrige MargeDurchschnittHohe Marge
Software/SaaS 70 % 80 % 90 %+
Luxusgüter 50 % 65 % 80 %+
Pharmazeutika 60 % 70 % 85 %+
Bekleidungshandel 40 % 50 % 60 %+
Gastronomie 55 % 65 % 75 %+
Lebensmitteleinzelhandel 20 % 25 % 35 %+
Autohäuser 10 % 15 % 20 %+
Fluggesellschaften 15 % 25 % 35 %+

Rohgewinnmarge verbessern

💰

Preise strategisch erhöhen

Selbst kleine Preiserhöhungen wirken sich erheblich auf die Rohgewinnmarge aus. Testen Sie Erhöhungen bei weniger preissensiblen Produkten oder fügen Sie Premium-Optionen hinzu.

📉

Wareneinsatz reduzieren

Bessere Lieferantenkonditionen aushandeln, alternative Materialien finden, Fertigungseffizienz verbessern oder Produktionsverschwendung reduzieren.

📦

Produktmix optimieren

Vertriebsanstrengungen auf margenstarke Produkte konzentrieren. Erwägen Sie, margenschwache Artikel einzustellen, die keinen Kundenverkehr generieren.

🔧

Betrieb verbessern

In Automatisierung investieren, Ausschuss und Retouren reduzieren, Bestandsmanagement verbessern und die Lieferkette optimieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Rohgewinnmarge?

Das hängt stark von der Branche ab. Bei Softwareunternehmen sind 70–80 % üblich. Im Einzelhandel sind 25–50 % verbreitet. Vergleichen Sie Ihre Marge mit Branchenbenchmarks und Wettbewerbern, anstatt ein universelles Ziel zu verwenden.

Was gehört zum Wareneinsatz?

Der Wareneinsatz umfasst alle direkten Produktionskosten: Rohstoffe, direkte Arbeitskosten, direkt der Produktion zuzurechnende Fertigungsgemeinkosten sowie Transportkosten. Er schließt Vertriebs-, allgemeine und Verwaltungskosten aus.

Warum sinkt meine Rohgewinnmarge?

Häufige Ursachen sind steigende Materialkosten, zunehmender Wettbewerb mit Preisdruck, geringere Produktionseffizienz, Verschiebungen im Produktmix hin zu margenschwächeren Artikeln oder Lieferantenpreiserhöhungen, die nicht an die Kunden weitergegeben wurden.

Ist Rohgewinn dasselbe wie Deckungsbeitrag?

Nein. Der Rohgewinn verwendet den gesamten Wareneinsatz (einschließlich fixer Fertigungsgemeinkosten), während der Deckungsbeitrag nur variable Kosten verwendet. Der Deckungsbeitrag ist für Entscheidungen über einzelne Produkte nützlicher.

So nutzen Sie diesen Rohgewinn-Rechner

  1. Wählen Sie einen Modus: Gewinn berechnen (Sie kennen Umsatz und Wareneinsatz) oder Umsatz berechnen (Sie kennen den Wareneinsatz und eine Zielmarge).
  2. Geben Sie im Modus Gewinn berechnen den Umsatz (Erlöse) ein – die Umsatzerlöse der Periode netto ohne Umsatzsteuer und vor Abzug von Kosten.
  3. Tragen Sie den Wareneinsatz (COGS) ein – die direkt mit dem Verkauf verbundenen Kosten: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Fertigungslöhne sowie Eingangsfracht (Materialaufwand nach HGB § 275 Abs. 2 Nr. 5 Gesamtkostenverfahren bzw. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen nach Umsatzkostenverfahren).
  4. Wenn Sie stattdessen den nötigen Umsatz suchen, wechseln Sie in den Modus Umsatz berechnen und geben eine Ziel-Rohgewinnmarge (%) sowie den Wareneinsatz ein – der Rechner ermittelt rückwärts den erforderlichen Umsatz.
  5. Klicken Sie auf Rohgewinn berechnen, um Rohgewinn, Rohgewinnmarge und Wareneinsatzquote samt visueller Aufteilung von Kosten und Gewinn zu sehen.

Beispiele

Basis: Einzelhandel Bekleidung in Hamburg

Ein inhabergeführtes Bekleidungsfachgeschäft in Hamburg erzielt 1.000.000 € Umsatzerlöse pro Jahr (netto, ohne 19 % USt.). Der Materialaufwand für Wareneinkauf, Verpackung und Eingangsfracht liegt bei 600.000 €. Die Inhaberin möchte prüfen, ob die Marge im Vergleich zum HDE-Benchmark für stationären Bekleidungshandel gesund ist.

ErgebnisDer Rohgewinn beträgt 400.000 €. Die Rohgewinnmarge liegt bei 40,0 %, die Wareneinsatzquote bei 60,0 %.

Der Rechner zieht den Wareneinsatz vom Umsatz ab: 1.000.000 € − 600.000 € = 400.000 €. Geteilt durch 1.000.000 € ergibt sich eine Rohgewinnmarge von 40 %. Das liegt am unteren Rand der für den deutschen Bekleidungseinzelhandel typischen Spanne von 40–55 % laut HDE-Branchenreport, also vom Geschäft bleiben 40 Cent jedes Umsatz-Euros, um Miete in 1A-Lage, Personal nach Tarifvertrag des Einzelhandels, Marketing und den Nettogewinn zu decken.

Fortgeschritten: Restaurant gehobenes Niveau in München

Ein À-la-carte-Restaurant der gehobenen Gastronomie im Münchner Glockenbachviertel erwirtschaftet 1.800.000 € Nettoumsatz pro Jahr (Speisen mit 7 % USt., Getränke mit 19 % USt., der Rechner arbeitet auf Nettobasis). Wareneinsatz für Lebensmittel und Getränke (Food & Beverage Cost) beträgt 540.000 €. Die Geschäftsführung prüft, ob die Marge dem in der DEHOGA-Kennzahlenanalyse genannten Sollwert von rund 70 % entspricht.

ErgebnisDer Rohgewinn beträgt 1.260.000 €. Die Rohgewinnmarge liegt bei 70,0 %, die Wareneinsatzquote bei 30,0 %.

Umsatz minus Wareneinsatz ergibt 1.800.000 € − 540.000 € = 1.260.000 €. Geteilt durch den Umsatz erhält man 70,0 % Rohgewinnmarge. Das entspricht genau dem DEHOGA-Richtwert für die gehobene Gastronomie (Wareneinsatzquote 28–32 %). Achtung: Personalkosten nach Tarifvertrag NGG, Pacht und Energie liegen unterhalb der Rohgewinnzeile in der GuV nach HGB § 275 (Gesamtkostenverfahren, Position 'sonstige betriebliche Aufwendungen') und müssen aus dem Rohgewinn von 1,26 Mio. € noch finanziert werden.

B2B-Maschinenbauer im Mittelstand (Schwarzwald)

Ein mittelständischer B2B-Maschinenbauer im Schwarzwald (KMU nach EU-Definition: <250 Mitarbeitende, <50 Mio. € Jahresumsatz) fertigt Spezialwerkzeuge. Jahresumsatz 8.500.000 € netto. Materialaufwand inkl. Stahl, Elektronikbaugruppen und Akkordlöhnen (Position 5 a/b im Gesamtkostenverfahren nach HGB § 275 Abs. 2): 5.525.000 €. Die Geschäftsführung möchte die Rohmarge im Kontext der vom DIHK-Konjunkturbericht ausgewiesenen Margendruck-Tendenz bewerten.

ErgebnisDer Rohgewinn beträgt 2.975.000 €. Die Rohgewinnmarge liegt bei 35,0 %, die Wareneinsatzquote bei 65,0 %.

8.500.000 € − 5.525.000 € = 2.975.000 €. Dividiert durch 8.500.000 € ergeben sich 35,0 % Rohgewinnmarge – eher unteres Ende für deutsche Maschinenbau-KMU, die laut VDMA-Erhebungen typischerweise zwischen 32 % und 42 % Rohmarge liegen. Steigen Stahlpreise um 8 %, würde der Materialaufwand auf 5.967.000 € klettern und die Marge auf 29,8 % drücken. Hier helfen Rohstoffhedging und konsequente Wertstromanalyse nach IDW PS 980 mehr als reine Preiserhöhungen, da B2B-Verträge meist über Jahresrahmen festgeschrieben sind.

So funktioniert die Berechnung

Im Modus Gewinn berechnen wendet der Rechner die GuV-Identität Rohgewinn = Umsatzerlöse − Wareneinsatz an. Anschließend wird der Rohgewinn durch die Umsatzerlöse geteilt, um die Rohgewinnmarge in Prozent darzustellen: Rohgewinnmarge = (Rohgewinn / Umsatzerlöse) × 100. Die Wareneinsatzquote ist das Spiegelbild: Wareneinsatz / Umsatzerlöse × 100. Zusammen zeigen diese drei Werte, wie viel jedes Umsatz-Euros nach Abzug der direkten Herstellungskosten übrig bleibt.

Im Modus Umsatz berechnen löst der Rechner dieselbe Gleichung nach den Umsatzerlösen auf: Umsatz = Wareneinsatz / (1 − Marge). Weil im Nenner (1 − Marge) steht, sind Margen von 100 % oder mehr mathematisch ausgeschlossen – deshalb ist die Eingabe knapp unterhalb 100 % begrenzt.

Der Wareneinsatz umfasst nur die direkten Kosten der Leistungserstellung in der Periode: Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren, direkte Fertigungslöhne, produktionsbezogene Gemeinkosten und Eingangsfracht. Vertriebs-, Verwaltungs- und sonstige betriebliche Aufwendungen wie Marketing, Geschäftsführerbezüge, Bürokosten und Forschung & Entwicklung gehören unterhalb der Rohgewinnzeile in die GuV. Nach deutschem HGB § 275 wird zwischen dem Gesamtkostenverfahren (Abs. 2: Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen jeweils separat) und dem Umsatzkostenverfahren (Abs. 3: Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen direkt in einer Position) unterschieden. Der Rohgewinn lässt sich aus dem Umsatzkostenverfahren unmittelbar ablesen; im Gesamtkostenverfahren muss er aus Materialaufwand und ggf. Bestandsveränderungen abgeleitet werden.

Dienstleistungsunternehmen ohne physisches Vorratsvermögen haben dennoch einen vergleichbaren Aufwandsblock – meist Personalaufwand für leistungserbringende Mitarbeitende plus an Kunden weiterberechnete Fremdleistungen. Der Rechner behandelt diese Summe als Wareneinsatz, sodass dieselbe Logik für Beratungshäuser, Agenturen und SaaS-Hostingkosten gilt. Bewertungsfragen zu Vorräten (LIFO, Durchschnittsmethode) werden im IDW RS HFA 30 zur Bewertung des Vorratsvermögens nach HGB geregelt.

Wann ein Rohgewinn-Rechner sinnvoll ist

  • Preisgestaltung für ein neues Produkt. Wechseln Sie in den Modus Umsatz berechnen, geben Sie die Stückkosten und die nötige Rohgewinnmarge ein, um Betriebskosten und Zielgewinn zu decken, und lesen Sie den erforderlichen Preis ab. Hilfreich vor einem Listungsgespräch im LEH oder bei Margenverhandlungen mit Plattformbetreibern.
  • GuV Zeile für Zeile prüfen. Geben Sie monatliche oder quartalsweise Umsatzerlöse und Wareneinsatz ein, um zu sehen, ob die Marge stabil ist, steigt oder sinkt – und wie ein einzelner schwacher Monat im Verhältnis zum Trend steht. Passt zur internen Monatsabschlussroutine nach IDW PS 230.
  • Benchmarking gegenüber Ihrer Branche. Vergleichen Sie Ihre Marge mit der Tabelle auf dieser Seite und mit publizierten Branchenkennzahlen, etwa aus der Bundesbank-Datenbank für Unternehmensabschlüsse oder den HDE-/DEHOGA-Berichten. Ein Lebensmitteleinzelhändler mit 25 % ist normal, ein SaaS-Unternehmen mit 25 % hat ein gravierendes Kostenproblem.
  • Projektbasierte Angebote kalkulieren. Schätzen Sie direkte Personal- und Materialkosten eines Projekts, setzen Sie eine Zielmarge und nutzen Sie den Modus Umsatz berechnen, um ein Angebot zu erstellen, das die Rentabilität nach Schmalenbach-Kalkulationslogik schützt – inklusive Berücksichtigung kalkulatorischer Wagniskosten.
  • Margendruck früh erkennen. Rechnen Sie denselben Umsatz einmal mit dem Wareneinsatz des Vorjahres und einmal mit dem aktuellen Wareneinsatz. Die Differenz im Rohgewinn zeigt, wie viel steigende Materialkosten – etwa durch die in den Bundesbank-Statistiken dokumentierte Inflation der Erzeugerpreise – fressen, bevor überhaupt Personal- und Verwaltungsaufwand greifen.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • FehlerRohgewinnmarge mit Aufschlag (Markup) verwechseln
    LösungMarge ist Rohgewinn geteilt durch Umsatz. Der Aufschlag (Markup) ist Rohgewinn geteilt durch Kosten. Ein Produkt mit 50 € Kosten, das für 100 € verkauft wird, hat 50 % Marge, aber 100 % Aufschlag. Im deutschen Einzelhandel ist die Kalkulation oft als Aufschlag formuliert, der Steuerberater berichtet aber in Marge – die Verwechslung führt regelmäßig zu Unterpreisen.
  • FehlerVertriebs-, allgemeine und Verwaltungskosten in den Wareneinsatz einrechnen
    LösungMarketing, Vertriebsgehälter, Geschäftsführerbezüge, Bürokosten und produktionsfremde Software gehören in der GuV nach HGB § 275 unterhalb der Rohgewinnzeile (Position 'Vertriebskosten' bzw. 'allgemeine Verwaltungskosten' im Umsatzkostenverfahren). Werden sie in den Wareneinsatz eingerechnet, wird die Wareneinsatzquote überhöht und die Rohgewinnmarge verschleiert – Preissetzungsprobleme bleiben unentdeckt.
  • FehlerMargen branchenfremd vergleichen
    LösungEine Rohgewinnmarge von 30 % ist im Lebensmitteleinzelhandel hervorragend, im SaaS-Geschäft eine Katastrophe. Vergleichen Sie immer mit Peers derselben Branche – Quellen wie die Bundesbank-Verhältniszahlen, HDE- und DEHOGA-Branchenreports oder die Bilanzdatenbank des Bundesanzeigers liefern verlässliche Benchmarks für Deutschland.
  • FehlerSkonti, Rabatte, Boni und Retouren ignorieren
    LösungVerwenden Sie die Umsatzerlöse netto, d. h. Bruttoerlöse abzüglich Erlösschmälerungen wie Skonti, Rabatte, Boni und Retouren (vgl. IDW RS HFA 48 zur Umsatzrealisation). Sonst wirkt die Marge besser als das, was tatsächlich in der GuV ankommt – insbesondere im B2B-Geschäft mit Jahresbonusvereinbarungen verzerrt das die Kennzahl deutlich.
  • FehlerAnnehmen, Dienstleister hätten keinen Wareneinsatz
    LösungAuch reine Dienstleister haben einen Aufwand, der dem Wareneinsatz entspricht – Personalaufwand für leistungserbringende Mitarbeitende, weiterberechnete Fremdleistungen, Hosting- und Infrastrukturkosten bei SaaS. Wird er weggelassen, entspricht der Rohgewinn dem Umsatz, was nie zutrifft. In der Schmalenbach-Tradition spricht man hier von 'Kosten der erbrachten Leistung'.
  • FehlerRohgewinn mit Liquidität verwechseln
    LösungDer Rohgewinn muss noch Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen, Zinsen, Steuern und Investitionen decken, bevor er zu Nettogewinn oder freiem Cashflow wird. Eine gesunde Rohgewinnmarge ist notwendig, aber nicht hinreichend – die Cashflow-Rechnung nach DRS 21 zeigt erst, was am Ende auf dem Geschäftskonto landet.
  • FehlerUmsatzsteuer in den Umsatz einbeziehen
    LösungDie Umsatzsteuer (Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 %) ist ein durchlaufender Posten an das Finanzamt und gehört nach HGB § 277 Abs. 1 nicht in die Umsatzerlöse. Geben Sie sowohl Umsatz als auch Wareneinsatz netto ein, damit die Marge mit Ihrer GuV übereinstimmt und nicht künstlich überhöht erscheint.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Rohgewinnmarge in Deutschland?

Das hängt stark von der Branche ab. Bei Softwareunternehmen sind 70–80 % üblich, im Einzelhandel 25–50 %, in der Gastronomie 60–70 % (DEHOGA-Richtwert), im Maschinenbau 30–42 % (VDMA-Erhebungen). Statt eines universellen Ziels vergleichen Sie mit Branchen-Benchmarks – die Bundesbank-Datenbank zu Unternehmensabschlüssen, der HDE-Branchenreport und der DIHK-Konjunkturbericht sind verlässliche Quellen für deutsche Mittelwerte.

Was gehört in den Wareneinsatz nach deutschem Recht?

Der Wareneinsatz entspricht im Wesentlichen dem Materialaufwand nach HGB § 275 Abs. 2 Nr. 5 (Gesamtkostenverfahren) bzw. den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen nach HGB § 275 Abs. 3 Nr. 2 (Umsatzkostenverfahren): Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, für bezogene Waren, direkte Fertigungslöhne, produktionsbezogene Gemeinkosten und Eingangsfracht. Vertriebs- und Verwaltungskosten gehören nicht hinein.

Welcher Unterschied besteht zwischen Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren?

Das Gesamtkostenverfahren (HGB § 275 Abs. 2) gliedert die GuV nach Aufwandsarten: Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen. Das Umsatzkostenverfahren (HGB § 275 Abs. 3) ordnet Aufwendungen nach Funktionen zu: Umsatzerlöse minus Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen, Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten, F&E. Beide führen zum selben Jahresergebnis – im Umsatzkostenverfahren lässt sich der Rohgewinn direkt ablesen, im Gesamtkostenverfahren muss er rechnerisch abgeleitet werden.

Warum sinkt meine Rohgewinnmarge?

Häufige Ursachen sind steigende Materialaufwendungen (in den Erzeugerpreisindizes der Bundesbank gut nachverfolgbar), Wettbewerbsdruck mit Preisnachlässen, sinkende Produktionseffizienz, Verschiebung des Produktmixes hin zu margenschwächeren Artikeln oder Lieferantenpreiserhöhungen, die nicht weitergegeben werden. Auch sprungfixe Kosten in der Fertigung – etwa eine zusätzliche Schicht – können die Marge belasten.

Ist Rohgewinn dasselbe wie Deckungsbeitrag?

Nein. Der Rohgewinn nach GuV nutzt den gesamten Wareneinsatz inklusive fixer Fertigungsgemeinkosten. Der Deckungsbeitrag in der Schmalenbach-Tradition nutzt ausschließlich variable Kosten. Der Deckungsbeitrag ist für Einzelproduktentscheidungen, Mengenkalkulationen und Preisuntergrenzen geeigneter; der Rohgewinn ist die offizielle Kennzahl in der HGB-GuV.

Wie unterscheidet sich der Rohgewinn vom Nettogewinn?

Der Rohgewinn zieht nur den Wareneinsatz vom Umsatz ab. Der Nettogewinn (Jahresüberschuss) zieht alles ab: Wareneinsatz, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen (Miete, Marketing), Abschreibungen, Zinsergebnis und Steuern. Ein Unternehmen mit gesunder Rohmarge kann trotzdem Jahresfehlbetrag schreiben, wenn der Verwaltungsaufwand zu hoch ist.

Wo liegt der Unterschied zwischen Rohgewinn und Betriebsergebnis (EBIT)?

Das Betriebsergebnis (EBIT) entspricht dem Rohgewinn abzüglich Vertriebskosten, allgemeiner Verwaltungskosten, F&E-Aufwand und Abschreibungen. Der Rohgewinn spiegelt die Produktionseffizienz wider, das EBIT die gesamte operative Effizienz vor Finanzierung und Steuern. In der HGB-GuV im Umsatzkostenverfahren lassen sich beide Stufen direkt ablesen.

Wie berechnet ein Dienstleister seinen Rohgewinn?

Statt Wareneinsatz im Sinne von Material setzt der Dienstleister die direkten Leistungskosten an: Personalaufwand für leistungserbringende Mitarbeitende, ggf. an Kunden weiterberechnete Fremdleistungen, Hosting/Infrastruktur bei SaaS. Die Formel Umsatzerlöse minus direkte Leistungskosten gilt gleichermaßen. In der Schmalenbach-Kostenrechnungslehre spricht man von 'Kosten der erbrachten Leistung'.

Wie steigere ich den Rohgewinn ohne Preiserhöhung?

Senken Sie den Materialaufwand durch Neuverhandlung von Rahmenverträgen, Wechsel zu gleichwertigen günstigeren Lieferanten, Reduktion von Ausschuss und Nacharbeit, Produktivitätssteigerung über Wertstromanalyse (IDW PS 980) oder Verlagerung des Produktmixes hin zu margenstärkeren Artikeln. Jeder eingesparte Euro Materialaufwand fließt direkt in den Rohgewinn.

Enthält der Rohgewinn Umsatzsteuer?

Nein. Die Umsatzsteuer (Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 %) ist ein durchlaufender Posten für das Finanzamt und nach HGB § 277 Abs. 1 nicht Teil der Umsatzerlöse. Sowohl Umsatz als auch Wareneinsatz sollten netto in den Rechner eingegeben werden. Das entspricht auch der internationalen Sicht nach IFRS 15.

Warum erzeugt dieselbe Marge unterschiedliche Aufschläge?

Marge ist Rohgewinn geteilt durch Umsatz, Aufschlag ist Rohgewinn geteilt durch Kosten. Eine Marge von 50 % entspricht einem Aufschlag von 100 %, eine Marge von 60 % einem Aufschlag von 150 %, eine Marge von 75 % einem Aufschlag von 300 %. Einzelhändler kalkulieren häufig in Aufschlägen, Bilanzierer und Investoren in Margen – der Rechner gibt die Marge aus.

Wie passt der Rohgewinn-Rechner zur KMU-Definition?

Die EU-KMU-Definition (Empfehlung 2003/361/EG) unterscheidet Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen anhand von Mitarbeitenden (<10/<50/<250) und Umsatz/Bilanzsumme (≤2/≤10/≤50 Mio. €). Der Rechner ist für alle drei Größen geeignet. Kleine Kapitalgesellschaften nach HGB § 267 Abs. 1 dürfen die GuV verkürzt darstellen, müssen aber Umsatzerlöse und Materialaufwand weiterhin getrennt ausweisen – beides ist für die Rohgewinnberechnung verfügbar.

Quellen

Methodik

Der Rechner wendet die GuV-Identität Rohgewinn = Umsatzerlöse − Wareneinsatz an und weist die Rohgewinnmarge als Rohgewinn / Umsatzerlöse × 100 aus. Im Modus Umsatz berechnen wird die Identität nach den Umsatzerlösen aufgelöst: Umsatz = Wareneinsatz / (1 − Marge), wobei die Marge knapp unter 100 % gedeckelt wird, um Division durch null zu vermeiden. Der Wareneinsatz entspricht dem Materialaufwand nach HGB § 275 Abs. 2 Nr. 5 im Gesamtkostenverfahren bzw. den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen nach HGB § 275 Abs. 3 Nr. 2 im Umsatzkostenverfahren: direkte Materialien, direkte Fertigungslöhne und produktionsbezogene Gemeinkosten zählen dazu; Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten, F&E, Zinsen und Steuern gehören unterhalb der Rohgewinnzeile in die GuV. Bewertungsfragen zu Vorräten richten sich nach IDW RS HFA 30. Alle Eingaben sind netto (ohne Umsatzsteuer) zu erfassen.

Profi-Tipps

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