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Kurs-Buchwert-Rechner

Aktienkurs mit dem Buchwert je Aktie vergleichen

KBV-Formeln

KBV-Verhältnis
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Buchwert je Aktie
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Markt-zu-Buch-Verhältnis
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Kurs-Buchwert-Verhältnis verstehen

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) vergleicht den Marktpreis eines Unternehmens mit seinem Buchwert – dem Nettovermögenswert in der Bilanz. Es zeigt, wie viel Anleger pro Euro Eigenkapital zahlen. Ein KBV von 2,0 bedeutet, dass die Aktie zum doppelten Buchwert gehandelt wird.

Das KBV ist besonders nützlich für kapitalintensive Branchen wie Banken, Versicherungen und Immobilien, wo der Buchwert aussagekräftig ist. Ein KBV unter 1,0 deutet darauf hin, dass die Aktie unter dem Liquidationswert gehandelt wird – möglicherweise unterbewertet oder ein Hinweis auf Probleme.

Im Gegensatz zum KGV, das auf dem (volatilen) Gewinn basiert, stützt sich das KBV auf den (stabilen) Buchwert. Dies macht das KBV für Unternehmen mit negativen oder schwankenden Gewinnen nützlich. Bei Technologieunternehmen mit einem hohen Anteil immaterieller Vermögenswerte kann der Buchwert jedoch irreführend sein.

KBV-Interpretation

📉

KBV < 1,0

Handel unter Buchwert. Möglicherweise unterbewertet oder der Markt sieht versteckte Probleme.

⚖️

KBV 1,0–2,0

Angemessen für reife, kapitalintensive Unternehmen. Kann fairen Wert anzeigen.

📈

KBV 2,0–5,0

Aufschlagsbewertung. Markt erwartet Wachstum oder sieht immaterielle Werte.

🚀

KBV > 5,0

Hoher Aufschlag. Typisch für Technologie-/Wachstumsaktien mit bedeutenden immateriellen Vermögenswerten.

KBV-Richtwerte nach Branche

BrancheTypisches KBVNiedriges KBVHinweise
Banken0,8–1,5< 0,8Asset-basiertes Geschäft
Versicherungen1,0–2,0< 0,9Buchwert aussagekräftig
Versorger1,2–2,0< 1,0Regulierte Vermögenswerte
Technologie3,0–10,0+< 2,0Immaterielle Werte dominieren
Industrie/Fertigung1,5–3,0< 1,2Sachanlagen

KBV effektiv einsetzen

🏦

Am besten für kapitalintensive Unternehmen

Das KBV ist am aussagekräftigsten für Banken, Versicherungen, REITs und anlagenintensive Unternehmen.

📊

Mit Eigenkapitalrendite kombinieren

Ein hohes KBV ist gerechtfertigt, wenn die Eigenkapitalrendite (ROE) hoch ist. KBV = ROE × KGV. Ein niedriges KBV bei niedriger ROE ist kein Schnäppchen.

📉

Materiellen Buchwert prüfen

Der materielle Buchwert schließt Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte aus – ein konservativerer Maßstab für akquisitionsaktive Unternehmen.

⚠️

Auf Abschreibungen achten

Vermögensabschreibungen erhöhen das KBV. Prüfen Sie, ob der Buchwert wertgeminderte Vermögenswerte enthält.

Häufig gestellte Fragen

Warum kann eine Aktie unter Buchwert handeln?

Der Markt erwartet Verluste, Wertminderungen oder hält den Buchwert für überhöht. Banken handeln in Krisenzeiten oft unter Buchwert. Dies kann eine echte Value-Chance oder eine Value-Falle sein – gründliche Analyse ist erforderlich.

KBV vs. KGV: Was ist besser?

Keines ist grundsätzlich besser. Das KGV eignet sich für profitable, stabile Unternehmen. Das KBV eignet sich für kapitalintensive Unternehmen oder solche mit schwankenden oder negativen Gewinnen. Beide sollten zusammen mit anderen Kennzahlen verwendet werden.

Was ist der materielle Buchwert?

Buchwert abzüglich immaterieller Vermögenswerte (Firmenwert, Patente, Markenrechte). Ein konservativerer Maßstab für den Liquidationswert. Wichtig für Unternehmen, die durch Übernahmen gewachsen sind.

Warum haben Technologieaktien hohe KBV-Werte?

Der Wert von Technologieunternehmen entsteht durch geistiges Eigentum, Marken und Netzwerkeffekte – immaterielle Werte, die nicht in der Bilanz stehen. Der Buchwert unterschätzt den tatsächlichen wirtschaftlichen Wert dieser Unternehmen erheblich.

Beispiele

DAX-Bank mit KBV 0,7 als Value-Indikator

Eine im DAX notierte Großbank weist im Quartalsabschluss 60.000.000.000 € Eigenkapital der Aktionäre und 1.500.000.000 ausstehende Aktien aus. Die Aktie notiert aktuell bei 28,00 € je Stück.

ErgebnisBuchwert je Aktie = 60.000.000.000 € / 1.500.000.000 = 40,00 €. KBV = 28 / 40 = 0,7. Der Markt bewertet jeden Euro bilanzielles Eigenkapital mit nur 0,70 € – ein Abschlag von 30 % auf den Buchwert.

Ein KBV von 0,7 ist im europäischen Bankensektor seit der Eurokrise und Niedrigzinsphase keine Seltenheit; die Deutsche Bundesbank und die EZB-Bankenaufsicht dokumentieren strukturell gedrückte Bewertungsmultiples für deutsche Großbanken im Vergleich zu US-Häusern. Ein Sub-1x-KBV ist nicht automatisch ein Kaufsignal: Value-Investoren prüfen zusätzlich die Eigenkapitalrendite, den materiellen Buchwert (KBV ohne Firmenwert), die Quote notleidender Kredite und die nach IFRS 9 erfasste Risikovorsorge. Wenn die ROE dauerhaft unter den Eigenkapitalkosten liegt, ist der Abschlag fundamental gerechtfertigt – eine klassische Value-Falle statt eines Schnäppchens.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich das KBV vom Marktwert eines Unternehmens?

Der Marktwert (Marktkapitalisierung) ist eine absolute Größe in Euro – die Anzahl ausstehender Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs. Das KBV ist dagegen ein relativer Multiplikator: Marktkapitalisierung geteilt durch das bilanzielle Eigenkapital, beziehungsweise Kurs geteilt durch Buchwert je Aktie. Zwei Unternehmen mit identischem Marktwert von je 10 Mrd. € können sehr unterschiedliche KBVs aufweisen, wenn ihr ausgewiesenes Eigenkapital nach IFRS oder HGB stark voneinander abweicht. Deutsche Anleger finden beide Größen im Geschäftsbericht und in den Kennzahlenblättern der Deutsche Börse beziehungsweise auf den BaFin-veröffentlichten Stimmrechtsmitteilungen.

Eignet sich das KBV eher für Value- oder für Growth-Investing?

Das KBV ist eine klassische Value-Kennzahl. Benjamin Graham forderte für defensive Anleger ein KBV unter 1,5; Eugene Fama und Kenneth French bauten das Verhältnis Buchwert zu Marktwert (das Inverse des KBV) als sogenannten Value-Faktor in ihr Drei-Faktor-Modell ein. Für Growth-Titel – etwa SAP, deren Wert sich aus selbstgeschaffener Software, Markenstärke und Kundenbasis speist – ist das KBV dagegen weitgehend unbrauchbar, weil diese immateriellen Werte unter IFRS gar nicht oder nur teilweise aktiviert werden dürfen. Value-Investoren in Deutschland setzen das KBV typischerweise bei Banken, Versicherern, Versorgern und zyklischer Industrie ein, kombinieren es aber stets mit ROE, Verschuldungsgrad und Ertragsqualität, um Value-Fallen zu erkennen.

Wie verzerrt der nach IFRS bilanzierte Firmenwert (Goodwill) das KBV?

Nach IFRS 3 wird bei einer Übernahme der Kaufpreis über das übernommene Nettovermögen hinaus als Goodwill aktiviert und im Folgenden nach IFRS 36 jährlich auf Wertminderung getestet, aber nicht planmäßig abgeschrieben. Dadurch erscheint das Eigenkapital eines akquisitionsaktiven Konzerns in der Bilanz deutlich höher als seine substanzielle, betrieblich nutzbare Vermögensbasis – das KBV wirkt optisch niedriger und damit günstiger. Tritt später eine Wertminderung ein (Impairment), reduziert sich das Eigenkapital schlagartig und das KBV steigt sprunghaft. Deutsche Analysten ziehen daher häufig den Goodwill ab und rechnen mit dem materiellen Buchwert (KBV ohne Firmenwert, englisch P/TBV), insbesondere im Banken- und Versicherungssektor sowie bei Konglomeraten.

Welche typischen KBV-Bandbreiten gelten für deutsche und europäische Branchen?

Datenbanken wie der NYU-Stern-Datenbestand von Aswath Damodaran sowie Studien der Bundesbank und der Deutsche Börse zeigen für den europäischen Raum grob folgende Größenordnungen: Großbanken 0,5 bis 1,0; Regionalbanken und Sparkassen-nahe Häuser 0,7 bis 1,2; Versicherer 1,0 bis 1,5; Versorger 1,0 bis 2,0; Automobil- und Industriekonzerne 1,2 bis 2,5; defensive Konsumgüter und Pharma 3,0 bis 6,0; Software- und Halbleitertitel 4,0 bis 12,0 und mehr. Diese Werte schwanken mit dem Zinszyklus – steigende Zinsen drücken das KBV von Versorgern und Immobilientiteln spürbar nach unten.

Sind ein niedriges KBV und IFRS-konforme Stille Reserven dasselbe?

Nein. Ein niedriges KBV bedeutet lediglich, dass der Markt die Aktie unter dem ausgewiesenen Eigenkapital bewertet. Stille Reserven entstehen dagegen, wenn der tatsächliche Marktwert eines Vermögenswertes über dem Buchwert liegt – etwa bei lange gehaltenen Immobilien, die nach IFRS zu fortgeführten Anschaffungskosten oder nach HGB zu Anschaffungskosten bilanziert werden, statt zum aktuellen Verkehrswert. Ein Unternehmen kann durchaus ein KBV über 1 aufweisen und gleichzeitig erhebliche stille Reserven haben (typisch für Wohnimmobilien-AGs vor IFRS-Neubewertung). Umgekehrt ist ein KBV unter 1 nicht automatisch ein Hinweis auf stille Reserven – häufig signalisiert es nur erwartete Verluste oder ein zu schwaches Geschäftsmodell.

Wie fügt sich das KBV in einen vollständigen Value-Investing-Prozess ein?

Das KBV ist ein Einstiegsfilter, kein Anlageurteil. Ein typischer Prozess sieht so aus: (1) Vorauswahl per Screen, etwa KBV unter 1,5 in kapitalintensiven Branchen; (2) Plausibilisierung durch das materielle KBV ohne Goodwill und sonstige immaterielle Werte; (3) Quervergleich mit der Eigenkapitalrendite – nach der Identität KBV ≈ ROE × KGV verdient ein Unternehmen mit nachhaltig 15 % ROE ein höheres KBV als eines mit 5 %; (4) Prüfung der Bilanzqualität, also Risikovorsorge, latente Steuern, Pensionsrückstellungen und – bei Banken – die nach Basel-III-Vorgaben berechnete harte Kernkapitalquote; (5) qualitative Beurteilung von Geschäftsmodell, Management und regulatorischem Umfeld. Erst wenn alle Schritte ein konsistentes Bild ergeben, wird aus einer niedrigen KBV-Kennzahl eine begründete Investitionsentscheidung.

Quellen

Profi-Tipps

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