DAX-Bank mit KBV 0,7 als Value-Indikator
Eine im DAX notierte Großbank weist im Quartalsabschluss 60.000.000.000 € Eigenkapital der Aktionäre und 1.500.000.000 ausstehende Aktien aus. Die Aktie notiert aktuell bei 28,00 € je Stück.
ErgebnisBuchwert je Aktie = 60.000.000.000 € / 1.500.000.000 = 40,00 €. KBV = 28 / 40 = 0,7. Der Markt bewertet jeden Euro bilanzielles Eigenkapital mit nur 0,70 € – ein Abschlag von 30 % auf den Buchwert.
Ein KBV von 0,7 ist im europäischen Bankensektor seit der Eurokrise und Niedrigzinsphase keine Seltenheit; die Deutsche Bundesbank und die EZB-Bankenaufsicht dokumentieren strukturell gedrückte Bewertungsmultiples für deutsche Großbanken im Vergleich zu US-Häusern. Ein Sub-1x-KBV ist nicht automatisch ein Kaufsignal: Value-Investoren prüfen zusätzlich die Eigenkapitalrendite, den materiellen Buchwert (KBV ohne Firmenwert), die Quote notleidender Kredite und die nach IFRS 9 erfasste Risikovorsorge. Wenn die ROE dauerhaft unter den Eigenkapitalkosten liegt, ist der Abschlag fundamental gerechtfertigt – eine klassische Value-Falle statt eines Schnäppchens.