Welche Jahresrendite sollte ich annehmen?
Wählen Sie die Annahme passend zu Ihrer Anlagemischung. Langfristige Erfahrungswerte legen rund 6–7 % nominal für einen weltweit gestreuten Aktien-ETF (MSCI World, FTSE All-World) nahe, 3–4 % für ein 60/40-Mischportfolio aus Aktien und Anleihen sowie 1,5–3 % nominal für Tagesgeld und Festgeld laut Bundesbank-Zinsstatistik. Finanztip und Stiftung Warentest empfehlen für langfristige ETF-Sparpläne in der Regel 6 % als Planungswert. Vorausschauende 10-Jahres-Schätzungen großer Vermögensverwalter wie Vanguard liegen wegen erhöhter Bewertungen 1–2 Punkte unter dem historischen Mittel; eine konservative Annahme von 5 % bietet einen Sicherheitsabschlag.
Ist die Projektion garantiert?
Nein. BaFin-Hinweise für Privatanlegerinnen und Privatanleger sowie Verbraucherzentralen stellen klar, dass keine Anlagerendite garantiert ist. Der Rechner unterstellt eine glatte, konstante Jahresrendite, reale Märkte sind aber volatil – die ungünstigsten rollierenden 10-Jahres-Zeiträume für globale Aktien (z. B. 2000–2010) waren real negativ. Behandeln Sie das Ergebnis als Planungswert, nicht als Versprechen, und lesen Sie den Endwert immer zusammen mit dem inflationsbereinigten Wert.
Wie wirken sich Steuern, Soli und Kirchensteuer in Deutschland aus?
Der Rechner liefert Brutto-Endwerte vor Steuern. In Deutschland fällt auf Kapitalerträge die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %) und ggf. Kirchensteuer (8–9 % der Steuer) an. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person und Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) und wird per Freistellungsauftrag bei der Bank aktiviert. Bei Aktien-ETFs greift die Teilfreistellung von 30 %, bei Mischfonds 15 %, bei Immobilienfonds 60 % – diese Anteile bleiben steuerfrei. Für Nettoprojektionen reduzieren Sie die Rendite um etwa 0,5–1 Prozentpunkt.
Was ist die Vorabpauschale und wie wirkt sie sich aus?
Seit der Investmentsteuerreform 2018 wird bei thesaurierenden Fonds und ETFs jährlich die Vorabpauschale nach § 18 InvStG erhoben. Sie ist eine Mindestbesteuerung des unterstellten Wertzuwachses und berechnet sich aus dem Basisertrag (Basiszins der Deutschen Bundesbank × 70 % × Fondswert zum Jahresbeginn), gemindert um die Teilfreistellung und durch tatsächliche Ausschüttungen begrenzt. Die gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf gegen die finale Abgeltungsteuer angerechnet. In Niedrigzinsphasen ist die Pauschale 0 €. BaFin und Verbraucherzentralen empfehlen, den Sparer-Pauschbetrag dafür offen zu halten.
Wie unterscheidet sich dieser Rechner vom Zinseszinsrechner?
Der Zinseszinsrechner geht von einem festen, vertraglich vereinbarten Zinssatz aus – die Verzinsung eines Tagesgelds, Festgelds, Sparbriefs oder Anleihekupons – und liefert präzise Eurobeträge. Dieser Investitionsrechner modelliert ein Portfolio mit variabler Rendite (Aktien, ETFs, Mischfonds), bei dem der eingegebene Zinssatz ein langfristiger Durchschnitt ist, keine Garantie. Die zugrunde liegende Mathematik ist identisch – nur die Interpretation unterscheidet sich. Nutzen Sie diesen Rechner für ETF-Sparpläne und Depot-Projektionen, den Zinseszinsrechner für Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefe.
Soll ich die Inflation einbeziehen?
Ja, wenn die Projektion die reale Kaufkraft abbilden soll. Der Rechner hat ein eingebautes Feld erwartete Inflation (Standard 3 %; die EZB strebt langfristig 2 % an, das Statistische Bundesamt veröffentlicht den Verbraucherpreisindex VPI als Referenz) und zeigt den inflationsbereinigten Wert neben dem nominalen Endwert. Alternativ tragen Sie eine reale Rendite (nominale Rendite minus erwartete Inflation) ein und lesen den nominalen Endwert direkt als inflationsbereinigt. Für die private Altersvorsorge ist die inflationsbereinigte Sicht das ehrlichere Ziel.
Was ist der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten)?
Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten-Effekt) ist die Praxis, regelmäßig den gleichen Eurobetrag unabhängig von der Marktlage zu investieren – das Feld monatliche Einzahlung in diesem Rechner bildet genau das ab. Der psychologische Vorteil: Sie umgehen die Versuchung des Market Timing. Der strukturelle Vorteil: fixe Eurobeträge kaufen mehr Anteile, wenn die Kurse fallen. Statistisch schlägt das sofortige Investieren einer Einmalanlage das schrittweise Investieren in etwa zwei Dritteln der Fälle (Märkte steigen häufiger als sie fallen), aber für laufende Einkommens-Sparraten ist Cost-Averaging der richtige Rahmen.
Wie behandelt der Rechner den Zeitpunkt der monatlichen Einzahlung?
Der Rechner verwendet nachschüssige Einzahlungen am Monatsende (gewöhnliche Rente), die übliche Konvention bei Altersvorsorge-Formeln. Wenn Ihr ETF-Sparplan tatsächlich am Monatsersten ausgeführt wird (vorschüssige Rente), liegt der Endwert leicht höher – multiplizieren Sie den Sparplan-Anteil mit $(1 + i)$, wobei $i = r/12$. Der Unterschied beträgt typischerweise weniger als 1 % des Endwerts und ist für Planungszwecke vernachlässigbar.
Warum sieht die Gesamtrendite so hoch aus?
Die Gesamtrendite wird als kumulativer Prozentwert auf die eingezahlten Euros ausgewiesen – (Endwert − Gesamteinzahlungen) ÷ Gesamteinzahlungen × 100 – nicht als annualisierter Wert. Über 30+ Jahre erzeugt eine annualisierte Rendite von 6–7 % naturgemäß eine kumulative Rendite von 200–400 %, weil derselbe Eingabezinssatz wiederholt verzinst wird. Der annualisierte Wert bleibt der von Ihnen eingegebene Zinssatz; die Prozentanzeige macht nur die Hebelwirkung des Zinseszinses auf einen Blick sichtbar.
Was passiert, wenn ich nach einigen Jahren aufhöre einzuzahlen?
Rechnen Sie zweimal. Erste Rechnung: Endwert bis zum Jahr, in dem Sie die Einzahlungen stoppen. Zweite Rechnung: dieses Endkapital als neue Anfangsinvestition, monatliche Einzahlung auf 0 € setzen und die verbleibenden Jahre eintragen. Beispiel: 500 €/Monat über 10 Jahre bei 7 % ergibt rund 86.500 €. Dieses Kapital verzinst sich anschließend 20 weitere Jahre bei 7 % zu rund 335.000 € – die Zinseszinskraft des frühen Sparjahrzehnts wirkt damit oft stärker als später ausgesetzte Einzahlungen.
Macht es einen Unterschied, ob die Verzinsung monatlich oder täglich erfolgt?
Bei realistischen Zinssätzen ist der Eurobetrag-Unterschied klein. Auf 50.000 € bei 6 % über 20 Jahre liefert monatliche Verzinsung rund 165.000 € und tägliche Verzinsung rund 166.000 € – eine Differenz von rund 1.000 € über zwei Jahrzehnte, deutlich unter 1 %. Die Wahl der Verzinsungsfrequenz beeinflusst vor allem den effektiven Jahreszins (rund 6,17 % bei monatlicher vs. 6,18 % bei täglicher Verzinsung). Wählen Sie das Intervall passend zum tatsächlichen Konto; verlieren Sie keinen Schlaf an der Entscheidung.
Wie verlässlich ist die Faustregel 72 für die Verdoppelungszeit?
Eine gute Überschlagsrechnung. Die Faustregel 72 sagt: Jahre bis zur Verdoppelung ≈ 72 ÷ Zinssatz%, abgeleitet aus dem natürlichen Logarithmus. Sie ist zwischen 6 % und 10 % am genauesten: bei 7 % liefert die Regel 10,3 Jahre, die exakte Formel ln(2) ÷ ln(1,07) ergibt 10,24 Jahre. Unter 4 % oder über 15 % weicht sie spürbar ab – für solche Fälle nutzen Sie ln(2) ÷ ln(1 + r). Das Feld Verdoppelungszeit im Rechner nutzt die Faustregel 72, um dem üblichen Schnellschätzwert zu entsprechen.