Mittelständischer Maschinenbauer in der Grauzone
Ein deutscher Mittelständler aus dem Maschinenbau (GmbH, HGB-Abschluss) wird von der Hausbank im Rahmen der Kreditprüfung bewertet. Da es sich um ein nicht börsennotiertes Unternehmen handelt, zieht die Analystin das Z'-Modell für nicht börsennotierte Industrieunternehmen heran und ermittelt die fünf Kennzahlen aus dem Jahresabschluss.
ErgebnisZ' = 0,717(0,18) + 0,847(0,28) + 3,107(0,09) + 0,420(0,55) + 0,998(1,30) ≈ 0,129 + 0,237 + 0,280 + 0,231 + 1,297 ≈ 2,17. Bei einem Gesamtvermögen von 25 Mio. EUR entspricht das einem Jahresumsatz von rund 32,5 Mio. EUR und einem EBIT von etwa 2,25 Mio. EUR.
Mit Z' ≈ 2,17 landet das Unternehmen für nicht börsennotierte Firmen mitten in der Grauzone (1,23–2,90 nach Z'). Kapitalumschlag (E) und kumulierte Rentabilität (B) tragen die Bewertung, während die EBIT-Marge (C) und die Eigenkapitaldecke (D) durchschnittlich ausfallen. Die Bank wird den Score quartalsweise nachhalten: Ein Abrutschen unter 1,23 wäre historisch ein Insolvenzrisikosignal innerhalb von zwei Jahren, ein Anstieg über 2,90 würde das Unternehmen wieder in den sicheren Bereich heben. Für eine umfassende Beurteilung ergänzen Banken den Z'-Score in Deutschland üblicherweise um eine Liquiditätsplanung nach IDW S 11 und einen Branchenvergleich, etwa mit Creditreform-Daten.