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Altman-Z-Score-Rechner

Insolvenzrisiko mit dem Altman-Z-Score-Modell einschätzen

Z-Score-Formeln

Börsennotierte Industrieunternehmen
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Nicht börsennotierte Unternehmen
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Nicht produzierende Unternehmen
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Der Altman-Z-Score erklärt

Der von Professor Edward Altman 1968 entwickelte Altman-Z-Score prognostiziert die Wahrscheinlichkeit einer Unternehmensinsolvenz innerhalb von zwei Jahren. Er kombiniert fünf Finanzkennzahlen zu einem Gesamtwert mittels Diskriminanzanalyse auf Basis historischer Insolvenzdaten.

Das ursprüngliche Modell war bei der Vorhersage einer Insolvenz zwei Jahre im Voraus zu 72 % treffsicher und ein Jahr vorher zu 80–90 %. Es gehört zu den meistgenutzten und am besten validierten Modellen zur Vorhersage finanzieller Notlagen.

Der Z-Score verwendet fünf Kennzahlen: Nettoumlaufvermögen/Gesamtvermögen (Liquidität), Gewinnrücklagen/Gesamtvermögen (Rentabilitätshistorie), EBIT/Gesamtvermögen (Betriebseffizienz), Marktwert/Verbindlichkeiten (Verschuldung) und Umsatz/Gesamtvermögen (Kapitalumschlag).

Z-Score-Interpretation

🟢

Z > 2,99 (Sicherer Bereich)

Geringes Insolvenzrisiko. Finanziell gesund mit soliden Kennzahlen.

🟡

Z 1,81–2,99 (Grauzone)

Warnbereich. Handlungsbedarf. Entwicklung ungewiss.

🔴

Z < 1,81 (Krisenbereich)

Hohes Insolvenzrisiko. Schwere finanzielle Notlage wahrscheinlich.

⚠️

Angepasste Modelle

Abweichende Schwellenwerte für nicht börsennotierte Unternehmen und Dienstleister.

Z-Score-Komponenten

KennzahlFormelGewichtMisst
X1NUV / GA1,2Liquidität
X2GR / GA1,4Kumulierte Rentabilität
X3EBIT / GA3,3Betriebseffizienz
X4MW / GV0,6Verschuldung (Marktwert)
X5Umsatz / GA1,0Kapitalumschlag

Den Z-Score effektiv nutzen

🏭

Richtiges Modell wählen

Original für börsennotierte Industrieunternehmen, Z' für nicht börsennotierte, Z'' für Dienstleister und nicht produzierende Branchen.

📈

Trends beobachten

Ein sinkender Z-Score ist ein Warnsignal, auch wenn er noch im sicheren Bereich liegt. Achten Sie auf die Richtung, nicht nur auf den aktuellen Wert.

🔍

Mit weiteren Analysen kombinieren

Der Z-Score ist ein Instrument unter vielen. Ergänzen Sie ihn durch Cashflow-Analyse, Branchenvergleiche und qualitative Faktoren.

⚠️

Grenzen kennen

Weniger verlässlich für Finanzinstitute, Schwellenmärkte und in ungewöhnlichen wirtschaftlichen Lagen.

Häufig gestellte Fragen

Wie genau ist der Z-Score?

Die ursprüngliche Forschung zeigte 72 % Treffsicherheit zwei Jahre vor einer Insolvenz und 80–90 % ein Jahr davor. Nachfolgestudien bestätigen 70–80 % Genauigkeit. Er eignet sich am besten als Frühwarnindikator in Kombination mit weiteren Analysen.

Kann ich den Z-Score für Banken oder Versicherungen verwenden?

Nein. Der ursprüngliche Z-Score wurde nicht für Finanzinstitute entwickelt. Ihre besondere Bilanzstruktur macht die Kennzahlen unbrauchbar. Für Finanzunternehmen sind spezialisierte Modelle erforderlich.

Was, wenn kein Marktwert des Eigenkapitals verfügbar ist?

Für nicht börsennotierte Unternehmen verwenden Sie das Z'-Modell, das den Buchwert des Eigenkapitals einsetzt. Die Koeffizienten sind entsprechend angepasst. Dies ist bei der Analyse nicht börsennotierter Unternehmen üblich.

Was verursacht niedrige Z-Scores?

Haupttreiber: negatives Nettoumlaufvermögen (Liquiditätskrise), angesammelte Verluste (negative Gewinnrücklagen), Betriebsverluste (negatives EBIT), hohe Verschuldung oder schlechter Kapitalumschlag. Konzentrieren Sie sich auf die schwächsten Kennzahlen.

Beispiele

Mittelständischer Maschinenbauer in der Grauzone

Ein deutscher Mittelständler aus dem Maschinenbau (GmbH, HGB-Abschluss) wird von der Hausbank im Rahmen der Kreditprüfung bewertet. Da es sich um ein nicht börsennotiertes Unternehmen handelt, zieht die Analystin das Z'-Modell für nicht börsennotierte Industrieunternehmen heran und ermittelt die fünf Kennzahlen aus dem Jahresabschluss.

ErgebnisZ' = 0,717(0,18) + 0,847(0,28) + 3,107(0,09) + 0,420(0,55) + 0,998(1,30) ≈ 0,129 + 0,237 + 0,280 + 0,231 + 1,297 ≈ 2,17. Bei einem Gesamtvermögen von 25 Mio. EUR entspricht das einem Jahresumsatz von rund 32,5 Mio. EUR und einem EBIT von etwa 2,25 Mio. EUR.

Mit Z' ≈ 2,17 landet das Unternehmen für nicht börsennotierte Firmen mitten in der Grauzone (1,23–2,90 nach Z'). Kapitalumschlag (E) und kumulierte Rentabilität (B) tragen die Bewertung, während die EBIT-Marge (C) und die Eigenkapitaldecke (D) durchschnittlich ausfallen. Die Bank wird den Score quartalsweise nachhalten: Ein Abrutschen unter 1,23 wäre historisch ein Insolvenzrisikosignal innerhalb von zwei Jahren, ein Anstieg über 2,90 würde das Unternehmen wieder in den sicheren Bereich heben. Für eine umfassende Beurteilung ergänzen Banken den Z'-Score in Deutschland üblicherweise um eine Liquiditätsplanung nach IDW S 11 und einen Branchenvergleich, etwa mit Creditreform-Daten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Altman-Z-Score und wie funktioniert die Insolvenzprognose?

Der Altman-Z-Score ist ein 1968 von Edward Altman entwickeltes statistisches Verfahren zur Insolvenzprognose. Er kombiniert fünf Bilanzkennzahlen aus dem HGB- oder IFRS-Abschluss zu einem einzelnen Score und ordnet das Unternehmen einem von drei Bereichen zu: sicher (Z > 2,99), Grauzone (1,81–2,99) oder Krisenbereich (Z < 1,81). In Deutschland nutzen Banken, Wirtschaftsprüfer und Kreditversicherer wie Coface oder Allianz Trade vergleichbare Diskriminanzmodelle zur Frühwarnung.

Was bedeutet ein Z-Score > 2,99 für ein deutsches Unternehmen?

Ein Z-Wert über 2,99 (bzw. > 2,90 beim Z'-Modell für nicht börsennotierte Firmen) signalisiert einen sicheren Bereich mit geringem Insolvenzrisiko innerhalb der nächsten zwei Jahre. Bei deutschen Mittelständlern bedeutet dies historisch eine Insolvenzwahrscheinlichkeit unter 3 % – ein Wert, der mit der durchschnittlichen Insolvenzquote produzierender Unternehmen laut Bundesbank-Statistik übereinstimmt. Banken stufen solche Unternehmen typischerweise in den Investment-Grade-Bereich ein.

Was bedeutet ein Z-Score < 1,81 und besteht akutes Insolvenzrisiko?

Ein Z-Wert unter 1,81 (bzw. < 1,23 beim Z'-Modell) signalisiert ein hohes Insolvenzrisiko mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von etwa 50–80 % innerhalb der nächsten zwei Jahre. Nach deutschem Recht (§ 15a InsO) trifft die Geschäftsführung in diesem Fall eine erhöhte Sorgfaltspflicht zur Überwachung der Zahlungsfähigkeit. Ein Sanierungsgutachten nach IDW S 6 ist häufig der nächste Schritt, um Restrukturierungsoptionen wie das StaRUG-Verfahren zu prüfen.

Wie verlässlich ist der Z-Score im deutschen Mittelstand?

Empirische Studien für den deutschen Mittelstand zeigen Trefferquoten von 70–80 % bei einem Prognosehorizont von einem Jahr. Da deutsche GmbHs überwiegend nicht börsennotiert sind, sollte das Z'-Modell mit Buchwerten verwendet werden. Die Aussagekraft sinkt bei Familienunternehmen mit hohen stillen Reserven (z. B. abgeschriebenem Immobilienvermögen), da der HGB-Buchwert das wirtschaftliche Eigenkapital unterzeichnet. Eine Ergänzung um Creditreform-Bonitätsindex und Branchenvergleich ist üblich.

Welche Daten liefert die Bundesbank-Insolvenzstatistik zur Plausibilisierung?

Die Deutsche Bundesbank und das Statistische Bundesamt veröffentlichen jährlich Insolvenzstatistiken nach Branche, Rechtsform und Größenklasse. 2024 lag die Insolvenzquote im verarbeitenden Gewerbe bei rund 0,7 % der aktiven Unternehmen, im Baugewerbe bei etwa 1,3 %. Diese Branchenquoten dienen als Plausibilitätsanker für Z-Score-Ergebnisse: Liegt ein Z-Wert deutlich unter dem Branchendurchschnitt, ist die Insolvenzwahrscheinlichkeit entsprechend höher anzusetzen.

Wann sollte zusätzlich ein Sanierungsgutachten nach IDW S 6 erstellt werden?

Sobald der Z-Score wiederholt in der Grauzone oder darunter liegt und gleichzeitig Krisenmerkmale wie sinkender Umsatz, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Eigenkapitalverzehr vorliegen, empfiehlt sich ein IDW-S-6-Gutachten. Es prüft die Sanierungsfähigkeit nach den Maßstäben des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und ist Voraussetzung für Sanierungskredite, Stillhalteabkommen sowie StaRUG- oder Schutzschirmverfahren. Der Z-Score dient hier als quantitativer Einstieg in die Krisendiagnose.

Eignet sich der Z-Score für deutsche Banken und Versicherer?

Nein. Für Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen ist der Altman-Z-Score nicht geeignet, da deren Bilanzstruktur durch Finanzanlagen und Einlagen dominiert wird. In Deutschland kommen stattdessen aufsichtsrechtliche Kennzahlen nach CRR/CRD (z. B. Common Equity Tier 1 Ratio, LCR) sowie Solvency-II-Quoten für Versicherer zum Einsatz. Auch Immobilienunternehmen und reine Holdinggesellschaften sollten mit angepassten Modellen wie Z'' bewertet werden.

Quellen

Profi-Tipps

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