Die Magermasse umfasst alles im Körper, was nicht Fettgewebe ist: Skelettmuskulatur, Knochen, Organe, Bindegewebe, Haut und das Wasser, das alles zusammenhält. Es gilt: Gesamtgewicht = LBM + Fettmasse, das heißt sobald eine Größe bekannt ist, ergibt sich die andere durch Subtraktion. Die LBM korreliert mit Kraftleistung, Grundumsatz und der Verteilung wasserlöslicher Medikamente, weshalb sie für Trainer und Klinikerinnen unabhängig vom Gesamtgewicht eine wichtige Kennzahl ist.
Ohne bildgebende Verfahren wird die LBM aus Größe, Gewicht und Geschlecht über Regressionsgleichungen geschätzt. Die Boer-Formel (Am J Physiol 1984) lautet für Männer LBM = 0,407 × Gewicht (kg) + 0,267 × Größe (cm) − 19,2 und für Frauen LBM = 0,252 × Gewicht (kg) + 0,473 × Größe (cm) − 48,3. Die Hume-Formel (J Clin Pathol 1966) nutzt dieselben Eingangsgrößen mit anderen Koeffizienten: Männer LBM = 0,32810 × W + 0,33929 × H − 29,5336, Frauen LBM = 0,29569 × W + 0,41813 × H − 43,2933. Die James-Formel ist nichtlinear – Männer LBM = 1,1 × W − 128 × (W/H)², Frauen LBM = 1,07 × W − 148 × (W/H)² – und verhindert, dass die geschätzte LBM bei schwereren Personen linear mitwächst.
Mathematisch geschrieben:
$$\text{LBM}_{\text{Boer, M}} = 0{,}407 \cdot W + 0{,}267 \cdot H - 19{,}2$$
$$\text{LBM}_{\text{Boer, F}} = 0{,}252 \cdot W + 0{,}473 \cdot H - 48{,}3$$
$$\text{LBM}_{\text{Hume, M}} = 0{,}32810 \cdot W + 0{,}33929 \cdot H - 29{,}5336$$
$$\text{LBM}_{\text{Hume, F}} = 0{,}29569 \cdot W + 0{,}41813 \cdot H - 43{,}2933$$
$$\text{LBM}_{\text{James, M}} = 1{,}1 \cdot W - 128 \cdot \left(\frac{W}{H}\right)^2$$
$$\text{LBM}_{\text{James, F}} = 1{,}07 \cdot W - 148 \cdot \left(\frac{W}{H}\right)^2$$
Der Rechner führt alle drei Formeln aus und bildet den Mittelwert. Fettmasse und Körperfettanteil ergeben sich aus dem Durchschnitts-LBM und dem eingegebenen Gewicht. Wer zusätzlich einen gemessenen Körperfettanteil einträgt, erhält die genaueste Variante: LBM = Gewicht × (1 − BF/100). Eine echte Messung über DXA, hydrostatisches Wiegen, BodPod oder eine sorgfältige Mehrpunkt-Caliper-Messung trennt Fett- und Magergewebe direkt, während Formeln lediglich schätzen.
Alle drei Regressionsformeln wurden an Erwachsenen mit normalem BMI angepasst. Bei stark muskulösen Athleten unterschätzen sie die tatsächliche LBM, weil die Stichprobe diesen Körpertyp kaum enthielt. Bei Personen mit Adipositas (BMI > 30) überschätzen sie die LBM, weil ein größerer Teil des Übergewichts aus Fett besteht, als die Gleichung annimmt. In beiden Fällen ist eine gemessene Körperfett-Methode (DXA, BIA in einer Praxis, BodPod) verlässlicher; die Formelwerte taugen dann nur als grobe Plausibilitätsprüfung.