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Magermasse-Rechner

Berechnen Sie Ihre fettfreie Körpermasse mit bewährten Formeln

LBM-Formeln

Boer-Formel (Männer)
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James-Formel
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Aus Körperfettanteil %
Formel wird geladen...

Was ist die Magermasse?

Die Magermasse (LBM), auch als fettfreie Masse (FFM) bezeichnet, ist Ihr gesamtes Körpergewicht abzüglich des Fettgewebes. Sie umfasst Muskeln, Knochen, Organe, Haut, Blut und Wasser. Die LBM ist aussagekräftiger als das Gesamtgewicht, wenn es darum geht, Fitness und Gesundheit zu beurteilen.

Im Gegensatz zum Körperfettanteil, der sich auf das konzentriert, was Sie verlieren möchten, fokussiert sich die LBM auf das, was Sie erhalten oder aufbauen möchten. Beim Abnehmen besteht das Ziel darin, Fett zu verlieren und gleichzeitig die LBM zu erhalten. Beim Muskelaufbau geht es darum, die LBM zu erhöhen, ohne übermäßig Fett anzusetzen.

Wenn Sie Ihre LBM kennen, können Sie einen realistischen Proteinbedarf festlegen (0,7–1 g pro Pfund LBM), Medikamentendosierungen berechnen, die metabolische Gesundheit einschätzen und Veränderungen der Körperzusammensetzung im Laufe der Zeit verfolgen.

Methoden zur LBM-Berechnung

📐

Boer-Formel

Am genauesten bei normalem BMI. Verwendet Gewicht und Größe. Separate Formeln für Männer und Frauen.

📊

James-Formel

Geeignet für die allgemeine Bevölkerung. Kann die LBM bei übergewichtigen Personen überschätzen.

📏

Hume-Formel

Wird häufig im klinischen Umfeld verwendet. Ähnliche Genauigkeit wie die Boer-Formel für die meisten Menschen.

🎯

Körperfett-Methode

Am genauesten, wenn der Körperfettanteil direkt gemessen wird (DEXA, hydrostatisch usw.).

Typische Magermasse-Bereiche

KategorieMänner (% des Gewichts)Frauen (% des Gewichts)Hinweise
Essenzielles Fett75–80 %68–75 %Minimale gesunde LBM
Sportler85–95 %78–88 %Hohe Muskelmasse, wenig Fett
Fitness80–90 %75–85 %Überdurchschnittlich
Durchschnitt75–85 %70–80 %Typischer gesunder Erwachsener
Übergewicht65–75 %60–70 %Höherer Fettanteil

LBM für Fitnessziele nutzen

🥩

Proteinbedarf

Richten Sie die Proteinzufuhr nach der LBM, nicht nach dem Gesamtgewicht. Streben Sie 0,7–1 g Protein pro Pfund LBM für den Erhalt bzw. Aufbau von Muskelmasse an.

📈

Fortschritte verfolgen

Das Gewicht schwankt durch Wassereinlagerungen, aber die LBM verändert sich langsam. Verfolgen Sie die LBM monatlich, um echte Muskelzuwächse oder -verluste zu erkennen.

⚖️

Körper-Rekomposition

Wenn das Gewicht stabil bleibt, aber die LBM zunimmt, bauen Sie gleichzeitig Muskeln auf und verlieren Fett – das ist das ideale Ergebnis.

🏋️

Kraftziele

Mehr LBM bedeutet in der Regel mehr Kraftpotenzial. Setzen Sie auf progressives Überlasten, um die LBM aufzubauen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Magermasse für meine Körpergröße?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort – das hängt von Ihren Zielen, der Genetik und Ihrem Aktivitätsniveau ab. Als grobe Orientierung könnte ein fitter Mann eine LBM von etwa 75–80 % des "idealen" Körpergewichts haben, Frauen 68–75 %. Achten Sie auf Trends, nicht auf absolute Zahlen.

Kann ich meine Magermasse erhöhen?

Ja, durch Krafttraining und ausreichende Proteinzufuhr. Einsteiger können pro Monat 0,5–1 kg Muskelmasse aufbauen; erfahrene Sportler schaffen gegebenenfalls 0,1–0,25 kg monatlich. Progressives Überlasten und Erholung sind entscheidend.

Warum gibt es verschiedene LBM-Formeln?

Jede Formel wurde auf Basis unterschiedlicher Studienpopulationen entwickelt. Keine Formel ist für alle gleich gut geeignet. Die Verwendung mehrerer Formeln und die Bildung eines Durchschnittswerts liefert eine bessere Schätzung. Für präzise Messungen empfiehlt sich DEXA oder hydrostatisches Wiegen.

Enthält die LBM das Wassergewicht?

Ja, die LBM umfasst die gesamte fettfreie Masse: Muskeln, Knochen, Organe und Wasser. Deshalb kann die LBM täglich um 1–2 kg je nach Hydratationsstatus schwanken. Für aussagekräftige Trends sollten Sie stets zur gleichen Zeit messen.

So nutzen Sie diesen Magermasse-Rechner

  1. Tragen Sie Ihr Gewicht in Kilogramm ein. Wiegen Sie sich morgens nach dem Toilettengang und vor dem Frühstück, das liefert den konsistentesten Wert. Falls Sie nur eine Waage in Pfund haben, stellen Sie die Einheit über das Dropdown neben dem Feld auf lbs um.
  2. Geben Sie Ihre Körpergröße in Zentimetern ein. Messen Sie barfuß mit dem Rücken zur Wand und geradem Blick; runden Sie auf den nächsten halben Zentimeter. Wer den Wert nur in Zoll kennt, stellt das Einheiten-Dropdown auf in um.
  3. Wählen Sie das Geschlecht – Männlich oder Weiblich. Die Boer-, James- und Hume-Formel verwenden für Männer und Frauen unterschiedliche Koeffizienten, daher verändert diese Auswahl jedes Ergebnis spürbar.
  4. Optional: Tragen Sie Ihren gemessenen Körperfettanteil in Prozent ein, falls Sie ihn aus einer DXA-Messung, einem BodPod-Test oder einer sorgfältigen Caliper-Messung kennen. Das Feld darf leer bleiben – der Rechner liefert in jedem Fall die drei Formel-Schätzungen.
  5. Klicken Sie auf LBM berechnen, um die Werte nach Boer, James und Hume, den Durchschnittswert, die geschätzte Fettmasse und den daraus abgeleiteten Körperfettanteil zu sehen.

Beispiele

Trainierter Mann, 30 Jahre: Standortbestimmung vor der Diätphase

Ein 30-jähriger Krafttrainierender aus Berlin, 1,80 m groß und 82 kg schwer, trainiert seit drei Jahren viermal pro Woche im Studio. Er möchte vor Beginn einer leichten Diätphase eine Standortbestimmung, ohne in ein DXA-Studio zu gehen.

ErgebnisBoer-LBM rund 61,9 kg, James rund 63,2 kg, Hume rund 58,5 kg, Durchschnitts-LBM rund 61,2 kg. Fettmasse rund 20,8 kg, geschätzter Körperfettanteil rund 25,4 %.

Eingabe direkt in Metrik: 82 kg und 180 cm. Boer Männer = 0,407 × 82 + 0,267 × 180 − 19,2 ≈ 61,9 kg. James Männer = 1,1 × 82 − 128 × (82/180)² ≈ 63,2 kg. Hume Männer = 0,32810 × 82 + 0,33929 × 180 − 29,5336 ≈ 58,5 kg. Der Mittelwert von 61,2 kg dient als Bezug für die kommende Diätphase. Bleibt die LBM bei sinkendem Körpergewicht stabil, geht der Verlust überwiegend aus Fett, was das gewünschte Ergebnis ist. Für die Eiweißzufuhr orientiert er sich an etwa 1,6 g/kg Körpergewicht (rund 130 g/Tag) gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) für Krafttrainierende – deutlich über dem DGE-Richtwert von 0,8 g/kg für Erwachsene ohne sportliche Belastung.

Moderat aktive Frau mit DXA-Wert: Formeln gegen Messung abgleichen

Eine 28-jährige Hobbyläuferin aus Hamburg, 1,65 m groß und 59 kg schwer, hat in einer Praxis eine DXA-Messung mit 24 % Körperfett bekommen. Sie möchte prüfen, wie nah die Formel-Schätzwerte am gemessenen Wert liegen.

ErgebnisBoer-LBM rund 44,7 kg, James rund 43,7 kg, Hume rund 42,9 kg, Durchschnitt rund 43,8 kg. Aus dem DXA-Wert von 24 % ergibt sich LBM = 59 × (1 − 0,24) ≈ 44,8 kg.

59 kg und 165 cm. Boer Frauen = 0,252 × 59 + 0,473 × 165 − 48,3 ≈ 44,7 kg. James Frauen = 1,07 × 59 − 148 × (59/165)² ≈ 43,7 kg. Hume Frauen = 0,29569 × 59 + 0,41813 × 165 − 43,2933 ≈ 42,9 kg. Die drei Formeln liegen alle innerhalb von rund 2 kg um den DXA-Referenzwert von 44,8 kg. Für eine normalgewichtige Frau ist also jede der Formeln eine brauchbare Näherung. Sie kann mit etwa 44–45 kg LBM als Basis für die Proteinplanung arbeiten und kommt mit 1,2–1,6 g/kg Körpergewicht (rund 70–95 g/Tag) gemäß DGE-Empfehlungen für sportlich aktive Erwachsene gut zurecht – deutlich über dem allgemeinen DGE-Richtwert von 0,8 g/kg.

Älterer Mann mit Sarkopenie-Verdacht: BIA-Messung interpretieren

Ein 72-jähriger Frührentner aus Köln, 1,72 m groß und 78 kg schwer, hat in seiner Hausarztpraxis eine BIA-Messung erhalten, die einen Körperfettanteil von 34 % anzeigt. Die Hausärztin hat altersbedingten Muskelschwund (Sarkopenie) angesprochen, und er möchte die Formeln zur Einordnung nutzen.

ErgebnisBoer-LBM rund 58,5 kg, James rund 59,3 kg, Hume rund 54,5 kg, Durchschnitt rund 57,4 kg. Aus dem BIA-Wert von 34 % ergibt sich LBM = 78 × (1 − 0,34) ≈ 51,5 kg – rund 6 kg unter dem Formel-Durchschnitt.

78 kg und 172 cm. Boer Männer = 0,407 × 78 + 0,267 × 172 − 19,2 ≈ 58,5 kg. James Männer ≈ 59,3 kg. Hume Männer ≈ 54,5 kg. Boer, James und Hume wurden an jüngeren Erwachsenen mit normalem BMI angepasst und berücksichtigen den altersbedingten Verlust an fettfreier Masse nicht. Wenn ein BIA-Gerät einen deutlich höheren Körperfettanteil als die Formeln nahelegt, ist das bei älteren Personen ein typisches Bild für Sarkopenie und sollte ernst genommen werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf den altersbedingten Verlust von etwa 0,5–1 % Muskelmasse pro Jahr ab 50. Praktisch bedeutet das: Eiweißbedarf nach DGE-Empfehlung für Senioren auf 1,0 g/kg Körpergewicht anheben (rund 78 g/Tag) und regelmäßiges Krafttraining gemäß DGSP-Empfehlungen aufnehmen. Die ärztliche Beurteilung der Diagnose bleibt aber Aufgabe der Hausärztin.

So funktioniert die Berechnung

Die Magermasse umfasst alles im Körper, was nicht Fettgewebe ist: Skelettmuskulatur, Knochen, Organe, Bindegewebe, Haut und das Wasser, das alles zusammenhält. Es gilt: Gesamtgewicht = LBM + Fettmasse, das heißt sobald eine Größe bekannt ist, ergibt sich die andere durch Subtraktion. Die LBM korreliert mit Kraftleistung, Grundumsatz und der Verteilung wasserlöslicher Medikamente, weshalb sie für Trainer und Klinikerinnen unabhängig vom Gesamtgewicht eine wichtige Kennzahl ist.

Ohne bildgebende Verfahren wird die LBM aus Größe, Gewicht und Geschlecht über Regressionsgleichungen geschätzt. Die Boer-Formel (Am J Physiol 1984) lautet für Männer LBM = 0,407 × Gewicht (kg) + 0,267 × Größe (cm) − 19,2 und für Frauen LBM = 0,252 × Gewicht (kg) + 0,473 × Größe (cm) − 48,3. Die Hume-Formel (J Clin Pathol 1966) nutzt dieselben Eingangsgrößen mit anderen Koeffizienten: Männer LBM = 0,32810 × W + 0,33929 × H − 29,5336, Frauen LBM = 0,29569 × W + 0,41813 × H − 43,2933. Die James-Formel ist nichtlinear – Männer LBM = 1,1 × W − 128 × (W/H)², Frauen LBM = 1,07 × W − 148 × (W/H)² – und verhindert, dass die geschätzte LBM bei schwereren Personen linear mitwächst.

Mathematisch geschrieben:

$$\text{LBM}_{\text{Boer, M}} = 0{,}407 \cdot W + 0{,}267 \cdot H - 19{,}2$$

$$\text{LBM}_{\text{Boer, F}} = 0{,}252 \cdot W + 0{,}473 \cdot H - 48{,}3$$

$$\text{LBM}_{\text{Hume, M}} = 0{,}32810 \cdot W + 0{,}33929 \cdot H - 29{,}5336$$

$$\text{LBM}_{\text{Hume, F}} = 0{,}29569 \cdot W + 0{,}41813 \cdot H - 43{,}2933$$

$$\text{LBM}_{\text{James, M}} = 1{,}1 \cdot W - 128 \cdot \left(\frac{W}{H}\right)^2$$

$$\text{LBM}_{\text{James, F}} = 1{,}07 \cdot W - 148 \cdot \left(\frac{W}{H}\right)^2$$

Der Rechner führt alle drei Formeln aus und bildet den Mittelwert. Fettmasse und Körperfettanteil ergeben sich aus dem Durchschnitts-LBM und dem eingegebenen Gewicht. Wer zusätzlich einen gemessenen Körperfettanteil einträgt, erhält die genaueste Variante: LBM = Gewicht × (1 − BF/100). Eine echte Messung über DXA, hydrostatisches Wiegen, BodPod oder eine sorgfältige Mehrpunkt-Caliper-Messung trennt Fett- und Magergewebe direkt, während Formeln lediglich schätzen.

Alle drei Regressionsformeln wurden an Erwachsenen mit normalem BMI angepasst. Bei stark muskulösen Athleten unterschätzen sie die tatsächliche LBM, weil die Stichprobe diesen Körpertyp kaum enthielt. Bei Personen mit Adipositas (BMI > 30) überschätzen sie die LBM, weil ein größerer Teil des Übergewichts aus Fett besteht, als die Gleichung annimmt. In beiden Fällen ist eine gemessene Körperfett-Methode (DXA, BIA in einer Praxis, BodPod) verlässlicher; die Formelwerte taugen dann nur als grobe Plausibilitätsprüfung.

Wann sich dieser Rechner lohnt

  • Eiweiß- und Kalorienziele festlegen. Sportwissenschaftliche Empfehlungen für die Eiweißzufuhr (ISSN 1,6–2,2 g/kg Körpergewicht, DGSP für Krafttrainierende ähnlich) skalieren mit der fettfreien Masse, nicht mit dem Gesamtgewicht. Wer die LBM kennt, überdosiert Eiweiß bei höherem Körperfettanteil nicht und bleibt zugleich klar über dem allgemeinen DGE-Referenzwert von 0,8 g/kg für Erwachsene ohne sportliche Belastung.
  • Körper-Rekomposition verfolgen. Wenn das Gewicht über Wochen stabil bleibt, die LBM aber monatlich steigt, tauschen Sie Fett gegen Muskeln – ein Vorgang, den die Waage allein nicht zeigt. Für Hobby- und Freizeitsportler ist die Veränderung der LBM oft die ehrlichere Erfolgsgröße als die Veränderung des Körpergewichts.
  • Medikamentendosis für lipophobe Wirkstoffe einschätzen. Einige Wirkstoffe (z. B. Aminoglykoside, manche Muskelrelaxanzien, bestimmte Narkoseeinleiter) werden nicht über das Gesamtgewicht, sondern über die LBM dosiert, besonders bei adipösen Patientinnen und Patienten. Die Boer-LBM ist Grundlage des in der klinischen Pharmakologie verwendeten Dosierungsskalars. Die endgültige Dosis legt immer die Ärztin oder der Arzt fest – dieser Rechner ist kein Ersatz für die ärztliche Verordnung.
  • Katch-McArdle-Grundumsatz berechnen. Die Katch-McArdle-Gleichung schätzt den Grundumsatz mit Grundumsatz = 370 + 21,6 × LBM (kg). Wer die LBM aus diesem Rechner einsetzt, erhält einen körperzusammensetzungsabhängigen Grundumsatz – das ist besonders bei sehr muskulösen oder sehr schlanken Personen genauer als Formeln, die nur Größe und Gewicht nutzen.
  • BIA-Messung von Smart-Waagen gegenprüfen. Wenn eine Körperfettwaage oder ein BIA-Gerät einen Wert liefert, der deutlich von Boer, James oder Hume abweicht, ist das ein Hinweis, die Messung zu wiederholen oder eine bessere Referenz (DXA-Studio, BodPod, ärztliche BIA-Messung) zu suchen. Die AOK weist explizit darauf hin, dass Haushalts-BIA-Werte stark von Tageszeit, Hydratationsstatus und Hauttemperatur abhängen.

Häufige Fehler

  • FehlerDen Formelwert mit der tatsächlichen Muskelmasse gleichsetzen.
    LösungDie LBM umfasst alles außer Fett – also Muskeln plus Knochen, Organe, Blut, Haut und Wasser. Die Skelettmuskulatur macht beim Erwachsenen rund 40–55 % der LBM aus. Geben Sie die LBM nicht als „Muskelmasse" an.
  • FehlerEinheiten bei Gewicht und Größe verwechseln.
    LösungJedes Eingabefeld hat ein eigenes Einheiten-Dropdown (kg/lbs beim Gewicht, cm/in bei der Größe). Stellen Sie die Einheit ein, bevor Sie tippen – 80 in einem auf lbs gestellten Feld führt zu einer völlig falschen LBM.
  • FehlerBoer, James oder Hume bei sehr schlanken Athleten oder bei Adipositas vertrauen.
    LösungDie Formeln wurden an normalgewichtigen Stichproben kalibriert. Für schlanke Athleten (unter ~12 % Körperfett bei Männern, ~18 % bei Frauen) oder bei BMI über 35 sollten Sie einen gemessenen Körperfettanteil eintragen, damit der Rechner LBM = Gewicht × (1 − BF %) verwendet.
  • FehlerTagesschwankungen der LBM als reale Veränderung lesen.
    LösungDie scheinbaren Schwankungen von 1–2 kg von Tag zu Tag stammen hauptsächlich aus Wasser und Glykogen, nicht aus echtem Muskelzuwachs oder -verlust. Vergleichen Sie Messungen, die immer zur gleichen Tageszeit über mehrere Wochen entstanden sind.
  • FehlerDie LBM zur eigenständigen Medikamentendosierung verwenden.
    LösungEinige Wirkstoffe werden zwar nach LBM dosiert, doch die Auswahl der Formel, die Dosisberechnung und die Anpassung am Krankenbett gehören in ärztliche Hand. Nutzen Sie die LBM hier für die Trainings- und Ernährungsplanung, nicht für Selbstdosierungen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Magermasse für meine Körpergröße?

Es gibt keinen einzelnen Zielwert – das hängt von Trainingsstand, Genetik und Aktivitätsniveau ab. Als grobe Orientierung haben fitte Männer eine LBM von etwa 75–80 % des „idealen" Körpergewichts, Frauen 68–75 %. Wichtiger als die absolute Zahl ist die Veränderung über Monate.

Kann ich meine Magermasse gezielt erhöhen?

Ja, mit Krafttraining und ausreichend Eiweiß. Einsteigerinnen und Einsteiger können in den ersten Monaten 0,5–1 kg Muskelmasse pro Monat aufbauen, fortgeschrittene Trainierende 0,1–0,25 kg, sehr erfahrene noch weniger. Entscheidend sind progressive Belastungssteigerung, ausreichende Eiweißzufuhr (1,6–2,2 g/kg Körpergewicht bei aktiven Erwachsenen, deutlich über dem DGE-Richtwert von 0,8 g/kg) und Erholung.

Warum gibt es überhaupt verschiedene LBM-Formeln?

Jede Formel wurde aus einer anderen Stichprobe abgeleitet. Keine Gleichung passt perfekt für jeden Körpertyp. Der Rechner mittelt deshalb Boer, James und Hume; das gleicht die jeweiligen Schwächen teilweise aus. Für eine echte Messung sind DXA, hydrostatisches Wiegen oder BodPod das Mittel der Wahl.

Zählt das Körperwasser zur LBM?

Ja. Die LBM umfasst die gesamte fettfreie Masse: Muskeln, Knochen, Organe und Körperwasser. Genau deshalb schwankt die LBM tagesabhängig um 1–2 kg je nach Hydratationsstatus und Glykogenspeichern. Aussagekräftige Trends entstehen erst über mehrere Wochen mit Messungen unter ähnlichen Bedingungen.

Was ist der Unterschied zwischen LBM und fettfreier Masse (FFM)?

Im Alltag werden Magermasse und fettfreie Masse synonym verwendet, und dieser Rechner tut das ebenfalls. Streng genommen schließt die fettfreie Masse sämtliche Lipide aus, während die LBM nur das Fettgewebe ausschließt und die essenziellen Lipide aus Zellmembranen und Nervensystem mitzählt. Der zahlenmäßige Unterschied liegt bei rund 2–3 % und ist meist kleiner als die Streuung zwischen den drei Formeln.

Welche LBM-Formel ist am verlässlichsten?

Bei normalgewichtigen Erwachsenen ist die Boer-Formel am besten validiert und wird in der klinischen Pharmakologie als Basis für die Dosierungsskalierung verwendet. James verschiebt Werte bei schlanken Körpertypen nach oben und bei schweren nach unten, weil sie einen nichtlinearen Term enthält. Hume liegt in der Genauigkeit nahe bei Boer. Wenn die drei Formeln auseinanderlaufen, ist der Mittelwert robuster als jede einzelne Schätzung.

Wie wird die LBM in der Medizin zur Dosierung genutzt?

Einige Medikamente verteilen sich vorrangig im fettfreien Gewebe. Dosiert man nach Gesamtgewicht, überschießt die Dosis bei adipösen Personen; dosiert man nach Idealgewicht, ist sie zu niedrig. Janmahasatian et al. (Clin Pharmacokinet 2005) haben aus der Boer-Gleichung einen Dosierungsskalar speziell für die Arzneimittelgabe abgeleitet, der in vielen Kliniken Aminoglykoside, Muskelrelaxanzien und einige Narkoseeinleiter steuert. Die konkrete Dosis bleibt eine ärztliche Entscheidung.

Kann meine LBM größer sein als mein Gesamtgewicht?

Nein. Die LBM ist nach oben durch das Gesamtgewicht begrenzt, weil die Fettmasse nicht negativ sein kann. Wenn eine Formel einen LBM-Wert über dem Körpergewicht ausgibt, sind in aller Regel die Annahmen verletzt (sehr kleine Körpergröße, extreme Schlankheit) oder es liegt ein Eingabefehler vor. Prüfen Sie zuerst die Einheiten in den Eingabefeldern.

Ist LBM dasselbe wie Muskelmasse?

Nein. Die Skelettmuskulatur ist ein Bestandteil der LBM, aber Knochen, Organe, Bindegewebe, Haut und Körperwasser zählen ebenfalls dazu. Bei einer typischen erwachsenen Person macht die Skelettmuskulatur rund 40–55 % der LBM aus. Wer speziell die Muskelmasse wissen möchte, braucht eine DXA-Untersuchung mit segmentaler Auswertung oder ein BIA-Gerät, das Muskel- und Knochenanteil getrennt ausgibt.

Wie schnell lässt sich die LBM realistisch steigern?

Mit strukturiertem Krafttraining und 1,6–2,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag bauen untrainierte Erwachsene in den ersten sechs Monaten häufig 0,5–1 kg LBM pro Monat auf. Danach sinkt der Zuwachs auf 0,1–0,25 kg pro Monat bei mittlerem Trainingsstand und liegt bei sehr Erfahrenen deutlich darunter. Ältere Erwachsene und Personen im Kaloriendefizit bauen LBM langsamer auf, können sie aber mit ausreichend Eiweiß und progressivem Krafttraining gut erhalten.

Warum unterscheidet sich der LBM-Wert meiner Körperfettwaage von diesem Rechner?

Smart-Waagen für den Hausgebrauch nutzen die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA). Sie schätzen das Körperwasser und leiten daraus die LBM ab. BIA ist sensibel gegenüber Hydratationsstatus, letzter Mahlzeit, Hauttemperatur und den Populationsannahmen des Geräts und kann gegenüber einem DXA-Bezug um 5–10 % abweichen. Die Formeln in diesem Rechner verwenden hingegen nur Gewicht, Größe und Geschlecht. Beide Wege sind Schätzungen mit eigenen Fehlerquellen – die AOK empfiehlt deshalb, BIA-Messungen immer unter gleichen Bedingungen zu wiederholen.

Kann ich die LBM für Kinder oder Schwangere berechnen?

Nein. Die Formeln von Boer, James und Hume wurden an nicht schwangeren Erwachsenen entwickelt. Für Kinder und Jugendliche braucht es alters- und geschlechtsspezifische Referenzdaten, und während der Schwangerschaft macht die wachsende fettfreie Masse jede Erwachsenenformel unzuverlässig. Für pädiatrische oder pränatale Fragestellungen sollte eine Ärztin oder ein Arzt eingebunden werden.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner schätzt die Magermasse mit drei publizierten Regressionsformeln und bildet daraus den Mittelwert. Die Eingaben werden vor der Berechnung in metrische Einheiten (kg, cm) umgerechnet. Boer (Am J Physiol 1984): Männer LBM = 0,407·W + 0,267·H − 19,2; Frauen LBM = 0,252·W + 0,473·H − 48,3. James: Männer LBM = 1,1·W − 128·(W/H)²; Frauen LBM = 1,07·W − 148·(W/H)². Hume (J Clin Pathol 1966): Männer LBM = 0,32810·W + 0,33929·H − 29,5336; Frauen LBM = 0,29569·W + 0,41813·H − 43,2933. Die angezeigte Durchschnitts-LBM ist das arithmetische Mittel der drei Werte; die Fettmasse ergibt sich aus dem eingegebenen Gewicht abzüglich der Durchschnitts-LBM, der Körperfettanteil aus Fettmasse geteilt durch Gesamtgewicht. Ein eingetragener Körperfettanteil verändert die drei Formelausgaben nicht, liefert aber zusätzlich LBM = Gewicht × (1 − BF/100) als direkte Referenz. Die Ergebnisse dienen der Trainings- und Ernährungsplanung sowie der Orientierung. Sie wurden an erwachsenen Stichproben mit normalem BMI abgeleitet, unterschätzen die LBM bei schlanken Kraftsportlern und überschätzen sie bei Adipositas; in diesen Fällen sollte eine direkte Messung (DXA, hydrostatisches Wiegen, BodPod, klinische BIA) genutzt werden. Eiweißempfehlungen folgen den DGE-Referenzwerten (0,8 g/kg Körpergewicht für Erwachsene ohne sportliche Belastung) bzw. den DGSP-Empfehlungen für Trainierende (1,6–2,2 g/kg). Nicht validiert für Kinder, Jugendliche oder Schwangere.

Profi-Tipps

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