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KGV-Rechner

Kurs-Gewinn-Verhältnis zur Aktienbewertung berechnen

KGV-Formeln

KGV
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Forward-KGV
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PEG-Verhältnis
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KGV verstehen

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gehört zu den am häufigsten verwendeten Aktienbewertungskennzahlen. Es zeigt, wie viel Anleger bereit sind, für jeden Euro Gewinn zu zahlen – und spiegelt im Wesentlichen den Preis zukünftiger Gewinne wider.

Ein KGV von 20 bedeutet: Anleger zahlen 20 € für jeden 1 € Jahresgewinn. Höhere KGVs deuten darauf hin, dass Anleger starkes Wachstum erwarten oder die Aktie überbewertet ist. Niedrigere KGVs können auf eine Unterbewertung oder schwache Wachstumsaussichten hinweisen.

Der historische Durchschnitt des S&P 500 liegt bei etwa 15–17. Wachstumsaktien werden oft mit 25–50+ gehandelt, Substanzwerte mit 8–15. Der Kontext ist entscheidend – Vergleiche mit Branchenpeers und historischen Bandbreiten sind unerlässlich.

KGV-Interpretationsleitfaden

📈

Hohes KGV (25+)

Hohe Wachstumserwartungen. Entweder unterbewertete Wachstumsaktie oder überteuert.

⚖️

Durchschnittliches KGV (15–25)

Marktgerechte Bewertung. Typisch für reife, stabile Unternehmen.

💰

Niedriges KGV (< 15)

Value-Bereich. Möglicherweise unterbewertet oder mit Herausforderungen konfrontiert.

Negatives KGV

Unternehmen schreibt Verluste. KGV nicht aussagekräftig.

Branchen-KGV-Richtwerte

BrancheTypisches KGVWachstumsrateHinweise
Technologie25–4015–25 %Hohes Wachstum erwartet
Gesundheitswesen18–3010–20 %Abhängig von Pipeline
Finanzwesen10–155–10 %Kapitalintensiv
Versorger15–203–5 %Stabile Dividenden
Konsumgüter (Basisbedarf)18–255–10 %Defensiv

Tipps zur KGV-Analyse

📊

PEG-Verhältnis verwenden

Das PEG bereinigt um das Wachstum. Ein PEG von 1,0 bedeutet, KGV entspricht der Wachstumsrate – fairer Wert. Unter 1,0 möglicherweise unterbewertet.

🔄

Vergleiche innerhalb derselben Branche

KGVs nur innerhalb derselben Branche vergleichen. Ein KGV von 30 bei Technologieaktien und 15 bei Versorgern sind beide "normal".

📅

Forward- vs. Trailing-KGV

Das Trailing-KGV basiert auf vergangenen Gewinnen, das Forward-KGV auf Schätzungen. Forward ist aussagekräftiger, aber weniger verlässlich.

⚠️

Auf Ergebnisqualität achten

Einmalige Sondergewinne erhöhen den Gewinn vorübergehend. Für eine belastbare KGV-Berechnung normalisierte Gewinne verwenden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein gutes KGV?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Vergleichen Sie mit Branchenpeers und historischen Durchschnittswerten. Ein "gutes" KGV für eine Wachstumsaktie (30–40) wäre für einen Versorger teuer. Generell gilt: unter 15 ist Value-Bereich, 15–25 ist durchschnittlich, über 25 ist Wachstumsbereich.

Ist ein niedriges KGV immer ein Kaufsignal?

Nicht unbedingt. Aktien mit niedrigem KGV können aus gutem Grund günstig sein – rückläufiges Geschäft, Branchengegenwind oder ein einmaliger Gewinnanstieg. Untersuchen Sie die Ursache, bevor Sie von einer Unterbewertung ausgehen.

Was ist der Unterschied zwischen KGV und EPS?

EPS (Gewinn je Aktie) ist der tatsächliche Gewinn pro Aktie – ein absoluter Betrag. Das KGV ist eine Kennzahl, die angibt, das Wievielfache des EPS Anleger zahlen. Bei einem EPS von 2 € und einem Kurs von 40 € beträgt das KGV 20x.

Warum haben manche Aktien ein KGV über 100?

Ein extrem hohes KGV bedeutet meist sehr geringe aktuelle Gewinne bei hohen Wachstumserwartungen (z. B. junge Technologieunternehmen) oder vorübergehend gedrückte Gewinne. Anleger setzen auf künftiges Gewinnwachstum.

Beispiele

DAX-Aktie mit KGV von 15

Eine Anlegerin prüft, ob eine etablierte DAX-Aktie zum aktuellen Kurs von 90,00 € fair bewertet ist. Der Gewinn je Aktie (EpA) der letzten zwölf Monate liegt bei 6,00 €. Das Unternehmen wächst mit rund 5 % pro Jahr; Branchenpeers im DAX werden zwischen 13x und 17x gehandelt.

ErgebnisTrailing-KGV = 90,00 € / 6,00 € = 15,0x. Gewinnrendite = 1 / 15 = 6,67 %. PEG = 15 / 5 = 3,0.

Ein KGV von 15 liegt mitten in der Peer-Spanne von 13x–17x – die Aktie ist also branchenkonform bewertet, weder günstig noch teuer. Die Gewinnrendite von 6,67 % ist im aktuellen Zinsumfeld attraktiv gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen. Der PEG von 3,0 mahnt jedoch zur Vorsicht: Bei nur 5 % Wachstum ist die Amortisationszeit lang. Für einen stabilen Substanzwert mit verlässlicher Dividende ist die Bewertung vertretbar, ein Schnäppchen ist die Aktie aber nicht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und wie wird es berechnet?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, englisch: P/E Ratio) setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie (EpA). Formel: KGV = Aktienkurs / EpA. Bei einem Kurs von 90 € und einem EpA von 6 € beträgt das KGV 15x – Anleger zahlen also 15 € für jeden Euro Jahresgewinn. Für das Trailing-KGV werden die EpA der letzten vier Quartale herangezogen, für das Forward-KGV die Analystenschätzungen für die kommenden zwölf Monate.

Wie interpretiere ich ein niedriges KGV im Vergleich zu einem hohen KGV?

Ein niedriges KGV (unter 15) deutet häufig auf einen Substanzwert hin – etablierte Unternehmen mit moderatem Wachstum, oft günstig bewertet. Ein hohes KGV (über 25) signalisiert hohe Wachstumserwartungen oder eine mögliche Überbewertung. Wichtig: Ein niedriges KGV ist nicht automatisch ein Kaufsignal – es kann auch strukturelle Probleme widerspiegeln ("Value-Falle"). Umgekehrt rechtfertigt starkes, nachhaltiges Wachstum durchaus ein hohes KGV. Vergleichen Sie immer innerhalb derselben Branche.

Wo finde ich Wachstumswerte versus Substanzwerte am deutschen Aktienmarkt?

Substanzwerte (Value) finden sich überwiegend im DAX und MDAX – etwa in den Sektoren Versicherungen, Automobil, Chemie und Versorger mit typischen KGVs von 8–15. Wachstumswerte (Growth) sitzen häufiger im TecDAX oder SDAX, etwa in den Bereichen Software, Halbleiter und Biotech mit KGVs von 25–50+. Indizes der Deutschen Börse helfen bei der Zuordnung. Achten Sie zusätzlich auf das PEG-Verhältnis, um Wachstum und Bewertung zusammen zu beurteilen.

Wann ist das KGV als Bewertungskennzahl ungeeignet?

Das KGV ist nicht aussagekräftig bei Unternehmen mit negativen oder nahezu null Gewinnen (Quotient undefiniert oder extrem hoch), bei zyklischen Werten am Konjunkturhoch oder -tief (das KGV erscheint dann gerade umgekehrt zur tatsächlichen Bewertungslage) sowie bei großen Sondereffekten wie Restrukturierungsgewinnen oder Goodwill-Abschreibungen. In diesen Fällen sind Kennzahlen wie EV/EBITDA, Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder das CAPE/Shiller-KGV aussagekräftiger.

Wie unterscheidet sich das KGV vom PEG-Verhältnis?

Das KGV ist eine reine Bewertungskennzahl. Das PEG-Verhältnis dividiert das KGV durch die erwartete EpA-Wachstumsrate und berücksichtigt damit das Wachstum: Ein KGV von 20 bei 20 % Wachstum ergibt einen PEG von 1,0 – als fair bewertet betrachtet. Ein PEG unter 1,0 gilt häufig als attraktiv, sofern die Wachstumsprognosen realistisch sind. Das PEG ist besonders für die Bewertung von Wachstumswerten geeignet.

Welche steuerlichen Aspekte sollten deutsche Anleger bei Aktienanlagen beachten?

In Deutschland unterliegen Kursgewinne und Dividenden aus Aktien der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Pro Person gilt ein jährlicher Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Stand 2024). Für die Bewertungsentscheidung selbst ist die Nachsteuer-Gewinnrendite relevant. Dieser Rechner liefert ausschließlich Vor-Steuer-Kennzahlen und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.

Quellen

Profi-Tipps

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