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Gewinn-je-Aktie-Rechner

EPS berechnen, um die Rentabilität eines Unternehmens je Aktie zu messen

EPS-Formeln

Unverwässerter EPS
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Verwässerter EPS
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EPS-Wachstum
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Gewinn je Aktie verstehen

Der Gewinn je Aktie (EPS) gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen auf jede ausgegebene Aktie entfällt. Er wird berechnet, indem der Unternehmensgewinn durch die Anzahl der ausstehenden Aktien geteilt wird. EPS ist eine grundlegende Kennzahl, um die Rentabilität verschiedener Unternehmen unabhängig von ihrer Größe zu vergleichen.

Ein höherer EPS zeigt eine größere Rentabilität je Aktie an. Allerdings liefert der EPS allein kein vollständiges Bild – er sollte im Zusammenhang mit dem Aktienkurs (KGV), dem historischen EPS und dem Branchenvergleich betrachtet werden.

Es gibt zwei Varianten: Der unverwässerte EPS verwendet die tatsächlich ausstehenden Aktien, während der verwässerte EPS sämtliche potenziellen Aktien aus Optionen, Wandelanleihen und Optionsscheinen einbezieht. Der verwässerte EPS ist konservativer und wird von Analysten bevorzugt.

EPS-Arten im Überblick

📊

Unverwässerter EPS

Basiert auf den aktuell ausstehenden Aktien. Einfachere Berechnung, höherer Wert.

📉

Verwässerter EPS

Berücksichtigt alle potenziellen Aktien. Konservativer, von Analysten bevorzugt.

📅

Nachlaufender EPS (TTM)

Tatsächliche Gewinne der letzten 12 Monate. Historisch und verlässlich.

🔮

Forward-EPS

Analystenprognosen für zukünftige Zeiträume. Vorausschauend und unsicher.

EPS-Richtwerte nach Branche

BrancheTypische EPS-SpanneWachstumserwartungHinweise
Technologie2–10 $15–25 % WachstumGroße Bandbreite
Finanzwesen3–8 $5–15 % WachstumZyklisch
Gesundheitswesen4–15 $10–20 % WachstumVon Pipeline abhängig
Konsumgüter2–6 $5–10 % WachstumStabil
Versorger2–5 $3–6 % WachstumGeringe Volatilität

Tipps zur EPS-Analyse

📈

Wachstumsrate verfolgen

Ein kontinuierliches EPS-Wachstum über 5–10 Jahre ist aussagekräftiger als ein einzelner hoher Wert.

🔍

Qualität prüfen

Aktienrückkäufe erhöhen den EPS künstlich. Prüfen Sie, ob das Wachstum auf echte Gewinnsteigerungen oder auf eine verringerte Aktienzahl zurückzuführen ist.

⚖️

Branchenvergleich anstellen

Ein EPS von 5 $ ist bei einem Versorgungsunternehmen anders zu bewerten als bei einem Technologieunternehmen. Vergleichen Sie stets mit Wettbewerbern derselben Branche.

📑

Einmalige Posten beachten

Verkäufe von Vermögenswerten, Steuervorteile oder Sonderbelastungen verzerren den EPS. Achten Sie auf den bereinigten oder operativen EPS.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein guter EPS-Wert?

Der EPS allein ist weder "gut" noch "schlecht" – er hängt vom Aktienkurs, der Branche und dem Wachstum ab. Ein EPS von 2 $ ist bei einer 20-$-Aktie (KGV 10) attraktiv, bei einer 200-$-Aktie (KGV 100) jedoch nicht. Achten Sie auf das EPS-Wachstum und das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Warum verwendet man den verwässerten EPS?

Der verwässerte EPS berücksichtigt alle potenziellen Aktien aus Optionen, Optionsscheinen und Wandelpapieren. Er zeigt das ungünstigste Szenario für den Fall, dass alle Wertpapiere in Aktien umgewandelt werden, und bietet damit eine konservativere Sicht auf die Rentabilität.

Kann der EPS negativ sein?

Ja, wenn ein Unternehmen einen Nettoverlust verbucht. Ein negativer EPS bedeutet, dass jede Aktie einen Verlust repräsentiert. Bei Start-ups und Sanierungsunternehmen ist ein negativer EPS häufig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis verliert in diesem Fall seine Aussagekraft.

Wie wirken sich Aktienrückkäufe auf den EPS aus?

Rückkäufe verringern die Anzahl der ausstehenden Aktien und erhöhen dadurch den EPS, auch wenn der Gewinn unverändert bleibt. Ein Unternehmen mit 100 Mio. $ Gewinn und 10 Mio. Aktien erzielt einen EPS von 10 $. Nach dem Rückkauf von 1 Mio. Aktien steigt der EPS bei gleichem Gewinn auf 11,11 $.

Beispiele

DAX-Konzern: Berechnung des Ergebnisses je Aktie (EpA)

Ein im DAX notierter Industriekonzern weist für das Geschäftsjahr einen auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Konzernjahresüberschuss von 1.200 Mio. € aus. Auf nicht beherrschende Anteile (Minderheiten) entfallen weitere 150 Mio. €, die im EpA nach IAS 33 nicht enthalten sind. Es bestehen keine kumulativen Vorzugsdividenden. Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien beträgt unter Berücksichtigung eines unterjährigen Aktienrückkaufprogramms 600 Mio. Stück. Aus aktienbasierten Vergütungsprogrammen (Stock Options, Performance Shares) und einer Wandelanleihe ergeben sich potenziell 15 Mio. zusätzliche verwässernde Aktien.

ErgebnisUnverwässertes EpA = 1.200 Mio. € / 600 Mio. = 2,00 € je Aktie · Verwässertes EpA = 1.200 Mio. € / 615 Mio. ≈ 1,95 € je Aktie

Nach IAS 33 ist im Zähler ausschließlich das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Periodenergebnis anzusetzen – Minderheitenanteile bleiben außen vor. Der Nenner verwendet die zeitgewichtete Durchschnittszahl der ausstehenden Stammaktien (weighted average shares outstanding): Aktien aus dem unterjährigen Rückkaufprogramm werden nur für die Monate ihrer Zugehörigkeit zum Umlauf berücksichtigt. Für das verwässerte EpA werden potenzielle Stammaktien (Wandelanleihen nach der If-converted-Methode, Optionen nach der Treasury-Stock-Methode) hinzugerechnet, sofern sie einen verwässernden Effekt haben. Beide Werte sind nach IAS 33.66 in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gleichberechtigt anzugeben; DRS 25 enthält für nicht IFRS-bilanzierende Konzerne weitgehend kompatible Vorgaben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Ergebnis je Aktie (EpA / EPS) und wie wird es in Deutschland berechnet?

Das Ergebnis je Aktie (EpA, englisch Earnings per Share, EPS) gibt an, welcher Anteil des Konzernjahresüberschusses rechnerisch auf eine im Umlauf befindliche Stammaktie entfällt. Nach IAS 33.10 wird das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Ergebnis (nach Abzug von Vorzugsdividenden und Minderheitenanteilen) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien geteilt. Beispiel: 1.200 Mio. € auf Stammaktionäre entfallendes Ergebnis bei 600 Mio. gewichteten Aktien ergibt ein unverwässertes EpA von 2,00 € je Aktie. Für nicht IFRS-bilanzierende Konzerne enthält DRS 25 (Deutscher Rechnungslegungs Standard 25 des DRSC) inhaltlich vergleichbare Vorgaben.

Worin unterscheidet sich das unverwässerte vom verwässerten EpA?

Das unverwässerte EpA (basic EPS) verwendet im Nenner ausschließlich die tatsächlich ausstehenden Stammaktien. Das verwässerte EpA (diluted EPS) rechnet potenzielle Stammaktien hinzu – etwa aus Wandelanleihen (If-converted-Methode), aus aktienbasierter Vergütung wie Stock Options oder Performance Shares (Treasury-Stock-Methode) und aus Wandelvorzugsaktien. Verwässernde Effekte werden nach IAS 33.41 ff. nur dann einbezogen, wenn sie das EpA tatsächlich senken; antiverwässernde Instrumente bleiben ausgeklammert. Das verwässerte EpA ist daher stets kleiner oder gleich dem unverwässerten EpA und gilt bei Analysten und im DAX-Reporting als die konservativere Steuerungsgröße.

Welche Vorschriften regeln das EpA in deutschen Konzernabschlüssen?

Kapitalmarktorientierte deutsche Mutterunternehmen sind nach § 315e HGB verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach IFRS aufzustellen. Damit gilt IAS 33 (Earnings per Share) der IFRS Foundation als verbindlicher Standard für Ansatz, Bewertung und Ausweis des EpA. Konzerne, die freiwillig nach HGB konsolidieren, orientieren sich an DRS 25 des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC), der inhaltlich eng an IAS 33 angelehnt ist. Beide Regelwerke fordern den separaten Ausweis von unverwässertem und verwässertem EpA in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Überleitungsrechnung im Anhang.

Welche Aktien zählen bei der gewichteten Durchschnittszahl mit?

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (weighted average shares outstanding) berücksichtigt jede Aktie nur für den Zeitraum, in dem sie tatsächlich im Umlauf war. Unterjährige Kapitalerhöhungen, Aktienrückkaufprogramme oder die Ausgabe junger Aktien aus genehmigtem Kapital werden nach IAS 33.19 ff. zeitanteilig (pro rata temporis) eingerechnet. Aktiensplits und Bonusaktien sind dagegen rückwirkend auf alle dargestellten Vergleichsperioden anzuwenden, da sie keinen Kapitalzufluss bewirken. Eigene Aktien (treasury shares) werden vom Bestand abgezogen, solange sie vom Konzern gehalten werden.

Wie hängen EpA und Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zusammen?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, englisch P/E ratio) ist definiert als Aktienkurs geteilt durch das EpA. Notiert eine DAX-Aktie bei 80 € und weist sie ein verwässertes EpA von 4,00 € aus, ergibt sich ein KGV von 20. Das EpA misst also die Ertragskraft je Anteil, während das KGV anzeigt, wie viele Jahresgewinne der Markt aktuell für die Aktie bezahlt. Für aussagekräftige Vergleiche sollten Analysten dasselbe EpA-Maß (unverwässert oder verwässert, IFRS-Basis oder bereinigt) und denselben Zeitbezug (Trailing oder Forward) heranziehen. Die BaFin betont in Aufsichtsmitteilungen, dass nicht IFRS-konforme bereinigte Kennzahlen klar gekennzeichnet und übergeleitet werden müssen.

Kann das EpA negativ sein und wie ist es dann zu interpretieren?

Ja. Erwirtschaftet der Konzern einen Periodenfehlbetrag, wird das EpA negativ und gewöhnlich als Verlust je Aktie ausgewiesen. Nach IAS 33.43 dürfen in einer Verlustperiode keine potenziellen Stammaktien als verwässernd berücksichtigt werden, weil sie den Verlust je Aktie sonst rechnerisch verringern würden; unverwässertes und verwässertes EpA fallen dann zusammen. Ein negatives EpA macht das klassische KGV unbrauchbar; in der Praxis werden stattdessen Umsatzmultiples, EV/EBITDA (sofern positiv) oder Pfadprognosen zur Profitabilität herangezogen. Bei jungen Wachstumsunternehmen oder Sanierungsfällen ist ein negatives EpA häufig, sagt aber für sich genommen wenig über die langfristige Werthaltigkeit aus.

Wie wirken sich Aktienrückkäufe und aktienbasierte Vergütung auf das EpA aus?

Aktienrückkäufe senken die gewichtete Aktienzahl im Nenner und erhöhen das EpA, selbst wenn der Konzernüberschuss unverändert bleibt – ein häufiger Effekt bei DAX-Konzernen mit aktiven Rückkaufprogrammen. Aktienbasierte Vergütung (Stock Options, Restricted Stock Units, Performance Shares) wirkt gegenläufig: Sie erhöht potenziell die Aktienzahl und verwässert das EpA. Nach IAS 33 sind die zugrunde liegenden Instrumente nach der Treasury-Stock-Methode in das verwässerte EpA einzurechnen. Anleger sollten beide Effekte gemeinsam betrachten und Netto-Veränderungen der Aktienzahl in den Anhangangaben prüfen, um das EpA-Wachstum von rein bilanziellen Effekten der Kapitalstruktur zu trennen.

Quellen

Profi-Tipps

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