Was ist der Unterschied zwischen festem und variablem Effektivzins?
Ein fester effektiver Jahreszins ist für die Sollzinsbindung vertraglich festgeschrieben und ändert sich in diesem Zeitraum nicht. Ein variabler Zinssatz ist an einen Referenzzinssatz wie den 3- oder 6-Monats-EURIBOR plus eine Marge gekoppelt und passt sich bei jeder Indexänderung an. In Deutschland sind Baufinanzierungen, Ratenkredite und Autokredite überwiegend mit festem Sollzinssatz ausgestattet; Dispokredite und einige Geschäftsdarlehen sind variabel. Die PAngV schreibt vor, dass die Bank klar kennzeichnet, welcher Typ vorliegt.
Kann sich ein gebundener Sollzins doch einmal ändern?
Bei einer Baufinanzierung gilt der gebundene Sollzinssatz nur für die vereinbarte Sollzinsbindung (typisch 5, 10, 15 oder 20 Jahre). Danach läuft das Darlehen entweder weiter zum variablen Zinssatz oder wird über eine Anschlussfinanzierung verlängert. Bei Ratenkrediten und Autokrediten ist der Sollzinssatz dagegen üblicherweise für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Außerdem hat der Darlehensnehmer nach § 489 BGB nach 10 Jahren ein gesetzliches Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist.
Ist ein fester Effektivzins immer besser als ein variabler?
Nicht zwingend. Ein fester Zinssatz schützt vor steigenden Marktzinsen, kostet aber meist eine Risikoprämie. Variable Zinssätze sind zu Beginn häufig günstiger und können sinken, wenn der EURIBOR fällt, aber auch deutlich steigen. Fest bindet sich, wer Planungssicherheit benötigt oder mit steigenden Zinsen rechnet. Variabel kann sich für kurze Laufzeiten oder in einer Niedrigzinsphase mit erwartet sinkenden Zinsen lohnen.
Wie wird der feste Effektivzins berechnet?
Zuerst wird mit der Annuitätenformel die monatliche Rate aus dem gebundenen Sollzinssatz und der Laufzeit ermittelt. Dann sucht man den Zinssatz, der dieselbe Rate bei einem Auszahlungsbetrag (Nennbetrag minus Bearbeitungskosten und Disagio) erzeugt. Beispiel: 300.000 € Baufinanzierung zu 3,8 % über 360 Monate mit 1.500 € Nebenkosten ergibt eine Annuität von rund 1.398 €. Setzt man diese Rate gegen einen Auszahlungsbetrag von 298.500 € an, ergibt sich ein Effektivzins von rund 3,87 %.
Was ist ein Lockzins (Teaserzins), und ist das der feste Effektivzins?
Ein Lockzins ist ein zeitlich befristeter Vorzugszinssatz, der nach Ablauf einer Promotionsphase in einen höheren Standardzins übergeht. In Deutschland sind solche Modelle eher bei Kreditkarten oder Online-Konsumkrediten verbreitet. Der Lockzins ist nicht der feste Effektivzins des Vertrags — die PAngV verlangt, dass auch der nachfolgende Zinssatz und ein repräsentativer Effektivzins in der Werbung angegeben werden.
Wie verhält sich der effektive Jahreszins zum Habenzins (APY)?
Der Effektivzins nach PAngV ist die Kostengröße eines Darlehens und enthält Bearbeitungsentgelte, Disagio und ähnliche Posten. Der Habenzins (oft ebenfalls als "effektiv" beworben) bezieht sich auf Spar- oder Tagesgeldprodukte und enthält den Zinseszinseffekt unterjähriger Gutschriften. Beide Werte folgen unterschiedlichen Rechenregeln; ein 3 %-Habenzins auf Tagesgeld ist nicht direkt mit einem 3 %-Effektivzins auf einen Kredit vergleichbar.
Warum ist mein Effektivzins höher als der Sollzinssatz im Darlehensvertrag?
Weil der Effektivzins nach § 6 PAngV zusätzlich zu den Zinsen auch Bearbeitungsentgelte, Vermittlungskosten, Disagio und obligatorische Restschuldversicherungen einschließt, die der reine Sollzinssatz nicht abbildet. Bei langen Baufinanzierungen ist der Aufschlag klein (ein 1.500-€-Entgelt auf 30 Jahre Laufzeit fügt etwa 0,07 Prozentpunkte hinzu), bei kurzen Ratenkrediten dagegen deutlich größer.
Haben alle 10-jährigen Baufinanzierungen denselben Effektivzins?
Nein. Zwei Banken können denselben Sollzins anbieten, sich aber bei Nebenkosten und Disagio unterscheiden, sodass unterschiedliche Effektivzinsen entstehen. Der nach PAngV vorgeschriebene Effektivzins macht diesen Unterschied transparent und ist der gesetzliche Vergleichsmaßstab. Das Europäische Standardinformationsblatt (ESIS) zeigt diese Werte einheitlich nebeneinander, um den Vergleich zu erleichtern.
Ändert sich der Effektivzins, wenn ich Sondertilgungen leiste?
Nein. Der ausgewiesene Effektivzins basiert auf dem ursprünglich vereinbarten Tilgungsplan. Wer Sondertilgungen leistet (in vielen Verträgen sind bis zu 5 % der Restschuld pro Jahr unentgeltlich möglich), spart Zinsen und verkürzt die Laufzeit, aber der vertraglich ausgewiesene Effektivzins ändert sich nicht. Außerhalb der vereinbarten Sondertilgungsoption kann eine Vorfälligkeitsentschädigung die tatsächlichen Kosten erhöhen.
Sind feste Sollzinsbindungen bei Kreditkarten in Deutschland üblich?
Klassische Kreditkarten in Deutschland erheben für ausstehende Salden meist einen festen Sollzinssatz nach AGB, der formal jederzeit per Zinsänderungsklausel angepasst werden kann. Echte Ratenkredite via Kreditkarte (Teilzahlungsoption) werden hingegen häufig mit einer fixen Zinsbindung pro Umsatz beworben. Wer Kartensalden über Monate trägt, sollte den Effektivzins prüfen — er liegt oft bei 14 bis 22 % und übersteigt damit jeden Ratenkredit.
Was umfasst der Effektivzins, das die monatliche Rate nicht zeigt?
Bearbeitungskosten, Vermittlungsprovision und Disagio. Die monatliche Rate berechnet sich aus dem Sollzinssatz auf den Nennbetrag. Der Effektivzins nach PAngV verteilt zusätzlich die einmaligen Kosten rechnerisch über die Laufzeit. Aus diesem Grund ist der Effektivzins immer gleich oder größer als der Sollzinssatz, sobald Nebenkosten anfallen.
Verarbeitet dieser Rechner auch revolvierende Kreditkartenzinsen?
Nicht direkt. Der Rechner ist für klassische Annuitätendarlehen mit festem Sollzinssatz, fester Laufzeit und gleichbleibender Rate ausgelegt. Kreditkartenzinsen werden täglich auf den durchschnittlichen Tagessaldo berechnet und folgen einer anderen Logik. Für einen festen Sollzinssatz auf Kartenumsätze ist der von der Bank ausgewiesene Effektivzins die richtige Planungsgrundlage.