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EBIT-Rechner

Ergebnis vor Zinsen und Steuern berechnen

EBIT-Formeln

Aus dem Jahresüberschuss
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Aus dem Umsatz
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EBIT-Marge
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EBIT verstehen

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) misst die operative Rentabilität eines Unternehmens unabhängig von seiner Kapitalstruktur und Steuersituation. Es zeigt, wie viel Gewinn das Kerngeschäft erwirtschaftet, bevor Finanzierungskosten und Steuern abgezogen werden.

EBIT wird auch als Betriebsergebnis oder operativer Gewinn bezeichnet. Es wird entweder durch Abzug der Herstellungskosten und Betriebskosten vom Umsatz oder durch Addition von Zinsen und Steuern zum Jahresüberschuss berechnet. Beide Methoden sollten zum gleichen Ergebnis führen.

EBIT wird häufig für die Unternehmensbewertung verwendet, insbesondere beim Vergleich von Unternehmen in verschiedenen Steuergebieten oder mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad. Es ist ein zentraler Bestandteil des EV/EBIT-Multiplikators, der bei Fusionen und Übernahmen eingesetzt wird.

EBIT im Vergleich zu verwandten Kennzahlen

📊

EBIT

Operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern. Schließt nicht-operative Posten aus.

💰

EBITDA

EBIT zuzüglich Abschreibungen. Annäherung an den operativen Cashflow.

📈

Betriebsergebnis

Wird häufig synonym mit EBIT verwendet. Auf nicht-operative Posten prüfen.

💵

Jahresüberschuss

EBIT abzüglich Zinsen und Steuern. Nettogewinn nach allen Abzügen.

EBIT-Margen nach Branche

BrancheTypische EBIT-MargeGute MargeHinweise
Software15–30 %>25 %Hohe operative Hebelwirkung
Fertigung8–15 %>12 %Kapitalintensiv
Einzelhandel3–8 %>6 %Geringe Margen, volumenbasiert
Dienstleistungen10–20 %>15 %Personalintensiv
Versorger10–15 %>12 %Regulierte Erträge

EBIT gezielt einsetzen

🔍

Nicht-operative Posten ausschließen

Das echte EBIT schließt Gewinne und Verluste aus Beteiligungen, Anlagenverkäufen und anderen nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten aus.

📊

Branchenvergleich anstellen

EBIT-Margen unterscheiden sich erheblich je nach Branche. Vergleichen Sie stets mit Unternehmen derselben Branche, nicht branchenübergreifend.

📈

Trends beobachten

Eine steigende EBIT-Marge zeigt eine verbesserte operative Effizienz an. Sinkende Margen sollten untersucht werden.

⚠️

Investitionsbedarf berücksichtigen

EBIT berücksichtigt keine Investitionsausgaben. Kapitalintensive Unternehmen können ein hohes EBIT, aber einen geringen freien Cashflow aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EBIT und Betriebsergebnis?

In den meisten Fällen sind beide identisch, jedoch schließen einige Unternehmen in ihrer Betriebsergebnisposition auch nicht-operative Erträge ein. Prüfen Sie die Gewinn- und Verlustrechnung sorgfältig. Das reine EBIT sollte ausschließlich operative Aktivitäten umfassen.

Warum EBIT statt Jahresüberschuss verwenden?

EBIT ermöglicht den Vergleich der operativen Leistung zwischen Unternehmen mit unterschiedlichen Kapitalstrukturen und Steuersätzen. Ein hochverschuldetes Unternehmen weist einen geringeren Jahresüberschuss auf, hat aber dasselbe EBIT wie ein schuldenfreies Unternehmen.

Wie wird EBIT bei der Bewertung eingesetzt?

EV/EBIT ist ein gebräuchlicher Bewertungsmultiplikator. Er setzt den Unternehmenswert ins Verhältnis zum operativen Gewinn. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis eignet er sich für Unternehmen mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad und wird nicht durch nicht-zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen beeinflusst.

Kann EBIT negativ sein?

Ja, wenn die Betriebskosten den Bruttogewinn übersteigen. Ein negatives EBIT zeigt an, dass das Kerngeschäft nicht rentabel ist. Dies ist bei jungen Unternehmen in der Wachstumsphase häufig der Fall.

So nutzen Sie diesen EBIT-Rechner

  1. Geben Sie die Umsatzerlöse (€) ein — der Nettoumsatz aus dem oberen Bereich der GuV gemäß § 275 HGB für den Berichtszeitraum, den Sie bewerten möchten.
  2. Geben Sie die Herstellungskosten (€) ein — direkte Material- und Fertigungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Materialaufwand, Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten).
  3. Geben Sie die betrieblichen Aufwendungen (€) ein — Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten, Forschungs- und Entwicklungsaufwand sowie sonstige betriebliche Aufwendungen, ohne Zinsen und Steuern.
  4. Alternativ: Wenn Sie nur den unteren Teil der GuV vorliegen haben, lassen Sie das Umsatzfeld leer und tragen Sie Jahresüberschuss (€), Zinsaufwand (€) und Steueraufwand vom Einkommen und Ertrag (€) ein — der Rechner führt diese Posten zurück zum EBIT.
  5. Klicken Sie auf „EBIT berechnen“, um EBIT, EBIT-Marge, Bruttogewinn und eine Einstufung der operativen Effizienz zu erhalten.

Beispiele

DAX-Konzern: Maschinenbau-Konzern, Top-down

Ein im DAX gelisteter Maschinenbau-Konzern aus Baden-Württemberg möchte sein Betriebsergebnis nach HGB-Gliederung ermitteln. Die Umsatzerlöse betragen 4.500.000.000 €, die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 3.150.000.000 € und die betrieblichen Aufwendungen (Vertrieb, Verwaltung, F&E) 945.000.000 €.

ErgebnisBruttogewinn 1.350.000.000 €. EBIT 405.000.000 €. EBIT-Marge 9,0 %, vom Rechner als Durchschnittlich eingestuft.

Die Top-down-Formel lautet EBIT = Umsatz − Herstellungskosten − Betriebskosten. Hier ergibt das 4,5 Mrd. € − 3,15 Mrd. € − 0,945 Mrd. € = 405 Mio. €. Die Bruttomarge liegt bei 30 %, die EBIT-Marge bei 9 % — typisch für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau, der laut DIHK-Branchenstatistik üblicherweise zwischen 7 % und 12 % EBIT-Marge erreicht. Diese Spanne spiegelt die hohe Kapitalintensität und den globalen Preisdruck wider.

Mittelstand-GmbH: Bottom-up aus dem Jahresabschluss

Eine mittelständische GmbH aus Nordrhein-Westfalen hat nur den unteren Teil der GuV gemäß § 275 HGB zur Hand: Jahresüberschuss 1.400.000 €, Zinsaufwand 400.000 € und Steuern vom Einkommen und Ertrag 600.000 €. Die Geschäftsführung möchte das operative Ergebnis vor Finanzierungs- und Steuerentscheidungen ermitteln.

ErgebnisEBIT 2.400.000 €. Marge und Bruttogewinn werden nicht ausgewiesen, da kein Umsatz erfasst wurde.

Die Bottom-up-Formel lautet EBIT = Jahresüberschuss + Zinsaufwand + Steueraufwand. Die Addition von 1.400.000 € + 400.000 € + 600.000 € = 2.400.000 € rekonstruiert das Ergebnis vor Anwendung der Kapitalstruktur- und Steuereffekte. Diese Sichtweise ist nützlich beim Vergleich operativer Leistungen zwischen Unternehmen mit unterschiedlicher Verschuldung oder bei Banken-Covenants, die typischerweise auf das EBIT abstellen.

Familienunternehmen: Sanierungsfall mit negativem EBIT

Ein bayerisches Familienunternehmen aus dem Zulieferbereich verzeichnet nach pandemiebedingtem Auftragseinbruch 12.000.000 € Umsatzerlöse, 9.500.000 € Herstellungskosten und 3.200.000 € betriebliche Aufwendungen. Das Management bereitet ein IDW S 6 Sanierungsgutachten vor und benötigt eine belastbare EBIT-Größe.

ErgebnisBruttogewinn 2.500.000 €. EBIT −700.000 €. EBIT-Marge −5,83 %, vom Rechner als Unterdurchschnittlich eingestuft.

Der Bruttogewinn ist positiv — die Stückkostenrechnung trägt grundsätzlich —, aber die fixen betrieblichen Aufwendungen übersteigen die Bruttomarge, sodass das EBIT negativ ausfällt. Für ein Sanierungskonzept nach IDW S 6 ist entscheidend, ob die Lücke durch Restrukturierung, Preisanpassungen und Fixkostensenkung in 24–36 Monaten geschlossen werden kann. Beobachten Sie quartalsweise die Entwicklung der EBIT-Marge statt isoliert den absoluten Wert.

So wird das EBIT berechnet

Es gibt zwei gleichwertige Wege zum EBIT. Der Top-down-Weg startet bei den Umsatzerlösen und arbeitet sich nach unten: EBIT=Umsatzerlo¨seHerstellungskostenBetriebliche Aufwendungen\text{EBIT} = \text{Umsatzerl\"ose} - \text{Herstellungskosten} - \text{Betriebliche Aufwendungen}. Der Abzug der Herstellungskosten ergibt den Bruttogewinn, der Abzug der betrieblichen Aufwendungen ergibt das Betriebsergebnis, also EBIT. Der Rechner verwendet diesen Weg, sobald Umsatzerlöse erfasst werden.

Der Bottom-up-Weg startet beim Jahresüberschuss und addiert die Posten zurück, die im EBIT gerade nicht enthalten sein sollen: EBIT=Jahresu¨berschuss+Zinsaufwand+Steueraufwand\text{EBIT} = \text{Jahres\"uberschuss} + \text{Zinsaufwand} + \text{Steueraufwand}. Beide Methoden müssen für dasselbe Unternehmen denselben Wert liefern; die Wahl hängt davon ab, welche Zahlen vorliegen.

EBIT und das deutsche Betriebsergebnis nach HGB-Gliederung gemäß § 275 HGB sind eng verwandt, aber nicht zwingend identisch. Das HGB-Betriebsergebnis (Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren) enthält das sonstige betriebliche Ergebnis und Abschreibungen, schließt aber das Finanz- und außerordentliche Ergebnis aus. EBIT als international gebräuchliche Kennzahl orientiert sich an dieser Logik und wird in den IFRS-Konzernabschlüssen deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen typischerweise zusätzlich ausgewiesen.

EBIT unterscheidet sich von EBITDA in einem wichtigen Punkt: EBIT belässt Abschreibungen in den betrieblichen Aufwendungen, EBITDA rechnet sie heraus. Da EBIT die Abnutzung langlebiger Vermögensgegenstände aufwandsmäßig berücksichtigt, ist es die konservativere Kennzahl der operativen Rentabilität für kapitalintensive Branchen wie Maschinenbau, Telekommunikation und Luftfahrt.

Die EBIT-Marge berechnet sich als EBIT÷Umsatzerlo¨se×100\text{EBIT} \div \text{Umsatzerl\"ose} \times 100. Der Rechner liefert zusätzlich eine Einstufung der operativen Effizienz: Hervorragend (≥ 20 %), Gut (≥ 12 %), Durchschnittlich (≥ 5 %) und Unterdurchschnittlich (< 5 %). Diese Schwellen sind allgemeine Richtwerte — Margen sollten stets innerhalb einer Branche verglichen werden, nicht branchenübergreifend.

Wann dieser Rechner sinnvoll ist

  • Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlicher Verschuldung. Ein stark verschuldetes Unternehmen weist einen niedrigeren Jahresüberschuss aus als ein schuldenfreier Wettbewerber mit derselben operativen Leistung. EBIT entfernt den Zinsaufwand aus dem Vergleich, sodass Sie das Kerngeschäft und nicht die Finanzierungsentscheidung beurteilen.
  • Grenzüberschreitende Vergleiche im DACH-Raum. Die effektive Steuerquote variiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz erheblich, etwa durch unterschiedliche Gewerbesteuerhebesätze und kantonale Steuern. EBIT klammert den Steuereffekt aus und macht die operative Leistung über Ländergrenzen hinweg vergleichbar.
  • Berechnung des Zinsdeckungsgrades für Banken-Covenants. Der Zinsdeckungsgrad ist EBIT geteilt durch Zinsaufwand und ist eine Standardkennzahl in deutschen Konsortialkreditverträgen. Werte unter etwa 1,5 sind kritisch; gesunde Industrieunternehmen liegen deutlich über 3, häufig in den von BaFin-Stress-Tests bevorzugten Bereichen.
  • Aufbau von EV/EBIT-Bewertungsmultiplikatoren. Unternehmenswert geteilt durch EBIT ist ein gängiger Multiplikator in M&A-Transaktionen und Equity Research, gerade wenn die Abschreibungen so gering sind, dass EBIT und EBITDA dieselbe Geschichte erzählen — EBIT ist dabei die konservativere Variante.
  • Operative Effizienz im Zeitverlauf nachverfolgen. Tragen Sie die EBIT-Marge quartalsweise auf, um zu erkennen, ob Preissetzungsmacht, Produktmix oder Kostendisziplin sich verbessern. Eine steigende EBIT-Marge bei stabilen Umsätzen ist ein starkes Signal für operative Hebelwirkung.
  • Vorbereitung von Sanierungskonzepten nach IDW S 6. Sanierungsgutachten gemäß IDW S 6 verlangen eine integrierte Planungsrechnung, in der das EBIT-Niveau und der Weg dorthin nachvollziehbar dargestellt werden. Der EBIT-Verlauf ist die zentrale Brücke zwischen operativer Restrukturierung und der Renditefähigkeit, die Banken für eine Fortsetzung der Finanzierung fordern.

Häufige Fehler

  • FehlerEBIT und EBITDA werden synonym verwendet.
    LösungEBITDA = EBIT + Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Bei einem kapitalintensiven Unternehmen mit 50 Mio. € Jahresabschreibungen kann das EBITDA 30 % bis 50 % höher liegen als das EBIT. Wählen Sie die Kennzahl, die zur Vergleichssituation passt.
  • FehlerNicht-operative Erträge fließen ins EBIT ein.
    LösungEBIT soll ausschließlich das Kerngeschäft abbilden. Einmalige Erträge aus Anlagenverkäufen, Beteiligungserträge und Erträge aus Prozessvergleichen gehören in das Finanz- bzw. sonstige Ergebnis und sind vor der Multiplikator- oder Margenberechnung herauszurechnen.
  • FehlerBeim Bottom-up-Vorgehen wird nur der Zinsaufwand, nicht aber der Steueraufwand addiert.
    LösungFür EBIT müssen sowohl Zins- als auch Steueraufwand zum Jahresüberschuss addiert werden. Ohne den Steueraufwand erhalten Sie das EBT (Ergebnis vor Steuern), nicht das EBIT — die beiden können sich bei deutschen Unternehmen aufgrund der kombinierten Belastung aus Körperschaft-, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer (rund 30 %) deutlich unterscheiden.
  • FehlerEBIT-Margen werden über verschiedene Branchen hinweg verglichen.
    LösungEine EBIT-Marge von 5 % ist für Softwareunternehmen mager, für den Lebensmitteleinzelhandel hingegen normal. Vergleichen Sie stets innerhalb derselben Branche, idealerweise mit Wettbewerbern ähnlicher Größenordnung, gestützt auf Daten der DIHK-Branchenstatistik oder Bundesbank-Unternehmensabschlussstatistik.
  • FehlerBereinigtes EBIT (adjusted EBIT) wird ungeprüft übernommen.
    LösungViele kapitalmarktorientierte Unternehmen weisen ein bereinigtes EBIT aus, das aktienbasierte Vergütung, Restrukturierungsaufwand und weitere wiederkehrende Posten ausklammert. Stellen Sie eine Überleitung zum nach HGB oder IFRS berichteten Betriebsergebnis her und beurteilen Sie selbst, ob die Bereinigungen sachlich gerechtfertigt sind — dies entspricht der ESMA-Leitlinie zu alternativen Leistungskennzahlen (APMs).
  • FehlerDie Position „Außerordentliches Ergebnis“ wird vermisst.
    LösungMit dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) wurde die Position „Außerordentliche Erträge/Aufwendungen“ aus § 275 HGB gestrichen. Entsprechende Sachverhalte sind heute im sonstigen betrieblichen Ergebnis oder im Anhang ausgewiesen — prüfen Sie diese Posten gezielt, um das echte operative EBIT zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EBIT und Betriebsergebnis nach HGB?

In den meisten Fällen sind beide nahe beieinander, jedoch enthält das Betriebsergebnis nach § 275 HGB das sonstige betriebliche Ergebnis, das gelegentlich auch nicht-operative Posten umfasst. Prüfen Sie die GuV-Position „Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen“ sorgfältig — Erträge aus Anlagenverkäufen oder Auflösungen von Rückstellungen sollten für ein „reines“ EBIT bereinigt werden.

Warum EBIT statt Jahresüberschuss verwenden?

EBIT ermöglicht den Vergleich der operativen Leistung zwischen Unternehmen mit unterschiedlichen Kapitalstrukturen und Steuersätzen. Ein mit Bankkrediten finanziertes Familienunternehmen weist einen geringeren Jahresüberschuss aus, hat aber dasselbe EBIT wie ein eigenkapitalfinanzierter Wettbewerber bei gleicher operativer Leistung.

Wie wird EBIT bei der Unternehmensbewertung eingesetzt?

EV/EBIT ist ein etablierter Bewertungsmultiplikator, insbesondere für deutsche Mittelständler im M&A-Kontext. Er setzt den Unternehmenswert ins Verhältnis zum Betriebsergebnis. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis funktioniert er für Unternehmen mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad und bleibt von nicht-zahlungswirksamen Posten wie Abschreibungen weitgehend unberührt.

Kann das EBIT negativ sein?

Ja, wenn die betrieblichen Aufwendungen den Bruttogewinn übersteigen. Ein negatives EBIT zeigt an, dass das Kerngeschäft strukturell nicht rentabel ist. Bei jungen Unternehmen in der Wachstumsphase ist dies häufig der Fall; in der Sanierung nach IDW S 6 ist die Rückkehr in den positiven EBIT-Bereich eine zentrale Zielgröße.

EBIT oder EBITDA — welche Kennzahl ist besser?

Keine ist generell besser. EBITDA klammert Abschreibungen aus und nähert sich dem operativen Cashflow an, was bei kapitalintensiven Unternehmen mit hohen, aber nicht-zahlungswirksamen Abschreibungen nützlich ist. EBIT lässt die Abschreibungen in der Aufwandsbasis und ist damit konservativer, weil es anerkennt, dass langlebige Vermögensgegenstände sich abnutzen und ersetzt werden müssen. Für Software- oder Beratungsunternehmen mit geringen Abschreibungen sind die Kennzahlen nahezu identisch; im deutschen Maschinenbau, in der Telekommunikation oder im Luftverkehr können sie stark voneinander abweichen.

Ist EBIT eine Kennzahl nach HGB oder IFRS?

EBIT ist weder im HGB noch in den IFRS explizit definiert, lehnt sich aber eng an das Betriebsergebnis nach § 275 HGB bzw. das „operating profit“ in IFRS-Abschlüssen an. Die ESMA-Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen (APMs) und das IDW Rechnungslegungs-Hinweis IDW RH HFA 1.006 verlangen für die Verwendung in regulierten Veröffentlichungen eine konsistente Definition und eine Überleitungsrechnung auf die im Abschluss berichteten Zahlen.

Warum werden Zinsen und Steuern ausgeklammert?

Der Zinsaufwand hängt davon ab, wie sich ein Unternehmen finanziert hat (Fremd- vs. Eigenkapital), der Steueraufwand davon, in welcher Gemeinde der Sitz liegt (Gewerbesteuerhebesatz), ob Verlustvorträge bestehen und welche Steuergestaltung gewählt wurde. Keiner dieser Punkte sagt etwas darüber aus, wie gut das operative Geschäft läuft. Ihre Eliminierung isoliert genau die Profitabilitätsbestandteile, die das Management durch Preispolitik, Mix und Kostendisziplin steuern kann.

Wie hoch ist eine gute EBIT-Marge in Deutschland?

Das hängt stark von der Branche ab. Softwarehäuser erreichen häufig EBIT-Margen über 20 %, etablierte Konsumgüterunternehmen liegen bei 12 % bis 18 %, der deutsche Maschinen- und Anlagenbau bei 7 % bis 12 %, der Lebensmittel- und Discount-Einzelhandel typischerweise zwischen 2 % und 5 %. Vergleichen Sie immer mit Branchenkennzahlen aus der Bundesbank-Unternehmensabschlussstatistik oder der DIHK-Branchenstatistik.

Wie hängen EBIT und der Zinsdeckungsgrad zusammen?

Zinsdeckungsgrad = EBIT / Zinsaufwand. Er misst, wie oft das Betriebsergebnis den Periodenzinsaufwand decken könnte. In deutschen Konsortialkreditverträgen ist diese Kennzahl ein häufiger Covenant: Werte unter etwa 1,5x gelten als finanziell fragil, gesunde Industrieunternehmen liegen oft über 3x, Investment-Grade-Emittenten häufig über 6x.

Sollte ich das EBIT der letzten zwölf Monate oder ein Forward-EBIT nutzen?

Für Kredit- und Covenant-Analysen ist das EBIT der letzten zwölf Monate (LTM/TTM) Standard, da es die tatsächlich erbrachte Leistung abbildet. Für Bewertungsmultiplikatoren wie EV/EBIT verwenden Analysten häufig Konsensschätzungen für die nächsten zwölf Monate (NTM), um die erwartete operative Leistung einzufangen. Geben Sie immer transparent an, welche Variante Sie zitieren.

Wie behandelt der Rechner Umsatzkostenverfahren versus Gesamtkostenverfahren?

Der Rechner arbeitet mit dem Umsatzkostenverfahren-Schema (Umsatz − Herstellungskosten − Betriebliche Aufwendungen), das gemäß § 275 Abs. 3 HGB zulässig ist und international verbreitet ist. Wenn Ihre GuV nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt ist, addieren Sie Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen zusammen und ziehen die Bestandsveränderung sowie aktivierte Eigenleistungen heraus, um vergleichbare Eingabewerte zu erhalten.

Quellen

Methodik

Der Rechner ermittelt das EBIT über zwei austauschbare Wege. Liegt ein Umsatzwert vor, wendet er die Top-down-Formel EBIT = Umsatzerlöse − Herstellungskosten − Betriebliche Aufwendungen an und gibt zusätzlich Bruttogewinn (Umsatzerlöse − Herstellungskosten) und EBIT-Marge (EBIT ÷ Umsatzerlöse × 100) aus — die Gliederung folgt dem Umsatzkostenverfahren nach § 275 Abs. 3 HGB. Bleibt das Umsatzfeld leer und wird stattdessen ein Jahresüberschuss erfasst, nutzt der Rechner die Bottom-up-Formel EBIT = Jahresüberschuss + Zinsaufwand + Steueraufwand; Marge und Bruttogewinn werden dann nicht ausgewiesen, da kein Umsatz bekannt ist. Eine Einstufung der operativen Effizienz (Hervorragend ≥ 20 %, Gut ≥ 12 %, Durchschnittlich ≥ 5 %, Unterdurchschnittlich < 5 %) wird als allgemeiner Richtwert angefügt — der branchenspezifische Vergleich, etwa anhand der Bundesbank-Unternehmensabschlussstatistik oder der DIHK-Branchenkennzahlen, bleibt der Nutzerin oder dem Nutzer überlassen.

Profi-Tipps

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