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Aufschlagrechner

Berechnen Sie Verkaufspreis, Aufschlagprozentsatz und Gewinn auf Basis Ihrer Einstandskosten

Aufschlagsformeln

Verkaufspreis
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Aufschlagprozentsatz
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Gewinnbetrag
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%
Übliche Aufschläge:

Was ist ein Aufschlag?

Der Aufschlag ist der Prozentsatz, der auf die Kosten eines Produkts aufgeschlagen wird, um den Verkaufspreis zu bestimmen. Er gehört zu den grundlegendsten Konzepten der Preisstrategie und wird weltweit von Einzelhändlern, Großhändlern und Dienstleistern genutzt. Im Gegensatz zur Gewinnmarge – die auf dem Verkaufspreis basiert – wird der Aufschlag als Prozentsatz der Kosten berechnet.

Kostet ein Produkt beispielsweise 50 € und wird ein Aufschlag von 100 % angewendet, beträgt der Verkaufspreis 100 €. Der Aufschlag gibt an, wie viel Sie auf Ihre Kosten aufschlagen, um Gemeinkosten zu decken und Gewinn zu erzielen.

Das Verständnis von Aufschlägen ist unerlässlich, um rentable Preise festzulegen und dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein zu niedriger Aufschlag deckt die Kosten nicht, während ein zu hoher Aufschlag Kunden zur Konkurrenz treibt.

Aufschlag und Marge im Vergleich

Die Begriffe Aufschlag und Marge werden häufig gleichbedeutend verwendet, berechnen den Gewinn jedoch auf unterschiedliche Weise. Diese Unterscheidung ist für eine genaue Preisgestaltung und Finanzberichterstattung entscheidend.

🏷️

Aufschlag

Basiert auf den KOSTEN. 50 % Aufschlag auf 100 € Kosten = 150 € Preis (50 € Gewinn).

📊

Marge

Basiert auf dem PREIS. Derselbe Verkauf für 150 € hat eine Marge von 33,3 % (50 € Gewinn).

⚠️

Häufiger Fehler

50 % Aufschlag entspricht NICHT 50 % Marge. Achten Sie stets auf eine sorgfältige Umrechnung.

📐

Umrechnungsformel

Marge = Aufschlag / (1 + Aufschlag). Beispiel: 0,50 / 1,50 = 33,3 %

Typische Aufschläge nach Branche

Verschiedene Branchen arbeiten mit sehr unterschiedlichen Aufschlagsprozentsätzen, abhängig von Faktoren wie Wettbewerb, Gemeinkosten und Kundenerwartungen.

Branche/ProduktTypischer AufschlagResultierende MargeHinweise
Lebensmittelhandel 10–25 % 9–20 % Hohes Volumen, geringe Marge
Bekleidungshandel 100–300 % 50–75 % Keystone-Preisgestaltung üblich
Schmuck 100–400 % 50–80 % Luxuswahrnehmung
Elektronik 30–50 % 23–33 % Starker Preiswettbewerb
Möbel 200–400 % 67–80 % Ausstellungsraumkosten
Gastronomie 200–400 % 67–80 % Personal- und Gemeinkosten
Autoteile 50–100 % 33–50 % Spezialteile höher
Kosmetik 300–500 % 75–83 % Markenwertaufschlag

Preisstrategien mit Aufschlag

🎯

Keystone-Preisgestaltung

Die Kosten verdoppeln (100 % Aufschlag). Einfach und im Einzelhandel weit verbreitet. Ergibt eine Marge von 50 % auf jeden Verkauf.

📈

Gestaffelter Aufschlag

Unterschiedliche Aufschläge je nach Produktwert. Geringere Aufschläge bei teuren Artikeln (50 %) und höhere bei günstigen Artikeln (200 %+).

🏆

Premium-Positionierung

Höhere Aufschläge (300 %+) für Luxus- oder Spezialprodukte, bei denen Kunden für Qualität mehr zu zahlen bereit sind.

Wettbewerbsfähige Preisgestaltung

Konkurrenzpreise angleichen oder leicht unterbieten. Den Mindestaufschlag berechnen, der noch rentabel ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein guter Aufschlagprozentsatz?

Das hängt von Ihrer Branche und Ihrem Geschäftsmodell ab. Im Einzelhandel sind typischerweise 50–100 % üblich (Keystone), in der Gastronomie 200–400 % und im Lebensmittelhandel 10–25 %. Ihr Aufschlag muss alle Betriebskosten plus den gewünschten Gewinn abdecken.

Wie berechne ich den Verkaufspreis aus dem Aufschlag?

Multiplizieren Sie Ihre Kosten mit (1 + Aufschlag als Dezimalzahl). Bei 40 € Kosten und 75 % Aufschlag: 40 € × 1,75 = 70 € Verkaufspreis.

Was ist der Unterschied zwischen Aufschlag und Gewinn?

Der Aufschlag ist ein Prozentsatz zur Preisberechnung. Der Gewinn ist der tatsächliche Geldbetrag, den Sie nach Abzug der Kosten verdienen. Ein Aufschlag von 100 % auf 50 € Kosten ergibt 50 € Gewinn, aber der tatsächliche Nettogewinn hängt von den Betriebskosten ab.

Sollte ich für alle Produkte denselben Aufschlag verwenden?

Nicht unbedingt. Viele Unternehmen verwenden variable Aufschläge je nach Produktkategorie, Wettbewerb, Nachfrage und strategischer Bedeutung. Lockangebote können minimale Aufschläge haben, während Spezialprodukte höhere Aufschläge tragen.

So nutzen Sie diesen Aufschlagrechner

  1. Wählen Sie einen Modus: Preis berechnen (ausgehend von einem Aufschlag in %) oder Aufschlag berechnen (ausgehend von einem bekannten Verkaufspreis).
  2. Geben Sie den Einkaufspreis ein – also den Betrag, den Sie für den Artikel gezahlt haben bzw. der Ihnen für die Herstellung entsteht. Verwenden Sie durchgehend dieselbe Währung (Euro).
  3. Im Preis-Modus tippen Sie den Aufschlagprozentsatz ein oder wählen einen Voreinstellungswert (25 %, 50 %, 100 %, 150 %, 200 %, 300 %). Im Aufschlag-Modus geben Sie stattdessen den Verkaufspreis ein.
  4. Klicken Sie auf Berechnen, um Verkaufspreis, Gewinnbetrag, Aufschlag in % und die entsprechende Marge in % zu sehen.
  5. Vergleichen Sie Aufschlag und entsprechende Marge nebeneinander – sie beschreiben denselben Verkauf aus zwei unterschiedlichen Bezugsbasen und sind nie identisch.

Beispiele

Einzelhandel Bekleidung: 60 % Aufschlag auf 25 € Einkaufspreis

Eine inhabergeführte Modeboutique in München kauft Bluse netto für 25 € beim Großhändler ein und plant einen Aufschlag von 60 % zur Deckung von Miete, Personal und Gewinn.

ErgebnisVerkaufspreis (netto) 40,00 €. Gewinn 15,00 € pro Stück. Aufschlag 60,00 %. Entsprechende Marge 37,50 %. Brutto-Endpreis mit 19 % USt: 47,60 €.

Der Rechner wendet Preis = Kosten × (1 + Aufschlag ÷ 100) = 25 × 1,60 = 40,00 € an. Der Gewinn ist die Differenz von 15 €. Die Marge wird mit Gewinn ÷ Preis = 15 ÷ 40 = 37,50 % berechnet – also nicht 60 %. Zum Endkundenpreis gemäß PAngV wird die Umsatzsteuer von 19 % separat hinzugerechnet: 40 € × 1,19 = 47,60 €.

Restaurant Speisekarte: 250 % Aufschlag auf 6 € Wareneinsatz

Ein Restaurant in Berlin kalkuliert ein Pastagericht. Der Wareneinsatz (Food Cost) beträgt 6,00 €. Üblich in der Gastronomie sind Aufschläge von 200–400 %, um Personal, Pacht und Gemeinkosten gemäß DEHOGA-Kalkulationsempfehlung zu decken.

ErgebnisVerkaufspreis (netto) 21,00 €. Gewinn 15,00 € pro Portion. Aufschlag 250,00 %. Entsprechende Marge 71,43 %. Brutto-Menüpreis mit 19 % USt (Restaurantverzehr): 24,99 €.

Preis = 6 × (1 + 2,50) = 6 × 3,50 = 21,00 € netto. Die Speisekarte muss laut PAngV jedoch Brutto-Endpreise zeigen. Im Restaurantverzehr gilt der reguläre USt-Satz von 19 %: 21 € × 1,19 = 24,99 € – ein gängiger Menükartenpreis. Bei Außer-Haus-Verkauf (Take-away) wären 7 % USt anzuwenden.

Großhandel: 35 % Aufschlag auf 120 € Einstandspreis mit Skontoabzug

Ein Werkzeug-Großhändler in Nordrhein-Westfalen liefert an Fachhändler. Der Einstandspreis beträgt 120,00 € netto. Üblich im Großhandel sind 25–50 % Aufschlag (DIHK-Branchenkennzahlen). Der Händler gewährt zudem 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen.

ErgebnisListenpreis (netto) 162,00 €. Gewinn 42,00 € pro Stück vor Skonto. Aufschlag 35,00 %. Entsprechende Marge 25,93 %. Nach 2 % Skonto: Zahlbetrag 158,76 €, Restgewinn 38,76 € (Marge 24,41 %).

Preis = 120 × 1,35 = 162,00 € netto. Wird der Skontoabzug von 2 % gewährt, sinkt die effektive Erlösbasis: 162 € × 0,98 = 158,76 €. Der Gewinn fällt entsprechend von 42 € auf 38,76 €, die Marge von 25,93 % auf 24,41 %. Faustregel: Jeder Prozentpunkt Skonto verringert den Aufschlag im B2B-Handel um rund 1,2–1,4 Prozentpunkte – das sollten Sie vor Konditionszusagen kalkulieren.

So funktioniert der Rechner

Im Modus Preis berechnen wendet der Rechner Preis=Kosten×(1+Aufschlag100)\text{Preis} = \text{Kosten} \times (1 + \frac{\text{Aufschlag}}{100}) an. Der Gewinn ist schlicht Preis minus Kosten, und die entsprechende Marge ergibt sich aus Marge=GewinnPreis×100\text{Marge} = \frac{\text{Gewinn}}{\text{Preis}} \times 100. Alle vier Größen – Kosten, Preis, Gewinn und beide Prozentwerte – stammen aus einem Eingabepaar, sodass sich beim Ändern eines Wertes alle übrigen aktualisieren.

Im Modus Aufschlag berechnen löst das Tool die Umkehraufgabe aus bekanntem Verkaufspreis und Einkaufspreis: Aufschlag %=PreisKostenKosten×100\text{Aufschlag \%} = \frac{\text{Preis} - \text{Kosten}}{\text{Kosten}} \times 100. Diesen Modus nutzen Händler, um zu prüfen, ob ein reduzierter Aktionspreis oder Sonderpreis den geforderten Mindestaufschlag (Handelsspanne) noch erreicht.

Aufschlag und Marge beschreiben denselben Gewinnbetrag, aber über zwei verschiedene Nenner. Der Aufschlag nutzt die Kosten als Bezugsbasis, die Marge den Umsatz. Zum Umrechnen gilt Marge=Aufschlag1+Aufschlag\text{Marge} = \frac{\text{Aufschlag}}{1 + \text{Aufschlag}} (Aufschlag als Dezimalzahl): 50 % Aufschlag ergibt 0,5/1,5 = 33,33 % Marge; 100 % Aufschlag (Keystone) ergibt 50 % Marge; 300 % Aufschlag ergibt 3/4 = 75 % Marge.

Die Berechnung läuft vollständig im Browser, alle Werte gelten als Euro-Nettobeträge (Umsatzsteuer, Versand oder Zahlungsdienstleister-Gebühren werden nicht hinzugerechnet) und es werden keine Eingaben gespeichert. Wenn Sie 19 % USt, Versand oder Kartengebühren berücksichtigen möchten, beziehen Sie diese vorab in Ihre Kostenbasis ein oder berechnen Sie den Bruttoendpreis separat – das Konzept Aufschlag setzt eine saubere Kosten-zu-Preis-Beziehung voraus.

Wann Sie diesen Rechner einsetzen

  • Endverbraucherpreise aus dem Großhandels-Einstandspreis ableiten. Einkäufer und Filialleiter nutzen den Aufschlag, um aus dem Stück-Einstandspreis (inkl. Bezugskosten) einen Regalpreis zu bilden. Prüfen Sie mit Ihrem Zielaufschlag, ob das Ergebnis Ihre Mindest-Handelsspanne übertrifft, bevor Sie Etiketten drucken.
  • Aktions- oder Rabattpreise auditieren. Geben Sie einen Aktionspreis in den Modus Aufschlag berechnen ein, um zu sehen, welcher Aufschlag nach einem Sortimentsrabatt noch übrig bleibt. Liegt der resultierende Aufschlag unter Ihrem Minimum, schmälert die Aktion die Marge, die Sie über Volumen kaum ausgleichen können.
  • Aufschlag und Marge in Reports gegenüberstellen. Einkauf spricht oft von Aufschlag, Controlling reportet in Marge. Die nebeneinander angezeigten Werte für Aufschlag und entsprechende Marge gleichen beide Zahlen in Budget- oder GuV-Gesprächen ohne Reibung ab.
  • Freiberufler- und Dienstleistungsangebote kalkulieren. Dienstleister, die Subunternehmer- oder Materialkosten weiterberechnen, können einen Aufschlag aufschlagen, um Gemeinkosten und Gewinn zu decken. Die Voreinstellungen (25 %, 50 %, 100 %) decken die meisten Beratungs-, Handwerks- und Agenturleistungen ab.
  • Großhandels- und Wiederverkäufer-Preisstufen. Setzen Sie Distributor-, Händler- und UVP-Stufen, indem Sie Aufschläge stapeln: vom Einstand zum Großhandel (z. B. 25 %), vom Großhandel zum Einzelhandel (z. B. 100 %). Die getrennte Berechnung jeder Stufe hält die Marge jeder Partei transparent.

Häufige Fehler

  • Fehler50 % Aufschlag und 50 % Marge gleichsetzen.
    LösungSie sind nie gleich. 50 % Aufschlag ergibt 33,33 % Marge, 100 % Aufschlag ergibt 50 % Marge. Nutzen Sie den Ausweis Entsprechende Marge oder die Formel Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag) zur Umrechnung. Diese Begriffsverwechslung ist nach DIHK-Erhebungen einer der häufigsten Kalkulationsfehler im Mittelstand.
  • FehlerBezugskosten, Zoll und Zahlungsgebühren nicht im Einkaufspreis berücksichtigen.
    LösungEin Aufschlag ist nur so ehrlich wie die Kostenbasis, die Sie eingeben. Beziehen Sie Eingangsfracht, Verzollung, Verpackung und Kartengebühren in die Einstandskosten ein, bevor Sie aufschlagen – sonst liegt Ihre reale Marge unter dem ausgewiesenen Wert. Der HDE empfiehlt, mit dem voll belasteten Einstandspreis zu arbeiten.
  • FehlerUmsatzsteuer in den Verkaufspreis einrechnen und als Aufschlag verbuchen.
    LösungDie Umsatzsteuer (19 % regulär, 7 % ermäßigt) wird im Auftrag des Finanzamts vereinnahmt und ist kein Erlös. Berechnen Sie den Aufschlag auf den Nettopreis; weisen Sie die USt gemäß §14 UStG separat aus. Im B2C-Endkundenpreis muss laut PAngV der Bruttopreis stehen, in der Kalkulation jedoch der Nettopreis.
  • FehlerDenselben Aufschlag auf jeden Artikel anwenden.
    LösungBranchen tragen sehr unterschiedliche Aufschläge (Lebensmittel 10–25 %, Schmuck 100–400 %). Verwenden Sie kategoriespezifische Zielwerte, damit preissensible Artikel wettbewerbsfähig bleiben und Spezialprodukte ihren vollen Wert abrufen.
  • FehlerUVP mit dem tatsächlichen Verkaufspreis verwechseln.
    LösungDie unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers ist eine Empfehlung, kein Vertrag. Händler unterbieten die UVP regelmäßig; eine Bindung der Wiederverkäufer an einen Mindestpreis ist nach §1 GWB und EU-Vertikal-GVO grundsätzlich kartellrechtlich unzulässig. Kalkulieren Sie mit Ihrem realen Durchschnittsverkaufspreis.
  • FehlerSkonto und Boni in der Aufschlagsrechnung ignorieren.
    LösungIm B2B-Geschäft sind 2 % Skonto bei 10 Tagen Zahlungsziel verbreitet. Skonto mindert den Nettoerlös und damit den effektiven Aufschlag um etwa 1,2–1,4 Prozentpunkte je Prozent Skonto. Rechnen Sie Skontosätze in Ihre Mindest-Handelsspanne ein, bevor Sie Konditionen zusagen.

Häufig gestellte Fragen

Aufschlag und Marge – warum sind sie nicht gleich?

Sie beschreiben denselben Gewinnbetrag, nutzen aber unterschiedliche Bezugsgrößen. Der Aufschlag teilt den Gewinn durch die Kosten; die Marge (Handelsspanne) teilt denselben Gewinn durch den Verkaufspreis. Da der Verkaufspreis bei einem profitablen Verkauf immer größer ist als die Kosten, ist die Marge in Prozent stets kleiner als der Aufschlag in Prozent. Umrechnung: Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag).

Ist 100 % Aufschlag dasselbe wie 100 % Marge?

Nein. 100 % Aufschlag bedeutet, dass Sie die Kosten verdoppelt haben – Gewinn entspricht den Kosten, und die Marge liegt bei 50 %. Eine Marge von 100 % würde bedeuten, dass die Kosten null sind (der gesamte Verkaufspreis ist Gewinn), was praktisch nur bei reinen Dienstleistungen ohne Materialeinsatz vorkommt. Im Handel mit Ware ist eine 100-%-Marge unerreichbar.

Was ist Keystone-Preisgestaltung?

Keystone-Pricing ist die traditionelle Einzelhandelsregel, den Großhandels-Einstandspreis zu verdoppeln – also einen Aufschlag von 100 % anzusetzen. Daraus ergibt sich eine glatte Marge von 50 % und ein Preis, der intern wie gegenüber Kunden leicht zu kommunizieren ist. Geschenk-, Bekleidungs- und Buchhandel nutzen Keystone weiterhin als Basislinie, bevor sie Aktionen und Wettbewerb berücksichtigen.

Wie finde ich den richtigen Aufschlag für mein Produkt?

Beginnen Sie mit dem in Ihrer Branche üblichen Aufschlag (siehe die Branchentabelle auf dieser Seite) und prüfen Sie dann, ob der resultierende Preis alle Betriebskosten und Ihren Zielgewinn deckt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) empfiehlt eine Vollkostenkalkulation: Einstandskosten, Bezugskosten, Gemeinkostenzuschlag und Zielgewinn – nicht eine pauschale Prozentregel.

Beeinflusst die Umsatzsteuer den Aufschlag?

Nein. Die Umsatzsteuer (19 % regulär, 7 % ermäßigt) ist ein durchlaufender Posten an das Finanzamt und kein Erlös. Berechnen Sie den Aufschlag auf den Nettoverkaufspreis und die Nettokosten; die USt wird gemäß §10 UStG separat auf das Nettoentgelt aufgeschlagen. Im Endkundenpreis nach PAngV muss der Bruttopreis ausgewiesen sein, in der Kostenrechnung jedoch der Nettowert.

Was unterscheidet Aufschlag und Rohgewinn (Handelsspanne)?

Der Aufschlag ist ein Prozentsatz auf die Kosten. Der Rohgewinn ist der Euro-Betrag aus Umsatz minus Wareneinsatz. Ein Artikel mit 20 € Kosten und 50 € Verkaufspreis hat 30 € Rohgewinn, 150 % Aufschlag und 60 % Handelsspanne – derselbe Verkauf, drei verschiedene Kennzahlen. Das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) und das HGB §275 weisen Erlöse und Wareneinsatz getrennt aus; Marge und Aufschlag werden daraus abgeleitet.

Was ist eine UVP und wie hängt sie mit dem Aufschlag zusammen?

Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) ist ein vom Hersteller empfohlener Endverkaufspreis. Der Hersteller hat dabei bereits einen Aufschlag auf seine eigenen Kosten kalkuliert. Händler können die UVP übernehmen, höher kalkulieren oder unterbieten; eine vertragliche Bindung an einen Mindestverkaufspreis (Preisbindung) ist nach §1 GWB und EU-Vertikal-GVO grundsätzlich unzulässig, mit wenigen Ausnahmen (z. B. Buchpreisbindung).

Wie rechne ich eine Marge zurück in einen Aufschlag?

Verwenden Sie Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge), mit der Marge als Dezimalzahl. 40 % Marge ergeben 0,40 ÷ 0,60 = 66,67 % Aufschlag; 50 % Marge ergeben 100 % Aufschlag (Keystone); 75 % Marge ergeben 300 % Aufschlag. Der Rechner zeigt beide Werte automatisch an, doch die Formel ist nützlich, wenn nur einer der beiden Werte vorgegeben ist.

Sollte ich den Aufschlag auf die Vollkosten oder nur auf den Wareneinsatz beziehen?

Das hängt davon ab, wie Sie 'Kosten' in Ihrer Buchführung definieren. Viele Einzelhändler schlagen auf den Stück-Einstandspreis (Wareneinsatz inkl. Bezugskosten) auf und decken die Fixkosten über Volumen. Dienstleister rollen Gemeinkosten in einen vollbelasteten Kostensatz und addieren einen kleineren Aufschlag. Beide Wege funktionieren, solange Sie konsistent bleiben, damit der Zielaufschlag tatsächlich den benötigten Rohgewinn liefert.

Berücksichtigt der Rechner Mengen- oder Staffelpreise?

Das Tool berechnet stückweise: Preis, Gewinn, Aufschlag und Marge pro Einheit. Für Gesamtumsatz oder Gesamtgewinn bei einer bestimmten Menge multiplizieren Sie die Stückwerte mit der verkauften Stückzahl. Die Prozentsätze ändern sich mit der Menge nicht; nur die Euro-Beträge skalieren.

Warum zeigt mein Kassensystem eine andere Marge als dieser Rechner?

Kassensysteme berichten standardmäßig die Handelsspanne (Gewinn ÷ Preis), während das Feld 'Aufschlag' in der Artikelpflege den Aufschlag auf die Kosten meint. Wenn Sie im POS '50 %' im Aufschlagsfeld eintragen, in der Erwartung einer 50-%-Marge, wird das System korrekt 33,33 % Marge ausweisen. Gleichen Sie über das Feld Entsprechende Marge in diesem Rechner ab, bevor Sie Preise an die Kasse übergeben.

Wie wirken sich Aktionsrabatte und Skonto auf den Aufschlag aus?

Ein Rabatt mindert den Verkaufspreis, nicht die Kosten – er frisst Aufschlag nichtlinear. 20 % Rabatt auf einen Artikel mit 50 % Aufschlag (30 € Kosten → 45 € → 36 €) hinterlassen nur 20 % Aufschlag, nicht 30 %. Auch B2B-Skonto (typisch 2 % bei 10 Tagen) reduziert den effektiven Aufschlag um etwa 1,2–1,4 Prozentpunkte je Prozent Skonto. Prüfen Sie den Preis nach Rabatt im Modus Aufschlag berechnen, bevor Sie eine Aktion freigeben.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner wendet die Aufschlagsdefinition Aufschlag % = (Preis − Kosten) ÷ Kosten × 100 an. Im Modus Preis berechnen ergibt sich Preis = Kosten × (1 + Aufschlag ÷ 100); im Modus Aufschlag berechnen wird der Aufschlagprozentsatz aus bekanntem Verkaufspreis und Einstandskosten ermittelt. Der Gewinn wird als Preis − Kosten ausgewiesen, die entsprechende Marge (Handelsspanne) als Gewinn ÷ Preis × 100, damit Nutzer ohne Seitenwechsel zwischen Aufschlag und Marge umrechnen können. Alle Werte werden als Euro-Nettobeträge in einer einzigen Währung verarbeitet; Umsatzsteuer (19 % regulär, 7 % ermäßigt), Versand, Skonto und Zahlungsdienstleister-Gebühren sind ausgeschlossen und müssen vorab in die Eingabekosten eingerechnet werden, wenn sie reflektiert werden sollen. Die Berechnung erfolgt vollständig clientseitig im Browser; Eingaben werden nicht gespeichert.

Profi-Tipps

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