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Eindeckungsdauer-Rechner

Berechnen Sie, wie viele Tage Leerverkäufer benötigen würden, um ihre Positionen auf Basis des durchschnittlichen Tagesvolumens einzudecken.

Formel zur Eindeckungsdauer

Eindeckungsdauer
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Leerverkaufsanteil %
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Short-Squeeze-Risiko
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Beispiele

DAX-Aktie mit hohem Short Interest — Eindeckungsdauer in Tagen

Eine deutsche Standardwerteaktie weist laut BaFin-Veröffentlichung von Nettoleerverkaufspositionen einen aggregierten Short Interest von 3 Mio. Aktien auf. Das durchschnittliche Tagesvolumen (Average Daily Volume, ADV) auf Xetra liegt bei 600.000 Aktien. Ein Analyst möchte einschätzen, wie viele Handelstage Leerverkäufer benötigen würden, um ihre Positionen geordnet zu schließen.

ErgebnisEindeckungsdauer = 3.000.000 / 600.000 = 5 Tage. Leerverkaufsanteil am Streubesitz = 3.000.000 / 120.000.000 = 2,5 % — meldepflichtig nach § 30h WpHG bzw. EU-Leerverkaufsverordnung, da oberhalb der BaFin-Veröffentlichungsschwelle von 0,5 %.

Eine Eindeckungsdauer von 5 Tagen gilt als erhöht, aber nicht extrem: Leerverkäufer könnten ihre Positionen innerhalb einer Handelswoche schließen, ohne den Markt zwingend zu verzerren. Wird die Schwelle von 10 Tagen überschritten, steigt das Short-Squeeze-Risiko deutlich, weil ein gleichzeitiger Eindeckungsdruck die verfügbare Liquidität auf Xetra übersteigt. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus dem öffentlichen Register der BaFin (Nettoleerverkaufspositionen) sowie aus den Handelsstatistiken der Deutschen Börse.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Leerverkauf und warum ist die Eindeckungsdauer relevant?

Ein Leerverkauf (englisch: short selling) bezeichnet den Verkauf von Aktien, die der Verkäufer nicht besitzt, sondern sich über die Wertpapierleihe beschafft. Ziel ist es, die Aktien später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen und die Differenz als Gewinn zu vereinnahmen. Die Eindeckungsdauer misst, wie viele Handelstage erforderlich wären, um sämtliche offenen Leerverkaufspositionen beim üblichen Tagesvolumen zurückzukaufen. Sie ist damit ein zentraler Indikator für strukturellen Eindeckungsdruck im Markt.

Was ist ein Short Squeeze?

Ein Short Squeeze entsteht, wenn der Kurs einer stark leerverkauften Aktie steigt und Leerverkäufer gezwungen werden, ihre Positionen über Käufe am Markt zu schließen. Diese Eindeckungskäufe erzeugen zusätzliche Nachfrage und treiben den Kurs weiter nach oben — ein selbstverstärkender Effekt. Eine hohe Eindeckungsdauer (typischerweise über 10 Tage) gilt als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für einen Squeeze. Historische Beispiele sind Volkswagen im Oktober 2008 und GameStop im Januar 2021.

Welche Veröffentlichungspflichten gelten in Deutschland für Leerverkäufe?

Die BaFin verwaltet das öffentliche Register der Nettoleerverkaufspositionen gemäß EU-Leerverkaufsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 236/2012). Eine Position muss der BaFin gemeldet werden, sobald sie 0,1 % des ausgegebenen Aktienkapitals erreicht. Ab einer Schwelle von 0,5 % erfolgt die namentliche Veröffentlichung im Bundesanzeiger und auf der BaFin-Website. Jede Über- oder Unterschreitung der 0,1-Prozent-Stufen ist meldepflichtig — Verstöße können Bußgelder nach § 39 WpHG nach sich ziehen.

Was regelt § 30h WpHG zum Leerverkauf?

§ 30h WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) setzt die EU-Leerverkaufsverordnung in nationales Recht um und konkretisiert die Befugnisse der BaFin. Die Vorschrift regelt insbesondere die Mitteilungs- und Veröffentlichungspflichten für Nettoleerverkaufspositionen sowie das Verbot ungedeckter (nackter) Leerverkäufe in deutschen Aktien und bestimmten Staatsanleihen. Die BaFin kann zudem bei außergewöhnlichen Marktentwicklungen vorübergehende Leerverkaufsverbote anordnen, wie zuletzt während der Corona-Krise im März 2020 für ausgewählte Werte.

Wo finde ich Daten zum Short Interest deutscher Aktien?

Die primäre Quelle ist das öffentliche Register der BaFin für Nettoleerverkaufspositionen (bundesanzeiger.de, Suchpfad: Nettoleerverkaufspositionen). Veröffentlicht werden alle Positionen ab 0,5 % des Aktienkapitals mit Inhaber, Emittent, ISIN und Höhe. Das durchschnittliche Tagesvolumen für die Berechnung der Eindeckungsdauer ist über die Handelsstatistiken der Deutschen Börse (Xetra) sowie über professionelle Datenanbieter wie Bloomberg oder Refinitiv abrufbar. Beachten Sie, dass nur namentliche Großpositionen veröffentlicht werden — kleinere Positionen zwischen 0,1 % und 0,5 % gehen lediglich anonym in die Statistik ein.

Ab welchem Wert gilt eine Eindeckungsdauer als hoch?

Es gibt keine gesetzliche Schwelle, aber praxisübliche Richtwerte: unter 1 Tag gilt als gering, 1 bis 5 Tage als typisch für liquide Standardwerte (DAX, MDAX), 5 bis 10 Tage als erhöht und über 10 Tage als kritisch. Werte über 20 Tage sind selten und treten meist bei Nebenwerten mit dünnem Handel oder im Vorfeld von Short-Squeeze-Episoden auf. Aussagekräftiger als ein absoluter Schwellenwert ist die historische Einordnung gegen den eigenen Mittelwert der Aktie und den Vergleich mit Sektor-Peers.

Welche Schwächen hat die Kennzahl Eindeckungsdauer?

Die Eindeckungsdauer erfasst ausschließlich gemeldete Nettoleerverkaufspositionen. Synthetische Short-Engagements über Total-Return-Swaps oder Optionsstrategien fließen nicht ein, obwohl sie wirtschaftlich vergleichbar wirken. Außerdem reagiert das durchschnittliche Tagesvolumen empfindlich auf Volatilitätsausbrüche — ein viraler Anstieg des ADV senkt die Kennzahl rechnerisch, auch wenn der strukturelle Druck unverändert bleibt. Die BaFin-Veröffentlichungen erfolgen zudem mit einem zeitlichen Versatz, sodass die Daten beim Abruf bereits einige Handelstage alt sein können.

Quellen

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