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EBITDA-Rechner

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen berechnen

EBITDA-Formeln

EBITDA (Top-Down)
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EBITDA (Bottom-Up)
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EBITDA-Marge
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EBITDA verstehen

EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and Amortization – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es misst die operative Leistung eines Unternehmens, indem nicht-operative Kosten und nicht-zahlungswirksame Aufwendungen herausgerechnet werden, und liefert so einen klareren Blick auf die Kernrentabilität.

Durch den Ausschluss von Zinsen (Kapitalstruktur), Steuern (standortabhängig) und Abschreibungen (buchhalterische Entscheidungen) ermöglicht EBITDA einen besseren Vergleich zwischen Unternehmen mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad, unterschiedlicher Steuerlast und unterschiedlicher Vermögensbasis.

EBITDA ist zwar keine GAAP-Kennzahl, wird aber verbreitet für Bewertungen (EV/EBITDA-Multiplikatoren), Kreditbedingungen und M&A-Analysen verwendet. Es nähert sich dem operativen Cashflow an, berücksichtigt jedoch keine Veränderungen des Betriebskapitals und keine Investitionsausgaben.

Warum EBITDA wichtig ist

🔄

Vergleichbarkeit

Eliminiert Unterschiede in Kapitalstruktur, Steuern und Rechnungslegung zwischen Unternehmen.

💰

Cashflow-Annäherung

Nähert sich dem operativen Cashflow an (wenn auch unvollkommen).

📊

Bewertungsinstrument

Der EV/EBITDA-Multiplikator ist eine Standardkennzahl bei Unternehmensübernahmen.

🏦

Schuldenkapazität

Kreditgeber nutzen EBITDA zur Beurteilung der Schuldentragfähigkeit. Verschuldungsgrad/EBITDA ist maßgeblich.

EBITDA-Margen nach Branche

BrancheTypische EBITDA-MargeEV/EBITDA-MultiplikatorHinweise
Software (SaaS)25–40 %15–30xHohe Margen, skalierbar
Fertigung10–20 %6–10xKapitalintensiv
Einzelhandel5–12 %5–8xGeringe Margen
Gesundheitswesen15–25 %10–15xGroße Bandbreite
Telekommunikation30–45 %6–9xHohe Abschreibungen

Tipps zur EBITDA-Analyse

⚠️

Kein echter Cashflow

EBITDA ignoriert Investitionsausgaben, Veränderungen des Betriebskapitals und Schuldentilgungen. Es überschätzt die Liquiditätsgenerierung.

📈

Margenentwicklung beobachten

Trends bei der EBITDA-Marge zeigen die operative Effizienz. Steigende Margen deuten auf eine verbesserte Betriebsführung hin.

🔍

Bereinigungen prüfen

Das bereinigte EBITDA schließt häufig aktienbasierte Vergütungen und Einmalposten aus. Überprüfen Sie, welche Positionen bereinigt wurden.

⚖️

Mit freiem Cashflow ergänzen

Nutzen Sie den freien Cashflow neben dem EBITDA, um ein vollständiges Bild der Liquiditätsgenerierung zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein gutes EBITDA?

EBITDA an sich ist weder "gut" noch "schlecht" – es kommt auf den Kontext an. Achten Sie auf die EBITDA-Marge (15–25 % sind in vielen Branchen solide) und vergleichen Sie mit Wettbewerbern. Beobachten Sie auch Trends: Ein wachsendes EBITDA bei stabiler oder verbesserter Marge ist ein positives Signal.

Warum ist EBITDA umstritten?

Kritiker – darunter bekanntermaßen Warren Buffett – sehen im EBITDA eine Kennzahl, die echte Kosten verschleiert. Abschreibungen spiegeln den tatsächlichen Wertverzehr von Vermögenswerten wider. Zinsen sind reale Schuldenkosten. EBITDA kann unrentable Unternehmen gesünder erscheinen lassen, als sie sind, weil notwendige Aufwendungen ausgeblendet werden.

Was ist der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA?

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) ist das Betriebsergebnis – es enthält Abschreibungen. EBITDA addiert diese Abschreibungen wieder hinzu. Bei kapitalintensiven Unternehmen ist der Unterschied erheblich.

Wie wird EBITDA bei der Bewertung eingesetzt?

EV/EBITDA setzt den Unternehmenswert ins Verhältnis zum EBITDA. Es wird bei Übernahmen verwendet, weil es die Kapitalstruktur neutralisiert. Niedrigere Multiplikatoren deuten auf einen günstigeren Preis hin. Branchenspezifische Multiplikatoren reichen von 4x bis über 20x.

So nutzen Sie diesen EBITDA-Rechner

  1. Geben Sie den Umsatz (EUR) ein – die Umsatzerlöse aus der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 275 HGB. Dieser Wert wird nur zur Berechnung der EBITDA-Marge benötigt; Sie können das Feld leer lassen, wenn Sie nur den absoluten EBITDA-Wert sehen möchten.
  2. Geben Sie den Jahresüberschuss (EUR) ein – das Periodenergebnis nach allen Aufwendungen, einschließlich Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Verwenden Sie denselben Berichtszeitraum (Quartal oder Geschäftsjahr) wie bei den übrigen Eingaben.
  3. Geben Sie den Zinsaufwand (EUR) und die Ertragsteuern (EUR) ein – diese entnehmen Sie direkt der GuV (Posten gemäß HGB-Gliederung), damit sie zum Jahresüberschuss hinzugerechnet werden können.
  4. Geben Sie die Abschreibungen (EUR) und Amortisierungen (EUR) ein – diese stehen in der Regel im Anlagenspiegel, in der Kapitalflussrechnung oder im Anhang, nicht immer separat in der GuV.
  5. Klicken Sie auf EBITDA berechnen, um EBITDA, EBITDA-Marge, das daraus abgeleitete EBIT (Betriebsergebnis) und die gesamten Hinzurechnungen anzuzeigen.

Beispiele

DAX-Tech-Konzern mit hohen Abschreibungen

Ein im DAX gelisteter Technologiekonzern berichtet einen Jahresumsatz von 5.000.000.000 EUR und einen Jahresüberschuss von 600.000.000 EUR. Im Geschäftsjahr wurden 150.000.000 EUR Zinsaufwand für eine Anleihe, 200.000.000 EUR Ertragsteuern, 300.000.000 EUR planmäßige Abschreibungen auf Rechenzentrumshardware sowie 250.000.000 EUR Amortisierungen aktivierter Softwareentwicklung verbucht.

ErgebnisEBIT = 600.000.000 + 150.000.000 + 200.000.000 = 950.000.000 EUR. EBITDA = 950.000.000 + 300.000.000 + 250.000.000 = 1.500.000.000 EUR. EBITDA-Marge = 1.500.000.000 / 5.000.000.000 = 30 %. Gesamte Hinzurechnungen = 900.000.000 EUR.

Durch Hinzurechnung von Zinsen und Steuern wird der Jahresüberschuss in das EBIT überführt – das operative Ergebnis unabhängig von Finanzierung und Steuerregime. Die Hinzurechnung der Abschreibungen entfernt nicht-zahlungswirksame buchhalterische Aufwendungen und liefert das EBITDA – die Kennzahl, die Investoren, Analysten der Deutschen Bank und Bond-Holder für Vergleiche heranziehen. Eine Marge von 30 % ist im Software-Segment des DAX solide.

Mittelstand-Maschinenbauer: M&A-Bewertung über EV/EBITDA

Ein Private-Equity-Investor prüft die Übernahme eines schwäbischen Maschinenbauers mit 50.000.000 EUR Umsatz und 3.000.000 EUR Jahresüberschuss. Das Unternehmen zahlt 2.000.000 EUR Zinsen auf bestehende KfW- und Bankkredite, 1.000.000 EUR Gewerbe- und Körperschaftsteuer, 3.500.000 EUR Abschreibungen auf Maschinenpark und Betriebsgebäude sowie 500.000 EUR Amortisierungen auf erworbene Kundenstämme. Der Sektor wird laut einer aktuellen Auswertung der Deutschen Bundesbank zur Unternehmensfinanzierung bei einem EV/EBITDA-Multiple von rund 8x gehandelt.

ErgebnisEBIT = 6.000.000 EUR. EBITDA = 10.000.000 EUR. EBITDA-Marge = 20 %. Bei einem Multiplikator von 8x EBITDA ergibt sich ein Unternehmenswert (Enterprise Value) von rund 80.000.000 EUR, den der Investor typischerweise mit einer Mischung aus Eigenkapital und neuen Akquisitionskrediten in Höhe des 4- bis 6-fachen EBITDA finanziert.

Private-Equity-Häuser nutzen EBITDA als Standardgröße, weil es die bestehende Kapitalstruktur des Verkäufers neutralisiert – Zinsen und Abschreibungen sind nach Closing käuferspezifisch. Das 8-fache EBITDA liefert direkt den Enterprise Value, anschließend wird die Fremdkapitalquote als Vielfaches desselben EBITDA dimensioniert. Genau deshalb bewegen schon kleine EBITDA-Schwankungen den Kaufpreis bei deutschen Mittelständlern um Millionen.

Software-AG mit hohem Working-Capital-Bedarf

Eine deutsche Software-AG aus München weist 20.000.000 EUR Umsatz, 200.000 EUR Jahresüberschuss, 1.200.000 EUR Zinsaufwand für eine Wandelanleihe, 400.000 EUR Ertragsteuern und 3.200.000 EUR Abschreibungen auf aktivierte Eigenleistungen (Forschungs- und Entwicklungsausgaben gemäß IDW RS HFA 11) aus. Die jährlichen Reinvestitionen in Entwicklungskosten liegen bei rund 3.000.000 EUR – nahezu auf Höhe der Abschreibungen.

ErgebnisEBITDA = 200.000 + 1.200.000 + 400.000 + 3.200.000 = 5.000.000 EUR (Marge 25 %). Der freie Cashflow nach Reinvestitionen liegt jedoch nur bei rund 2.000.000 EUR und nach Zinsen bei etwa 800.000 EUR.

Die ausgewiesene EBITDA-Marge von 25 % wirkt zunächst attraktiv, doch die aktivierten Entwicklungskosten müssen tatsächlich jährlich nachfinanziert werden – die Abschreibung ist hier ein realer Proxy für laufende Reinvestitionen. Eine Übernahme zum 6-fachen EBITDA (30 Mio. EUR) entspricht einem 15-fachen des realen freien Cashflows. Genau vor dieser Verzerrung warnt auch der IDW S 1 zur Unternehmensbewertung: EBITDA und Cashflow sind nicht gleichzusetzen.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner verwendet die indirekte Top-Down-Methode: EBITDA=Jahresu¨berschuss+Zinsen+Steuern+Abschreibungen+Amortisierungen\text{EBITDA} = \text{Jahresüberschuss} + \text{Zinsen} + \text{Steuern} + \text{Abschreibungen} + \text{Amortisierungen}. Ausgangspunkt ist der Jahresüberschuss; hinzugerechnet werden vier Aufwandskategorien, die entweder durch die Kapitalstruktur (Zinsen), den Steuerstandort (Steuern) oder bilanzielle Zuordnung (Abschreibungen) bestimmt sind.

Der Jahresüberschuss ist das ausgewiesene Periodenergebnis nach allen Aufwendungen. Durch Hinzurechnung von Zinsen und Steuern erhält man das EBIT – das operative Ergebnis unabhängig von Finanzierung und Steuerregime. Die zusätzliche Hinzurechnung von Abschreibungen entfernt nicht-zahlungswirksame Aufwendungen, die durch die periodengerechte Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten langlebiger Vermögensgegenstände entstehen.

Die EBITDA-Marge wird berechnet als EBITDA/Umsatz×100\text{EBITDA} / \text{Umsatz} \times 100. Die Marge ist über Unternehmen hinweg vergleichbarer als der absolute Betrag, weil sie um die Größenordnung normalisiert. Der Rechner weist zusätzlich das implizite EBIT und die Summe der Hinzurechnungen aus, damit Sie die Herleitung aus der GuV nachvollziehen können.

EBITDA ist weder im HGB noch in den IFRS als Pflichtkennzahl definiert. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA verlangt in ihren Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen (APM Guidelines), dass Emittenten EBITDA als alternative Leistungskennzahl klar als solche kennzeichnen und auf die nächstvergleichbare IFRS-Größe (in der Regel Jahresüberschuss oder Betriebsergebnis) überleiten. Die BaFin hat diese Leitlinien für deutsche Emittenten verbindlich erklärt.

Wann Sie diesen Rechner einsetzen

  • Bewertung eines Übernahmeziels mit EV/EBITDA-Multiplikatoren. Private-Equity-Investoren, M&A-Berater und Corporate-Development-Teams kalkulieren Übernahmen routinemäßig als Vielfaches des historischen oder erwarteten EBITDA. Der Rechner liefert Ihnen den Nenner in Sekunden, sobald Sie die GuV-Eckdaten vorliegen haben.
  • Vergleich der operativen Leistung zwischen Unternehmen. EBITDA neutralisiert Zinsen (unterschiedliche Verschuldung), Steuern (unterschiedliche Steuerstandorte) und Abschreibungen (unterschiedliche Bilanzierungswahlrechte nach HGB oder IFRS). Das macht die Kennzahl nützlich, wenn Sie ein deutsches Familienunternehmen mit einem börsennotierten europäischen Wettbewerber vergleichen.
  • Prüfung von Schuldenkapazität und Kreditkonditionen (Covenants). Geschäftsbanken und KfW-Konsortialführer dimensionieren die Senior-Tranche meist als Vielfaches Debt/EBITDA und verankern Financial Covenants in EBITDA-Größen (z. B. maximaler Verschuldungsgrad 4,5x EBITDA oder Mindest-Zinsdeckung 3,0x). Das EBITDA zu kennen ist der erste Schritt für jede Covenant-Modellierung.
  • Operative Trends quartalsweise verfolgen. Weil EBITDA volatile Positionen wie Einmalsteuern oder refinanzierungsbedingte Zinsschwankungen herausrechnet, zeigt der EBITDA-Verlauf das zugrundeliegende operative Momentum oft deutlicher als der Jahresüberschuss allein.
  • Bewertung von Software-, Telekom- und Medienunternehmen. Margenstarke Branchen mit hohen aktivierten Eigenleistungen oder Lizenzen (SaaS, Telekommunikation, Kabelnetzbetreiber) werden in der Finanzpresse und in Analystenreports konsequent in EBITDA-Multiplikatoren zitiert. Nutzen Sie den Rechner, um aus den Konzernabschlüssen den Wert abzuleiten, den der Markt erwartet.

Häufige Fehler

  • FehlerEBIT und EBITDA verwechseln – Abschreibungen doppelt oder gar nicht hinzurechnen.
    LösungEBIT ist das Betriebsergebnis (enthält bereits Abschreibungen, schließt aber Zinsen und Steuern aus). EBITDA = EBIT + Abschreibungen. Wenn Sie vom Betriebsergebnis ausgehen, rechnen Sie ausschließlich Abschreibungen und Amortisierungen hinzu, nicht zusätzlich Zinsen oder Steuern.
  • FehlerEBITDA als Cashflow interpretieren.
    LösungEBITDA ignoriert Investitionsausgaben, Working-Capital-Veränderungen und Tilgungsleistungen. Bei kapitalintensiven Geschäftsmodellen wie Maschinenbau oder Logistik liegt der freie Cashflow oft nur bei einem Bruchteil des EBITDA. Gleichen Sie immer mit der Kapitalflussrechnung ab.
  • FehlerDas vom Unternehmen ausgewiesene bereinigte EBITDA ungeprüft übernehmen.
    LösungBereinigtes EBITDA kann legitime Normalisierungen enthalten (einmalige Rechtsstreitkosten) oder aggressive Hinzurechnungen (laufende Restrukturierung, aktienbasierte Vergütung). Lesen Sie die Überleitungstabelle im Geschäftsbericht und beurteilen Sie jede Bereinigung einzeln auf Einmaligkeit.
  • FehlerUnterschiedliche Berichtsperioden für Umsatz und Aufwandsgrößen mischen.
    LösungWer LTM-Umsatz mit Quartalsergebnissen kombiniert, verzerrt die Marge erheblich. Verwenden Sie konsequent Werte aus derselben Periode (Geschäftsjahr oder LTM) und derselben Berichtswährung.
  • FehlerEBITDA-Margen branchenübergreifend vergleichen.
    LösungEine EBITDA-Marge von 35 % ist im Softwarebereich solide, in der Telekommunikation Standard und im Lebensmitteleinzelhandel praktisch unerreichbar. Bewerten Sie die Kennzahl immer im Vergleich zur Peer-Gruppe derselben Branche.

Häufig gestellte Fragen

EBITDA vs. EBIT – wann macht der Unterschied einen Unterschied?

Das EBIT (Betriebsergebnis) enthält weiterhin Abschreibungen und Amortisierungen; das EBITDA rechnet diese hinzu. Bei anlagenarmen Geschäftsmodellen mit geringen Abschreibungen (Beratung, reine Softwareentwicklung) konvergieren die beiden Kennzahlen, bei kapitalintensiven Unternehmen (Telekommunikation, Maschinenbau, Immobilien) divergieren sie stark. Bei einer Fluggesellschaft oder einem Glasfaserbetreiber kann das EBITDA doppelt so hoch ausfallen wie das EBIT – die falsche Kennzahl in einer Bewertungsmultiple verändert das Ergebnis dramatisch.

Warum bevorzugen Private-Equity-Häuser EBITDA?

PE-Investoren erwerben Unternehmen typischerweise mit hohem Fremdkapitaleinsatz und passen Kapitalstruktur, Steuersituation und Bilanzierungspolitik nach dem Closing an. EBITDA ist das operative Ergebnis vor all diesen käuferspezifischen Posten und liefert daher den klarsten Blick auf das, was tatsächlich erworben wird. Außerdem wird die Akquisitionsfinanzierung praktisch durchgängig als Vielfaches des EBITDA dimensioniert (üblich sind 4x bis 6x für die Senior-Tranche), was am deutschen Mittelstandsmarkt auch von Förderbanken wie der KfW so akzeptiert wird.

Warum wird EBITDA kritisiert?

Warren Buffett nennt es bekanntlich „Earnings before all the bad stuff“. Kritiker argumentieren, dass Abschreibungen reale ökonomische Kosten sind – Fahrzeuge, Fabriken und Server nutzen sich tatsächlich ab und müssen ersetzt werden – sodass deren Hinzurechnung kapitalintensive Unternehmen profitabler erscheinen lässt, als sie sind. Auch Eugen Schmalenbach, Begründer der modernen deutschen Bilanzlehre, betonte bereits in den 1920er-Jahren, dass die Abschreibung kein Bewertungstrick, sondern ein wirtschaftlicher Werteverzehr ist – ein Grundsatz, der in der heutigen EBITDA-Debatte oft vergessen wird.

Ist EBITDA eine HGB- oder IFRS-Kennzahl?

Nein. EBITDA ist weder im HGB noch in den IFRS als Pflichtkennzahl definiert. Sie gilt als alternative Leistungskennzahl (Alternative Performance Measure, APM). Die ESMA-Leitlinien zu APM, die die BaFin für deutsche Emittenten verbindlich erklärt hat, verlangen eine eindeutige Definition, eine Überleitung zur nächstvergleichbaren IFRS-Kennzahl (in der Regel Jahresüberschuss oder Betriebsergebnis) und eine konsistente Verwendung über die Berichtsperioden hinweg.

Was ist bereinigtes EBITDA (Adjusted EBITDA)?

Bereinigtes EBITDA ist das EBITDA mit zusätzlichen Hinzurechnungen oder Herausrechnungen – meist aktienbasierte Vergütung, Restrukturierungsaufwand, Rechtsstreitkosten, Transaktionskosten und weitere als „nicht wiederkehrend“ deklarierte Posten. Solche Bereinigungen können sachgerecht sein (echte Einmaleffekte) oder aggressiv (Jahr für Jahr „einmalige“ Posten). Lesen Sie die Überleitungsrechnung im Konzernanhang oder im Halbjahresbericht und entscheiden Sie selbst, ob jede einzelne Hinzurechnung gerechtfertigt ist.

Wie hoch ist eine gute EBITDA-Marge?

Das hängt stark von der Branche ab. SaaS- und Softwareunternehmen erreichen routinemäßig 25 %–40 %, weil Grenzkosten gering sind; etablierte Telekommunikationskonzerne erzielen 30 %–45 % wegen hoher Abschreibungen; deutsche Maschinenbauer liegen typischerweise bei 10 %–20 %; Lebensmitteleinzelhändler bei 4 %–8 %. Vergleichen Sie ein Unternehmen immer mit seiner Peer-Gruppe und nicht mit dem Marktdurchschnitt.

Wie wird EBITDA in der Unternehmensbewertung eingesetzt?

Die häufigste Anwendung ist das EV/EBITDA-Multiple – Enterprise Value geteilt durch EBITDA. Branchenmediane reichen von etwa 5x für stagnierenden Einzelhandel bis über 20x für wachstumsstarke Software. Multipliziert man den Median der Peer-Gruppe mit dem EBITDA des Bewertungsobjekts, ergibt sich der Unternehmenswert, von dem die Nettoverschuldung abgezogen wird, um zum Eigenkapitalwert zu gelangen. Der IDW Standard S 1 (Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen) erkennt Multiplikatorverfahren ausdrücklich als Plausibilisierungsverfahren neben dem Ertragswertverfahren an.

Welche Rolle spielt EBITDA bei der Kreditvergabe in Deutschland?

Geschäftsbanken, Sparkassen und Förderinstitute wie die KfW nutzen Debt/EBITDA als zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Schuldentragfähigkeit. Im klassischen Mittelstandskredit gelten ein Verschuldungsgrad von unter 3,5x EBITDA und ein Zinsdeckungsgrad (EBITDA/Zinsaufwand) von mindestens 3,0x als komfortabel. Bei Akquisitionsfinanzierungen werden bis zu 5x–6x akzeptiert, dann jedoch mit engen Financial Covenants und Reporting-Pflichten.

Warum weicht mein berechnetes EBITDA von dem des Unternehmens ab?

Unternehmen weisen häufig bereinigtes EBITDA aus, nicht das rohe EBITDA. Hinzukommen können aktienbasierte Vergütung, Restrukturierung, M&A-Kosten, Wertminderungen und weitere Ermessensposten. Außerdem werden mitunter Umsatzdefinitionen abweichend verwendet (brutto vs. netto nach Erlösschmälerungen) oder Beteiligungserträge nach Equity-Methode einbezogen. Entnehmen Sie die Überleitungstabelle dem aktuellen Geschäftsbericht und rekonstruieren Sie die Berechnung Zeile für Zeile, um die Abweichung exakt zu lokalisieren.

Was ist der Unterschied zwischen EBITDA und operativem Cashflow?

EBITDA ist eine Erfolgsgröße aus der GuV (Periodengewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), der operative Cashflow ist eine Zahlungsstromgröße aus der Kapitalflussrechnung gemäß DRS 21 bzw. IAS 7. Der wesentliche Unterschied liegt in der Berücksichtigung von Working-Capital-Veränderungen (Forderungen, Vorräte, Verbindlichkeiten). Bei stark wachsenden Unternehmen liegt der operative Cashflow oft deutlich unter dem EBITDA, weil Forderungen und Vorräte aufgebaut werden.

Quellen

Methodik

Das EBITDA wird nach der indirekten Methode berechnet: EBITDA = Jahresüberschuss + Zinsen + Steuern + Abschreibungen + Amortisierungen. Zur Plausibilisierung wird das EBIT als Jahresüberschuss + Zinsen + Steuern ausgewiesen. Die EBITDA-Marge ergibt sich aus EBITDA dividiert durch Umsatz, multipliziert mit 100. Der Rechner verarbeitet die Eingabewerte direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Nutzers und wendet keine APM-Bereinigungen an (z. B. aktienbasierte Vergütung oder Restrukturierungsaufwand) – diese sind bei Bedarf manuell zu ergänzen. Formeln, Terminologie und Offenlegungslogik folgen den ESMA-Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen, die von der BaFin für deutsche Emittenten verbindlich erklärt wurden, sowie dem IDW Standard S 1 zur Unternehmensbewertung und dem DRS 21 zur Kapitalflussrechnung.

Profi-Tipps

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