EBITDA-Rechner
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen berechnen
EBITDA-Formeln
EBITDA verstehen
EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and Amortization – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es misst die operative Leistung eines Unternehmens, indem nicht-operative Kosten und nicht-zahlungswirksame Aufwendungen herausgerechnet werden, und liefert so einen klareren Blick auf die Kernrentabilität.
Durch den Ausschluss von Zinsen (Kapitalstruktur), Steuern (standortabhängig) und Abschreibungen (buchhalterische Entscheidungen) ermöglicht EBITDA einen besseren Vergleich zwischen Unternehmen mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad, unterschiedlicher Steuerlast und unterschiedlicher Vermögensbasis.
EBITDA ist zwar keine GAAP-Kennzahl, wird aber verbreitet für Bewertungen (EV/EBITDA-Multiplikatoren), Kreditbedingungen und M&A-Analysen verwendet. Es nähert sich dem operativen Cashflow an, berücksichtigt jedoch keine Veränderungen des Betriebskapitals und keine Investitionsausgaben.
Warum EBITDA wichtig ist
Vergleichbarkeit
Eliminiert Unterschiede in Kapitalstruktur, Steuern und Rechnungslegung zwischen Unternehmen.
Cashflow-Annäherung
Nähert sich dem operativen Cashflow an (wenn auch unvollkommen).
Bewertungsinstrument
Der EV/EBITDA-Multiplikator ist eine Standardkennzahl bei Unternehmensübernahmen.
Schuldenkapazität
Kreditgeber nutzen EBITDA zur Beurteilung der Schuldentragfähigkeit. Verschuldungsgrad/EBITDA ist maßgeblich.
EBITDA-Margen nach Branche
| Branche | Typische EBITDA-Marge | EV/EBITDA-Multiplikator | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Software (SaaS) | 25–40 % | 15–30x | Hohe Margen, skalierbar |
| Fertigung | 10–20 % | 6–10x | Kapitalintensiv |
| Einzelhandel | 5–12 % | 5–8x | Geringe Margen |
| Gesundheitswesen | 15–25 % | 10–15x | Große Bandbreite |
| Telekommunikation | 30–45 % | 6–9x | Hohe Abschreibungen |
Tipps zur EBITDA-Analyse
Kein echter Cashflow
EBITDA ignoriert Investitionsausgaben, Veränderungen des Betriebskapitals und Schuldentilgungen. Es überschätzt die Liquiditätsgenerierung.
Margenentwicklung beobachten
Trends bei der EBITDA-Marge zeigen die operative Effizienz. Steigende Margen deuten auf eine verbesserte Betriebsführung hin.
Bereinigungen prüfen
Das bereinigte EBITDA schließt häufig aktienbasierte Vergütungen und Einmalposten aus. Überprüfen Sie, welche Positionen bereinigt wurden.
Mit freiem Cashflow ergänzen
Nutzen Sie den freien Cashflow neben dem EBITDA, um ein vollständiges Bild der Liquiditätsgenerierung zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein gutes EBITDA?
EBITDA an sich ist weder "gut" noch "schlecht" – es kommt auf den Kontext an. Achten Sie auf die EBITDA-Marge (15–25 % sind in vielen Branchen solide) und vergleichen Sie mit Wettbewerbern. Beobachten Sie auch Trends: Ein wachsendes EBITDA bei stabiler oder verbesserter Marge ist ein positives Signal.
Warum ist EBITDA umstritten?
Kritiker – darunter bekanntermaßen Warren Buffett – sehen im EBITDA eine Kennzahl, die echte Kosten verschleiert. Abschreibungen spiegeln den tatsächlichen Wertverzehr von Vermögenswerten wider. Zinsen sind reale Schuldenkosten. EBITDA kann unrentable Unternehmen gesünder erscheinen lassen, als sie sind, weil notwendige Aufwendungen ausgeblendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA?
EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) ist das Betriebsergebnis – es enthält Abschreibungen. EBITDA addiert diese Abschreibungen wieder hinzu. Bei kapitalintensiven Unternehmen ist der Unterschied erheblich.
Wie wird EBITDA bei der Bewertung eingesetzt?
EV/EBITDA setzt den Unternehmenswert ins Verhältnis zum EBITDA. Es wird bei Übernahmen verwendet, weil es die Kapitalstruktur neutralisiert. Niedrigere Multiplikatoren deuten auf einen günstigeren Preis hin. Branchenspezifische Multiplikatoren reichen von 4x bis über 20x.
Profi-Tipps
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