Basis: Handwerksbäckerei in München
Eine kleine Handwerksbäckerei in München hat monatliche Fixkosten von 18.000 € (Miete, Personal nach Tarif, Energie, Versicherungen, IHK-Beiträge). Eine Brotmischung kostet durchschnittlich 1,20 € in Rohstoffen und Verpackung und wird zu 4,50 € verkauft. Die Inhaberin möchte wissen, wie viele Brote sie täglich verkaufen muss.
ErgebnisDer Deckungsbeitrag beträgt 3,30 € je Brot, die Deckungsbeitragsquote 73,3 %. Die Gewinnschwelle liegt bei 5.455 Broten (ca. 24.547 € Umsatz) pro Monat – das entspricht rund 210 Broten an einem 26-Tage-Verkaufsmonat.
Deckungsbeitrag = 4,50 € − 1,20 € = 3,30 €. Break-Even-Stückzahl = 18.000 € ÷ 3,30 € ≈ 5.454,5, aufgerundet auf 5.455 Brote. Multipliziert mit dem Preis von 4,50 € ergibt sich der Break-Even-Umsatz von 24.547,50 €. Bei 26 Verkaufstagen pro Monat sind das 210 Brote pro Tag – realistisch für eine Bäckerei mit zwei Ladengeschäften oder festem Wochenmarktstand.
Fortgeschritten: Online-Shop für Bio-Lebensmittel mit Zielgewinn
Ein DTC-Online-Shop in Berlin verkauft Bio-Müsli-Abos zu 29,90 € je Box. Variable Kosten pro Box: 11,90 € (Rohstoffe, Verpackung, Versand mit DHL GoGreen, Zahlungsgebühren via Stripe/PayPal). Die monatlichen Fixkosten betragen 22.000 € (Lager, Performance-Marketing, drei Vollzeitstellen, Shop-Software). Der Gründer plant einen Zielgewinn von 8.000 € pro Monat, um Rücklagen nach HGB-konformer Bilanzierung aufzubauen.
ErgebnisDer Deckungsbeitrag liegt bei 18,00 € je Box, die Deckungsbeitragsquote bei 60,2 %. Die reine Gewinnschwelle wird bei 1.223 Boxen (rund 36.568 € Umsatz) erreicht. Für den Zielgewinn von 8.000 € sind 1.667 Boxen nötig – etwa 56 Versandboxen pro Tag.
Deckungsbeitrag = 29,90 € − 11,90 € = 18,00 €. Break-Even-Stückzahl = 22.000 € ÷ 18,00 € ≈ 1.222,2, aufgerundet auf 1.223 Boxen. Für den Zielgewinn: (22.000 € + 8.000 €) ÷ 18,00 € ≈ 1.666,7, aufgerundet auf 1.667 Boxen. Multipliziert mit 29,90 € ergeben sich 49.843,30 € Monatsumsatz. Wichtig für die deutsche Buchhaltung: Achten Sie auf die Trennung zwischen Umsatzsteuer (19 %) und Nettoerlös – der Rechner arbeitet auf Nettobasis.
Edge Case: Maschinenbauer im Mittelstand mit knapper Marge
Ein mittelständischer Maschinenbauer in Baden-Württemberg (KMU nach EU-Definition: <250 Mitarbeitende, <50 Mio. € Jahresumsatz) produziert Spezialkomponenten. Stückpreis 12.500 €, variable Kosten 10.800 € (Stahl, Elektronikbaugruppen, Akkordlohn). Jährliche Fixkosten 1,8 Mio. € (Werkshalle, Stammbelegschaft, F&E-Aufwand, Energie). Die Geschäftsführung prüft die Tragfähigkeit angesichts steigender Stahlpreise.
ErgebnisDer Deckungsbeitrag beträgt nur 1.700 € je Komponente, die Deckungsbeitragsquote 13,6 %. Die Gewinnschwelle liegt bei 1.059 Komponenten (ca. 13,24 Mio. € Jahresumsatz) – etwa 4 verkaufte Einheiten pro Werktag. Eine Erhöhung der Materialkosten um nur 5 % würde die Gewinnschwelle auf 1.467 Stück anheben.
Deckungsbeitrag = 12.500 € − 10.800 € = 1.700 €. Break-Even-Stückzahl = 1.800.000 € ÷ 1.700 € ≈ 1.058,8, aufgerundet auf 1.059 Komponenten. Die 13,6 % Deckungsbeitragsquote ist ein deutliches Warnsignal: Steigen die Stahlpreise um 540 € pro Komponente, sinkt der Deckungsbeitrag auf 1.160 €, und die Break-Even-Stückzahl springt auf 1.552 Einheiten. Typisch für deutsche Industrie-KMU – Hedging-Strategien für Rohstoffe und Wertstromanalyse nach IDW PS 320 sind hier wirksamer als reine Vertriebsoffensiven.