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Gewinnschwellen-Rechner

Berechnen Sie, wie viele Einheiten Sie verkaufen oder welchen Umsatz Sie erzielen müssen, um alle Ihre Kosten zu decken

Gewinnschwellen-Formeln

Break-Even-Stückzahl
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Break-Even-Umsatz
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Deckungsbeitrag
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Die Gewinnschwellenanalyse verstehen

Die Gewinnschwellenanalyse ist ein grundlegendes Unternehmenswerkzeug, das den Punkt bestimmt, an dem Gesamtumsatz und Gesamtkosten gleich sind. An diesem Punkt gibt es weder Gewinn noch Verlust – das Unternehmen hat die "Gewinnschwelle" erreicht. Das Verständnis Ihrer Gewinnschwelle ist entscheidend für Preisentscheidungen, Kostenmanagement und Unternehmensplanung.

Die Gewinnschwelle kann in verkauften Stückzahlen oder in Umsatz ausgedrückt werden. Beide Werte zu kennen hilft bei der Festlegung von Verkaufszielen und der Beurteilung, ob Ihr Geschäftsmodell tragfähig ist. Erfordert Ihre Gewinnschwelle den Verkauf von mehr Einheiten, als Ihr Markt aufnehmen kann, müssen Sie die Preisgestaltung anpassen oder Kosten senken.

Diese Analyse ist besonders wertvoll für Start-ups bei der Bewertung der Unternehmenslebensfähigkeit, für bestehende Unternehmen bei der Einführung neuer Produkte und für jedes Unternehmen, das Preisänderungen oder Kostensenkungen in Betracht zieht.

Wesentliche Bestandteile der Gewinnschwelle

🏢

Fixkosten

Kosten, die unabhängig von der Produktionsmenge konstant bleiben: Miete, Gehälter, Versicherungen, Kreditraten.

📦

Variable Kosten

Kosten, die sich mit jeder produzierten Einheit ändern: Material, Direktarbeit, Verpackung, Versand.

💵

Deckungsbeitrag

Umsatz abzüglich variablen Kosten je Einheit. Was jeder Verkauf zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

📊

Deckungsbeitragsquote

Deckungsbeitrag als Prozentsatz des Preises. Zeigt das Gewinnpotenzial pro Euro Umsatz.

Gewinnschwellen-Beispiele nach Branche

Gewinnschwellen variieren je nach Kostenstruktur und Preisstrategie erheblich. Hier sind typische Szenarien:

UnternehmenstypFixkostenDeckungsbeitragGewinnschwelle
Café 8.000 €/Mo. 3,50 €/Tasse 2.286 Tassen/Mo.
SaaS-Start-up 50.000 €/Mo. 80 €/Nutzer 625 Nutzer
Foodtruck 3.000 €/Mo. 6 €/Gericht 500 Gerichte/Mo.
Online-Kurs 2.000 €/Mo. 150 €/Verkauf 14 Verkäufe/Mo.
Einzelhandel 15.000 €/Mo. 40 % Marge 37.500 € Umsatz
Beratung 5.000 €/Mo. 100 €/Stunde 50 Stunden/Mo.

Strategien zur Senkung der Gewinnschwelle

📉

Fixkosten reduzieren

Verhandeln Sie niedrigere Mieten, wechseln Sie zu Heimarbeit, lagern Sie Kernfunktionen aus oder teilen Sie Ressourcen mit anderen Unternehmen.

💰

Preise erhöhen

Höhere Preise steigern den Deckungsbeitrag direkt. Testen Sie Preiserhöhungen mit Premium-Positionierung oder Mehrwertangeboten.

⚙️

Variable Kosten senken

Verhandeln Sie mit Lieferanten, verbessern Sie die Produktionseffizienz, reduzieren Sie Abfall oder finden Sie günstigere Alternativen ohne Qualitätseinbußen.

📦

Produktmix anpassen

Konzentrieren Sie sich auf Produkte mit höherer Marge. Selbst bei geringerem Volumen können bessere Margen Ihre Gewinnschwelle senken.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Gewinnschwelle?

Es gibt keine universell "gute" Gewinnschwelle – sie hängt von Ihrer Branche, Marktgröße und Wachstumsphase ab. Im Allgemeinen sollten Sie die Gewinnschwelle innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens erreichen (3–12 Monate für die meisten Unternehmen) und über realistische Kapazitäten verfügen, sie zu überschreiten.

Wie berechne ich die Gewinnschwelle für mehrere Produkte?

Berechnen Sie einen gewichteten durchschnittlichen Deckungsbeitrag basierend auf Ihrem erwarteten Produktmix und teilen Sie dann die Fixkosten durch diese gewichtete Marge. Alternativ können Sie jedes Produkt separat analysieren, um die individuelle Rentabilität zu verstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnschwelle und Amortisationsdauer?

Die Gewinnschwelle misst, wann der Umsatz die laufenden Kosten deckt. Die Amortisationsdauer misst, wann kumulierte Gewinne die Anfangsinvestition zurückzahlen. Ein Unternehmen kann monatlich die Gewinnschwelle erreichen und dabei noch die Anlaufkosten zurückzahlen.

Sollte ich Abschreibungen in die Fixkosten einbeziehen?

Für unternehmerische Entscheidungen ja – beziehen Sie Abschreibungen ein, da sie die Nutzungskosten von Vermögenswerten darstellen. Für den Cash-Flow-Break-even können Sie sie ausschließen, da es sich um nicht zahlungswirksame Kosten handelt. Machen Sie deutlich, welche Analyse Sie durchführen.

So nutzen Sie diesen Gewinnschwellen-Rechner

  1. Tragen Sie die Fixkosten (gesamt) ein – die Summe aus Miete, Gehältern, Versicherungen, Software-Abonnements und allen weiteren Aufwendungen, die unabhängig von der Stückzahl im Betrachtungszeitraum anfallen.
  2. Geben Sie den Verkaufspreis je Einheit an – den durchschnittlichen Nettoerlös, den Sie tatsächlich je Einheit nach üblichen Rabatten erzielen, nicht den ausgewiesenen Listenpreis.
  3. Geben Sie die variablen Kosten je Einheit ein – direkt mit jedem Verkauf verbundene Kosten wie Material, Zahlungsgebühren, Versand, Verpackung und Stücklohn.
  4. Optional: Tragen Sie einen Zielgewinn ein, wenn Sie sehen möchten, wie viele Einheiten und welcher Umsatz nötig sind, um zusätzlich zur Gewinnschwelle ein konkretes Gewinnziel zu erreichen.
  5. Klicken Sie auf Gewinnschwelle berechnen, um Break-Even-Stückzahl, Break-Even-Umsatz, Deckungsbeitrag je Einheit und Deckungsbeitragsquote zu erhalten. Mit Zurücksetzen leeren Sie das Formular.

Beispiele

Basis: Handwerksbäckerei in München

Eine kleine Handwerksbäckerei in München hat monatliche Fixkosten von 18.000 € (Miete, Personal nach Tarif, Energie, Versicherungen, IHK-Beiträge). Eine Brotmischung kostet durchschnittlich 1,20 € in Rohstoffen und Verpackung und wird zu 4,50 € verkauft. Die Inhaberin möchte wissen, wie viele Brote sie täglich verkaufen muss.

ErgebnisDer Deckungsbeitrag beträgt 3,30 € je Brot, die Deckungsbeitragsquote 73,3 %. Die Gewinnschwelle liegt bei 5.455 Broten (ca. 24.547 € Umsatz) pro Monat – das entspricht rund 210 Broten an einem 26-Tage-Verkaufsmonat.

Deckungsbeitrag = 4,50 € − 1,20 € = 3,30 €. Break-Even-Stückzahl = 18.000 € ÷ 3,30 € ≈ 5.454,5, aufgerundet auf 5.455 Brote. Multipliziert mit dem Preis von 4,50 € ergibt sich der Break-Even-Umsatz von 24.547,50 €. Bei 26 Verkaufstagen pro Monat sind das 210 Brote pro Tag – realistisch für eine Bäckerei mit zwei Ladengeschäften oder festem Wochenmarktstand.

Fortgeschritten: Online-Shop für Bio-Lebensmittel mit Zielgewinn

Ein DTC-Online-Shop in Berlin verkauft Bio-Müsli-Abos zu 29,90 € je Box. Variable Kosten pro Box: 11,90 € (Rohstoffe, Verpackung, Versand mit DHL GoGreen, Zahlungsgebühren via Stripe/PayPal). Die monatlichen Fixkosten betragen 22.000 € (Lager, Performance-Marketing, drei Vollzeitstellen, Shop-Software). Der Gründer plant einen Zielgewinn von 8.000 € pro Monat, um Rücklagen nach HGB-konformer Bilanzierung aufzubauen.

ErgebnisDer Deckungsbeitrag liegt bei 18,00 € je Box, die Deckungsbeitragsquote bei 60,2 %. Die reine Gewinnschwelle wird bei 1.223 Boxen (rund 36.568 € Umsatz) erreicht. Für den Zielgewinn von 8.000 € sind 1.667 Boxen nötig – etwa 56 Versandboxen pro Tag.

Deckungsbeitrag = 29,90 € − 11,90 € = 18,00 €. Break-Even-Stückzahl = 22.000 € ÷ 18,00 € ≈ 1.222,2, aufgerundet auf 1.223 Boxen. Für den Zielgewinn: (22.000 € + 8.000 €) ÷ 18,00 € ≈ 1.666,7, aufgerundet auf 1.667 Boxen. Multipliziert mit 29,90 € ergeben sich 49.843,30 € Monatsumsatz. Wichtig für die deutsche Buchhaltung: Achten Sie auf die Trennung zwischen Umsatzsteuer (19 %) und Nettoerlös – der Rechner arbeitet auf Nettobasis.

Edge Case: Maschinenbauer im Mittelstand mit knapper Marge

Ein mittelständischer Maschinenbauer in Baden-Württemberg (KMU nach EU-Definition: <250 Mitarbeitende, <50 Mio. € Jahresumsatz) produziert Spezialkomponenten. Stückpreis 12.500 €, variable Kosten 10.800 € (Stahl, Elektronikbaugruppen, Akkordlohn). Jährliche Fixkosten 1,8 Mio. € (Werkshalle, Stammbelegschaft, F&E-Aufwand, Energie). Die Geschäftsführung prüft die Tragfähigkeit angesichts steigender Stahlpreise.

ErgebnisDer Deckungsbeitrag beträgt nur 1.700 € je Komponente, die Deckungsbeitragsquote 13,6 %. Die Gewinnschwelle liegt bei 1.059 Komponenten (ca. 13,24 Mio. € Jahresumsatz) – etwa 4 verkaufte Einheiten pro Werktag. Eine Erhöhung der Materialkosten um nur 5 % würde die Gewinnschwelle auf 1.467 Stück anheben.

Deckungsbeitrag = 12.500 € − 10.800 € = 1.700 €. Break-Even-Stückzahl = 1.800.000 € ÷ 1.700 € ≈ 1.058,8, aufgerundet auf 1.059 Komponenten. Die 13,6 % Deckungsbeitragsquote ist ein deutliches Warnsignal: Steigen die Stahlpreise um 540 € pro Komponente, sinkt der Deckungsbeitrag auf 1.160 €, und die Break-Even-Stückzahl springt auf 1.552 Einheiten. Typisch für deutsche Industrie-KMU – Hedging-Strategien für Rohstoffe und Wertstromanalyse nach IDW PS 320 sind hier wirksamer als reine Vertriebsoffensiven.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner nutzt die Cost-Volume-Profit-Identität (Kostenstruktur-Erlös-Gleichung): An der Gewinnschwelle ist Umsatz minus variable Kosten minus Fixkosten gleich null. Umgestellt ergibt sich Break-Even-Stückzahl = Fixkosten ÷ (Preis − variable Kosten). Der Nenner ist der Deckungsbeitrag je Einheit – jener Anteil jedes Verkaufs, der zum Abbau der Fixkosten verbleibt.

Sobald die Stückzahl bekannt ist, ergibt sich der Break-Even-Umsatz schlicht als Stückzahl × Preis. Zusätzlich wird der Deckungsbeitrag als Quote (DB ÷ Preis) ausgewiesen. Diese Kennzahl ist besonders nützlich für Dienstleister ohne diskrete "Einheiten" und für gemischte Produktportfolios. Eine Deckungsbeitragsquote von 40 % bedeutet, dass jeder Umsatz-Euro 0,40 € zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.

Geben Sie einen Zielgewinn an, behandelt der Rechner ihn wie zusätzliche Fixkosten: Stückzahl für Zielgewinn = (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Deckungsbeitrag. Das Ergebnis wird aufgerundet, da Sie keine Bruchteile einer Einheit verkaufen und gleichzeitig die vollen Kosten decken können.

Das Modell unterstellt, dass Preis und variable Kosten über den betrachteten Mengenbereich konstant bleiben – eine vertretbare Vereinfachung für die meisten Unternehmen, jedoch kritisch zu prüfen bei Mengenrabatten, sprungfixen Kosten (zusätzliche Schicht, zweiter Standort) oder Kapazitätsobergrenzen. Im Sinne der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) sollten Sie zudem klar trennen, ob Sie auf Cash- oder Aufwandsbasis kalkulieren.

Wann ein Gewinnschwellen-Rechner sinnvoll ist

  • Preisgestaltung für neue Produkte oder Dienstleistungen. Prüfen Sie, wie viele Einheiten Sie zu unterschiedlichen Preisen verkaufen müssen, bevor Sie sich festlegen. Erfordert ein Preis von 20 € einen Absatz von 2.000 Stück pro Monat, der Markt nimmt aber nur 800 Einheiten ab, benötigen Sie einen anderen Preis, eine andere Kostenstruktur oder ein anderes Produkt.
  • Businessplan für Bank und Förderbank. Hausbanken, KfW und Bürgschaftsbanken erwarten eine ausgewiesene Gewinnschwelle in Monaten oder Stückzahlen. Sie zeigt, dass Sie Ihre Kostenstruktur durchdrungen haben und realistische Mengenannahmen zugrunde legen – ein zentraler Punkt bei Förderzusagen im KfW-Gründerkredit oder ERP-Kapital.
  • Entscheidung über neue Fixkostenverpflichtungen. Stehen ein Mietvertrag, eine Festeinstellung oder ein Software-Jahresvertrag an? Addieren Sie die neuen monatlichen Kosten zu den Fixkosten und rechnen Sie neu. Springt die Gewinnschwelle um 200 Einheiten pro Monat, müssen Sie sicher sein, dass die Verpflichtung mindestens dieses Mehrvolumen erzeugt.
  • Bewertung von Preiserhöhungen oder Rabatten. Ein Rabatt von 10 % erfordert in der Regel deutlich mehr als 10 % Mehrvolumen, um neutral zu bleiben. Berechnen Sie Vorher/Nachher, um zu sehen, wie viele Einheiten die Aktion tatsächlich zusätzlich verkaufen muss – wichtig für saubere Deckungsbeitragsrechnung nach HGB-Bilanzierungspraxis.
  • Monatliche Performance-Reviews und Controlling. Vergleichen Sie den realisierten Absatz monatlich mit Ihrer Break-Even-Stückzahl. Wird die Gewinnschwelle Mitte des Monats erreicht, ist die zweite Monatshälfte Gewinn; Unterschreitungen am Monatsende signalisieren Handlungsbedarf bei Kosten oder Preisen.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • FehlerBruttomarge mit Deckungsbeitrag verwechseln
    LösungDie Bruttomarge (aus der GuV nach HGB) zieht in der Regel nur die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ab. Der Deckungsbeitrag erfasst dagegen jede mit dem Einzelverkauf variierende Kostenposition – Kreditkartengebühren, Versand, Fulfillment, Verkaufsprovisionen. Nutzen Sie für die Break-Even-Analyse den Deckungsbeitrag, sonst erscheint die Gewinnschwelle günstiger als sie tatsächlich ist.
  • FehlerAnnahme konstanter variabler Kosten bei jeder Menge
    LösungVerhandeln Sie Mengenrabatte bei höheren Bestellungen, ändert sich Ihr Deckungsbeitrag je nach Volumen. Berechnen Sie die Gewinnschwelle für das wahrscheinlichste Mengensegment und rechnen Sie ein zweites Szenario für niedrigeres Volumen, um zu prüfen, ob das Modell auch bei langsamerem Wachstum trägt.
  • FehlerUnternehmerlohn außerhalb der Fixkosten lassen
    LösungZahlen Sie sich (oder planen Sie es) ein Gehalt – sei es als Geschäftsführerbezug einer GmbH oder als kalkulatorischer Unternehmerlohn bei Einzelunternehmen –, gehört es in die Fixkosten. Ein Unternehmen, das nur die Gewinnschwelle erreicht, weil die Gründer unentgeltlich arbeiten, ist nicht tragfähig, sondern eine versteckte Arbeitssubvention. Setzen Sie marktübliche Gehälter an, damit das Ergebnis nachhaltige Realität abbildet.
  • FehlerZahlungs- und Aufwandskosten vermischen
    LösungKlären Sie, ob Sie eine Cash-Break-Even-Rechnung (Einzahlungen vs. Auszahlungen) oder eine Aufwands-Break-Even-Rechnung (inkl. Abschreibungen und Rückstellungen) erstellen. Eine Mischung – z. B. Abschreibungen einrechnen, aber Kredittilgungen weglassen – erzeugt eine Zahl, die zu keiner Position Ihrer Finanzbuchhaltung passt.
  • FehlerSprungfixe Kosten ignorieren
    LösungEinige Kosten springen an Schwellenwerten: eine zweite Mitarbeiterin nach 80 Stück Tagesleistung, ein zweiter Standort, ein höherer Software-Tarif. Berechnen Sie die Gewinnschwelle an jedem Sprung und wählen Sie das Mengensegment, das Sie realistisch anstreben; eine einzelne Rechnung deckt nicht den gesamten Mengenbereich vom Anlauf bis zur Skalierung ab.
  • FehlerDie Analyse bei Veränderungen nicht aktualisieren
    LösungMietverträge werden indexiert, Lieferanten erhöhen Preise, Energiekosten schwanken. Rechnen Sie mindestens quartalsweise neu und sobald sich eine einzelne Kostenposition um mehr als 5–10 % verändert. Veraltete Break-Even-Zahlen können monatelange Verluste verschleiern – ein Risiko, das auch im KfW-Mittelstandsbericht regelmäßig als Frühwarnindikator genannt wird.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Gewinnschwelle?

Es gibt keine universelle Antwort – die geeignete Gewinnschwelle hängt von Branche, Marktgröße und Wachstumsphase ab. Im Allgemeinen sollten kleine und mittlere Unternehmen die Gewinnschwelle innerhalb von 3–12 Monaten erreichen und realistisch über die Kapazität verfügen, sie zu übertreffen. Im KfW-Gründerkredit-Umfeld wird üblicherweise erwartet, dass Neugründungen die Gewinnschwelle spätestens im zweiten Geschäftsjahr erreichen.

Soll ich meinen eigenen Unternehmerlohn in die Fixkosten einbeziehen?

Ja, sofern das Unternehmen Sie tragen soll. Setzen Sie für Ihre Arbeit ein marktübliches Gehalt an – bei einer GmbH als Geschäftsführerbezug, bei Einzelunternehmen als kalkulatorischer Unternehmerlohn nach IDW-Empfehlung. Andernfalls berechnen Sie die Gewinnschwelle für ein Hobby, nicht für einen tragfähigen Betrieb. Die IHKn empfehlen dieses Vorgehen einheitlich für Businesspläne.

Was ist der Unterschied zwischen Cash-Break-even und Aufwands-Break-even?

Beim Cash-Break-even geht es um Zahlungsströme: vereinnahmter Umsatz vs. ausbezahlte Mittel, inkl. Tilgung, aber ohne nicht zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen. Der Aufwands-Break-even folgt der GuV nach HGB: Er enthält Abschreibungen, blendet aber Tilgungen aus. Der Cash-Break-even zeigt, wann das Geld nicht mehr knapp wird, der Aufwands-Break-even, wann buchhalterisch keine Verluste mehr entstehen.

Wie verändern sprungfixe Kosten die Analyse?

Sprungfixe Kosten springen bei bestimmten Mengenschwellen: etwa die Einstellung einer zweiten Fachkraft ab 80 Kundenaufträgen pro Tag oder der Wechsel in eine größere Halle. Berechnen Sie zunächst die Gewinnschwelle mit den heutigen Fixkosten und anschließend eine zweite mit der nächsten Stufe. Ist das Volumen zwischen beiden Werten unprofitabel, ist genau diese Lücke die Gefahrenzone.

Wann sollte ich meine Gewinnschwelle neu berechnen?

Mindestens quartalsweise und immer dann, wenn sich ein wichtiger Wert um 5 % oder mehr verändert: Mieterhöhung, Lieferantenpreis, Neueinstellung, Preisanpassung oder veränderter Produktmix. Viele Mittelständler aktualisieren die Berechnung zudem zum Geschäftsjahresbeginn als Teil der Budgetplanung – analog zur Empfehlung des DIHK-Konjunkturberichts.

Wie berechne ich die Gewinnschwelle für mehrere Produkte?

Bilden Sie einen gewichteten durchschnittlichen Deckungsbeitrag: Multiplizieren Sie den Deckungsbeitrag jedes Produkts mit dessen Anteil am Verkaufsmix, addieren Sie die Werte und teilen Sie die Fixkosten durch die Summe. Plausibilisieren Sie zusätzlich, indem Sie für jedes Produkt eine separate Break-Even-Rechnung erstellen – so erkennen Sie, welche Artikel den Mischwert nach unten ziehen.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnschwelle und Amortisationsdauer?

Die Gewinnschwelle misst, wann der laufende Umsatz die laufenden Kosten einer Periode (meist monatlich) deckt. Die Amortisationsdauer misst, wann kumulierte Gewinne die ursprüngliche Investition (Anlaufkapital, Maschinen, Umbauten) zurückzahlen. Ein Betrieb kann monatlich die Gewinnschwelle erreichen und dennoch Jahre brauchen, bis die anfängliche Investition amortisiert ist.

Sollte ich Abschreibungen in die Fixkosten einbeziehen?

Für die Aufwands-Break-Even-Rechnung (im Einklang mit der GuV nach HGB) ja – Abschreibungen bilden den Werteverzehr langlebiger Vermögensgegenstände ab. Für die Cash-Break-Even-Rechnung (entlang Ihres Geschäftskontos) lassen Sie Abschreibungen weg und nehmen stattdessen zahlungswirksame Posten wie Kredittilgungen auf. Weisen Sie klar aus, welche Variante Sie verwenden, damit Bank und Investoren vergleichbare Zahlen sehen.

Wie hängt die Gewinnschwelle mit der Sicherheitsmarge zusammen?

Die Sicherheitsmarge ist der Abstand zwischen Ist- (oder Plan-)Umsatz und Gewinnschwelle, meist als Prozentsatz ausgedrückt. Eine Sicherheitsmarge von 30 % bedeutet, dass der Umsatz um 30 % zurückgehen kann, bevor die Kostendeckung gefährdet ist. In zyklischen Branchen wie Handel oder Gastronomie sollte die Sicherheitsmarge typischerweise mindestens 20–25 % betragen – auch der KfW-Mittelstandsbericht hebt sie als Frühindikator hervor.

Was, wenn mein Deckungsbeitrag negativ ist?

Übersteigen die variablen Kosten den Preis, erzeugt jeder zusätzliche Verkauf einen Verlust und es gibt keine Gewinnschwelle – mehr verkaufen verschlimmert die Lage. Der Rechner weist dies aus. Abhilfe: Preis erhöhen, variable Kosten senken (bessere Konditionen, günstigere Materialien, optimierter Versand) oder das Produkt aus dem Sortiment nehmen.

Gilt der Rechner für Netto- oder Bruttobeträge?

Der Rechner arbeitet auf Nettobasis. Da die Umsatzsteuer (üblicherweise 19 %, ermäßigt 7 %) ein durchlaufender Posten ist, gehört sie nicht in die Berechnung. Geben Sie Preis und variable Kosten netto an; bei Fixkosten ist auf konsistente Behandlung der Vorsteuerabzugsfähigkeit zu achten.

Wie passt die Berechnung zur deutschen KMU-Definition?

Die EU-KMU-Definition (Empfehlung 2003/361/EG) unterscheidet Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen anhand von Mitarbeitenden (<10/<50/<250) und Umsatz/Bilanzsumme (≤2/≤10/≤50 Mio. €). Der Break-Even-Rechner ist für alle drei Kategorien geeignet – größere Mittelständler sollten ergänzend sprungfixe Kosten, Schichtmodelle und Auslastung der Produktionskapazität in einer Deckungsbeitragsrechnung Stufe II bis IV abbilden.

Quellen

Methodik

Die Break-Even-Stückzahl wird als Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Kosten) berechnet und auf die nächste ganze Einheit aufgerundet, da Teilverkäufe die vollen Kosten nicht decken können. Der Break-Even-Umsatz ist Stückzahl × Verkaufspreis. Der Deckungsbeitrag entspricht Preis minus variable Kosten, und die Deckungsbeitragsquote ist dieser Deckungsbeitrag geteilt durch den Preis. Ein eingegebener Zielgewinn wird vor der Division zu den Fixkosten addiert: (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Deckungsbeitrag. Das Modell unterstellt konstante Preise und variable Kosten im relevanten Mengenbereich und blendet sprungfixe Kosten sowie Kapazitätsgrenzen aus; für Unternehmen mit Mengenstaffelpreisen oder schichtbedingten Personalkosten empfiehlt sich eine getrennte Berechnung je Mengensegment. Alle Beträge werden netto angesetzt; die Umsatzsteuer (19 % bzw. 7 %) ist als durchlaufender Posten nicht Teil der Kalkulation. Bei der Zuordnung von Fixkosten ist auf konsistente Behandlung gemäß HGB-Bilanzierung und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) zu achten.

Profi-Tipps

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