Sparer prüft Realzins bei 3 % Nominalzins und 2 % Inflation
Ein deutscher Sparer hat ein Festgeldkonto mit 3 % Nominalzins pro Jahr abgeschlossen. Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) gemessene VPI-Inflation liegt aktuell bei 2 %, was ebenfalls dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) entspricht. Der Sparer möchte wissen, wie hoch sein tatsächlicher Realzins ist und ob sich seine Kaufkraft wirklich erhöht.
ErgebnisRealzins = (1,03 / 1,02) − 1 = 0,00980 = 0,98 %. Die Näherung liefert 3 % − 2 % = 1,00 %, eine Abweichung von rund 0,02 Prozentpunkten.
Die exakte Fisher-Gleichung teilt die Wachstumsfaktoren, statt die Zinssätze einfach voneinander abzuziehen: 1 Euro wächst nominal auf 1,03 Euro, doch gemessen am um 2 % gestiegenen Warenkorb (1,02 Euro) bleibt nur eine reale Steigerung von 0,98 %. Bei moderater Inflation um die 2 % liegt die Näherung dicht am exakten Wert, weshalb die Bundesbank in Standardpublikationen oft die einfache Differenz nennt. Für den Sparer bedeutet das: Sein Erspartes wächst zwar nominal um 3 %, der echte Kaufkraftgewinn beträgt aber nur knapp 1 %.