Wann ist mein errechneter Geburtstermin (ET)?
Ihr ET liegt 40 Wochen (280 Tage) nach dem ersten Tag Ihrer letzten Periode, wenn Ihr Zyklus etwa 28 Tage lang ist. Beispiel: Ein LMP am 1. Januar ergibt einen ET um den 8. Oktober. Der Rechner oben führt diese Berechnung automatisch durch und passt sie an, wenn Sie eine andere Zykluslänge oder ein Empfängnisdatum eingeben. Der offizielle ET wird in Deutschland im Mutterpass von der Frauenarztpraxis eingetragen.
Was ist der Unterschied zwischen LMP und Empfängnisdatum?
LMP ist der erste Tag Ihrer letzten Periode – bei einem 28-Tage-Zyklus typischerweise etwa zwei Wochen vor dem Eisprung. Die Empfängnis findet rund um den Eisprung statt. Die Schwangerschaftsdatierung nutzt den LMP, weil er für die meisten Frauen ein klar erinnertes Datum ist – aus diesem Grund beginnt die Zählung zwei Wochen vor der eigentlichen Befruchtung.
Was bedeutet SSW und wie unterscheidet sich das vom fetalen Alter?
SSW (Schwangerschaftswoche) ist die Zählung ab LMP und das, was Frauenarztpraxen, Ultraschallberichte und der Mutterpass als "aktuelle Woche" angeben. Das fetale Alter (auch Embryonal- oder Postkonzeptionsalter) wird ab Empfängnis gezählt und ist etwa zwei Wochen geringer. Bei 12 SSW ist der Fötus also etwa 10 Wochen post conceptionem. Die deutsche Schreibweise "SSW 12+3" bedeutet "12 vollendete Wochen und 3 Tage".
Wann beginnt das zweite Trimester?
Die gängige klinische Konvention ist, dass das zweite Trimester mit Woche 14 (nach Abschluss von Woche 13) beginnt und mit Ende von Woche 27 endet. Das dritte Trimester beginnt mit Woche 28 und reicht bis zur Geburt. Manche Quellen ziehen die Grenze bei Woche 13 oder verwenden leicht abweichende Schnitte – dieser Rechner nutzt die Konvention Woche 14 / Woche 28.
Wie genau ist der ET?
Nur etwa 4–5 % der Babys werden genau am ET geboren. Die meisten gesunden Schwangerschaften enden zwischen der 37. und 42. SSW. Die LMP-Datierung ist bei regelmäßigem Zyklus auf 1–2 Wochen genau; ein Ersttrimester-Ultraschall (vor 14 SSW) grenzt das auf 5–7 Tage ein und hat gemäß Mutterschaftsrichtlinien Vorrang, wenn beide abweichen.
Warum wird die Schwangerschaft ab LMP und nicht ab Empfängnis gezählt?
Der LMP ist für die meisten Frauen ein bekanntes, beobachtbares Ereignis, der exakte Empfängnistag dagegen meist nicht. DGGG, ACOG, WHO und die meisten nationalen Gesundheitssysteme haben sich auf LMP-Datierung geeinigt, damit das Schwangerschaftsalter zwischen Patientinnen, Praxen und Studien einheitlich vergleichbar ist. Das System "verschenkt" die ersten zwei Wochen – das ist der Preis für ein Datum, das man tatsächlich kennt.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, den ET zu überschreiten?
Etwa eine von drei Erstschwangerschaften und eine von sechs Folgeschwangerschaften dauern länger als 40 Wochen. Eine oder zwei Wochen über den ET hinaus sind häufig und in der Regel ungefährlich. In Deutschland wird in der Praxis ab 41+0 SSW engmaschiger kontrolliert (CTG, Ultraschall) und ab 41+3 bis 42+0 SSW eine Einleitung diskutiert, weil das Risiko nach 42 Wochen (Übertragung) steigt.
Wann sollte ich eine Frauenärztin oder Hebamme aufsuchen?
Buchen Sie den ersten Vorsorgetermin, sobald der Heimtest positiv ist – in Deutschland ist der erste Termin meist zwischen der 6. und 10. SSW. Die Praxis stellt den Mutterpass aus, in dem alle Vorsorgen, Ultraschalls und Laborwerte dokumentiert werden. Bei Vorgeschichte von Fehlgeburt, Eileiterschwangerschaft, chronischer Erkrankung oder ab einem Alter von 35 Jahren kann ein früherer Termin sinnvoll sein. Eine Hebamme können Sie parallel suchen – Vorsorgen können auch dort wahrgenommen werden.
Kann sich mein ET nach dem ersten Ultraschall ändern?
Ja, und das ist normal. Wenn die Scheitel-Steiß-Länge im Ersttrimester-Ultraschall um mehr als 5–7 Tage vom LMP-basierten Termin abweicht, wird die Schwangerschaft nach den Mutterschaftsrichtlinien typischerweise auf den Ultraschall umdatiert, der in dieser Phase genauer ist. Ab etwa 14 SSW wird die Ultraschall-Datierung ungenauer, daher wird der im ersten Trimester festgelegte ET in der Regel für den Rest der Schwangerschaft beibehalten.
Wann beginnt der Mutterschutz und wie passt der ET dazu?
Nach § 3 Mutterschutzgesetz (MuSchG) beginnt die Mutterschutzfrist sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Geburt (bei Früh- oder Mehrlingsgeburten zwölf Wochen). Der Beginn richtet sich nach dem ET im Mutterpass, nicht nach diesem Rechner. Mutterschaftsgeld erhalten Sie auf Antrag bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse, frühestens sieben Wochen vor dem ET; der Arbeitgeber zahlt einen Zuschuss bis zum Nettoentgelt.
Worin unterscheidet sich dieser Rechner vom Geburtsterminrechner?
Der separate Geburtsterminrechner konzentriert sich speziell auf die Ausgabe des ET. Dieser Schwangerschaftsrechner liefert denselben ET plus den umfassenderen Zeitplan: aktuelle SSW plus Tag, Trimester, Schwangerschaftstage, verbleibende Tage, Empfängnisdatum und Trimester-Enddaten. Nutzen Sie den Rechner, der zu Ihrer Frage passt.
Ist dieser Rechner ein Ersatz für ärztliche Beratung?
Nein. Dieses Tool liefert eine Schätzung zur Orientierung. Die offizielle Datierung, Eintragung in den Mutterpass, Risikoabklärung und alle medizinischen Entscheidungen rund um Ihre Schwangerschaft gehören in die Hände einer Frauenarztpraxis oder einer qualifizierten Hebamme. Bei Beschwerden wie Blutungen, starken Schmerzen, Fruchtwasserabgang oder deutlich nachlassenden Kindsbewegungen kontaktieren Sie sofort Ihre Praxis oder den Notdienst.