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Margen-Rechner

Berechnen Sie Gewinnmarge in Prozent, Bruttogewinn, Kosten und Umsatz für jedes Produkt oder jede Dienstleistung

Gewinnmargen-Formeln

Gewinnmarge
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Bruttogewinn
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Umsatz aus Marge
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Gewinnmarge verstehen

Die Gewinnmarge ist eine der wichtigsten Finanzkennzahlen für jedes Unternehmen. Sie gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der Kosten als Gewinn verbleiben. Eine höhere Marge deutet auf bessere Rentabilität und finanzielle Gesundheit hin, während eine niedrigere Marge auf Preisprobleme oder übermäßige Kosten hinweisen kann.

Die Gewinnmargenberechnung ist einfach: Ziehen Sie Ihre Kosten vom Umsatz ab, dividieren Sie durch den Umsatz und multiplizieren Sie mit 100. Verkaufen Sie beispielsweise ein Produkt für 100 €, das 60 € in der Herstellung kostet, beträgt Ihre Gewinnmarge (100 € - 60 €) / 100 € = 40 %. Das bedeutet, dass von jedem Euro Umsatz 40 Cent als Gewinn bleiben.

Das Verständnis und die Optimierung Ihrer Gewinnmargen sind entscheidend für die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens. Unternehmen mit gesunden Margen können in Wachstum investieren, wirtschaftliche Abschwünge überstehen und ihren Stakeholdern bessere Renditen bieten.

Marge vs. Aufschlag: Die wesentlichen Unterschiede

Viele Menschen verwechseln Marge und Aufschlag, aber sie beschreiben grundlegend verschiedene Berechnungen. Die Marge wird als Prozentsatz des Verkaufspreises berechnet, während der Aufschlag als Prozentsatz der Kosten berechnet wird. Dieser Unterschied hat erhebliche Auswirkungen auf Preisfindung und Rentabilitätsanalyse.

📊

Gewinnmarge

Gewinn als Prozentsatz des Umsatzes. Eine Marge von 25 % bedeutet 25 € Gewinn pro 100 € Umsatz.

📈

Aufschlag

Gewinn als Prozentsatz der Kosten. Ein Aufschlag von 33 % auf 75 € Kosten ergibt 100 € Preis.

🔄

Umrechnung

25 % Marge = 33,3 % Aufschlag. Beides sind verschiedene Ausdrucksweisen desselben Gewinns.

💡

Wann welche Kennzahl?

Marge für Finanzberichte verwenden, Aufschlag für die Preiskalkulation auf Basis der Kosten.

Branchenbenchmarks für Gewinnmargen

Gewinnmargen variieren je nach Branche erheblich, bedingt durch unterschiedliche Kostenstrukturen, Wettbewerbsintensität und Geschäftsmodelle. Das Verständnis der branchenüblichen Margen hilft Ihnen, die eigene Leistung einzuordnen und realistische Ziele zu setzen.

BrancheNiedrige MargeDurchschnittliche MargeHohe Marge
Software/SaaS 60 % 75 % 85 %+
Unternehmensberatung 15 % 30 % 45 %+
Einzelhandel (allgemein) 2 % 5 % 10 %+
E-Commerce 10 % 20 % 35 %+
Fertigung 5 % 10 % 20 %+
Lebensmittel & Getränke 3 % 6 % 12 %+
Gesundheitswesen 5 % 15 % 25 %+
Finanzdienstleistungen 15 % 25 % 35 %+

Strategien zur Verbesserung der Gewinnmargen

💰

Preisstrategie optimieren

Testen Sie verschiedene Preispunkte, um das optimale Gleichgewicht zwischen Absatz und Marge zu finden. Selbst kleine Preiserhöhungen können die Rentabilität spürbar steigern.

📉

Wareneinsatz senken

Bessere Lieferantenbedingungen aushandeln, betriebliche Abläufe verbessern oder Alternativen bei Materialien finden, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

🎯

Auf margenstarke Produkte fokussieren

Analysieren Sie Ihren Produktmix und betonen Sie Produkte oder Dienstleistungen mit höheren Margen in Marketing und Vertrieb.

🔧

Betriebliche Effizienz steigern

Prozesse straffen, wiederkehrende Aufgaben automatisieren und Verschwendung eliminieren, um Gemeinkosten zu senken.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gute Gewinnmarge?

Eine "gute" Gewinnmarge hängt von der Branche ab. Allgemein gilt: 10 % ist durchschnittlich, 20 % ist gut, und 30 %+ ist ausgezeichnet. Software-Unternehmen erzielen jedoch oft 70 %+, während Lebensmittelhändler nur 2–3 % erreichen. Vergleichen Sie Ihre Marge mit Branchenbenchmarks für eine aussagekräftige Analyse.

Was ist der Unterschied zwischen Bruttomarge und Nettomarge?

Die Bruttomarge berücksichtigt nur die direkten Kosten (Wareneinsatz), während die Nettomarge alle Aufwendungen einschließlich Gemeinkosten, Steuern und Zinsen umfasst. Die Bruttomarge zeigt die Produktionseffizienz, die Nettomarge die Gesamtrentabilität.

Wie rechne ich Marge in Aufschlag um?

Verwenden Sie diese Formel: Aufschlag = Marge / (1 - Marge). Beispielsweise entspricht eine Marge von 25 % einem Aufschlag von 25 / (1 - 0,25) = 33,3 %. Unser Rechner zeigt beide Werte automatisch an.

Warum ist meine Marge niedriger als erwartet?

Häufige Ursachen sind steigende Lieferantenkosten, Preisdruck durch den Wettbewerb, übermäßige Rabattgewährung, in den Berechnungen nicht enthaltene versteckte Kosten oder ineffiziente Abläufe. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kostenstruktur, um Margenerosion zu erkennen.

So nutzen Sie diesen Margen-Rechner

  1. Wählen Sie den Modus: Marge berechnen (Sie kennen den Verkaufspreis) oder Umsatz berechnen (Sie haben eine Zielmarge und suchen den passenden Preis).
  2. Tragen Sie die Kosten ein – die gesamten Stückkosten für Herstellung oder Bezug einer Einheit, inklusive Wareneinsatz, Verpackung, Frachtkosten, Zahlungsgebühren und Akkordlohn, nicht nur den reinen Einkaufspreis auf der Lieferantenrechnung.
  3. Im Margen-Modus geben Sie den Umsatz (Verkaufspreis) an – den Nettoerlös, den die Kundin nach Skonti und Rabatten tatsächlich zahlt. Im Umsatz-Modus geben Sie die gewünschte Marge (%) ein, und der Rechner ermittelt den nötigen Preis.
  4. Klicken Sie auf Marge berechnen, um Bruttogewinn, Gewinnmarge und den entsprechenden Aufschlag (Markup) nebeneinander zu sehen.
  5. Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Branchenbenchmark und beachten Sie den Aufschlag separat – die Verwechslung von Marge und Aufschlag ist der häufigste Kalkulationsfehler in der Praxis.

Beispiele

Einzelhandel: Buchhandlung in Hamburg

Eine inhabergeführte Buchhandlung in Hamburg verkauft einen Bildband zum buchpreisbindungspflichtigen Endpreis von 39,90 € (brutto, inkl. 7 % USt für Bücher). Die Nettoeinkaufskosten beim Barsortiment betragen 23,50 € pro Exemplar inklusive Lieferung. Die Inhaberin will die Bruttomarge je Exemplar prüfen.

ErgebnisBruttogewinn 13,79 € je Exemplar, Bruttomarge 37,0 %, entsprechender Aufschlag 58,7 %.

Wir rechnen netto, da die USt ein durchlaufender Posten ist: 39,90 € ÷ 1,07 = 37,29 € Nettoumsatz. Bruttogewinn = 37,29 € − 23,50 € = 13,79 €. Marge = 13,79 € ÷ 37,29 € = 37,0 %. Aufschlag = 13,79 € ÷ 23,50 € = 58,7 %. Damit liegt die Filiale im typischen Korridor des stationären Buchhandels (HDE-Daten: 35–40 % Spanne) und kann Miete, Personal und Sortimentsbreite tragen – aber nur, wenn die Lagerumschlagshäufigkeit stimmt.

Online-Shop: DTC-Kosmetikmarke aus Berlin

Ein Berliner Online-Shop verkauft eine Naturkosmetik-Pflegecreme über den eigenen Shop und über Marktplätze. Verkaufspreis 34,90 € brutto (inkl. 19 % USt). Variable Kosten je Tiegel: 8,40 € Rohstoffe und Tiegel, 1,80 € Versandkarton und DHL-Etikett, 1,30 € Zahlungsgebühren (Stripe/PayPal) und 1,90 € Marktplatzprovision – insgesamt 13,40 € Vollkosten je verkaufter Einheit.

ErgebnisBruttogewinn 15,93 € je Tiegel, Bruttomarge 54,3 %, entsprechender Aufschlag 118,9 %.

Brutto 34,90 € ÷ 1,19 = 29,33 € Nettoumsatz. Bruttogewinn = 29,33 € − 13,40 € = 15,93 €. Marge = 15,93 € ÷ 29,33 € ≈ 54,3 %. Aufschlag = 15,93 € ÷ 13,40 € ≈ 118,9 %. Das ist ein gesunder DTC-Wert; viele Gründerteams begehen den Fehler, nur Rohstoffe als Kosten anzusetzen – nach Abzug der echten Vollkosten je Bestellung (Versand, Zahlungsdienst, Marktplatz) bleibt von einer scheinbar starken Marge oft nur die Hälfte. Erst diese Zahl trägt das Performance-Marketing-Budget.

Großhandel: B2B-Werkzeuglieferant in Nordrhein-Westfalen

Ein Großhändler in Düsseldorf liefert ein Industriewerkzeug an Handwerksbetriebe zu einem Nettopreis von 480,00 € je Stück (zzgl. 19 % USt). Wareneinsatz inklusive Import aus Asien und Eingangsfracht: 412,00 €. Der Vertriebsleiter prüft die Marge gegen das interne Ziel von 15 %.

ErgebnisBruttogewinn 68,00 € je Stück, Bruttomarge 14,2 %, entsprechender Aufschlag 16,5 %.

Großhandelspreise werden in Deutschland regelmäßig netto vereinbart, daher entfällt eine USt-Bereinigung. Bruttogewinn = 480,00 € − 412,00 € = 68,00 €. Marge = 68,00 € ÷ 480,00 € = 14,2 %. Aufschlag = 68,00 € ÷ 412,00 € = 16,5 %. Die Marge liegt knapp unter dem Zielwert von 15 %. Typische Stellschrauben im Großhandel sind Mengenstaffeln vom Hersteller, schlankere Logistikkette, Verlagerung des Wareneingangs auf einen Vorlauflieferanten oder eine Anhebung der Listenpreise zum Jahreswechsel. Eine Marge unter 10 % im klassischen technischen Großhandel gilt nach DIHK-Branchenpanel als kritisch.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner nutzt die Bruttogewinnmargenformel Marge %=UmsatzKostenUmsatz×100\text{Marge \%} = \frac{\text{Umsatz} - \text{Kosten}}{\text{Umsatz}} \times 100. Umsatz ist der Nettoerlös, den die Kundin bezahlt; Kosten sind die direkten Stückkosten der gelieferten oder erbrachten Einheit (Wareneinsatz nach HGB). Das Ergebnis ist der Anteil jedes Umsatz-Euros, der nach Wareneinsatz für Gemeinkosten, Zinsen, Steuern und Gewinn verbleibt.

Im Modus Marge berechnen geben Sie Kosten und Umsatz ein, der Rechner gibt Bruttogewinn, Marge und den entsprechenden Aufschlag aus. Im Modus Umsatz berechnen geben Sie Kosten und gewünschte Marge (%) vor; die Formel wird zu Umsatz=Kosten1Marge\text{Umsatz} = \frac{\text{Kosten}}{1 - \text{Marge}} umgestellt, um den nötigen Verkaufspreis zu ermitteln.

Der Aufschlag (Markup) wird parallel als Aufschlag %=UmsatzKostenKosten×100\text{Aufschlag \%} = \frac{\text{Umsatz} - \text{Kosten}}{\text{Kosten}} \times 100 ausgewiesen. Er nutzt denselben Eurogewinn, dividiert aber durch die Kosten statt durch den Umsatz. Da die Kosten bei profitablen Geschäften stets unter dem Umsatz liegen, ist der Aufschlagswert immer größer als der Margenwert für dieselbe Transaktion.

Alle Berechnungen laufen client-seitig und liefern eine Bruttomarge, keine operative Marge oder Reingewinnmarge. Für eine Annäherung an die operative Marge oder Reingewinnmarge müssen Sie Gemeinkosten, Zinsen und Steuern zusätzlich vom Bruttogewinn abziehen – diese Positionen sind nicht Teil des Rechners. Die Umsatzsteuer (19 %, ermäßigt 7 %) bleibt als durchlaufender Posten konsequent außen vor.

Wann ein Margen-Rechner sinnvoll ist

  • Verkaufspreis aus einer Zielmarge ableiten. Nutzen Sie den Modus Umsatz berechnen: Stückkosten und gewünschte Marge (z. B. 45 %) eingeben, der Rechner liefert den Mindestnettopreis. Hilfreich, wenn Controlling eine Zielmarge vorgibt und der Einkauf den aktuellen Kostpreis meldet.
  • Sortiments- oder Auftragsdurchsicht im Mittelstand. Tragen Sie für jede Artikelnummer den tatsächlichen Vollkostpreis (inkl. Frachten, Verpackung, Provisionen) und den realisierten Nettopreis ein. So finden Sie Renner mit schwacher Marge, die nach Verteilung der Gemeinkosten Verluste produzieren – Grundlage für Listing-Bereinigungen oder Neuverhandlungen.
  • Margen mit Branchen-Benchmarks vergleichen. Nutzen Sie die Benchmark-Tabelle oben sowie die Bundesbank-Monatsberichte und HDE-Branchenreporte: 22 % Marge sind im Lebensmittelhandel exzellent, im Softwaregeschäft jedoch schwach. Ohne Branchenbezug ist eine isolierte Margenzahl wenig aussagekräftig.
  • Übersetzung zwischen Marge und Aufschlag. Wenn der Lieferant einen Aufschlag von 50 % nennt und die Geschäftsleitung die Marge wissen will, geben Sie Preis und Kosten ein und lesen beide Prozentwerte aus dem Ergebnis. Genau diese Verwechslung ist nach Erfahrung der IDW-Praxisleitfäden der häufigste Kalkulationsfehler in deutschen KMU.
  • Rabattentscheidungen plausibilisieren. Bevor Sie einer Aktion von 20 % zustimmen, kalkulieren Sie den reduzierten Nettoumsatz gegen die unveränderten Kosten. Rabatte erodieren die Marge deutlich schneller als den Umsatz – und können bei knappen Spannen die Aktion in den Verlust ziehen.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • FehlerMarge und Aufschlag verwechseln
    LösungDie Marge dividiert durch den Umsatz, der Aufschlag durch die Kosten. Ein Aufschlag von 50 % entspricht nur 33,3 % Marge. Geben Sie immer an, welche Kennzahl Sie meinen, und nutzen Sie die Umrechnung: Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge). In der Schmalenbach-Tradition der Kosten- und Leistungsrechnung gilt dies als Grundprinzip der Preiskalkulation.
  • FehlerBruttomarge mit Reingewinnmarge gleichsetzen
    LösungDie Bruttomarge zieht nur den Wareneinsatz ab. Die Reingewinnmarge zieht zusätzlich Personal- und Gemeinkosten, Abschreibungen, Zinsen und Steuern ab. Ein Software-Anbieter mit 60 % Bruttomarge kann nach Marketing- und Forschungsaufwand am Ende eine Reingewinnmarge von 5 % erzielen – beide Zahlen sind richtig, aber nicht vergleichbar.
  • FehlerDen Lieferanten-Nettopreis als alleinige Kostenbasis nehmen
    LösungDer echte Wareneinsatz nach HGB umfasst Eingangsfracht, Zölle, Versicherung, Verpackung, Zahlungsgebühren, Marktplatzprovisionen und kalkulierte Schwundquoten. Wer diese Posten ausblendet, kalkuliert eine optisch starke Marge, die nach Buchungsabschluss verschwindet.
  • FehlerEine einheitliche Zielmarge über sehr unterschiedliche Produkte legen
    LösungPreiselastizität, Wettbewerb und Substituierbarkeit unterscheiden sich je SKU. Eine pauschale Zielmarge überteuert Commodity-Artikel und unterpreist Premium-Produkte. Setzen Sie Margenziele auf Sortimentsstufe oder Warengruppe, nicht einheitlich auf Unternehmensebene – ein Standard in der Schmalenbach-Deckungsbeitragsrechnung.
  • FehlerBruttoumsatz inklusive USt als Bezugsgröße verwenden
    LösungDie Umsatzsteuer (19 % regulär, 7 % ermäßigt) ist ein durchlaufender Posten und wird an das Finanzamt abgeführt. Eine Marge gegen den Bruttoumsatz zu rechnen, schmeichelt der Zahl um den USt-Anteil. Nach IDW-Stellungnahmen zur Rechnungslegung gehört in die Margenrechnung ausschließlich der Nettoerlös – derselbe Betrag, der in der GuV als Umsatzerlöse ausgewiesen wird.
  • FehlerRabatte, Skonti und Retouren in der Margenrechnung ignorieren
    LösungVerwenden Sie den Nettoerlös – also Bruttoumsatz minus Skonti, Rabatten, Boni, Retouren und Chargebacks – als Bezugsgröße. Nur diese Zahl fließt in die GuV nach HGB und in IFRS-konforme Berichte und ist die einzige saubere Basis für eine ehrliche Margenrechnung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?

Die Marge ist Gewinn in Prozent des Umsatzes: Bei 20 € Gewinn auf 50 € Umsatz sind das 20 € ÷ 50 € = 40 % Marge. Der Aufschlag ist derselbe Eurogewinn dividiert durch die Kosten: 20 € ÷ 30 € Kosten = 66,67 % Aufschlag. Die Marge erscheint in der GuV und in Branchenbenchmarks; der Aufschlag wird auf die Kosten addiert, um den Verkaufspreis zu bilden. Umrechnung: Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge).

Was ist der Unterschied zwischen Bruttomarge und Reingewinnmarge?

Die Bruttomarge (oder Rohgewinnmarge) zieht nur den Wareneinsatz – Material, Eingangsfracht, Akkordlohn – vom Umsatz ab. Sie misst die Produktions- und Preiseffizienz. Die Reingewinnmarge (oder Nettoumsatzrendite) zieht zusätzlich alle Gemeinkosten, Abschreibungen, Zinsen und Steuern ab und misst die Ertragslage des gesamten Unternehmens. Ein SaaS-Anbieter mit 80 % Bruttomarge kann nach Vertrieb, Marketing und F&E am Ende nur 10 % Reingewinnmarge zeigen.

Wie unterscheidet sich die operative Marge von Brutto- und Reingewinnmarge?

Die operative Marge liegt zwischen beiden. Sie zieht Wareneinsatz und betriebliche Gemeinkosten (Vertrieb, Verwaltung, F&E) vom Umsatz ab, klammert aber Zinsen und Steuern aus. Sie zeigt, wie profitabel das Kerngeschäft unabhängig von der Finanzierungsstruktur arbeitet. Im Konzernabschluss nach HGB und IFRS wird sie häufig als EBIT-Marge ausgewiesen – Bundesbank und IDW vergleichen sie regelmäßig zwischen Branchen.

Was ist eine gute Gewinnmarge?

Eine gute Marge hängt vollständig von der Branche ab. SaaS und Software erreichen häufig 75–85 % Bruttomarge, der Online-Handel 25–35 %, Restaurants 60–70 % Bruttomarge auf den Wareneinsatz bei 3–6 % Reingewinnmarge, der Lebensmitteleinzelhandel im Schnitt 2–4 %. HDE, DIHK und die Monatsberichte der Deutschen Bundesbank veröffentlichen jährlich verlässliche Vergleichswerte – orientieren Sie sich an Unternehmen ähnlicher Größe und Wertschöpfungsstufe.

Wie kann ich meine Gewinnmarge verbessern?

Es gibt vier Hebel: Preise erhöhen (kleine Erhöhungen in preisunelastischen Segmenten testen), Wareneinsatz senken (Lieferanten neu verhandeln, Ausschuss reduzieren, Verpackung optimieren), den Sortimentsmix in Richtung margenstarker Produkte verschieben sowie Gemeinkosten senken, um die Reingewinnmarge ohne Eingriff in die Bruttomarge zu heben. Nachhaltige Verbesserung entsteht meist aus einer Kombination, nicht durch eine einzelne Maßnahme.

Warum kann ein margenschwaches Geschäft trotzdem wertvoll sein?

Weil der Gewinn das Produkt aus Marge und Volumen ist. Ein Discounter wie Aldi oder Lidl erzielt 2 % Marge auf zweistellige Milliardenumsätze und damit absolut mehr Gewinn als manches margenstarke Softwarehaus. Niedrige Margen können enorm wertvoll sein, wenn Skala, schneller Lagerumschlag, Eigenmarken oder Standortvorteile vorhanden sind. Die Marge allein sagt noch nicht, ob ein Geschäftsmodell gut ist.

Soll ich Versand und Zahlungsgebühren in die Kosten einrechnen?

Ja, sofern sie variabel je verkaufter Einheit anfallen. Im E-Commerce gehören Eingangs- und Ausgangsfracht, Verpackungsmaterial, Zahlungsdienstgebühren von PayPal/Stripe und Marktplatzprovisionen in den Wareneinsatz – nur so erhalten Sie eine ehrliche Bruttomarge. Wer diese Positionen ausblendet, sieht eine schöne Margenzahl und einen leeren Geschäftskonto-Saldo zum Monatsende.

Kann die Gewinnmarge negativ sein?

Ja. Wenn die Kosten den Umsatz übersteigen – etwa beim Ausverkauf von Lagerresten oder bei kundenakquisitorischen Aktionspreisen – ist die Marge negativ. Die Formel funktioniert weiterhin: (80 € Umsatz − 100 € Kosten) ÷ 80 € = −25 %. Eine negative Marge ist auf Stückkostenebene ein deutliches Warnsignal, auch wenn das Unternehmen insgesamt profitabel ist.

Wie rechne ich vom Aufschlag in die Marge um?

Verwenden Sie Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag). Aus 50 % Aufschlag werden 0,50 ÷ 1,50 = 33,3 % Marge. Umgekehrt gilt Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge); aus 40 % Marge werden also 66,7 % Aufschlag. Geben Sie die Zahlen im Margen-Modus ein, dann zeigt der Rechner den entsprechenden Aufschlag automatisch.

Gehört die Umsatzsteuer in den Umsatz für die Margenrechnung?

Nein. Der Umsatz in einer Margenkalkulation ist netto, also nach Abzug von Umsatzsteuer (19 % regulär oder 7 % ermäßigt). Die USt wird im Auftrag des Finanzamts vereinnahmt und gehört nicht zum Unternehmensergebnis. Wer brutto rechnet, bläht die Marge um den USt-Anteil auf. IDW-Verlautbarungen und HGB-Bilanzierungspraxis behandeln vereinnahmte Steuern als Verbindlichkeit, nicht als Umsatz.

Wie oft sollte ich meine Margen überprüfen?

Mindestens quartalsweise, bei preissensiblen oder schnelldrehenden Sortimenten monatlich. Lieferantenkosten, Frachtraten, Wechselkurse und Aktionsrabatte verschieben sich laufend, und eine im letzten Quartal gesunde Marge kann unbemerkt erodieren. Ein einfacher Takt: Ziehen Sie monatlich Ihre Top-20-Artikel nach Umsatz und rechnen Sie die Vollkostmarge frisch nach.

Warum begrenzt der Rechner die gewünschte Marge unter 100 %?

Weil die Formel Umsatz = Kosten ÷ (1 − Marge) bei 100 % Marge ins Unendliche läuft – der Nenner geht gegen null, der implizite Preis gegen unendlich. Mathematisch würde 100 % Marge bedeuten, dass die Kosten null sind, was nur für reine Informationsgüter ohne Grenzkosten zutrifft. Der Rechner deckelt die Eingabe bei 99,99 %, damit die Ergebnisse endlich und praktisch verwertbar bleiben.

Quellen

Methodik

Der Rechner ermittelt die Bruttogewinnmarge nach Marge % = (Umsatz − Kosten) ÷ Umsatz × 100, wobei der Umsatz der Nettoerlös und die Kosten der direkte Wareneinsatz je Einheit (Material, Eingangsfracht, Verpackung, Zahlungs- und Versandkosten) sind. Im Modus Umsatz berechnen wird die Formel zu Umsatz = Kosten ÷ (1 − Marge) umgestellt, um den nötigen Preis aus einer Zielmarge abzuleiten; die Eingabe wird unterhalb von 100 % gedeckelt, damit die Ergebnisse endlich bleiben. Der entsprechende Aufschlag wird parallel als (Umsatz − Kosten) ÷ Kosten × 100 ausgewiesen. Gemeinkosten, Abschreibungen, Zinsen und Steuern bleiben außen vor, sodass das Ergebnis eine Bruttomarge (Rohgewinnmarge) ist und keine operative Marge oder Reingewinnmarge darstellt. Alle Beträge werden netto angesetzt; die Umsatzsteuer (19 % regulär, 7 % ermäßigt) ist ein durchlaufender Posten und nicht Teil der Kalkulation – analog zur Behandlung in der GuV nach HGB und in den IDW-Verlautbarungen zur Umsatzrealisation.

Profi-Tipps

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