Der Körperfettanteil ist der Anteil Ihres Gesamtkörpergewichts, der aus Fettgewebe besteht, im Gegensatz zur Magermasse (Muskeln, Knochen, Organe, Glykogen und Körperwasser). Zur Bestimmung gibt es mehrere Verfahren. Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) und Vier-Kompartment-Modelle gelten als wissenschaftlicher Goldstandard, erfordern aber teure Geräte. Im Alltag dominieren drei Familien von Schätzverfahren: Umfangsmessungen wie die hier verwendete US-Navy-Methode, Kalipermessung der Hautfaltendicke und Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA), etwa über handelsübliche Bioimpedanzwaagen. Jedes Verfahren tauscht Präzision gegen Zugänglichkeit.
Dieser Rechner setzt die Hodgdon-Beckett-Regressionsgleichungen um, die in den 1980er-Jahren von der US-Navy und US-Army eingeführt wurden. Mit Maßen in Zoll lautet die Männerformel %BF=86,010⋅log10(Taille−Hals)−70,041⋅log10(Ko¨rpergro¨ße)+36,76. Die Frauenformel ergänzt einen Hüftterm, um die geschlechtsspezifische Fettverteilung abzubilden: %BF=163,205⋅log10(Taille+Hu¨fte−Hals)−97,684⋅log10(Ko¨rpergro¨ße)−78,387. Die Gleichungen wurden an etwa 1.300 US-Militärangehörigen gegen hydrostatische Wägung kalibriert und liefern auf individueller Ebene einen Standardschätzfehler von rund 3–4 Prozentpunkten gegenüber DXA.
Zum Vergleich verwendet der klassische Jackson-Pollock-Ansatz (1978/1980) Hautfaltenmessungen mit dem Kaliper. Die Drei-Faltenformel für Männer (Brust, Bauch, Oberschenkel) ergibt zunächst die Körperdichte D=1,10938−0,0008267⋅Σ+0,0000016⋅Σ2−0,0002574⋅Alter; für Frauen (Trizeps, Suprailiakal, Oberschenkel) gilt D=1,0994921−0,0009929⋅Σ+0,0000023⋅Σ2−0,0001392⋅Alter. Daraus berechnet die Siri-Gleichung den Körperfettanteil als %BF=(495/D)−450. Die Hautfaltenmethode in geübter Hand erreicht 3–4 % Genauigkeit gegenüber DXA und ist die in Deutschland an der DSHS Köln und in vielen DGSP-zertifizierten sportmedizinischen Praxen verwendete Standardmethode.
Nach der Berechnung ordnet der Rechner das Ergebnis dem Körperkompositionsspektrum des American Council on Exercise (ACE) zu: Essenzielles Fett (Männer 2–5 %, Frauen 10–13 %), Sportler (6–13 % / 14–20 %), Fitness (14–17 % / 21–24 %), Durchschnitt (18–24 % / 25–31 %) und Adipositas (≥ 25 % / ≥ 32 %). Diese Werte decken sich weitgehend mit den Risikobewertungen der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin (DGSP) und des American College of Sports Medicine (ACSM). Wenn Sie Ihr Gewicht eingeben, teilt der Rechner es zusätzlich in Fettmasse (%BF × Gewicht) und fettfreie Körpermasse (Gewicht − Fettmasse) auf. Letztere ist beim Verlaufstracking deutlich aussagekräftiger als die reine Waage.
Die Umfangsmethode der Navy ist im durchschnittlichen Körperfettbereich am genauesten und an den Rändern – sehr schlanke Physis, sehr muskulöser Körperbau oder ausgeprägte Adipositas – am ungenauesten. Der Hüftterm in der Frauenformel bildet die hormonell gesteuerte Fettspeicherung im gluteofemoralen Bereich ab; die Männerformel stützt sich stärker auf den Bauchumfang, weil männliche Fettspeicherung androgen vermittelt und zentral verteilt ist. Lesen Sie das Ergebnis als zuverlässigen Trendindikator über Wochen und Monate – nicht als präzise klinische Zahl.