Bierpreis: +10 % Preiserhöhung, Nachfrage sinkt um 8 %
Eine deutsche Brauerei verkauft derzeit 10.000 Kästen Bier pro Woche zu einem Großhandelspreis von 10,00 € pro Kasten. Die Geschäftsführung hebt den Preis auf 11,00 € (eine Erhöhung um 10 %) an und beobachtet, dass der wöchentliche Absatz auf 9.200 Kästen fällt – ein Rückgang von 8 %. Die Frage ist, ob die Nachfrage nach diesem Bier elastisch oder unelastisch ist und wie sich die Preiserhöhung auf den Umsatz auswirkt.
ErgebnisDie Preiselastizität der Nachfrage beträgt -0,8 (unelastisch). Eine Preiserhöhung um 10 % führte nur zu einem Mengenrückgang von 8 %, sodass der Wochenumsatz von 100.000 € auf 101.200 € steigt – ein Plus von 1.200 € pro Woche trotz 800 verkaufter Kästen weniger.
Mit der einfachen Prozent-Änderungsformel ergibt sich %ΔP = (11,00 € − 10,00 €) / 10,00 € = +10 % und %ΔQ = (9.200 − 10.000) / 10.000 = −8 %. Die Division liefert E = −8 % / +10 % = −0,8. Da |E| = 0,8 < 1 ist, gilt die Nachfrage als unelastisch: Die Menge reagiert schwächer als der Preis, weshalb die Preiserhöhung den Gesamtumsatz steigert. Die Mittelpunktmethode liefert mit −0,84 ein sehr ähnliches Ergebnis, da die Preis- und Mengenänderungen klein sind. Praktische Erkenntnis: Solange |E| unter 1 bleibt, kann die Brauerei moderate Preiserhöhungen testen, bis sich die Elastizität dem Wert −1 nähert, an dem der Umsatz maximiert wird.