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Idealer Menüpreis-Rechner

Berechnen Sie den idealen Menüpreis für Gerichte auf Basis des Wareneinsatzes und der angestrebten Gewinnmarge.

Menüpreis-Formeln

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Beispiele

Pastagericht mit 3,50 € Wareneinsatz und 28 % Food-Cost-Ziel

Ein inhabergeführtes italienisches Restaurant kalkuliert ein neues Pastagericht für die Speisekarte. Die Rezeptkarte weist 3,50 € Wareneinsatz aus (Nudeln, Sauce, Protein, Garnitur, plus 3 % theoretischer Schwund). Der Betrieb steuert seine Speisen auf einen Wareneinsatzaufschlag im DEHOGA-Korridor von 28–32 % und setzt diesmal das untere Ende mit 28 % an.

ErgebnisNettoverkaufspreis = 3,50 € / 0,28 = 12,50 €. Bruttoverkaufspreis auf der Speisekarte = 12,50 € × 1,19 = 14,88 €, gerundet auf den Charm-Preis 14,90 €. Rohgewinn netto pro Teller = 12,50 € − 3,50 € = 9,00 €.

Der Wareneinsatz geteilt durch die Ziel-Wareneinsatzquote ergibt den Nettopreis, der die Marge exakt trifft. Auf der Speisekarte steht jedoch immer der Bruttopreis inkl. Umsatzsteuer – im Restaurant 19 % USt für vor Ort verzehrte Speisen, 7 % bei Speisen außer Haus (§ 12 UStG). Aus 12,50 € netto werden also 14,90 € brutto. Nach dem Aufrunden gegenprüfen: 3,50 € / 12,52 € (zurückgerechnet aus 14,90 € / 1,19) = 27,9 % – weiterhin innerhalb des Zielkorridors. Bei einer USt-Senkung auf 7 % (z. B. To-go-Verkauf) würde der gleiche Nettopreis nur 13,38 € brutto ergeben.

Häufig gestellte Fragen

Welche Food-Cost-Quote sollte ich in Deutschland anpeilen?

Die DEHOGA-Branchenkennzahlen weisen für die Vollservice-Gastronomie eine Wareneinsatzquote von 28–32 % auf Speisen aus, für Getränke 18–22 %. Schnellrestaurants und Pizzakonzepte arbeiten oft mit 22–28 %, gehobene Küche und Steakhouses akzeptieren 32–38 %, weil hochwertige Proteine die Marge komprimieren. Wählen Sie ein Ziel, das zu Ihrem Konzept passt, und validieren Sie es monatlich gegen die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) Ihres Steuerberaters.

Wie berechne ich den Wareneinsatz, der in die Formel fließt?

Erstellen Sie eine Rezeptkarte mit allen Zutaten, dem Einkaufspreis pro Einheit, der Ausbeute (essbarer Anteil nach Putzverlust) und dem auf den Teller gebrachten Gewicht in Gramm. Multiplizieren Sie die Portion mit dem ausbeutebereinigten Stückpreis je Zeile und summieren Sie. Addieren Sie 2–5 % theoretischen Schwund für Verluste, Mitarbeiteressen und Übergrößen. Garnituren, Saucen, Öl und Butter zählen mit – sie auszulassen ist der häufigste Kalkulationsfehler.

Wie wirken die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze (19 % vs. 7 %) auf die Speisekarte?

Nach § 12 UStG gilt der Regelsatz von 19 % für Speisen, die vor Ort verzehrt werden (Restaurationsleistung), und 7 % für Speisen außer Haus (Lieferung, To-go, Außerhaus-Catering). Getränke unterliegen stets 19 %. Der Rechner liefert den Nettopreis – die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten und beeinflusst die Wareneinsatzquote nicht. Auf der Speisekarte muss jedoch der Bruttopreis stehen (Preisangabenverordnung), weshalb der Nettopreis mit 1,19 bzw. 1,07 hochgerechnet und anschließend auf einen Charm-Preis gerundet wird.

Was bedeutet Kalkulationsaufschlag und wie hängt er mit der Food-Cost-Quote zusammen?

Der Kalkulationsaufschlag ist der Kehrwert der Wareneinsatzquote – mathematisch identisch, nur als Faktor ausgedrückt. Eine Quote von 28 % entspricht einem Aufschlagsfaktor von 1 / 0,28 = 3,57×, 30 % entsprechen 3,33×, 32 % entsprechen 3,12×. In der deutschen Gastronomie wird je nach Tradition mal mit Quote, mal mit Faktor kalkuliert – DEHOGA-Berichte und IHK-Existenzgründerseminare verwenden überwiegend die Quote, klassische Hotelfachschulen den Faktor. Ergebnisseitig ist es dieselbe Rechnung.

Funktioniert Charm-Pricing (12,95 € statt 13,00 €) in deutschen Restaurants?

Ja, in der mittleren Preislage. Preise auf ,90 oder ,95 schlagen runde Beträge in der Casual- und Mittelklasse-Gastronomie konstant in Konversionstests. Der Margeneffekt ist gering – ein Nettoideal von 12,50 € auf 12,95 € brutto-aufgerundet verschiebt die Wareneinsatzquote nur um wenige Zehntelpunkte. Die gehobene Gastronomie verzichtet bewusst auf Cent-Beträge (24 € statt 23,90 €), weil runde Zahlen Qualität signalisieren und den Preisvergleich erschweren.

Wie überprüfe ich, ob meine Preisgestaltung tatsächlich funktioniert?

Führen Sie monatlich eine Wareneinsatzkontrolle durch: (Anfangsbestand + Einkauf − Endbestand) / Speiseumsatz netto. Vergleichen Sie die tatsächliche Quote mit der theoretischen Wareneinsatzquote Ihrer Speisekarte (gewichtet nach Verkaufsmix). Eine Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten deutet auf Portionsdrift, Schwund, Diebstahl oder veraltete Rezeptkarten hin. Der Rechner liefert das theoretische Ziel; die Inventur zeigt, ob die Küche es trifft. DEHOGA und IHK empfehlen diese Soll-Ist-Kontrolle in ihren Gastronomie-Existenzgründer-Leitfäden ausdrücklich.

Quellen

Profi-Tipps

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