Vier klassische Formeln schätzen ein „ideales“ Gewicht allein anhand der Körpergröße, mit getrennten Konstanten für Männer und Frauen. Jede Formel nimmt die Körpergröße in Zoll, zieht 60 (fünf Fuß) ab und addiert einen Zoll-bezogenen Zuschlag zu einem festen Grundgewicht. Grundgewicht und Zuschlag unterscheiden sich, weil die Formeln auf unterschiedlichen Referenzdaten kalibriert wurden – Versicherungsstatistiken bei Hamwi (1964) und Devine (1974), spätere Bevölkerungsdaten bei Robinson und Miller (beide 1983). Der Rechner führt alle vier parallel aus, damit Sie die Spannweite sehen.
Die Devine-Formel Ma¨nner: 50+2,3×(h−60), Frauen: 45,5+2,3×(h−60) ist die in der Klinik am weitesten verbreitete Variante. Sie wurde ursprünglich nicht als Fitnessziel veröffentlicht, sondern zur Schätzung der fettfreien Körpermasse für die Berechnung von Gentamicin-Dosen. Sie taucht bis heute in Apothekenreferenzen, in der Intensivmedizin (Beatmung mit lungenprotektivem Tidalvolumen) und in deutschen Arzneimittelinformationen auf.
Robinson Ma¨nner: 52+1,9×(h−60), Frauen: 49+1,7×(h−60) modifiziert den Zoll-Zuschlag von Devine. Miller Ma¨nner: 56,2+1,41×(h−60), Frauen: 53,1+1,36×(h−60) erhöht das Grundgewicht und liefert meist die höchsten Werte. Hamwi Ma¨nner: 48+2,7×(h−60), Frauen: 45,5+2,2×(h−60), die älteste der Formeln, wird in der Ernährungsmedizin und Diätetik nach wie vor genutzt.
Neben den vier Formeln meldet der Rechner einen BMI-basierten gesunden Gewichtsbereich. Dazu wird die BMI-Formel BMI=kg/m2 für BMI = 18,5 und BMI = 24,9 umgekehrt – das ergibt die Gewichtsspanne, die einen Erwachsenen nach DGE-, RKI- und WHO-Klassifikation in den Normalbereich bringt. Diese Spanne ist meist breiter als jeder einzelne Formelwert und in der Praxis die klinisch relevantere Referenz; die Einzelwerte sind vor allem im Kontext der Arzneimitteldosierung wichtig.
Der optionale Eingabewert „Körperbau“ skaliert jedes Formelergebnis um ±10 % (Schlank −10 %, Kräftig +10 %) anhand der Handgelenks-Heuristik aus den Versicherungstabellen der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der BMI-Bereich wird im Rechner mit demselben Faktor skaliert. Die Anpassung ist grob – moderne Verfahren wie DEXA oder bioelektrische Impedanzanalyse haben sie in der Forschung abgelöst – berücksichtigt aber, dass der Knochenbau das gesunde Gewicht messbar verschiebt. Für Senioren empfehlen geriatrische Leitlinien (DGE, DGG, ESPEN) einen leicht höheren Zielbereich von BMI 24–29.