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Herzfrequenz-Rechner

Berechnen Sie Ihre maximale Herzfrequenz und optimale Trainingszonen basierend auf Ihrem Alter und Ihren Fitnesszielen.

Herzfrequenzformeln

Maximale Herzfrequenz

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Karvonen (Ziel-Herzfrequenz)

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Jahre
S/min
Für genauere Zonen

Herzfrequenztraining verstehen

Herzfrequenztraining nutzt die Herzfrequenz als Leitfaden für die Trainingsintensität. Durch das Training in bestimmten Herzfrequenzzonen können Sie verschiedene Fitnessziele ansteuern, wie Fettverbrennung, kardiovaskuläre Ausdauer oder Spitzenleistung.

Ihre maximale Herzfrequenz (Max HF) ist die höchste Anzahl von Schlägen pro Minute, die Ihr Herz bei maximaler körperlicher Belastung erreichen kann. Trainingszonen werden als Prozentsätze dieses Maximums berechnet.

❤️

Personalisierte Zonen

Herzfrequenzziele, die auf Ihr Alter und Ihre Ruheherzfrequenz zugeschnitten sind.

🎯

Zielorientiert

In der richtigen Zone für Fettverbrennung, Ausdauer oder Leistung trainieren.

📊

Mehrere Formeln

Wählen Sie zwischen der Standardformel und der Tanaka-Formel für mehr Genauigkeit.

Karvonen-Methode

Verwendet die Herzfrequenzreserve für präzisere Trainingszonen.

Herzfrequenzzonenübersicht

Jede Herzfrequenzzone zielt auf unterschiedliche physiologische Anpassungen ab. Das Verständnis dieser Zonen hilft Ihnen, effizienter zu trainieren:

💤

Zone 1: Erholung (50–60 %)

Sehr leichte Belastung – Sie können mühelos ein Gespräch führen. Wird für Aufwärmen, Abkühlen und aktive Erholungstage genutzt. Fördert die Durchblutung ohne nennenswerte Belastung.

🔥

Zone 2: Fettverbrennung (60–70 %)

Leichte Belastung, bei der Fett als primärer Energieträger dient. Ideal zum Aufbau der aeroben Basis und Ausdauer. Sie sollten in ganzen Sätzen sprechen können. Hier findet der Großteil des Dauerausdauertrainings statt.

💪

Zone 3: Aerob (70–80 %)

Mittlere Belastung – die Atmung wird angestrengter, ist aber über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Verbessert die kardiovaskuläre Effizienz und Ausdauerkapazität. Das Sprechen wird schwieriger.

Zone 4: Anaerob (80–90 %)

Hohe Belastung an oder über der Laktatschwelle. Verbessert Geschwindigkeit, Kraft und Laktatclearance. Sie können nur kurze Phrasen sprechen. Wird für Tempoläufe und Intervalltraining eingesetzt.

🚀

Zone 5: Maximum (90–100 %)

Maximale Belastung – nicht länger als wenige Minuten aufrechtzuerhalten. Entwickelt Spitzenleistung und Geschwindigkeit. Wird für Sprints und hochintensive Intervalle genutzt. Nur noch einzelne Worte möglich.

Ruheherzfrequenz messen

Ihre Ruheherzfrequenz (RHF) ist ein wichtiger Indikator für die kardiovaskuläre Fitness. So messen Sie sie genau:

🌅

Bester Messzeitpunkt

Messen Sie gleich morgens, bevor Sie aufstehen. So erhalten Sie den genauesten Wert, da Sie vollständig ausgeruht sind und nicht durch Aktivität oder Stress beeinflusst wurden.

📍

Wo messen

Legen Sie zwei Finger (nicht den Daumen) auf die Innenseite Ihres Handgelenks unterhalb des Daumenansatzes oder an die Seite des Halses. Spüren Sie den Puls.

⏱️

Wie zählen

Zählen Sie die Schläge 60 Sekunden lang für maximale Genauigkeit, oder zählen Sie 15 Sekunden und multiplizieren Sie mit 4. Verwenden Sie eine Stoppuhr für genaue Ergebnisse.

📊

Über Zeit verfolgen

Messen Sie mehrere Tage und bilden Sie den Durchschnitt. Die Ruheherzfrequenz kann täglich aufgrund von Stress, Schlafqualität, Flüssigkeitszufuhr und anderen Faktoren schwanken.

Was Ihre Ruheherzfrequenz bedeutet

Die Ruheherzfrequenz ist ein aussagekräftiger Indikator für die kardiovaskuläre Gesundheit und Fitness:

RHF-BereichFitnessniveauHinweise
Unter 60 S/min Sportlich Hervorragende kardiovaskuläre Fitness. Häufig bei Ausdauersportlerinnen und -sportlern.
60–70 S/min Gut Überdurchschnittliche Fitness. Aktive Menschen liegen häufig in diesem Bereich.
70–80 S/min Durchschnittlich Normal für Erwachsene. Kardiovaskuläre Verbesserungen sind möglich.
80–100 S/min Unterdurchschnittlich Erwägen Sie mehr kardiovaskuläre Aktivität. Bei Bedenken einen Arzt aufsuchen.
Über 100 S/min Erhöht Einen Arzt aufsuchen. Kann auf zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen.

Tipps für das Herzfrequenztraining

Holen Sie das Beste aus herzfrequenzbasiertem Training mit diesen Strategien heraus:

Herzfrequenzmesser verwenden

Brustgurte sind am genauesten, aber handgelenksbasierte Geräte haben sich erheblich verbessert. Optische Sensoren funktionieren gut bei Dauerbelastung, können aber bei Intervallen verzögert reagieren.

📈

Aerobe Basis aufbauen

Verbringen Sie 80 % der Trainingszeit in den Zonen 1–2. Dies baut Ausdauer auf und ermöglicht mehr Training ohne Übertraining. Die 80/20-Regel gilt für die meisten Sportlerinnen und Sportler.

🔄

Abwechslung einbauen

Trainieren Sie im Laufe der Woche in allen Zonen. Mischen Sie leichte Tage, Tempoarbeit und hochintensive Einheiten für eine ausgewogene Fitnessentwicklung.

📉

Erholung überwachen

Eine erhöhte Morgenherzfrequenz (5+ S/min über dem Normalwert) weist häufig auf unvollständige Erholung, Stress oder Krankheit hin. Trainieren Sie leichter, wenn Sie dieses Muster bemerken.

🎯

Nicht zu sehr auf Zahlen fixieren

Herzfrequenzzonen sind Richtwerte, keine starren Regeln. Faktoren wie Hitze, Koffein, Stress und Höhe beeinflussen die Herzfrequenz. Nutzen Sie das subjektive Belastungsempfinden ergänzend zur Herzfrequenz.

Häufig gestellte Fragen

Wie genau ist die Formel 220 minus Alter?

Die 220-Alter-Formel ist eine grobe Schätzung mit einer Standardabweichung von etwa 10–12 S/min. Ihre tatsächliche maximale Herzfrequenz kann erheblich höher oder niedriger sein. Die Tanaka-Formel (208 − 0,7 × Alter) ist für die meisten Erwachsenen genauer. Die einzige Möglichkeit, Ihre wahre maximale Herzfrequenz zu kennen, ist ein maximaler Belastungstest.

Soll ich die Herzfrequenzreserve (Karvonen) oder den Prozentsatz der maximalen Herzfrequenz verwenden?

Die Herzfrequenzreserve (Karvonen-Methode) ist genauer, da sie Ihr individuelles Fitnessniveau durch die Ruheherzfrequenz berücksichtigt. Zwei Personen mit derselben maximalen Herzfrequenz, aber unterschiedlichen Ruheherzfrequenzen, haben unterschiedliche Fitnessniveaus und sollten bei unterschiedlichen absoluten Herzfrequenzen trainieren.

Was tun, wenn meine Herzfrequenz nicht den Zonen entspricht?

Berechnete Zonen sind Ausgangspunkte. Wenn Sie bei 75 % der maximalen Herzfrequenz problemlos sprechen können, müssen Ihre Zonen möglicherweise angepasst werden. Nutzen Sie das Belastungsempfinden ergänzend zur Herzfrequenz. Sie können Zonen auch durch Feldtests wie einen Laktatschwellentest bestimmen.

Warum steigt meine Herzfrequenz bei Intervallen stark an?

Bei hochintensiven Intervallen reagiert die Herzfrequenz auf den plötzlichen Anstieg der Belastung. Diese Verzögerung ist normal. Die Herzfrequenz kann sogar noch steigen, nachdem Sie langsamer geworden sind, und nimmt dann allmählich ab. Deshalb ist das subjektive Belastungsempfinden bei Intervallen besonders wichtig.

Kann ich meine maximale Herzfrequenz verbessern?

Die maximale Herzfrequenz ist weitgehend genetisch bedingt und nimmt mit dem Alter ab. Training erhöht die maximale Herzfrequenz nicht wesentlich. Sie können jedoch die Herzfrequenz verbessern, bei der Sie Belastungen aufrechterhalten können (etwa die Laktatschwelle), was für die Leistung wichtiger ist.

Ist es gefährlich, nahe an der maximalen Herzfrequenz zu trainieren?

Für gesunde Personen sind kurze Phasen nahe der maximalen Herzfrequenz bei hochintensivem Training im Allgemeinen unbedenklich. Bei Herzerkrankungen sollten Sie jedoch vor intensivem Training einen Arzt aufsuchen. Wärmen Sie sich stets ordentlich auf und verbringen Sie keine übermäßig lange Zeit bei maximaler Intensität.

Warum ist meine Herzfrequenz beim Training höher als gewöhnlich?

Mehrere Faktoren können die Herzfrequenz erhöhen: Dehydrierung, Hitze, Koffein, Schlafmangel, Stress, Krankheit oder unvollständige Erholung nach vorherigen Trainingseinheiten. Wenn die Herzfrequenz dauerhaft erhöht ist, prüfen Sie, ob Sie mehr Erholung benötigen oder ein gesundheitliches Problem vorliegt.

Wie wirkt sich Fitness auf Herzfrequenzzonen aus?

Je fitter Sie werden, desto effizienter arbeitet Ihr Herz. Sie können dasselbe Training bei einer niedrigeren Herzfrequenz absolvieren, und Ihre Ruheherzfrequenz sinkt. Deshalb liefert die Verwendung der Herzfrequenzreserve (die die Ruheherzfrequenz einschließt) persönlichere Zonen.

So nutzen Sie diesen Herzfrequenz-Rechner

  1. Geben Sie Ihr Alter in Jahren ein – der Rechner akzeptiert Werte von 10 bis 100.
  2. Tragen Sie optional Ihre Ruheherzfrequenz in S/min ein. Lassen Sie das Feld leer, rechnet der Rechner mit dem Standardwert von 70 S/min; ein eigener Messwert liefert deutlich individuellere Karvonen-Zonen.
  3. Wählen Sie eine Formel – Standard (220 − Alter) ist die klassische Schätzung, während Tanaka (208 − 0,7 × Alter) für Erwachsene ab 40 Jahren in der Regel präziser ausfällt.
  4. Klicken Sie auf „Herzfrequenzzonen berechnen“, um Ihre maximale Herzfrequenz, Ihre Herzfrequenzreserve sowie die S/min-Bereiche der Zonen 1 bis 5 anzuzeigen.
  5. Übernehmen Sie die Werte in Ihre Polar-, Garmin- oder Apple-Watch-App, damit Trainingsbereiche wie GA1, GA2, EB und SB mit Ihren persönlichen Zahlen und nicht mit Werkseinstellungen geführt werden.

Beispiele

Hobbyläufer: 38-jährige Läuferin mit GA1/GA2-Fokus

Eine 38-jährige Hobbyläuferin mit einer morgens gemessenen Ruheherzfrequenz von 62 S/min nutzt die Standardformel, um ihre Grundlagenbereiche GA1 und GA2 für lange Dauerläufe abzustecken.

ErgebnisMaximale Herzfrequenz von 182 S/min, Herzfrequenzreserve von 120 S/min, GA1 (Zone 2, 60–70 %) bei rund 134–146 S/min und GA2 (Zone 3, 70–80 %) bei rund 146–158 S/min.

Max HF = 220 − 38 = 182 S/min. Herzfrequenzreserve = 182 − 62 = 120 S/min. Mit der Karvonen-Methode ergibt sich GA1-Untergrenze = (120 × 0,60) + 62 = 134 S/min und GA1-Obergrenze = (120 × 0,70) + 62 = 146 S/min. Diese Läuferin kann ihre wöchentlichen Grundlagenkilometer ruhigen Schrittes im Bereich 134–146 S/min absolvieren und so die aerobe Basis stärken, ohne in den Kompensationsbereich (KB) abzudriften.

Radfahrer mit Tanaka-Formel und Watt-basiertem Vergleich

Ein 52-jähriger Hobbyradfahrer mit einer Ruheherzfrequenz von 55 S/min wählt die Tanaka-Formel, weil 220 − Alter seine wirkliche Maximalherzfrequenz unterschätzt. Er möchte den Entwicklungsbereich (EB) für längere Tempofahrten ableiten und mit seinen Wattwerten auf dem Rollentrainer abgleichen.

ErgebnisMaximale Herzfrequenz von 172 S/min (gegenüber 168 bei der Standardformel), Herzfrequenzreserve von 117 S/min, Zone 4 / EB bei rund 149–160 S/min.

Tanaka liefert Max HF = 208 − (0,7 × 52) = 171,6 S/min, also rund 172 S/min. Herzfrequenzreserve = 172 − 55 = 117 S/min. EB-Untergrenze = (117 × 0,80) + 55 = 149 S/min; Obergrenze = (117 × 0,90) + 55 = 160 S/min. Die Tanaka-Formel wurde in einer Metaanalyse 2001 im Journal of the American College of Cardiology hergeleitet und unterschätzt Max HF bei Erwachsenen über 40 Jahren weniger stark. In Verbindung mit Wattwerten an der Schwelle (FTP) lassen sich Pulsobergrenzen und Leistungszonen plausibilisieren.

Senior im Reha-Training nach Herzinfarkt

Ein 68-jähriger Patient in der ambulanten kardiologischen Reha nach Herzinfarkt soll laut DGSP-Empfehlung im moderaten Ausdauerbereich trainieren. Seine Ruheherzfrequenz unter Beta-Blocker liegt bei 64 S/min, die Belastungsgrenze wurde vom Kardiologen bei 65 % der maximalen Herzfrequenz festgelegt.

ErgebnisMaximale Herzfrequenz von 152 S/min, Herzfrequenzreserve von 88 S/min, Trainingsbereich Zone 2 (60–70 %) bei rund 117–126 S/min mit absoluter Obergrenze bei 65 % nach Karvonen = 121 S/min.

Max HF = 220 − 68 = 152 S/min. Herzfrequenzreserve = 152 − 64 = 88 S/min. Zone-2-Untergrenze = (88 × 0,60) + 64 = 117 S/min; ärztliches 65 %-Limit nach Karvonen = (88 × 0,65) + 64 = 121 S/min. Beta-Blocker senken Max HF um typischerweise 20–30 S/min – der Rechner kennt dies nicht, weshalb die DGSP und die Deutsche Herzstiftung empfehlen, in der Reha mit den Werten aus dem ärztlich überwachten Belastungs-EKG zu arbeiten und das subjektive Belastungsempfinden (Borg-Skala 11–13) als zweiten Maßstab zu nutzen.

So funktioniert der Rechner

Im ersten Schritt schätzt der Rechner Ihre maximale Herzfrequenz (Max HF) – die höchste Schlagzahl pro Minute, die Ihr Herz bei maximaler Belastung erreichen kann. Die klassische Fox-Formel lautet $\text{Max HF} = 220 - \text{Alter}$ und wird in Schulen, Fitnessstudios und auf Pulsuhren von Polar und Garmin breit eingesetzt. Sie weist allerdings eine Standardabweichung von rund 10–12 S/min auf, sodass die individuelle wahre Max HF deutlich darüber oder darunter liegen kann. Die Tanaka-Gleichung $\text{Max HF} = 208 - 0{,}7 \times \text{Alter}$ wurde in einer Metaanalyse 2001 im Journal of the American College of Cardiology hergeleitet und trifft gemessene Werte ab einem Alter von 40 Jahren besser. Eine dritte Variante, die Gulati-Formel $\text{Max HF} = 206 - 0{,}88 \times \text{Alter}$, wurde explizit aus Daten von Frauen abgeleitet und schätzt Maximalwerte häufig niedriger als die männerdominierte Fox-Gleichung.

Im zweiten Schritt überführt der Rechner Max HF in Trainingszonen. Die einfachere %HFmax-Methode multipliziert Max HF direkt mit dem jeweiligen Zonenprozentsatz (50, 60, 70, 80, 90 und 100 %). Die individuellere Karvonen-Methode, die dieser Rechner verwendet, sobald Sie eine Ruheherzfrequenz angeben, bestimmt zunächst die Herzfrequenzreserve $\text{HF}_{\text{Reserve}} = \text{Max HF} - \text{Ruhe-HF}$ und legt die Intensität auf die Ruheherzfrequenz drauf: $\text{Ziel-HF} = (\text{HF}_{\text{Reserve}} \times \text{Intensität}) + \text{Ruhe-HF}$. Karvonen berücksichtigt, dass zwei Personen mit identischer Max HF bei sehr unterschiedlicher Fitness sehr unterschiedliche absolute Trainingsherzfrequenzen bei gleicher Anstrengung erzeugen.

Die fünf Zonen lassen sich auf die in Deutschland gebräuchlichen Trainingsbereiche abbilden: Zone 1 (50–60 %) entspricht dem Kompensationsbereich (KB) für Erholung und Aufwärmen, Zone 2 (60–70 %) deckt den Grundlagenausdauerbereich 1 (GA1) und damit Fettoxidation und aerobe Basisarbeit ab, Zone 3 (70–80 %) entspricht dem Grundlagenausdauerbereich 2 (GA2), Zone 4 (80–90 %) bildet den Entwicklungsbereich (EB) an der Laktatschwelle und Zone 5 (90–100 %) den Spitzenbereich (SB) für VO2max- und Sprintarbeit. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) sowie das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) empfehlen für gesunde Erwachsene mindestens 150 Minuten moderate Ausdauerbelastung pro Woche; die AHA nennt einen Zielbereich von 50–85 % der Max HF, der die Zonen 2 bis 4 umfasst.

Wann Sie diesen Rechner einsetzen sollten

  • Strukturierter Trainingsplan für die Woche. Verwenden Sie die S/min-Bereiche, um Regenerationsläufe in Zone 1–2 (KB/GA1), Schwellenarbeit in Zone 4 (EB) und Intervallserien in Zone 5 (SB) zu legen und so harte Tage nicht zu stapeln.
  • Pulsuhr oder Brustgurt einrichten. Polar-, Garmin- und Apple-Watch-Apps fragen beim Setup nach Max HF und Zonengrenzen. Übertragen Sie die Werte des Rechners, damit Trainingsbelastung, Zonenzeit und Erholungsempfehlungen auf Ihren Zahlen basieren und nicht auf Werkseinstellungen.
  • Wiedereinstieg ins Training. Nach längerer Pause oder Krankheit verankern Sie die ersten Wochen im Kompensationsbereich (KB, Zone 1) und in der unteren Hälfte von GA1 (Zone 2), um die aerobe Kapazität wieder aufzubauen, ohne den Körper zu überfordern.
  • Standard versus Tanaka nach einem runden Geburtstag. Erwachsene ab 40 Jahren stellen häufig fest, dass 220 − Alter ihre wahre Max HF unterschätzt. Wechseln Sie zwischen den beiden Formeln, um zu sehen, wie sich die Zonen verschieben, und wählen Sie diejenige, die zu Ihrem subjektiven Belastungsempfinden im Training passt.
  • Ziel Fettverbrennung oder Gewichtsreduktion. Nutzen Sie Zone 2 (60–70 %, GA1) als Leitwert für längere, ruhige Einheiten, in denen Fett der dominierende Energieträger ist – behalten Sie aber im Hinterkopf, dass für Gewichtsverlust die gesamte Wochenkalorienbilanz und nicht die Energiequelle entscheidet.
  • Kardiologische Reha und ärztlich begleitetes Training. Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck, KHK oder nach Herzinfarkt erhalten von der Deutschen Herzstiftung und der DGSP konkrete Zielpulse aus dem Belastungs-EKG. Der Rechner bietet einen schnellen Querblick, ersetzt aber nicht die individuelle Verordnung der Kardiologin oder des Kardiologen.

Häufige Fehler

  • Fehler220 − Alter als persönlich exakte Max HF zu behandeln.
    LösungDie Formel hat eine Standardabweichung von rund 10–12 S/min. Verwenden Sie sie als Startwert und justieren Sie die Zonen mit dem subjektiven Belastungsempfinden (Borg-Skala), einem Feldtest oder einem ärztlich überwachten Belastungs-EKG (Ergometrie) nach DGSP-Standard.
  • FehlerDie Ruheherzfrequenz nicht einzugeben und trotzdem zentimetergenaue Vorgaben zu verfolgen.
    LösungOhne Eingabe rechnet der Rechner mit 70 S/min – ein generischer Mittelwert. Für eine präzise Karvonen-Berechnung messen Sie Ihre Ruheherzfrequenz an mehreren Morgen vor dem Aufstehen und tragen den Mittelwert ein, idealerweise mit Brustgurt oder Pulsuhr.
  • FehlerDen Großteil der Trainingszeit im Grenzbereich GA2/Zone 3 zu verbringen.
    LösungAktuelle Ausdauerforschung und das polarisierte 80/20-Modell empfehlen rund 80 % der Wochenzeit in Zone 1–2 (KB/GA1) und 20 % in Zone 4–5 (EB/SB), mit nur geringem Anteil in der „grauen Zone“ GA2. Sie ist zu hart für vollständige Erholung und zu leicht für Spitzenadaptationen.
  • FehlerDen eigenen Puls mit dem von Trainingspartnern zu vergleichen.
    LösungMax HF ist weitgehend genetisch festgelegt und die Ruheherzfrequenz hängt vom Trainingszustand ab. Zwei Personen können beim gleichen Lauf legitim 20 oder mehr S/min auseinanderliegen. Vergleichen Sie sich nur mit Ihren eigenen historischen Werten.
  • FehlerBeschwerden zu ignorieren, weil die Zahl auf der Uhr „okay“ aussieht.
    LösungBrustschmerzen, ungewöhnliche Atemnot, Schwindel oder Synkopen sind Anlass, das Training abzubrechen und ärztlichen Rat einzuholen – unabhängig vom Pulswert. Der Rechner ist ein Planungswerkzeug, kein Medizinprodukt.
  • FehlerBeta-Blocker und andere Medikamente nicht zu berücksichtigen.
    LösungBeta-Blocker senken Max HF typischerweise um 20–30 S/min und verschieben damit auch alle Trainingszonen nach unten. Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck, KHK oder Reha-Auflagen sollten ihre Zielpulse aus dem Belastungs-EKG der Kardiologie nutzen und nicht ausschließlich aus 220 − Alter ableiten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Max-HF-Formel ist am genauesten?

Keine Formel ist für die einzelne Person präzise. Die klassische 220 − Alter (Fox) hat eine Standardabweichung von rund 10–12 S/min. Die Tanaka-Formel (208 − 0,7 × Alter) bildet gemessene Max-HF-Werte bei Erwachsenen über 40 Jahren besser ab und wird in Leitlinien des American College of Sports Medicine sowie in Lehrmaterialien der DGSP häufig zitiert. Die Gulati-Formel (206 − 0,88 × Alter) wurde aus Daten von Frauen entwickelt. Die einzig zuverlässige Bestimmung der eigenen Max HF ist eine ärztlich überwachte Stufentest-Ergometrie.

Warum liegt mein tatsächlicher Puls höher oder niedriger als die Formel vorhersagt?

Die maximale Herzfrequenz ist weitgehend genetisch festgelegt; jede altersbasierte Formel ist ein Bevölkerungsmittel. Körpertemperatur, Flüssigkeitsdefizit, Koffein, Stress, Schlafmangel, Höhenlage, Erkrankungen und bestimmte Medikamente (vor allem Beta-Blocker) können die Trainingsherzfrequenz tagesabhängig um 5–20 S/min nach oben oder unten verschieben. Wenn Ihr subjektives Belastungsempfinden besser zu einem anderen Wert passt, vertrauen Sie Ihrem Körper und passen Sie die Zonen an.

Was ist die Herzfrequenzreserve (HFR)?

Die Herzfrequenzreserve ist die Differenz zwischen Ihrer maximalen Herzfrequenz und Ihrer Ruheherzfrequenz. Sie beschreibt den S/min-Spielraum, der Ihnen für Belastung zur Verfügung steht. Die Karvonen-Methode multipliziert die Intensität mit der HFR und addiert die Ruheherzfrequenz wieder hinzu. Daraus entstehen individuellere Zonen, als wenn nur ein Prozentsatz der reinen Max HF herangezogen wird.

Ist eine niedrige Ruheherzfrequenz ein Zeichen guter Fitness?

Bei gesunden Erwachsenen in der Regel ja. Ausdauertrainierte Sportlerinnen und Sportler haben oft Ruheherzfrequenzen von 40–60 S/min, weil ihr Herz pro Schlag mehr Blut auswirft. Sehr niedrige Werte können in seltenen Fällen aber auch auf eine Erregungsleitungsstörung hinweisen, vor allem in Verbindung mit Schwindel, Müdigkeit oder Synkopen. Untrainierte Personen mit einer Ruhe-HF unter 60 S/min und solchen Symptomen sollten kardiologisch abgeklärt werden.

Wie verteile ich GA1, GA2, EB und SB sinnvoll auf die Woche?

Für Freizeit- und ambitionierte Sportlerinnen und Sportler hat sich das polarisierte 80/20-Modell etabliert: rund 80 % der Wochenzeit im Kompensations- und Grundlagenbereich (KB/GA1, Zone 1–2) und 20 % im Entwicklungs- und Spitzenbereich (EB/SB, Zone 4–5), mit wenig Anteil in GA2/Zone 3. Die DGSP empfiehlt zusätzlich mindestens 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver Ausdauerbelastung pro Woche, was sich mit den Zonen 2 bis 4 deckt.

Ist Zone 2 wirklich die „Fettverbrennungszone“?

Bei niedriger Intensität stammt prozentual mehr Energie aus Fett – daher der Spitzname. Allerdings ist der Gesamtkalorienverbrauch pro Minute geringer als bei höherer Intensität, sodass für Gewichtsverlust die Wochenkalorienbilanz wichtiger ist als die Energiequelle. Zone 2 hat ihren größten Wert beim Aufbau der aeroben Basis (GA1), nicht als magische Abnehmzone.

Was misst eine moderne Pulsuhr tatsächlich?

Die meisten Polar-, Garmin- und Apple-Watch-Modelle nutzen am Handgelenk optische Sensoren (Photoplethysmographie), die Licht in die Haut senden und den Puls aus Veränderungen des Blutvolumens ableiten. Sie sind bei Dauerbelastung in der Regel auf wenige S/min genau, hinken aber bei Intervallen, schnellen Intensitätswechseln und beim Krafttraining mit Handgelenksbewegungen oft hinterher. Brustgurte messen die elektrische Aktivität des Herzens direkt und gelten bei hochintensiver Belastung als zuverlässiger.

Kann ich meine maximale Herzfrequenz durch Training erhöhen?

Nicht in nennenswertem Umfang. Max HF ist weitgehend genetisch festgelegt und sinkt mit dem Alter, unabhängig vom Trainingszustand. Trainierbar sind die Herzfrequenz an der Schwelle (Laktatschwelle) und die Ruheherzfrequenz – das verschiebt nicht die Decke, sondern den Bereich, in dem Sie hohe Leistungen dauerhaft erbringen können.

Wie oft sollte ich meine Zonen neu berechnen?

Berechnen Sie Ihre Zonen mindestens einmal jährlich neu, denn Max HF sinkt im Schnitt um 0,5 bis 1 S/min pro Jahr. Auch nach längeren Pausen, deutlichen Fitnessveränderungen oder einer Medikamentenumstellung lohnt sich ein Update. Wer in einen neuen Trainingsblock startet, sollte die Zonen zusätzlich mit einem Feldtest oder einer Laktatdiagnostik prüfen.

Wann sollte ich wegen meines Pulses zum Arzt?

Suchen Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt auf bei Brustschmerzen, ungewöhnlicher Atemnot, Schwindel, Synkopen, anhaltendem Herzklopfen in Ruhe oder dauerhafter Ruheherzfrequenz über 100 S/min (Tachykardie) bzw. unter 60 S/min mit Beschwerden (symptomatische Bradykardie). Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt zusätzlich allen Menschen mit bekannten Herzerkrankungen, Diabetes oder mehreren kardiovaskulären Risikofaktoren ein ärztliches Gespräch, bevor sie ein intensiveres Trainingsprogramm beginnen.

Warum bleibt mein Puls nach dem Sport noch lange erhöht?

Die Herzfrequenzerholung (HFR1) – also der S/min-Abfall in der ersten Minute nach intensiver Belastung – gilt als Indikator der kardiovaskulären Fitness. Ein Abfall von weniger als 12 S/min in der ersten Minute nach maximaler Belastung wurde in Studien als Risikomarker beschrieben. Wärme, Flüssigkeitsmangel, Koffein und unzureichendes Cool-down halten den Puls zusätzlich länger oben.

Funktioniert der Rechner auch für Kinder oder Schwangere?

Die Modelle 220 − Alter, Tanaka und Karvonen wurden an Erwachsenen validiert; für Kinder und Jugendliche sind die Zonen nicht geeignet. Schwangere sollten sich an den Empfehlungen der DGGG und gynäkologischen Leitlinien orientieren, die in der Regel das subjektive Belastungsempfinden (Borg-Skala) statt fester Herzfrequenzziele vorsehen, weil die Ruheherzfrequenz in der Schwangerschaft physiologisch ansteigt. Sprechen Sie die Trainingsintensität mit Ihrer Frauenärztin oder Hebamme ab.

Quellen

Methodik

Dieser Rechner schätzt die maximale Herzfrequenz (Max HF) wahlweise mit der Standardformel (Fox) Max HF = 220 − Alter oder mit der Tanaka-Formel Max HF = 208 − 0,7 × Alter. Beide sind altersbasierte Bevölkerungsmittel mit einer individuellen Streuung von rund ±10–12 S/min; die Tanaka-Gleichung, hergeleitet aus einer Metaanalyse 2001 im Journal of the American College of Cardiology, trifft die wahren Werte bei Erwachsenen ab 40 Jahren in der Regel genauer. Die Trainingszonen werden mit der Karvonen-Herzfrequenzreserve-Methode berechnet: Ziel-HF = ((Max HF − Ruhe-HF) × Intensität) + Ruhe-HF, angewendet auf 50–60 % für Zone 1 (Kompensationsbereich, KB), 60–70 % für Zone 2 (GA1), 70–80 % für Zone 3 (GA2), 80–90 % für Zone 4 (Entwicklungsbereich, EB) und 90–100 % für Zone 5 (Spitzenbereich, SB). Wird die Ruheherzfrequenz nicht eingegeben, rechnet der Rechner mit dem Standardwert 70 S/min. Die Zonengrenzen folgen den Prozentbändern der American Heart Association, des American College of Sports Medicine sowie den in Deutschland gebräuchlichen Trainingsbereichen nach DGSP und Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). Die Ergebnisse richten sich an gesunde Erwachsene; Personen mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, Bluthochdruck oder Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel sollten vor der Nutzung Rücksprache mit einer Kardiologin oder einem Kardiologen halten und Zielpulse aus dem Belastungs-EKG verwenden.

Profi-Tipps

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