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Dachflächen-Rechner

Berechnen Sie die Gesamtfläche Ihres Dachs und schätzen Sie den benötigten Dachdeckungsbedarf.

Dachflächen-Formeln

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Beispiele

Satteldach mit 10 × 8 m Grundfläche und 30° Dachneigung

Eine Hauseigentümerin plant eine Neueindeckung ihres Einfamilienhauses. Das Satteldach sitzt auf einer rechteckigen Grundfläche von 10 m × 8 m, die Dachneigung beträgt 30°. Sie möchte die tatsächliche Dachfläche kennen, um Dachziegel, Unterspannbahn und Lattung zu bestellen und um die Eignung des Dachs für eine Photovoltaikanlage einzuschätzen.

ErgebnisDie tatsächliche Dachfläche beträgt rund 92 m² (80 m² × 1,1547). Mit 10 % Verschnitt sind etwa 102 m² Material zu bestellen — bei klassischen Tondachziegeln entspricht das rund 1.300 bis 1.500 Stück, je nach Format.

Bei einem Satteldach mit symmetrischen Dachflächen entspricht die Dachfläche der Grundfläche geteilt durch den Kosinus der Dachneigung. Für 30° gilt: cos(30°) ≈ 0,8660, der Neigungsfaktor ist also 1/0,8660 ≈ 1,1547. Die Rechnung lautet 80 m² × 1,1547 ≈ 92,4 m². Für die Bestellung ergänzen Sie 10 % Verschnitt für Zuschnitte am First, an den Traufen und Ortgängen: 92,4 m² × 1,10 ≈ 102 m². Steilere Neigungen vergrößern die Fläche deutlich: bei 45° beträgt der Faktor 1,4142 (etwa 113 m²), bei 15° nur 1,0353 (etwa 83 m²). Für Walmdächer gilt derselbe Faktor, sofern alle Dachflächen die gleiche Neigung haben — die Geometrie verteilt die Fläche um, summiert sie aber nicht.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich die Dachfläche aus Grundfläche und Dachneigung?

Bei einem Satteldach oder Walmdach mit einheitlicher Dachneigung multiplizieren Sie die Grundfläche mit 1/cos(α), wobei α die Dachneigung in Grad ist. Beispiele: bei 15° Neigung ergibt sich der Faktor 1,0353, bei 30° der Faktor 1,1547, bei 45° der Faktor 1,4142 und bei 60° der Faktor 2,0000. Eine Grundfläche von 80 m² ergibt also 83 m² bei 15°, 92 m² bei 30° und 113 m² bei 45° tatsächliche Dachfläche.

Was ist der Unterschied zwischen Grundfläche und Dachfläche?

Die Grundfläche ist die horizontale Projektion des Dachs auf den Boden — die Fläche, die das Dach von oben gesehen abdeckt. Die tatsächliche Dachfläche ist bei geneigten Dächern größer, weil die Sparren über eine längere Strecke laufen als die horizontale Spannweite. Für die Materialbestellung (Dachziegel, Unterspannbahn, Konterlattung) zählt immer die tatsächliche Dachfläche, nicht die Grundfläche.

Welche Dachneigung haben typische deutsche Dachformen?

In Deutschland sind Satteldächer mit 30° bis 45° Dachneigung die häufigste Bauform. Walmdächer liegen meist zwischen 25° und 35°. Pultdächer variieren stärker — moderne Neubauten oft zwischen 10° und 25°. Flachdächer haben mindestens 2° bis 5° Gefälle für den Wasserablauf, gelten aber bauphysikalisch bis etwa 10° als Flachdach. Die regionale Bauordnung und der Bebauungsplan können die zulässige Dachneigung einschränken.

Wie wirkt sich die Dachfläche auf den Energieausweis nach GEG aus?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt eine Dämmung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche, zu der auch das Dach zählt. Die tatsächliche Dachfläche bestimmt den Materialbedarf an Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung und fließt in die Berechnung der Transmissionswärmeverluste ein. Für eine Sanierung im Bestand fordert das GEG bei mehr als 10 % Erneuerung des Dachs typischerweise einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) — die exakte Dachfläche ist Grundlage für die Berechnung im Energieausweis.

Ist mein Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet?

Für die PV-Eignung sind drei Faktoren entscheidend: Dachfläche, Dachneigung und Ausrichtung. Optimal sind Süd- oder Südwestdächer mit 30° bis 35° Neigung — diese erreichen in Deutschland Erträge nahe dem Maximum. Pro kWp installierter Leistung benötigen Sie etwa 5 bis 6 m² Dachfläche bei modernen Modulen. Auf einem 92 m² Satteldach mit Südausrichtung lassen sich also rund 15 bis 18 kWp installieren, sofern keine Verschattung durch Gauben, Schornsteine oder Nachbarbäume die Fläche reduziert.

Wie viel Verschnitt sollte ich bei der Materialbestellung einplanen?

Für ein einfaches Satteldach reichen 10 % Verschnitt. Bei Walmdächern mit zusätzlichen Graten und Schnittkanten kalkulieren Sie 12 bis 15 %. Komplexe Dächer mit Gauben, Kehlen oder Dachflächenfenstern brauchen 15 bis 20 %. Der Verschnitt deckt Zuschnitte am First, am Ortgang, an Traufen und in den Kehlen sowie Bruch und Fehlschnitte. Knappe Bestellungen führen oft zu Lieferengpässen mitten im Projekt — eine großzügige Kalkulation hinterlässt nutzbare Reste für spätere Reparaturen.

Muss ich Schneelasten bei der Dachplanung berücksichtigen?

Ja — die Schneelast wird in Deutschland nach DIN EN 1991-1-3 in Verbindung mit dem Nationalen Anhang ermittelt. Die Werte hängen von der Schneelastzone (1 bis 3) und der Geländehöhe ab. Im Voralpenraum gelten höhere Werte als im norddeutschen Tiefland. Die Dachneigung beeinflusst die Schneelast: ab 30° reduziert sich der Formbeiwert linear, ab 60° wird rechnerisch keine Schneelast mehr angesetzt. Die Tragwerksplanung berücksichtigt diese Lasten in der Sparrendimensionierung — der Dachflächen-Rechner liefert nur die Flächengröße, nicht die statische Bemessung.

Quellen

Profi-Tipps

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